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Sechs Fakten über Zigaretten: Wie gefährlich ist Rauchen wirklich?

Lesedauer unter 4 Minuten
Eine junge Frau sitzt rauchend in einem Straßencafe.

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer)
  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Dass der Konsum von Zigaretten gesundheitliche Risiken birgt: keinen großen News, oder? Und eine Packung hat ihren Preis. Trotzdem gibt es einige Mythen zum Thema Rauchen. Sind E-Zigaretten zum Beispiel wirklich gesünder? Und sind ein bis drei Zigaretten täglich eigentlich gar nicht so schlimm? 

Rauchen sorgt für Entspannung. 

FALSCHE LOGIK. Es ist wie bei einem Heroinabhängigen: Sobald er die Droge in seinen Körper jagt, kann er endlich entspannen. Die Zeit davor ist aber meistens eher die Hölle. Ein Blick in den Raucherkörper: Sekunden nach dem Griff zur Schachtel und dem Kick mit Nikotin schlägt das Herz des Rauchers schneller. Die Atmung beschleunigt sich. Und das ist genau das Gegenteil von Entspannung. Zigaretten stoppen nur die Entzugserscheinungen, die ohne Nikotinabhängigkeit gar nicht da wären. Kleine Auszeiten vom stressigen Alltag klappen viel besser ohne zwangsgesteuerte Raucherpausen und den Griff zur Packung. 

Gut zu wissen: Nur noch 6,6 Prozent der Jugendlichen in Deutschland kommen auf den Geschmack und rauchen. Und es wurden in den letzten Jahren immer weniger. Im Jahr 2001 waren es noch 27,5 Prozent. Ob es an den höheren Preisen für eine Packung Zigaretten liegt? Oder an der besseren Aufklärung zu den Gefahren

Die Grafik zeigt: 7% der Jugendlichen rauchen. 2001 waren es noch 28%.

Nur 7 Prozent der Jugendlichen rauchen noch. 2001 waren es noch 28 Prozent. 


Ein bis höchstens drei Zigaretten am Tag sind nicht so schlimm für die Gesundheit. 

DOCH. Drei Zigaretten am Tag sind zwar besser, als den Inhalt einer ganzen Schachtel zu rauchen. Klar. Aber jede Zigarette schadet dem Körper, nicht nur eine ganze Packung. Tabakrauch enthält Stoffe, die Krebs erzeugen können. Und für diesen Inhalt gibt es keinen unteren Grenzwert. Schon eine einzige Zigarette am Tag erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem werden aus 1 Zigarette am Tag schnell 5 und daraus 10 und daraus 20...

Gut zu wissen: Was heißt eigentlich „krebserregend“?
Das heißt, dass das Risiko steigt, an Krebs zu erkranken. Also an Krankheiten, die schwer zu behandeln sind und an denen viele Menschen sterben. Tabak kann verschiedene Krebserkrankungen auslösen: von der Lunge über die Speiseröhre, den Kehlkopf und die Mundhöhle bis zur Brust, den Darm oder das Knochenmark.

Leichte Zigaretten sind weniger gefährlich für die Gesundheit. 

SCHLECHTE IDEE. Dass Zigaretten gar nicht mehr „leicht“ oder „light“ heißen dürfen, zeigt schon, dass das nur ein Trick der Tabakindustrie war. In manchen Sorten ist zwar tatsächlich weniger Nikotin, Kondensat und Kohlenmonoxid enthalten. Dafür zieht man daran meistens häufiger und tiefer, um auf die nötige Nikotindosis und den Geschmack zu kommen. Für die Lunge ist das dann noch schlechter.

Gut zu wissen: Was bedeuten die Angaben auf der Zigarettenpackung?

Nikotin ist eines der stärksten bekannten Gifte. 60 Milligramm reichen – und ein Erwachsener ist tot. Das entspricht fünf verschluckten Zigaretten. Bei Kleinkindern reicht schon eine Zigarette.

Kohlenmonoxid steckt nicht nur in Zigarettenqualm, sondern auch in Autoabgasen. Filter halten das giftige Gas nicht auf. Weil der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt wird, muss das Herz heftiger pumpen.

Teer entsteht, wenn Tabak verbrannt wird, und lagert sich in der Lunge und in den Atemwegen ab. Kleiner Vergleich: Der Inhalt einer Schachtel Zigaretten am Tag = nach einem Jahr eine Tasse Teer in der Lunge. 

Tabak ohne Zusatzstoffe rauchen ist gesünder.

WIEDER FALSCH. Tabak ohne zugesetzte Stoffe klingt erst einmal gut. Sie sind aber nicht unbedingt weniger schädlich. Auch hier entstehen krebserzeugende Giftstoffe, wenn der Tabak verbrannt wird. Und auch in vermeintlich gesünderem Tabak steckt Nikotin, das schnell abhängig macht.

Gut zu wissen: In Tabak sind mehr als 4.800 verschiedene Substanzen enthalten. Mindestens 250 davon sind giftig oder krebserregend.
Sie stecken zum Beispiel auch hier drin:

Ammoniak: in Putzmitteln

Formaldehyd: in Desinfektionsmitteln

Arsen/Blausäure: in Rattengift

Naphthalin: in Mottengift

Blei/Cadmium/Nickel: in Batterien

Die Grafik zeigt: 4.800 verschiedene Substanzen sind im Tabakrauch enthalten.

Ganz schön viel drin in einer Zigarette: 4.800 verschiedene Substanzen sind in Tabakrauch enthalten. 


Wer den Rauch nicht inhaliert, sondern nur pafft, bekommt keinen Krebs.

SCHÖN WÄR’S. Auch wer nur pafft, hat Tabakrauch im Mund, Hals und im Rachen. Dort kann er genauso Krebserkrankungen auslösen wie in der Lunge. Und selbst beim softesten Paffen gelangen immer Teile des Rauchs bis in die Lunge.

Die Grafik zeigt: Zigaretten schaden der Umwelt.

Wasserverbrauch, Kohlendioxid, Ausbaufläche: Zigaretten schaden der Umwelt. 


E-Zigaretten sind harmloser für Raucher.
VORSICHT. E-Zigaretten und Liquids gelten als harmloser. Im Dampf von E-Zigaretten befinden sich nämlich deutlich geringere Mengen krebserzeugender und generell gesundheitsschädlicher Stoffe als bei normalen Zigaretten. Aber E-Zigaretten sind nicht harmlos, und Liquids sind keine Limonade. Auch die nikotinfreien Liquids nicht. Die Zusammensetzung von E-Zigaretten und Liquids ist oft unklar. Hier erfährst du noch weitere Informationen zum Thema E-Zigaretten und Liquids. Zum Beispiel, ob E-Zigaretten dabei helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören. 

Raucher schaden hauptsächlich nur sich selbst.

ZU KURZ GEDACHT. Den Tabakrauch atmen auch die Menschen in der Umgebung ein, ganz besonders in geschlossenen Räumen. Passivrauchen ist genauso schädlich. Und über die Folgen des Anbaus für Tabak für die Umwelt hat man lange viel zu wenig gesprochen.

Gut zu wissen: Tabakanbau schadet der Umwelt

Schlecht für die Umwelt ist nicht nur der Rauch, der in die Luft geblasen wird …

… Wälder werden abgeholzt, um Platz für Tabakplantagen zu machen.

… Tabakpflanzen brauchen im Vergleich sehr viel Wasser, um zu wachsen.

… Milliarden von Zigarettenfiltern landen im Meer: schwer abbaubare Kunstfasern, vollgesogen mit Gift.

 

Wenn ein Raucher 50 Jahre lang 20 Zigaretten am Tag, also eine normale Schachtel raucht …

… verbraucht er 1,4 Millionen Liter Wasser

… bläst er 5,1 Tonnen Kohlendioxid in die Luft

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Webcode: a005939 Letzte Aktualisierung: 30.09.2020
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