Impfungen

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Was passiert, wenn man Impfungen zu früh oder zu spät auffrischt?

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Autor

  • Constanze Löffler (Wissenschaftsjournalistin, Ärztin)

Qualitätssicherung

  • Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Ähnlich wie die Haut und andere Organe altert unser Immunsystem im Laufe des Lebens; schützende Antikörper werden abgebaut, so dass Sie gegen bestimmte Krankheiten weniger gut gefeit sind. Daher muss das Immunsystem ab und zu an die Erreger erinnert werden, um sie im Ernstfall wirklich zu erkennen.

Unser Gehirn kann sich nicht an alles erinnern – und ganz ähnlich verhält es sich mit dem Immunsystem: Einige Impfungen „merkt“ es sich besser als andere. In der Regel schützen uns Impfungen mit Lebendimpfstoffen länger; das Abwehrsystem reagiert hier ähnlich gut wie nach einer Ansteckung mit dem echten Erreger, jedoch ohne das Risiko der Krankheit. , Beispielsweise halten die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken ein Leben lang. , Das ist aber eben nicht bei allen Impfungen der Fall, an einige Impfungen muss das Immunsystem daher ab und zu erinnert werden.

Die Auffrischung einer Impfung ist nicht gleich Grundimmunisierung

Die Auffrischimpfung ist nicht zu verwechseln mit einer Grundimmunisierung. Die Grundimmunisierung besteht aus einer Serie von Impfungen, um auch die Impflinge zu schützen, die nach der ersten Impfung noch nicht immun sind. .In der Regel sind zwei bis drei Teilimpfungen nötig, um das Immunsystem anzulernen und einen sicheren Impfschutz aufzubauen. So werden Kinder beispielsweise mehrfach gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft. Die zweite und dritte Impfung dient nicht der Auffrischung, sondern sorgt lediglich dafür, dass möglichst viele Kinder eine Grundimmunität haben:

  • Masern: nach erster Impfung 92% immun, nach zweiter Impfung 98% immun
  • Mumpsimpfung: nach erster Impfung 64–66% immun, nach zweiter Impfung 83–88% immun
  • Röteln: nach erster Impfung 95% immun, nach zweiter Impfung 99% immun

Zu früh auffrischen?

Auffrischungen werden frühestens nach einem Jahr fällig – wie bei der saisonalen Influenza (Grippe). In der Regel werden Impflinge nach fünf bis zehn Jahren zum Auffrischen gebeten. Dort ein paar Wochen, Monate oder gar Jahre früher aufzutauchen macht gar nichts – es hat sogar Vorteile, da man auch weiterhin sicher geschützt ist. Eine Ausnahme gibt es bei der Pneumokokken-Impfung. Die Auffrischimpfung soll frühestens nach sechs Jahren verabreicht werden, da ansonsten Impfreaktionen stärker ausfallen könnten.

Bei Lebendimpfungen sollen dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge vier Wochen Abstand zwischen den Impfungen eingehalten werden. Unter vier Wochen kann es sein, so das RKI, dass der Impfstoff nicht ausreichend wirkt. Derartig kurze Impfabstände sind allerdings in der Regel nur bei einer Grundimmunisierung relevant.

Zu spät auffrischen?

Falls Sie Ihre Auffrischimpfung verpassen, kann es sein, dass Sie nicht mehr komplett gegen die entsprechende Krankheit geschützt sind. , Sie sollten eine versäumte Impfung daher so bald wie möglich nachholen. Dabei müssen Sie sich keineswegs erneut grundimmunisieren lassen – die Auffrischimpfung reicht, egal wie lange Ihre letzte Impfung zurückliegt. Es gilt die Regel: Jede Impfung zählt. Eine Ausnahme gibt es: Wer für seine Reise eine Cholera-Schluckimpfung benötigt, darf zwischen den beiden Impfungen nicht mehr als sechs Wochen verstreichen lassen. Ansonsten muss die Grundimmunisierung wiederholt werden.

Wie oft auffrischen?

Ein Tipp vorab: Nutzen Sie jeden Arztbesuch dazu, Ihre Impfdokumentation oder die Ihrer Kinder zu überprüfen und notwendigen Impfschutz zu vervollständigen. Wie häufig eine Auffrischung notwendig ist, hängt von der jeweiligen Impfung ab: Nach manchen Impfungen haben wir einen lebenslangen Schutz – Beispiel Masern. Gegen andere Erreger wie Diphterie und Tetanus lässt der Impfschutz über die Zeit nach. Gegen die saisonale Influenza (Grippe) müssen wir uns sogar jedes Jahre aufs Neues impfen lassen, weil sich der Erreger selbst schnell wandelt. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), welche Impfung wie oft aufgefrischt werden sollte, hängt ab von 

  • Wohnort,
  • Lebensumständen und
  • Alter.

Die aktuellen Empfehlungen der STIKO werden im Epidemiologischen Bulletin des RKI in der Regel im August jeden Jahres veröffentlicht.

Empfehlungen zu einzelnen Auffrischimpfungen

Den Zeitpunkt der Auffrischungsimpfungen legt die STIKO auf der Basis von Studien fest.
Impfungen gegen Tetanus und Diptherie sollten Sie alle zehn Jahre wiederholen.
Bei Ihrem nächsten Impftermin gegen Tetanus und Diptherie empfiehlt die STIKO, dass Sie sich auch gleich gegen Keuchhusten mitimpfen lassen (TdaP-Kombinationsimpfstoff). , Denn aktuell erkranken vermehrt Erwachsene an Keuchhusten. Das bedeutet eine Gefahr für Säuglinge. Sie können lebensbedrohlich erkranken. Ein Drittel bis rund die Hälfte der Babys steckt sich bei den eigenen Eltern an. Die Barmer bezahlt die Impfung als Satzungsleistung sogar wie von der STIKO empfohlen auch während der Schwangerschaft.

Liegt die letzte Polio-Impfung länger als 10 Jahre zurück, wird eine einmalige Auffrischimpfung empfohlen.

Die Influenzaimpfung muss jedes Jahr erneuert werden. Sie ist für Personen ab 60 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen empfohlen, die aufgrund ihres Berufes ein erhöhtes Risiko haben sich anzustecken. Dazu gehört medizinisches Personal ebenso wie Menschen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten. Barmer-Versicherte profitieren besonders. Die Barmer übernimmt die Kosten für die Grippeimpfung für alle Kinder und Erwachsenen.  

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