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Coronavirus-FAQ: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu COVID-19

Lesedauer unter 22 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)

In unseren  FAQ beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Coronavirus.  

Fragen zu Coronaviren und Virusvarianten

Was sind Coronaviren?

Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tierarten infizieren und wurden erstmals Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckt. Heutzutage sind hunderte Arten von Coronaviren bekannt, die je nach Virusvariante bei Menschen gewöhnliche Erkältungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen auslösen können. Zu den Virusvarianten, die seinerzeit Epidemien mit besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen auslösten, gehörten das SARS- und das MERS-Coronavirus. SARS steht für „schweres akutes respiratorisches Syndrom“. MERS bedeutet „Middle East respiratory syndrome“, übersetzt „Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens“.

Die aktuelle Lungenerkrankung COVID-19 wird durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, SARS-CoV-2, das genetisch eng mit dem SARS-Virus aus den frühen 2000er Jahren verwandt ist. Im Gegensatz zum ersten SARS-Virus, SARS-CoV , das sich in der Tiefe der Lunge vermehrt hat, erfolgt die Einnistung und Vermehrung des neuen SARS-CoV-2 im Rachen. Auf diese Weise wird es viel schneller in die Atem- und Sprechluft abgegeben und führt viel schneller zu einer Infektionsweitergabe als das vorherige SARS-Virus. Was den Ursprung betrifft, geht man davon aus, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan mit SARS-CoV-2 angesteckt haben.

Was muss ich über die Virusvarianten wissen, zum Beispiel die Delta- oder die Omikron-Variante?

Bei Grippe-Viren weiß man, dass sich die Erreger von Saison zu Saison verändern können. Entsprechend werden die Impfstoffe jährlich angepasst. Auch das neuartige Coronavirus ist mittlerweile mehrfach mutiert. So sind Patienten nach Abheilung einer ersten COVID-19-Erkrankung an einer weiteren SARS-CoV-2-Infektion mit einem anderen SARS-CoV-2-Virenstamm erkrankt. Dabei gab es bei der Zweitinfektion sowohl symptomärmere als auch schwerwiegendere Verläufe als bei der jeweiligen Erstinfektion.

Die sogenannte Delta-Variante B.1.617.2, die erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen wurde, ist leichter übertragbar als der ursprüngliche SARS-CoV-2-Virenstamm aus Wuhan und war lange Zeit die vorherrschende Variante in Europa. 

Inzwischen wurde diese Virusvariante von der sogenannten Omikron-Variante überholt. Sie wurde im November 2021 zunächst in Südafrika nachgewiesen. Omikron verbreitete sich rasch auf allen Kontinenten und gilt als die ansteckendste, aber auch als die bislang mildeste Variante des Virus.

Mittlerweile werden 5 sogenannte Linien oder Untervarianten der Omikron-Variante nachgewiesen: BA.1 bis BA.5, wobei BA.5 inzwischen am häufigsten vorkommt und somit das Infektionsgeschehen aktuell beherrscht.

Fragen zur Ansteckung und Übertragung

Wie kann man sich mit dem Coronavirus anstecken?

Der wichtigste Übertragungsweg der Coronaviren ist der über die Atemluft. Dabei unterscheidet man zwei Transportmöglichkeiten für das Virus.

Tröpfchen, die beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen ausgestoßen werden, sind so groß, dass man sie oft schon mit bloßem Auge sehen kann. Sie sind die Ursache der so genannten Tröpfcheninfektion. Abhängig vom Schwung sinken sie aufgrund ihrer Größe relativ schnell zu Boden – beim Sprechen schneller, beim Singen und Husten weniger schnell. Beim Niesen werden sie mehrere Meter weit in den Raum geschleudert, weswegen man unbedingt in die Armbeuge niesen und eine vorhandenen Maske an Ort und Stelle belassen sollte. Ansonsten ist ein Abstand zum Gegenüber von eineinhalb bis zwei Metern beim Sprechen und drei bis vier Metern beim Singen in der Regel ausreichend, um den feuchten Partikeln zu entgehen. Ein noch besserer Schutz ist eine Mund-Nase-Maske, die die Tröpfchen einfach abfängt.

Etwas anders verhält es sich mit den so genannten Aerosolen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Luft und winzigen Feuchtigkeitspartikeln, die noch kleinere Teilchen wie beispielsweise Viren über lange Strecken durch die Luft transportieren können. Diese Feuchtigkeitspartikel sind kleiner als ein rotes Blutkörperchen und fliegen schon allein mit der natürlichen Luftströmung kilometerweit. Diese Aerosole werden ebenfalls beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen, aber eben auch beim Atmen, insbesondere unter Anstrengung, ausgestoßen. Die Teilchen sind dabei so winzig, dass sie auch den Stoff einer einfachen Mund-Nase-Schutzmaske durchdringen können. Aus diesem Grund ist das Tragen einer FFP2 oder FFP3-Maske sinnvoll.

Nur mit diesen Masken können – sofern die Maske ringsherum dicht mit der Haut abschließt – Viren bereits durch die Maske aufgehalten werden. Neben dem ausreichenden Abstand ist zusätzlich ein regelmäßiger und intensiver Austausch der Umgebungsluft notwendig. Geschlossene Räume sollten intensiv durch Stoßlüftung gelüftet werden. Fenster in Kippstellung behindern den intensiven Luftaustausch und kühlen auf Dauer den Raum aus, wodurch der Luftaustausch zum Erliegen kommt. Bei der Verwendung von Lüftungs- oder Klimaanlagen ist darauf zu achten, dass die Luft nicht ungefiltert in den Raum zurückgeführt wird. Ventilatoren sollten in Räumen mit mehreren Personen verschiedener Haushalte, beispielsweise in Büroräumen, nicht verwendet werden. Aktivitäten sollten nach Möglichkeit ins Freie verlegt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Menge der Viren einen Einfluss auf die Schwere der Infektion. Daher ist eine gute Durchmischung mit frischer Außenluft hilfreich, um die Menge der im Aerosol vorhandenen Viren zu verringern und eine infektiöse Konzentration vor allem in geschlossenen Räumen zu verdünnen.

Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Untersuchungen zeigten zudem, dass die Toilettenspülung über die Verwirbelung der Luft bis zu einem Meter Höhe zu einer Verbreitung der Viren beitragen kann. Hier hilft es, den Toilettendeckel bereits vor dem Spülen geschlossen zu haben. Da SARS-CoV-2 in geringerem Maß auch über die Hände oder Oberflächen verbreitet werden kann, ist eine gute Hand- und Oberflächen-Hygiene weiterhin wichtig.

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem Coronavirus anzustecken?

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nicht lange überleben. Zwar ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt und eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt in der Regel nicht notwendig. Wenn sich allerdings Erkrankte im Haushalt befinden, sollten alle Oberflächen und Kontaktgegenstände regelmäßig desinfiziert werden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.

Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema finden unter experimentellen Bedingungen statt und können nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln. Es gilt aber als möglich, dass die Menge der Viren, die über Oberflächenflächen übertragen wird, nicht für eine Neuinfektion ausreicht. Bei wiederholtem Kontakt mit virusbelasteten Gegenständen steigt die Gefährdung hingegen.

Fragen zum Infektionsschutz

Wie kann man chronisch kranke beziehungsweise ältere Familienangehörige schützen?

Chronisch Erkrankte und ältere Personen zählen zur Risikogruppe und müssen daher besonders geschützt werden. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen sind insbesondere im Umgang mit diesem Personenkreis zu beachten. Grundsätzlich gilt auch hier das Prinzip des „social distancing“. Daher sollte man beim Kontakt zu diesen Personen auf ausreichenden Abstand und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und auf das regelmäßige Lüften der benutzten Innenräume achten.

Besser ist es, einander im Freien zu treffen als in geschlossenen Räumen. Eltern, Großeltern oder Nachbarn sollte man lieber anrufen und zum Beispiel fragen, ob man Einkäufe sowie nötige Erledigungen übernehmen kann. Sollte man Einkäufe bei den Betroffenen abgeben, gilt es auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu beachten. Durch eine Impfung kann im Falle einer Infektion die so genannte Viruslast, also die Menge der ausgestoßenen Viren, gesenkt werden. Dennoch können sich auch geimpfte Personen mit Coronaviren infizieren und diese auch weitergeben. Sollte man bei sich selbst Erkältungssymptome erkennen, muss demnach jeglicher weiterer Kontakt mit älteren oder chronisch erkrankten Personen vermieden werden. In diesem Fall sollten bis zum beginnenden Abklingen der Symptome Corona-Schnelltests durchgeführt werden, um eine Corona-Infektion nicht zu übersehen und gegebenenfalls eine häusliche Quarantäne einhalten zu können.

Wichtig ist, die betroffenen Personen aus der Risikogruppe selbst entscheiden zu lassen, in welchem Maße sie sich schützen möchten oder geschützt werden wollen. Für manchen Senior ist es wichtiger, seine oder ihre Familie in der Nähe zu haben als durch Isolation geschützt zu werden. Andere Ältere entscheiden sich bewusst für sozialen Abstand, um die Zeit einer hohen Inzidenz oder bis zur nächsten Booster-Impfung coronafrei zu überstehen. Wichtig ist, diese Entscheidung auch bei besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Geburtstag zu berücksichtigen, denn das Virus kennt keine Feiertage.

Wie schützt man sich effektiv vor einer Ansteckung?

Abstand:
Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosol übertragen. Aerosol wird beim Atmen, Sprechen, Singen und Niesen freigesetzt und bewegt sich länger und weiter durch die Luft. Die Tröpfchen werden beim heftigen Atmen, beispielsweise unter Anstrengung, beim Sprechen, Husten oder Niesen vor allem aus dem Mund ausgestoßen. Die Flugweite beträgt zwischen einem halben Meter beim normalen Sprechen und mehreren Metern beim Niesen und lauten Sprechen und Singen. Aus diesem Grund ist auch das Abstandhalten zu anderen Personen eine zentrale Schutzmaßnahme, um das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 zu verringern. Dabei sollte man mindestens 1,5 Meter Distanz wahren und auch auf das Händeschütteln verzichten.

Mundschutz:
Vor den Tröpfchen und Aerosol der Mitmenschen kann man sich auch mit speziellen Mund-Nase-Schutzmasken, die mindestens FFP2-Standard entsprechen, schützen. Diese Masken sind vergleichsweise teuer und schützen nur wirkungsvoll, wenn sie ringsherum eng auf der Haut aufliegen und ausschließlich durch den Filterstoff geatmet wird. Alternativ sind vielerorts sogenannte „medizinische“ Masken erlaubt. Diese schließen zwar nicht vollständig am Rand ab, helfen aber, bis zu 80 Prozent des ausgestoßenen Aerosols zu filtern. Allerdings entweicht ein kleiner Teil der Atemluft zwangsweise seitlich. Diese schützen hauptsächlich die Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung, weil durch die Maske Geschwindigkeit und Menge der ausgestoßenen Tröpfchen und Aerosole vermindert wird. Wichtig zu wissen: Die einzelnen Bundesländer können die Maskenpflicht unterschiedlich handhaben. In Bussen und Bahnen und in Arzt- und Behandlungspraxen muss oft noch eine FFP   2-Maske oder vergleichbarer Standard (KN95/N95) oder eine medizinische OP-Maske getragen werden. Nur Kinder unter 14 Jahren, bei denen eine solche Maske aufgrund der Passform nicht ausreichend dicht abschließt, dürfen in diesen Bereichen ersatzweise eine Alltagsmaske tragen.

Händehygiene:
Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nach neueren Untersuchungen nicht lange oder nicht in ausreichender Zahl überleben. So ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bewiesen. Eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt ist in der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn sich Erkrankte im Haushalt befinden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.

Eine sinnvolle Händehygiene für den Alltag besteht aus Händewaschen oder alternativ der Händedesinfektion. Eine gleichzeitige Anwendung ist in der Regel nicht notwendig.

Hände reinigen:
Gründliches Händewaschen über mindestens 20 Sekunden mit Einschäumen auch der Fingernägel und Handrücken beziehungsweise Fingerzwischenräume. Trocknen der Hände möglichst mit einem Einmalhandtuch. Nach dem Händewaschen sollten Wasserhahn und Türklinke nur noch mit dem Einmalhandtuch angefasst werden. Wenn häufiges Händewaschen wie während der aktuellen Corona-Pandemie notwendig ist, sollte die Haut unterstützt werden. Regelmäßiges Eincremen, am besten nach jedem Händewaschen, schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Hände desinfizieren:
Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist oder die Hände nicht merklich verschmutzt sind, kann auch ein Händedesinfektionsmittel hilfreich sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Desinfektionsmittelflasche vor dem Verreiben der Lösung wieder verschlossen und verstaut wird, um eine erneute Verschmutzung der Hände durch die Flasche zu vermeiden. Vorteil der Händedesinfektion ist, dass die Haut nicht so sehr ausgelaugt wird wie beim Händewaschen mit Wasser und Seife.

Richtiges Lüften:
Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Ausweichen an die frische Luft nicht immer möglich. Umso wichtiger ist es, die frische Luft in die Innenräume zu holen. Das gelingt am besten mit einer so genannten Stoßlüftung. Dabei werden Fenster oder Türen je nach Außentemperatur für 3-10 Minuten weit geöffnet. Bei niedrigen Temperaturen reichen drei Minuten Lüftungszeit, im Sommer bei Wärme muss mindestens zehn Minuten gelüftet werden. Der Grund dafür ist die Physik: Die Luft tauscht sich nur aus, wenn auf beiden Seiten des Fensters unterschiedliche Temperaturen herrschen. Nur dann kann ein Luftstrom entstehen und die belastete Luft mitreißen. Je größer der Temperaturunterschied auf beiden Seiten ist, umso schneller erfolgt der Luftaustausch. Sind die Fenster hingegen dauerhaft – beispielsweise in Kippstellung - geöffnet, gleichen sich Außen- und Innentemperatur aneinander an und der Luftstrom kann zum Erliegen kommen.

Geschlossene Räume sollten alle 20 bis 60 Minuten gelüftet werden. Wenn in den Räumen viel gesprochen oder tief geatmet wird (Schulklassen, Besprechungsräume, Sporträume), muss häufiger gelüftet werden. In Räumen, in denen nicht oder wenig gesprochen wird (Büros, Bibliotheken) muss entsprechend seltener gelüftet werden.

Ventilatoren, die die Luft im Raum verwirbeln und etwaige Viren besonders gut verteilen, sollten auch im Sommer nicht benutzt werden. Luftreinigungsgeräte, die die Viren aus der Luft filtern, ändern nichts am Sauerstoffgehalt im Raum und sollten daher nur zusätzlich zum Stoßlüften verwendet werden.

Wer außerdem andere schützen will, sollte darauf achten, in die Armbeuge zu niesen und zu husten. An diese Etikette sollten sich ohnehin alle Erkälteten halten. Das bedeutet auch, dass gebrauchte Papiertaschentücher nicht einfach in den offenen Mülleimer geworfen werden, sondern zum Beispiel in einer verschließbaren Plastiktüte gesammelt und dann entsorgt werden. Auch durch das Tragen eines Mundschutzes kann vermieden werden, dass virenbeladene Speicheltröpfchen aus der Atemluft weit fliegen.

Schützt Desinfektionsmittel vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Es gibt zahlreiche Desinfektionsmittel, aber nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt auch gegen Viren. Es reicht nicht aus, wenn darauf steht, dass es 99 Prozent aller Bakterien tötet. Der Schutz gegen Viren muss explizit genannt werden.

Es gibt drei Kategorien. Die erste Kategorie ist „begrenzt viruzid“, die zweite „begrenzt viruzid PLUS“ und die dritte „einfach viruzid“. Gegen Coronaviren reicht die niedrigste Variante, also „begrenzt viruzid“.

Für die Hand-Desinfektion werden alkoholische Lösungen eingesetzt. Dafür sollte man mindestens drei Milliliter Desinfektionsmittel nehmen, dieses komplett auf den Handflächen verteilen und über 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocken lassen.

Mittel für die Flächendesinfektion gegen Coronaviren können Formaldehyd oder sonstige Aldehyde enthalten und sollten nicht für die Desinfektion der Haut zweckentfremdet werden. Bei der Flächendesinfektion ist darauf zu achten, dass die Desinfektionslösung ausreichend konzentriert eingesetzt wird.

Fragen zu Impfungen

Wo finde ich Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus?

Mittlerweile sind weltweit mehrere Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zugelassen.

Nähere Informationen zu diesen Impfstoffen finden Sie auf unserer Informationsseite zur Impfung gegen COVID-19. Informationen zur Booster-Impfung haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Was bringt die Pneumokokken-Impfung während einer SARS-CoV-2-Pandemie?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen bei älteren Menschen oder wenn Erkrankungen des Immunsystems, der Atemwege und des Herzens vorliegen,  zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen.

Durch eine Pneumokokken-Impfung können im ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem Pneumokokken-Infektionen im Herbst und Winter vermieden werden. Gesunde Menschen, die kein zusätzliches medizinisches Risiko tragen, profitieren von einer Impfung nicht. Pneumokokken kommen häufig im Nasen-Rachenraum vor, sind aber bei gesunden Personen harmlos. Die Kosten für die Impfung werden daher nur übernommen, wenn die STIKO die Impfung empfiehlt. Sollte eine Auffrischungsimpfung geplant werden, ist diese bei Erwachsenen frühestens nach sechs Jahren sinnvoll.

Was bringt die Grippe-Impfung in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie?

Informationen zur Grippe-Impfung während der Pandemie haben wir hier für Sie zusammengetragen. 

Fragen zu Corona-Tests

Welcher Test wird zur Bestimmung des Coronavirus durchgeführt?

Die Bestimmung des Coronavirus erfolgt über zwei verschiedene Testverfahren:

Polymerasekettenreaktion (PCR): bei der PCR werden Bestandteile des Virus vermehrt, bis man sie messen kann. Die Häufigkeit, wie oft eine Probe durch die Vervielfältigung laufen muss, bis Virusbestandteile messbar werden, wird als CT-Wert bezeichnet und gibt Auskunft über die Menge an vorhandenen Viren. Wenige Wiederholungen bedeuten eine hohe Virenlast. Sind viele Wiederholungen nötig, um das Virus sichtbar zu machen, waren nicht viele Viren in der Probe und es herrscht eine geringe Virenlast. Getestet wird in der Regel ein Rachenabstrich oder das Sekret, das die Patienten abhusten. Am besten werden beide Sekrete, also Rachenabstrich und Hustensekret, untersucht. Das Ergebnis erfährt man frühestens nach einigen Stunden.

Bestimmung des Virus mit einem Antigen-Schnelltest: Auch hier wird das Sekret der Rachenhinterwand oder aus der Nase benötigt, das durch einen Abstrich gewonnen wird. Der Watteträger wird in einer speziellen Lösung ausgewaschen, die anschließend auf einen Testträger, wie man ihn vom Schwangerschaftstest kennt, aufgebracht wird. Je nach Streifen, die auf dem Träger sichtbar werden, kann eine Coronainfektion bestätigt oder weitgehend ausgeschlossen werden. Viele Tests reagieren aber erst bei einer hohen Virenlast positiv, weshalb man bei Symptomen an mehreren Tagen hintereinander testen sollte, falls der Antigen- Schnelltest negativ ist. Je nach erforderlicher Probeentnahme werden die Tests nur in medizinischen Einrichtungen von Fachpersonal oder aber in Schulen oder zuhause durchgeführt. Da das Ergebnis aber innerhalb von 20 Minuten vorliegt, werden alle Beteiligten dadurch entlastet.

Weitere Informationen zum Thema „Corona-Tests“ lesen Sie in unserem Artikel zum Thema und in den FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Welche Antikörper-Tests stehen derzeit zur Verfügung?

Aktuell stehen zwei Testsysteme zu Verfügung: so genannte Schnelltests, die eine Ablesung innerhalb weniger Minuten erlauben und Labortests, so genannte ELISA-Tests, die die Antikörper im Serum bestimmen und deren Ergebnis erst nach wenigen Tagen zur Verfügung steht. Die Tests prüfen, ob eine Person Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, auf das Coronavirus gebildet hat. Diese Antikörper entstehen, wenn das Immunsystem bereits einige Tage gegen das Virus kämpft, man also infiziert ist oder eine Infektion bereits überstanden hat. Der Körper braucht einige Tage, um Antikörper zu bilden. Laut Robert Koch-Institut beträgt diese Zeit mindestens sieben Tage, sicherer ist das Ergebnis 14 Tage nach Symptombeginn. Für akute Diagnosen ist dieser Test daher nicht geeignet. Der Schnelltest wird durchgeführt, indem über die Fingerspitze der Testperson ein Bluttropfen entnommen wird, zu dem anschließend auf einem speziellen Träger eine Pufferlösung hinzugegeben wird. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis – vergleichbar einem Schwangerschaftstest - abgelesen werden. Für den ELISA-Test wird Blut entnommen und im Labor zum Test aufbereitet. Bisherige Beobachtungen zeigen, dass die Antikörperbestimmung auf Basis des ELISA in der Regel zuverlässiger ist als die Ergebnisse der Schnelltests.

Kann die Immunantwort des Körpers nach einer Corona-Infektion oder einer Corona-Impfung im Blut gemessen werden?

Die Immunantwort des Körpers auf eine Infektion oder eine Impfung erfolgt auf zwei Wegen: Zum einen werden Abwehrzellen darauf trainiert, bei Kontakt mit einem Krankheitskeim diesen sofort zu attackieren und unschädlich zu machen, selbst wenn er bereits in eine Körperzelle eingedrungen ist. Diese Aufgabe übernehmen die sogenannten T-Lymphozyten. Zur Abwehr außerhalb der Körperzellen, also beispielsweise im Blut, übernehmen so genannte humorale Antikörper, die von einer anderen Sorte Abwehrzellen – den B-Lymphozyten – gebildet werden, die Bekämpfung der Eindringlinge. Beide Systeme ergänzen einander.

Die herkömmlichen Bluttests auf Antikörper im Blut erfassen nur die Antikörperbildung durch die B-Lymphozyten. Die Leistung der T-Lymphozyten wird nicht erfasst.

Im Falle von Corona ist die Bedeutung der beiden Wege der Immunantwort noch nicht ausreichend erforscht, um derzeit gängige Bluttests auch richtig bewerten zu können. Das bedeutet, man misst etwas, von dem man noch nicht weiß, was es für die Immunität gegen Corona tatsächlich bedeutet. Daher kann die Bestimmung von Antikörpern noch nicht sinnvoll eingesetzt werden, um bei einzelnen Patienten zu überprüfen, ob eine Immunität gegen das Coronavirus besteht – beispielsweise nach einer Impfung oder nach einer durchgemachten Infektion.

Im Bereich der Forschung dagegen ist die Bestimmung von Antikörpern sehr wichtig und sinnvoll, weil sie wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von Impfstoffen liefern kann.

Fragen zur Erkrankung

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann ganz unterschiedliche Krankheitsformen verursachen. Die häufigsten Symptome sind Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. So wurde bereits bekannt, dass der Krankheitsbeginn von COVID-19 vom Patienten mit einem Heuschnupfen verwechselt wurde. Bei einigen Betroffenen können schwere Verläufe mit Lungenentzündungen und Atemnot auftreten. Auch Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie neurologische Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit werden beschrieben. Weniger häufig treten Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag und Lymphknotenschwellung auf. Es gibt aber auch Infektionen ohne Symptome, die völlig unbemerkt bleiben oder nur durch Zufall im Rahmen eines Corona-Test festgestellt werden.

Das Virus befällt und schädigt unter anderem die Innenwände der Blutgefäße, so dass es zu Verstopfungen der Gefäße und zu Durchblutungsstörungen der Organe kommt. Auch nimmt die natürliche Verformbarkeit der Blutzellen ab. Das wiederum führt zu den vielfältigen Symptomen – so vielfältig wie die betroffenen Organe. Die Immunantwort des Körpers gegen das Virus kann zudem sehr heftig ausfallen – man spricht dann von einem Zytokinsturm, in der Medizin auch  Hyperinflammationssyndrom genannt. Diese Abwehrreaktion kann unkontrolliert verlaufen und dadurch lebensgefährlich werden.

Was macht man, wenn man positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Lesen Sie hierzu unseren Artikel: Der Corona-Test ist positiv – was nun? 

Wie wird man behandelt, wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert hat?

Mittlerweile sind einige Medikamente zur Behandlung von Corona zugelassen, allerdings herrscht noch keine Klarheit, bei welchen Patienten jeweils welcher der verfügbaren Wirkstoffe am besten hilft. Dies wird in weiteren Studien beobachtet und erforscht. Solange orientieren sich die Behandelnden an Empfehlungen einer neuen Leitlinie, die Therapievorschläge für bestimmte Corona-Verläufe enthält. Darüber hinaus erfolgen je nach Schwere des Krankheitsverlaufs unterstützende Maßnahmen wie der Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts oder die Gabe von Sauerstoff, im Falle einer Beatmung auch Kortikosteroiden (Dexamethason) sowie Gabe von Antibiotika, falls es bakterielle Begleitinfektionen gibt.

Lesen Sie mehr in unserem Artikel Medikamente gegen Corona.

Im Internet werden verschiedene Produkte gegen eine Corona-Infektion angeboten. Sind diese Mittel empfehlenswert?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist für die Zulassung von Arzneimitteln in Europa zuständig. Laut EMA werben aktuell diverse Internetseiten mit vermeintlichen Arzneimitteln, die Infizierten Heilung versprechen. Sie warnt davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen. Bei den angebotenen „Arzneimitteln“ handelt es sich um Produkte, die keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen gegen COVID-19 haben und schlimmstenfalls sogar schädlich sein können. Derzeit gibt es keine frei verkäuflichen, zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19, erste, darunter auch bereits bekannte Präparate befinden sich noch im Versuchsstadium.

Ebenso warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor Nahrungsergänzungsmitteln mit falschen Versprechungen. Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Infektion mit COVID-19 verhindern oder sogar heilen könnten. Laut Rechtsprechung dürfen Nahrungsergänzungsmittel ohnehin keine Angaben enthalten, die auf eine Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten hindeuten.

Auch von der Verwendung des Entwurmungsmittels „Ivermectin“ wird von Experten abgeraten, zumal es bei der eigenmächtigen Einnahme zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen durch Überdosierung kommen kann.

Was ist über Long-COVID bekannt?

Auch mehrere Monate nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung können Betroffene noch Symptome haben, die als Long - oder Post-COVID beschrieben werden.

Long-COVID: Gesundheitliche Beschwerden nach der akuten COVID-19 Erkrankung über vier bis zwölf Wochen
Post-COVID: Gesundheitliche Beschwerden nach der akuten COVID-19 Erkrankung über mehr als zwölf Wochen

Auch Patientinnen und Patienten, die nur leichte oder keine Symptome hatten, berichten über dauerhafte Einschränkungen – allerdings scheint das Risiko für Langzeitfolgen bei schweren Erkrankungen höher zu sein.

Betroffene erleben, dass durch körperliche, kognitive und psychische Symptome ihre Lebensqualität eingeschränkt wird.  An Folgeerscheinungen stehen Erschöpfung  oder Fatigue, eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit, Atembeschwerden und Geschmacks- bzw. Geruchsverlust im Vordergrund. Auch später auftretende Einschränkungen des zentralen Nervensystems, die sich anfühlen wie „Nebel im Kopf“, werden berichtet. Dazu gehören Denk- oder Konzentrationsschwäche, Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken oder auch schwierige Zusammenhänge zu verstehen.  

Auch bei Kindern wurden bereits Spätfolgen beschrieben, selbst wenn die Corona-Infektion milde verlief oder gar nicht bemerkt wurde.
Wie häufig gesundheitliche Langzeitfolgen sind, lässt sich noch nicht verlässlich einschätzen, Frauen scheinen aber häufiger betroffen zu sein als Männer.

Wer längerfristig unter gesundheitlichen Folgen einer COVID-19-Erkrankung leidet, ist in der Regel nicht ansteckend, wenn keine erneute Infektion mit SARS-CoV-2 eintritt.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass durch die verminderte Verformbarkeit der Blutzellen die Organe auch Monate nach der Infektion noch schlechter mit Sauerstoff versorgt werden, was die anhaltenden Beschwerden erklären könnte. Dennoch beginnt die Medizin gerade erst zu verstehen, was hinter Long-COVID steckt, es wird intensiv geforscht. Eine Standardbehandlung gibt es daher noch nicht und man kann das Syndrom nicht ausschließlich anhand von Laborwerten diagnostizieren.

Vielfach braucht es keine neue Therapien. Ausreichender Schlaf, Entspannungstechniken und moderate Bewegung helfen Betroffenen dabei, sich wieder wohler zu fühlen. 

Eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene ist auch die Hausarztpraxis. Es gibt zudem Selbsthilfegruppen – der Austausch mit anderen Patientinnen und Patienten tut vielen Betroffenen gut. 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt ausführliche Informationen zum Thema Long-COVID bereit.

Innerhalb eines Jahres bilden sich die Symptome eines Long-COVID in vielen Fällen zurück.

Wie unterscheidet sich eine Infektion mit dem Coronavirus von einer Grippe und einer Erkältung?

Lesen Sie hierzu unseren Artikel: Ist COVID-19 mit anderen Krankheiten vergleichbar? 

Für wen ist das Coronavirus besonders gefährlich?

Laut Robert Koch-Institut haben ältere Menschen ab etwa 50 bis 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen ein zunehmendes beziehungsweise das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Risikoreiche Grunderkrankungen sind zum Beispiel chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen. Gefährdet sind auch Menschen, die mit Medikamenten behandelt werden, die die Immunabwehr schwächen.

Wie verläuft die Erkrankung bei Kindern?

Die WHO berichtet, dass die Erkrankung bei Kindern meistens mild verläuft. Nur ein sehr kleiner Teil der infizierten Kinder und Jugendlichen ist bisher schwer oder kritisch erkrankt. Mehr zu COVID-19 bei Kindern lesen Sie hier.

Sind Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter als andere Frauen?

Ausführliche Informationen für Schwangere finden Sie hier.

Lässt sich anhand von Blutwerten die Schwere des Krankheitsverlaufs vorhersagen?

Forschungen haben gezeigt, dass Patienten, deren Blut eine bestimmte Sorte Abwehrzellen, die sogenannten CD8-T-Lymphozyten, in hoher Zahl aufweisen, einen vergleichsweise günstigen Verlauf von COVID-19 haben. Überwiegen im Blutbild hingegen die sogenannten Neutrophilen Granulozyten, wird wahrscheinlich eine Versorgung auf der Intensivstation notwendig werden. Auch die Blutgruppe scheint einen Einfluss auf die Schwere der Krankheit zu haben. So beobachteten Forscher aus verschiedenen Ländern, dass Menschen mit der Blutgruppe A häufiger unter den an COVID-19 Erkrankten zu finden waren als solche mit Blutgruppe 0.

Fragen von Firmen und Arbeitgebern

Wie Firmen und Arbeitgeber Ihre Beschäftigten schützen können, können Sie in unserem Portal für Firmenkunden nachlesen. Auch Selbstständige finden hier hilfreiche Hinweise.

Fragen zu Versorgung und Leistungen 

Fragen zu Hilfsmitteln, Pflege, Vorsorgeuntersuchungen und vielem mehr finden Sie in unseren FAQ zu Versorgung und Leistungen.

Weitere Informationen und Beratung über die Corona-Hotline

Ausführliche Informationen zum Coronavirus, Hygienemaßnahmen und Expertenmeinungen finden Sie in unserem Themen-Special. Darüber hinaus erreichen Sie unsere Experten über die Barmer-Hotline bis auf Weiteres rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 8484111. Mehr Infos zur Corona-Hotline und dem Teledoktor finden Sie hier.

Literatur und weiterführende Informationen:


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