Abbildung eines Impfpasses in dem eine Chargennummer eingeklebt wird
Impfungen

Der Impfpass: Was steht drin und wo bekomme ich ihn?

Lesedauer unter 7 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Tanja Peschel (Master of Science Molekulare Medizin, medproduction GmbH)
  • Dr. med. Martin Waitz (Arzt, medproduction GmbH)

Der Impfpass ist eines der ersten offiziellen Dokumente, die ein Mensch in Deutschland erhält. Der gelbe Impfpass, auch Impfbuch oder Impfausweis genannt, ist ein Leben lang gültig. Er gehört zu den wichtigsten Papieren in unserem Leben. Wegen der Impfkampagne gegen COVID-19 ist er ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Zu Recht. Immerhin sind im Impfpass alle Impfungen vermerkt, die uns gegen Erreger immun machen. Ein Blick in den Pass und die Ärztin oder der Arzt weiß, wogegen, wann die letzte Impfung stattgefunden hat und wie oft jemand geimpft wurde – und ob der Impfschutz vollständig ist. So smart kann Papier auch in digitalen Zeiten sein.

Im Idealfall ist der Impfpass ein treuer Begleiter fürs Leben. Was wird in diesem gelben Heft konkret dokumentiert? Wo erhalten Sie Ersatz, wenn Ihr Impfausweis verloren geht? Wie können Sie einen neuen Impfpass bestellen? Lassen sich bereits erhaltene Impfungen nachtragen? Erfahren Sie mehr über die Möglichkeit, Ihre Impfungen auch im Barmer Gesundheitsmanager zu planen und zu dokumentieren.

Der Impfpass spielt eine wichtige Rolle als Nachweis der Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Nutzen Sie einen digitalen Impfpass, hat das einen entscheidenden Vorteil: Ein elektronischer Impfpass kann nicht verloren gehen, da Ihre Daten sicher online gespeichert werden.

Wie sieht der Impfpass aus?

Die weltweit anerkannten Impfpässe nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind gelbe, mehrseitige Hefte. Manche Menschen besitzen ältere Exemplare, z. B. in Form eines weißen Faltblattes. Dieses entspricht den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und ist daher in Deutschland weiterhin anerkannt Außerhalb Deutschlands besitzt es allerdings keine Gültigkeit. Falls Sie eine Auslandsreise unternehmen möchten, ist ein internationaler Impfausweis ein Muss.

Tipp: Nutzen Sie noch einen weißen Faltausweis? Bitten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt beim nächsten Besuch darum, die Eintragungen in einen neuen Impfpass zu übertragen. Danach können Sie bei Fernreisen Ihre Impfungen unkompliziert mit dem weltweit gültigen gelben Impfpass nachweisen.

Der heute übliche gelbe Impfausweis ist international anerkannt und dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch verfasst.

Was steht im Impfausweis und was wird dokumentiert?

Doch welche Informationen über das Impfen und Ihren Impfschutz sind dort eigentlich vermerkt?

Gelbfieber

Auf der ersten Seite können Impfungen gegen Gelbfieber eingetragen werden, die nur an offiziellen Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden. Der Nachweis muss bei Einreise in einige Länder vorgelegt werden. Der Eintrag entspricht einer internationalen Bescheinigung. Jede der Impfungen ist mit Stempel und Unterschrift der behandelnden Medizinerin beziehungsweise des behandelnden Mediziners versehen.

Standardimpfungen

Auf den nächsten Seiten folgen die Eintragungen der Standardimpfungen. Hierzu zählen Impfungen gegen Mumps, Masern und Röteln sowie Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung). Vermerkt sind das Impfdatum sowie der Handelsname und die Chargen-Nummer des Impfstoffes. Hier kann die Ärztin oder der Arzt auch die Grippeimpfungen vermerken.

Weitere Impfungen: Indikations- und Reiseschutzimpfungen

Anschließend folgen in Ihrem Impfausweis die Indikations- und Reiseschutzimpfungen. Indikationsimpfungen sind Impfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts unter bestimmten Bedingungen, für Reisen oder für bestimmte Personengruppen empfiehlt. Möglicherweise liegen Krankheiten oder besondere Umstände vor, die eine bestimmte Impfung sinnvoll machen.

Hier ist auch Platz für spezielle Impfungen wie gegen die Tollwut oder Infektionen nach Zeckenstichen.

Die wichtigsten Abkürzungen:

Tuberkulose

Seit den 1990er-Jahren wird eine allgemeine Tuberkuloseimpfung in Deutschland nicht mehr empfohlen. Ein Test auf Tuberkulose kann im Impfpass eingetragen werden. Diesen nennt man Tuberkulin-Hauttest.

Antikörperuntersuchungen

Eine Antikörperuntersuchung ist eine Blutuntersuchung, mit der man feststellen kann, ob jemand durch eine Impfung oder durchgemachte Infektion gegen eine Erkrankung bereits geschützt ist. Es kann damit z. B. geprüft werden, ob ein ausreichender Schutz gegen Röteln oder Hepatitis B vorliegt.

Passive Immunisierungen

Unter diesem Abschnitt kann notiert werden, wenn die Gabe von Antikörpern erfolgt. Diese Medikamente schützen vor einer schweren Erkrankung wie Tollwut und Tetanus.

Der gelbe Impfpass gibt Auskunft über die erhaltenen Impfungen. Gleichzeitig dient er als Notfallausweis. Neben der Blutgruppe finden chronische Erkrankungen und Medikamente für die Langzeitbehandlung darin Platz. Auch im Falle der Einwilligung zur Organspende durch einen Organspendeausweis kann der Impfpass für ergänzende Informationen hinzugezogen werden.

Wo bekommt man einen Impfpass?

Meistens bekommen Neugeborene das Dokument im Rahmen ihrer ersten Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Sie haben keinen Ausweis oder können ihn nicht finden? Beantragen Sie Ihren neuen gelben Impfpass unbürokratisch direkt in der Hausarzt- oder Kinderarztpraxis Ihres Vertrauens.

Ich habe meinen Impfpass verloren: Wo bekomme ich einen neuen Impfausweis?

Den neuen Impfausweis erhalten Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Diese dürfen Impfausweise bestellen und geben sie dann i.d.R. kostenfrei an ihre Patientinnen und Patienten weiter.

Auch wenn Sie Ihren Impfausweis verloren haben, können Sie viele der bereits erhaltenen Impfungen problemlos im neuen Impfausweis nachtragen lassen. Denn Impfungen werden in die Patientenakte eingetragen und dort mindestens zehn Jahre aufbewahrt.

Doch was gilt bei unklarem Impfstatus? Lassen sich die bisherigen Impfungen nicht mehr nachweisen, gelten diese als nicht durchgeführt. Das heißt, alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO)empfohlenen Impfungen sollten nachgeholt werden. Gesundheitliche Risiken durch eine „Überimpfung“ bestehen nicht.

Tipp: Damit Sie Ihren Impfpass bei Bedarf nicht lange suchen müssen, bewahren Sie ihn am besten mit anderen wichtigen Unterlagen auf. Dazu gehören die Geburtsurkunde, Versicherungspolicen und die Steuernummer. Dadurch verhindern Sie, dass Ihr Impfpass verloren geht. Im Idealfall tragen Sie Ihren Impfausweis ständig bei sich, so wie Ihren Personalausweis. Das gilt besonders, wenn Sie Einträge im Notfallausweis vorgenommen haben. Sie haben Ihren Impfausweis verloren? Einen neuen Impfpass bestellen Sie unkompliziert und kostenlos in Ihrer Hausarztpraxis.

Kann ich meine Impfdokumentation bei der Barmer auch digital speichern?

Organisieren Sie Ihre Impfungen und die Ihrer Familie einfach über den Barmer Gesundheitsmanager. Lassen Sie sich vom Impfplaner unterstützen: Er erinnert Sie an alle empfohlenen Impfungen und daran, wann die nächste Impfung ansteht. Auf diese Weise versäumen Sie keine Auffrischimpfung und sind zuverlässig geschützt.

Den Gesundheitsmanager nutzen Sie kostenlos in der Barmer-App oder über unsere Website. Sie haben noch kein Benutzerkonto? Dann registrieren Sie sich jetzt und freuen Sie sich auf zahlreiche interessante Onlineangebote der Barmer. Ihre Gesundheitsdaten sind bei uns auf einem besonderen Server gespeichert und geschützt.

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Welche Impfungen bezahlt die Barmer?

Die Barmer kommt für alle Impfungen auf, die in der sogenannten Schutzimpfungs-Richtlinie aufgeführt sind. Auf diese Impfungen haben Versicherte Anspruch. Festgelegt wird die Richtlinie vom Gemeinsamen Bundesausschuss, der von der STIKO, am Robert-Koch-Institut in Berlin, beraten wird.

Die Barmer trägt die Kosten für Schutzimpfungen bereits dann, wenn sie von der Ständigen Impfkommission empfohlen sind. Barmer-Versicherte müssen daher nicht warten, bis die Leistung in der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgenommen wird.

Die Barmer übernimmt auch Ihre Reiseschutzimpfung

Sie planen eine Auslandsreise? Die Barmer empfiehlt Schutzimpfungen gegen landestypische Krankheitsrisiken, die ebenfalls in den Impfpass aufgenommen werden. Diese Reiseschutzimpfungen werden von den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Als Mitglied der Barmer profitieren Sie jedoch von der Kostenübernahme in Höhe von 100 Prozent für Ihre Reiseschutzimpfung.

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Wie funktioniert das mit dem Impfnachweis nach erfolgter Corona-Impfung?

Die COVID-19-Schutzimpfung wird ebenfalls in Ihrem Impfpass dokumentiert. Sollten Sie den Impfausweis nicht mehr finden, können Sie dennoch zur Impfung gehen. Dann wird in einem Ersatzdokument dokumentiert, wann die Impfung stattfand und welcher Impfstoff verabreicht wurde. Mit beiden Dokumenten können Sie sich einen digitalen Impfnachweis ausstellen lassen.

Für nachweislich gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpfte Menschen gelten mit Blick auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum Teil andere Bestimmungen als für nicht geimpfte Menschen. Die wichtigsten Antworten zur Impfung gegen das Coronavirus haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Löst der digitale Impfnachweis das gelbe Papierheft ab?

Nein, der gelbe Impfpass auf Papier bleibt weiter gültig. Allerdings akzeptieren einige Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg inzwischen nur noch einen digital überprüfbaren Impfnachweis über die COVID-19-Schutzimpfung in Form eines QR-Codes in Papierform oder in einer App. Sinnvolle Apps sind die Corona-Warn-App und die CovPass-App, in der Impfungen und Testergebnisse gespeichert werden können. Einen digitalen Impfpass, der alle Impfungen dokumentiert und international gültig ist, gibt es derzeit nicht. Die Bundesregierung plant, einen europaweit gültigen Impfnachweis einzuführen. In einem ersten Schritt hat sie hierzu einen digitalen Impfnachweis für die COVID-19-Schutzimpfung umgesetzt. Ein QR-Code dient hier als digitaler Impfnachweis. Diesen erhalten geimpfte Personen auf verschiedenen Wegen. Alle Informationen zum Impfnachweis und Stand des digitalen Impfpasses veröffentlicht die Bundesregierung auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Warum ich kein Foto meines Impfpasses in Sozialen Medien oder Messenger-Diensten teilen sollte

Impfeinträge sind persönliche Gesundheitsdaten. Auch wenn die Freude über die erhaltene COVID-19-Schutzimpfung verständlich ist, raten wir zur Vorsicht: Ihr gelber Impfausweis beinhaltet Daten wie die Chargennummer des Impfstoffes und den Stempel der Arztpraxis. Beides könnte von Fälschern missbraucht werden. Darum raten wir dazu, Gesundheitsdaten immer vertraulich zu behandeln.

Literatur

Weiterführende Informationen

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