- Definition: Was ist Tuberkulose?
- Auftreten: Wo kommt Tuberkulose vor?
- Übertragung: Wie erfolgt die Ansteckung mit Tuberkulose?
- Was ist der Unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Tuberkulose?
- Symptome: Wie zeigt sich eine Tuberkulose?
- Diagnose: Wie wird die Tuberkulose festgestellt?
- Schutz: Gibt es eine Impfung gegen Tuberkulose?
Tuberkulose: Ursachen, Symptome und Therapie
Kurz zusammengefasst: Die Tuberkulose (kurz TBC oder TC) zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Tuberkulose wird durch Bakterien verursacht und betrifft bei den meisten Erkrankten die Lunge. Die Krankheit kann lange unbemerkt bleiben, aber auch starken Husten und schwere Folgeerkrankungen verursachen. Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, dauert jedoch in der Regel sechs Monate.
Definition: Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose (kurz TBC oder TC) wird durch Bakterien verursacht und gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Meist befällt sie die Lunge. Tuberkulose-Bakterien gehören zur Familie der Mykobakterien. Bei den meisten Infizierten greifen sie die Lunge an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass ein Viertel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose infiziert ist. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. 2018 haben sich weltweit fast 10 Millionen Menschen neu angesteckt. Im gleichen Jahr verstarben 1,5 Millionen Menschen an TBC, die meisten, weil sie in Ländern leben, in denen nur eine unzureichende oder gar keine medikamentöse Behandlung möglich ist.
Charakteristisch für die Lungentuberkulose ist ein lang anhaltender Husten.
Während einige Betroffene keine Beschwerden haben, entwickeln andere einen lang anhaltenden Husten und schwere Folgeerkrankungen. Besonders schwierig ist, dass die Krankheit auch Jahre oder Jahrzehnte nach einer Infektion neu oder erneut ausbrechen kann.
Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, dauert aber etwa sechs Monate. Ein Impfstoff steht zur Verfügung. Aufgrund seiner eingeschränkten Wirksamkeit wird er von der WHO und der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Deutschland jedoch nicht empfohlen.
Auftreten: Wo kommt Tuberkulose vor?
Während in Asien fast die Hälfte aller Menschen betroffen sind, kommt die Tuberkulose in Deutschland nur selten vor. 85 Prozent der Menschen, die neu an Tuberkulose erkranken leben in Afrika, Südostasien und der westlichen Pazifikregion. Besonders betroffen sind Indien, Indonesien, China, die Philippinen und Pakistan. Nur 5 Prozent der neu an Tuberkulose-Erkrankten leben in Europa, wobei die ZahI der Erkrankungsfälle in Osteuropa höher ist als in den westeuropäischen Ländern. 2017 wurden in Deutschland insgesamt 5.486 Tuberkulose-Fälle registriert.
Übertragung: Wie erfolgt die Ansteckung mit Tuberkulose?
Die Tuberkulose wird in den meisten Fällen durch das Einatmen von Tröpfchen übertragen. Unterschieden wird zwischen einer „offenen“ und einer „geschlossenen“ Tuberkulose. Ansteckend sind nur Patienten mit einer offenen Tuberkulose. Sie übertragen die Bakterien durch Husten und Niesen. Die Tuberkulose ist aber nicht so stark ansteckend wie andere Erkrankungen, die auch durch Tröpfchen übertragen werden. Bei Masern und Windpocken zum Beispiel ist die Ansteckungsgefahr sehr viel größer. Mit Tuberkulose steckt sich nur einer von zehn Menschen an.
Außerdem, jedoch wesentlich seltener, kann die Übertragung über Hautverletzungen erfolgen. Wenn die Bakterien die Haut befallen und sich zum Beispiel Fisteln gebildet haben, können Infizierte die Bakterien bei Körperkontakt übertragen.
Was ist der Unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Tuberkulose?
Dringen Bakterien in den Körper ein, ist das Immunsystem gesunder Menschen in der Lage, den Bakterienherd einzukapseln. Diese kapselartigen Strukturen, auch „Tuberkeln“ genannt, sind im Röntgenbild sichtbar und haben der Tuberkulose ihren Namen gegeben. Das Immunsystem – auch gesunder Menschen – ist aber nicht in der Lage, die eingekapselten Bakterien abzutöten. Die Bakterien sind weiterhin aktiv, schädigen den Körper aber nicht, weil sie die Kapsel nicht durchdringen können. Es besteht keine Ansteckungsgefahr . Diese Form der Tuberkulose wird als die geschlossene Tuberkulose bezeichnet.
Nicht immer gelingt es dem Körper, die Bakterien einzukapseln. Entstehen offene Entzündungsherde mit nicht eingekapselten Bakterien in der Lunge und verbinden sich diese mit den Atemwegen, werden Bakterien in die Luft abgehustet. Der Patient ist dann hochansteckend. Betroffen sind immunschwache Menschen, zum Beispiel Patienten mit einer HIV-Infektion.
Möglich ist auch, dass die Tuberkeln der geschlossenen Tuberkulose aufbrechen können, so dass sich aus der geschlossenen Tuberkulose eine offene entwickelt. Möglich ist dieser Krankheitsverlauf, wenn das Immunsystem im Laufe des Lebens aufgrund von weiteren Erkrankungen schwächer wird und die Tuberkulosebakterien nicht mehr in Schach halten kann.
Symptome: Wie zeigt sich eine Tuberkulose?
Eine Tuberkulose kann jedes Organ im Körper befallen. Da die Ansteckung über die Atemluft erfolgt, ist am häufigsten die Lunge betroffen. 80 Prozent aller Patienten mit offener Tuberkulose bekommen eine Lungentuberkulose, bei 20 Prozent sind andere Organe oder die Knochen betroffen. Nur jeder zehnte Patient zeigt Symptome. Menschen mit einer geschlossenen Tuberkulose bemerken oft nicht einmal, dass sie erkrankt sind.
Charakteristisch für die Lungentuberkulose ist ein lang anhaltender Husten. Dieser kann, muss aber nicht blutig sein. Die Patienten sind häufig müde, leiden an Appetitlosigkeit und Fieber. Aufgrund des körperlichen Abbaus wurde die Tuberkulose früher auch als Schwindsucht bezeichnet. Bei Menschen, die an einem schwachen Immunsystem leiden, können sich die Bakterien über Blut- und Lymphwege im gesamten Körper ausbreiten und eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung verursachen.
Gefährlich an einer Tuberkulose ist, dass sie auch nach vielen Jahren bis Jahrzehnten reaktiviert werden kann. Dies bedeutet, dass sie erneut ausbricht und dann nicht nur die Lunge, sondern zum Beispiel auch Knochen und Gelenke, befallen kann. Betroffen hiervon können auch Patienten sein, die zuvor symptomlos waren.
Diagnose: Wie wird die Tuberkulose festgestellt?
Um die Tuberkulose zu diagnostizieren, werden zwei Tests eingesetzt: der Tuberkulin-Hautest und der Interferon-Gamma-Test.
Tuberkulin-Hauttest
Beim Tuberkulin-Hauttest spritzen Ärzte eine kleine Menge Tuberkulin (eine Eiweißmischung, die aus den Bakterien gewonnen wird) in die Haut. Hat der Patient bereits genügend Antikörper gebildet, rötet und verhärtet sich der Bereich nach etwa zwei Tagen um die Einstichstelle.
Problematisch ist, dass der Test negativ ausfällt, wenn sich der Patient zwar mit Tuberkulose infiziert hat, die Menge der ausgebildeten Antikörper jedoch noch zu gering ist. Der Test sollte daher frühestens etwa sieben Wochen nach der Infektion erfolgen.
Auf der anderen Seite kann der Test positiv ausfallen, wenn eine Infektion mit Tuberkulose-ähnlichen Bakterien vorliegt oder auch, wenn in der Vergangenheit gegen Tuberkulose geimpft wurde. Bis zum Jahr 1990 wurde noch gegen Tuberkulose geimpft, allerdings sollte der Tuberkulin-Test nach spätestens zehn Jahren nicht mehr positiv ausfallen. Ein positives Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass ein Patient ansteckend ist.
Interferon-Gamma-Test
Beim Interferon-Gamma-Test handelt es sich um einen Bluttest. Das Interferon-Gamma ist ein Botenstoff, den die Abwehrzellen des Infizierten produzieren, wenn sie mit Tuberkulosebakterien in Kontakt gekommen sind. Vorteil des Interferon-Gamma-Tests ist, dass er bei einer Infektion mit Tuberkulose-ähnlichen Bakterien und nach einer Impfung im Gegensatz zum Hauttest negativ ausfällt.
Meldepflichtige Erkrankung
Bestätigt wird der Verdacht einer Lungentuberkulose über Röntgenaufnahmen der Lunge und einen direkten Nachweis der Bakterien aus dem Auswurf des Patienten unter dem Mikroskop. Wenn eine Tuberkulose vorliegt, sind Ärzte entsprechend dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, dem Gesundheitsamt die Erkrankung nach spätestens 24 Stunden zu melden, unabhängig ob es sich um eine offene oder geschlossene Tuberkulose handelt.
Schutz: Gibt es eine Impfung gegen Tuberkulose?
In Deutschland wurde bis 1990 standardmäßig gegen Tuberkulose geimpft, in den Jahren zwischen 1990 und 1998 nur, wenn bestimmte Risiken vorlagen. Seit 1998 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Tuberkulose, die unter dem Namen BCG-Impfung bekannt ist, nicht mehr. Die STIKO orientiert sich an den Empfehlungen der WHO, die eine Impfung in Ländern, in denen das Infektionsrisiko für Tuberkulose unter 0,1 Prozent liegt, als nicht notwendig ansieht. Als Reiseschutzimpfung ist die Tuberkuloseimpfung nur selten notwendig. Benötigen Sie die Impfung für eine private Reise übernimmt die Barmer die Kosten als Satzungsleistung. Grund für die eingeschränkte Empfehlung ist die unzureichende Wirkung des aktuellen Impfstoffs. Die Ansteckung wird nicht verhindert, sondern nur die bei der Erkrankung auftretenden Komplikationen. Weiterhin kann der Impfstoff zur Narbenbildung an der Einstichstelle führen.
Aufgrund der weltweiten Resistenzlage wird mit Hochdruck an neuen Impfstoffen geforscht, die gut verträglich und wirksam sind. Bei der Entwicklung neuer TBC-Impfstoffe werden zwei Ziele verfolgt:
- Die Ansteckung soll verhindert werden.
- Bei Personen, die sich bereits angesteckt haben, aber symptomlos sind, soll ein Ausbruch der Tuberkulose verhindert werden.
- World Health Organization (Abruf 16. Juni 2020): Global tuberculosis report 2019
- Robert-Koch-Institut (Abruf 16. Juni 2020): Epidemiologisches Bulletin: Weltturberkulosetag 2020
- Robert-Koch-Institut (Abruf 16. Juni 2020): Tuberkulose
- Robert-Koch-Institut (Abruf 16. Juni 2020): Tuberkulose-Impfung in Deutschland?
- Lungenärzte im Netz (Abruf 16. Juni 2020): Was ist Tuberkulose?
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Abruf 16. Juni 2020): Tuberkulose: Informationen über Krankheitserreger beim Menschen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (Abruf 16. Juni 2020): Kurzinformation Tuberkulose
- Lungeninformationsdienst (Abruf 16. Juni 2020): Tuberkulose: Symptome, Formen und Krankheitsmechanismen
- Lungeninformationsdienst (Abruf 16. Juni 2020): Häufigkeit und Verbreitung der Tuberkulose
- Pharmazeutische Zeitung (Abruf 16. Juni 2020): Neuer Tb-Impfstoff erfolgreich in Phase IIb