ADHS? Das haben doch nur Jungen, die im Unterricht zu viel kippeln und ständig dazwischenrufen. Von wegen!
Das Bild der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung – kurz ADHS – war lange Zeit sehr männlich geprägt. Die Forschung der letzten Jahre zeigt aber, dass die Störung bei Mädchen und Frauen deutlich häufiger vorkommt als bisher gedacht.
Allerdings unterscheidet sich oft, wie die Symptome von ADHS sich bei den Geschlechtern äußern.
Was ist ADHS überhaupt?
ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, das bedeutet, dass sich das Gehirn verändert entwickelt. Die Störung äußert sich durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität und bleibt oft bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Die Kernsymptome im Schnelldurchlauf:
Unaufmerksamkeit: Du hast Schwierigkeiten, bei der Sache zu bleiben, schweifst oft ab oder machst Flüchtigkeitsfehler.
Hyperaktivität: Ein innerer Motor treibt dich an, lässt dich ständig mit dem Fuß wippen und nur schwer stillsitzen.
Impulsivität: Du reagierst meistens spontan, ohne zu warten oder lange nachzudenken.
Diese Symptome entwickeln sich immer schon in der Kindheit, können sich aber im Laufe des Lebens in ihrer Intensität und Ausprägung verändern.
So zeigt sich Hyperaktivität bei Erwachsenen mit ADHS oft weniger offensichtlich nach außen, während die Unaufmerksamkeit häufig bleibt. Das ist auch ein Grund, warum das Zappelphilipp-Image nicht auf alle Betroffenen zutrifft.
Gerade Frauen wirken trotz ADHS nach außen häufig ruhig, obwohl sie innerlich stark angespannt oder unruhig sein können. Auch ihre Hyperaktivität zeigt sich oft eher nach innen als nach außen.