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Polyneuropathie

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Redaktion

  • almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • Verena Dost (Diplom-Biologin)
  • Dr. med. Martin Waitz (Arzt, medproduction GmbH)

Ist das periphere Nervensystem (das Nervensystem außerhalb des Gehirns und Rückenmarks) in seiner Funktion gestört, liegt eine Polyneuropathie vor. Die Beschwerden reichen von Empfindungsstörungen über Schmerzen bis zu Lähmungen. Am häufigsten entstehen Polyneuropathien wegen einer langjährigen Diabeteserkrankung oder infolge dauerhaft erhöhten Alkoholkonsums.

Auf einem Blick

  • Symptome: Zu den Symptomen einer Polyneuropathie (PNP) gehören Empfindungsstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen und „Ameisenlaufen“ sowie Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen, häufig in den Beinen. Auch Störungen des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens können auftreten.
  • Ursachen und Risikofaktoren: Diabetes mellitus Typ 2 und Alkoholmissbrauch gehören zu den häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie.
  • Verlauf: Meistens beginnen die Symptome in den Füßen oder Händen. Bleibt die Neuropathie unbehandelt, werden die Symptome meist intensiver.
  • Diagnostik: Einer umfassenden Anamnese und körperlichen Untersuchungen folgen Untersuchungen mit speziellen Geräten zur Beurteilung von Nervenschädigungen sowie Bluttests und – bei Bedarf – eine weiterführende Diagnostik.
  • Vorsorge & Früherkennung: Durch gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 häufig eindämmen. Außerdem helfen Alkoholabstinenz und der regelmäßige ärztliche Check-up dabei, die eigene Gesundheit im Blick zu behalten.

Was ist eine Polyneuropathie?

Unter dem Begriff „Polyneuropathien“ wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen es zu Schädigungen des peripheren Nervensystems kommt. Infolge dieser Schädigungen ist die Funktion der betroffenen Nerven gestört. Weil mehrere Nerven beziehungsweise ganze Nervenstrukturen betroffen sind, spricht man von Polyneuropathie (griechisch poly = viel, mehrere).

Zum peripheren Nervensystem gehören alle Nerven, die außerhalb des Gehirns und des Wirbelkanals liegen, also nicht Teil des zentralen Nervensystems sind. Periphere Nerven steuern Muskelbewegungen und Empfindungen wie Kribbeln oder Schmerz. Auch das vegetative Nervensystem ist Teil des peripheren Nervensystems. Seine Nervenstränge koordinieren automatisch ablaufende Körperfunktionen wie Atmen, Verdauen oder Schwitzen.

Abhängig von der Ausprägung der Nervenschäden und der Körperstelle unterscheiden Fachleute vier Formen:

  • Symmetrische Polyneuropathie: Die Schäden an den Nervenbahnen betreffen beide Körperhälften.
  • Asymmetrische Polyneuropathie: Die Erkrankung beeinträchtigt eine Seite des Körpers.
  • Distale Polyneuropathie: Die Nervenschädigung zeigt sich in Körperteilen, die von der Körpermitte entfernt sind. Dazu gehören unter anderem die Hände, die Beine und die Füße.
  • Proximale Polyneuropathie: Bei dieser seltenen Form der Polyneuropathie konzentrieren sich die Nervenschäden auf rumpfnahe Körperbereiche.

Neben der Einteilung nach Ausfallerscheinungen gibt es noch weitere Möglichkeiten Polyneuropathien einzuteilen, z. B. nach Nervenfasertyp oder Innervationsgebiet. Ist eine Neuropathie nicht klassifizierbar, so handelt es sich um eine idiopathische Polyneuropathie.

(Poly)Neuropathie – was ist das?
Die Begriffe „Neuropathie“ beziehungsweise „Polyneuropathie“ (PNP) umfassen verschiedene Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Dazu zählen sämtliche Nerven im Körper, außer den Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark. Rund fünf bis acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind von Neuropathien betroffen. Dabei steigt die Rate mit zunehmenden Alter.

Welche Symptome sind typisch für eine Polyneuropathie?

Eine Polyneuropathie kann sich durch vielfältige Symptome äußern. Je nach den betroffenen Nerven können die Beschwerden das Fühlen, Bewegungsabläufe oder auch die körperliche Kraft betreffen. Das Spektrum der Symptome reicht von Sensibilitätsausfällen über Missempfindungen wie Brennen., Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Stechen, Elektrisieren und Schwellungsgefühlen bis hin zu Lähmungen und Störungen der Organfunktion.

So kann es zum Beispiel vorkommen, dass eine Person mit Polyneuropathie Berührungen in einem umschriebenen Hautbereich nicht mehr spürt. Auch Lähmungen im Versorgungsgebiet einzelner Nervenstränge können Ausdruck einer Polyneuropathie sein. Ist das vegetative Nervensystem betroffen, äußert sich die Erkrankung möglicherweise durch Herzrhythmusstörungen, Impotenz, Verdauungsbeschwerden oder Probleme beim Wasserlassen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für die Polyneuropathie?

Warum bekommt man eine Polyneuropathie? Für diese gibt es viele mögliche Auslöser. Mit am häufigsten verursachen Diabetes mellitus Typ 2 und chronischer Alkoholmissbrauch die Nervenschäden. Beide Faktoren zusammen sind für fast die Hälfte aller Neuropathien verantwortlich. Warum die Zuckerstoffwechselstörung Diabetes mellitus das Nervengewebe angreift, ist noch nicht vollständig erforscht. Expertinnen und Experten vermuten, dass der ständig erhöhte Blutzucker feinste Blutgefäße schädigt, welche die Nerven umspinnen und versorgen. Die diabetische Polyneuropathie zählt zu den Spätkomplikationen der Diabetes-Stoffwechselstörung. Das heißt, je länger die Krankheit besteht, desto wahrscheinlicher ist die Entstehung einer Neuropathie.

Bei der Polyneuropathie unterscheiden Medizinerinnen und Mediziner nach der Betrachtung der Nervenfasertypen mindestens zwei Hauptformen:

  • die sensomotorische Polyneuropathie mit Empfindungs- und Bewegungsstörungen sowie Schmerzen
  • die autonome Neuropathie, bei der das vegetative Nervensystem betroffen ist

Daneben gibt es die Möglichkeit, Neuropathien nach ihrer Ursache zu unterscheiden. So entsteht beispielsweise die infektiöse Polyneuropathie (Polyneuritis) aufgrund einer Erregerinfektion.

Bei der alkoholbedingten Polyneuropathie spielt neben der akuten Giftwirkung des Alkohols eine langfristige Unterversorgung mit B-Vitaminen eine Rolle. Alkoholabhängige Menschen ernähren sich häufig einseitig und ungesund. Diese Mangelernährung kann unter anderem zu einer Unterversorgung mit B-Vitaminen führen, was wiederum die Schädigung von Nervenstrukturen begünstigt.

Alkoholische Polyneuropathie: Symptome
Die alkoholische Polyneuropathie entwickelt sich in der Regel langsam. Die meisten Erkrankten beschreiben Nervenstörungen in den Beinen. Sie leiden unter Schmerzen, Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen. Auch Muskelschwund und schwere Muskelerschlaffungen (Paresen) können auftreten. Möglicherweise führen die durch die Polyneuropathie bedingten Schmerzen in den Beinen zu Schwierigkeiten, richtig zu stehen und zu Gangunsicherheit.

Auch Medikamente und giftige Substanzen können Nerven schädigen. Dazu zählen beispielsweise manche Chemotherapeutika (Krebsmedikamente), Schwermetalle wie Blei oder Gifte wie Arsen.

Seltener sind genetisch bedingte Formen der Polyneuropathie, entzündliche Polyneuropathien und Polyneuropathien, die Ausdruck einer Autoimmunerkrankung sind. Bei einer Autoimmunkrankheit richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen. Beispiel Guillain-Barré-Syndrom: Hier zeigen sich erste Polyneuropathie-Symptome in den Beinen mit plötzlich eintretender Schwäche. Danach breiten sie sich weiter nach oben aus.

Wann entstehen Polyneuropathien?
Die seltenen genetisch bedingten Polyneuropathien führen häufig schon im Kindesalter zu schweren Ausfallerscheinungen. Neuropathien bei Kindern entstehen jedoch zu zwei Dritteln nach oder in Zusammenhang mit einer Infektionskrankheit. Das letzte Drittel machen chronische Neuropathien aus, hiervon sind 25 Prozent genetisch bedingt. Erworbene Polyneuropathien, beispielsweise auf Basis eines fortgeschrittenen Diabetes mellitus Typ 2 oder langjährigen Alkoholmissbrauchs, treten dagegen überwiegend im höheren Erwachsenenalter auf.

Bei etwa jeder fünften erkrankten Person bleibt die Ursache der Polyneuropathie trotz umfassender Diagnostik unklar. In diesem Fall spricht die Medizin von einer idiopathischen Polyneuropathie.

Welchen Verlauf nimmt eine Polyneuropathie?

Eine sensomotorische Polyneuropathie beginnt meistens in den Zehen, Füßen und Beinen. Hände und Arme sind seltener beziehungsweise später betroffen. Als Erstes fällt in der Regel in einem strumpf- oder handschuhförmig begrenzten Areal das Vibrationsempfinden aus. Ärztinnen und Ärzte können das im Rahmen einer klinischen Untersuchung testen. Später beklagen die Betroffenen beispielsweise brennende Missempfindungen auf der Fußsohle („burning feet“), schmerzende Muskelkrämpfe im Oberschenkel oder in der Wade und dumpfe oder stechende Schmerzen in der Leiste oder am vorderen Oberschenkel. Oft verstärken sich die Beschwerden in der Nacht.

Sehr häufig sind außerdem sensible Ausfälle an Zehen, Füßen oder Beinen mit Störungen des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens. Auch Muskelschwäche, schnellere Ermüdbarkeit oder Lähmungen kleiner Fuß- und Handmuskeln sind typische Zeichen einer sensomotorischen Polyneuropathie.

Bei der autonomen Neuropathie werden unwillkürlich ablaufende Funktionen der Organe in Mitleidenschaft gezogen. Abhängig vom Muster der Nervenschädigung kann etwa die Regulation von Herz und Kreislauf gestört sein. Mögliche Anzeichen sind ein erhöhter Ruhepuls sowie fehlender Puls- und Blutdruckanstieg bei Belastung.

Weitere mögliche Anzeichen einer autonomen Neuropathie sind Potenzstörungen, Blasenentleerungsstörungen, Inkontinenz, übermäßiges oder ausbleibendes Schwitzen, auch eine verzögerte Anpassung der Pupille an wechselnde Lichtverhältnisse.

Diabetische Polyneuropathie

Die diabetische Polyneuropathie wird in zwei Hauptformen unterschieden: Die sensomotorische Polyneuropathie mit Empfindungs- und Bewegungsstörungen sowie die autonome Neuropathie mit Befall des vegetativen Nervensystems.

Die sensomotorische diabetische Polyneuropathie beginnt meistens in den Füßen und Beinen. Hände und Arme sind seltener betroffen. Als erstes fällt in der Regel in einem strumpf- oder handschuhförmig begrenzten Areal das Vibrationsempfinden aus. Dies kann vom Arzt getestet werden. Später beklagen die Betroffenen beispielsweise brennende Missempfindungen auf der Fußsohle ("burning feet"), schmerzende Muskelkrämpfe im Oberschenkel oder in der Wade, und dumpfe oder stechende Schmerzen in der Leiste oder am vorderen Oberschenkel. Oft verstärken sich die Beschwerden in der Nacht.

Sehr häufig sind außerdem sensible Ausfälle an Zehen, Füßen oder Beinen mit Störungen des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens.
Auch Muskelschwäche, schnellere Ermüdbarkeit oder Lähmungen kleiner Fuß- und Handmuskeln sind typische Zeichen einer Polyneuropathie.

Bei der autonomen diabetischen Neuropathie sind unwillkürlich ablaufende Funktionen der Organe in Mitleidenschaft gezogen. Abhängig vom Muster der Nervenschädigung kann etwa die Regulation von Herz und Kreislauf gestört sein. Mögliche Anzeichen sind ein erhöhter Ruhepuls sowie fehlender Puls- und Blutdruckanstieg bei Belastung.

Weitere mögliche Anzeichen einer autonomen Neuropathie sind Potenzstörungen, Blasenentleerungsstörungen, Inkontinenz, übermäßige oder ausbleibende Schweißsekretion oder auch eine verzögerte Anpassung der Pupille an wechselnde Lichtverhältnisse. 

Diagnostik: Wie stellen Ärztinnen und Ärzte eine Polyneuropathie fest?

Polyneuropathien entstehen oft schleichend und bleiben lange Zeit unbemerkt. Dies gilt insbesondere für die diabetische Polyneuropathie. Ein gezieltes Arztgespräch (Anamnese) und eine neurologische Untersuchung können Nervenschädigungen schon früh aufdecken. Dabei überprüft die Ärztin beziehungsweise der Arzt im Rahmen einer klinischen Untersuchung Muskelkraft, Reflexe sowie die Wahrnehmung von Berührungen, Temperatur und Vibration. Auch die Nervenleitgeschwindigkeit kann gemessen werden (zum Beispiel mittels Elektroneurografie).

Anamnese

Neben dem oftmals charakteristischen Beschwerdemuster gibt die Krankengeschichte entscheidende Hinweise auf die Ursache einer Polyneuropathie. Darum ist ein ausführliches Arztgespräch ein wichtiger Teil der Diagnostik. Ist beispielsweise seit Jahren ein Diabetes mellitus bekannt und wurden bereits andere Komplikationen wie diabetesbedingte Augenerkrankungen diagnostiziert? Dann ist die Wahrscheinlichkeit einer diabetesbedingten Polyneuropathie gegeben.

Menschen mit anhaltend hohem Alkoholkonsum haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Polyneuropathien. Auch von einigen Medikamenten, beispielsweise Chemotherapeutika gegen Krebs, ist bekannt, dass sie Nerven schädigen können.

Elektrophysiologische Untersuchungen

Elektrophysiologische Untersuchungen ergänzen den neurologischen Untersuchungsbefund. Sie decken die Verteilung und das Ausmaß der Nervenschädigung auf:

  • Die Elektroneurografie (ENG) misst, wie schnell Nerven eine Erregung weiterleiten.
  • Die Elektromyografie (EMG) zeichnet die Aktivität eines Muskels in Ruhe und bei Anspannung auf.

Weitere Untersuchungsmethoden

  • Bluttests können behandelbare Ursachen der Polyneuropathie aufdecken, beispielsweise einen Vitamin-B12-Mangel oder einen bis dahin unbekannten Diabetes mellitus. Bei speziellen Fragestellungen können weitere Untersuchungen in der Neurologie sinnvoll sein. Eine Analyse des Nervenwassers (Liquoruntersuchung) hilft beispielsweise, entzündlich bedingte Polyneuropathien festzustellen.
  • Bei Anhaltspunkten für eine genetische Polyneuropathie ist eine Erbgutanalyse möglich.
  • Der Verdacht auf seltene, aber behandelbare Polyneuropathien kann in besonders schweren Krankheitsfällen eine Probenentnahme aus dem Nervengewebe (Nervenbiopsie) rechtfertigen.

Die Polyneuropathie von anderen Erkrankungen abgrenzen
Die Symptome einer Polyneuropathie können denen einer Wirbelkanalverengung (Spinalkanalstenose) ähneln. Bei einer degenerativen Wirbelkanalverengung handelt es sich um eine Abnutzungserscheinung der unteren Lendenwirbelsäule: Knochensporne drücken auf das Rückenmark. Dadurch kann ein brennender Schmerz im Rücken und in den Beinen entstehen. Sowohl eine Polyneuropathie als auch eine Wirbelkanalverengung können Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheit und brennende Schmerzen in den Händen und Füßen hervorrufen. Darum ist es wichtig, Krankheiten mit ähnlichen oder gleichen Symptomen vor dem Beginn einer Behandlung durch sorgfältige Untersuchungen auszuschließen (Differenzialdiagnostik)

Therapie: Wie wird die Polyneuropathie behandelt?

Die Therapie der Polyneuropathie richtet sich nach ihrer Ursache. Sind die Nervenschäden wegen einer anderen Grunderkrankung entstanden, gilt es zuerst, diese zu behandeln. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist beispielsweise eine konsequente Blutzuckereinstellung entscheidend. Je besser die Werte langfristig eingestellt sind, desto eher lässt sich die Nervenschädigung stoppen.

Patientinnen und Patienten mit Polyneuropathie sollten Alkohol möglichst meiden. Das gilt auch, wenn die Nervenschäden nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum entstanden sind.

Nervenschmerzen sind individuell mit Medikamenten behandelbar. Neben Schmerzmitteln kommen Antidepressiva oder Mittel gegen Anfallsleiden (Antiepileptika) in Frage. Die Auswahl des Wirkstoffs richtet sich unter anderem nach der Stärke und den Charakteristika der Schmerzen. Auch physikalische Therapien wie Kälte- und Wärmebehandlungen sowie Krankengymnastik werden bei der Behandlung von Polyneuropathien angewendet.

Welche Folgeerkrankungen können bei Neuropathien auftreten?

Die beeinträchtigte Schmerzwahrnehmung macht Diabetikerinnen und Diabetiker mit Polyneuropathie anfällig für das sogenannte diabetische Fußsyndrom. Kleine Verletzungen der Füße bleiben unbemerkt und können sich – begünstigt durch die ebenfalls schlechte Durchblutung und langsamere Wundheilung – zu schwer behandelbaren chronischen Wunden auswachsen. Diabetes-Betroffene sollten deshalb stets auf gutsitzendes Schuhwerk achten und die Füße täglich begutachten. Ein regelmäßiger Besuch bei einer professionellen medizinischen Fußpflege hilft, eingewachsenen Nägeln und Hornhautrissen sowie anderen kleinen Wunden vorzubeugen.

Was kann bei Polyneuropathien außerdem zur Besserung der Lebensqualität beitragen?

Falls die Polyneuropathie auf Diabetes mellitus Typ 2 zurückzuführen ist, ist eine gute Einstellung und engmaschige Kontrolle des Blutzuckers durch die behandelnde Arztpraxis essenziell. Diabetikerinnen und Diabetiker mit Übergewicht können mithilfe von Bewegung und einer Ernährungsumstellung ein gesundes Körpergewicht erreichen und dauerhaft halten.

Ist die Polyneuropathie durch eine Mangelversorgung mit B-Vitaminen entstanden, hilft es, diese durch eine veränderte Ernährung und gegebenenfalls durch ärztlich verordnete Nahrungsergänzung zu korrigieren. Auf den Konsum von Alkohol sollte möglichst verzichtet werden. Das gilt auch, falls die Polyneuropathie auf andere Ursachen als Alkoholmissbrauch zurückzuführen ist.

Bei Schmerzen und Empfindungsstörungen in den Füßen können Akupunktur und Fußreflexzonenmassagen helfen. Auch Bewegung, Aqua-Fitness, Gehtraining und Physiotherapie können sich bei Polyneuropathien positiv auswirken.

Mit einer gezielten Physiotherapie kann es gelingen, den Gleichgewichtssinn sowie die eigene Stand- und Gangsicherheit zu verbessern. Falls die Hände von der Erkrankung betroffen sind, ist Ergotherapie ebenfalls eine Option.

Ist Polyneuropathie in den Füßen heilbar?

Nervenschädigungen an den Füßen treten bei Diabetes mellitus häufig auf. Die Polyneuropathie lässt sich nicht rückgängig machen. Die Therapie zielt daher vor allem darauf ab, ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden und die vorhandenen Beschwerden zu lindern.

Das Leben mit Typ 2 Diabetes kann eine Herausforderung sein. Unser Besser-Leben-Programm hilft Diabetikerinnen und Diabetikern dabei, ihre Lebensqualität zu erhöhen und Folgeschäden wie Polyneuropathien zu verhindern. Mit der Oviva-App unterstützen wir unsere Versicherten dabei, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren und falls nötig auf gesunde Weise Gewicht zu verlieren. Zusätzlich bieten wir verschiedene Online-Fitness-Kurse an.

Gibt es Angebote zur Vorsorge und Früherkennung?

Der Gesundheits-Check-up in der Hausarztpraxis dient der Früherkennung von Krankheiten. Diese Leistung können Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren einmalig in Anspruch nehmen. Ab dem 35. Lebensjahr können sie den Check-up alle drei Jahre vornehmen lassen. Dabei überprüfen Ärztinnen und Ärzte die gesundheitliche Situation und geben Tipps und Hilfestellung zur Reduzierung bekannter Risikofaktoren wie Übergewicht, Essstörungen und Mangelernährung, zu wenig Bewegung, einem zu hohen Alkoholkonsum und Rauchen. Eine Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten kann dabei helfen, die Entstehung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern.

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