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Sechs Fakten über Zigaretten: Wie krebserregend ist Nikotin wirklich?

Lesedauer unter 3 Minuten
Eine junge Frau sitzt rauchend in einem Straßencafe.

Autor

Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer),
  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Dass Zigaretten nicht gesund sind: keinen großen News, oder? Wahrscheinlich kennst du diese Mythen trotzdem. Zeit, sie endgültig zu überprüfen. 

Rauchen sorgt für Entspannung. 

FALSCHE LOGIK. Es ist wie bei einem Heroinabhängigen: Sobald er die Droge in seinen Körper jagt, kann er endlich entspannen. Die Zeit davor ist aber meistens eher die Hölle. Ein Blick in den Raucherkörper: Sekunden nach dem Nikotinkick schlägt das Herz schneller. Die Atmung beschleunigt sich. Und das ist genau das Gegenteil von Entspannung. Zigaretten stoppen nur die Entzugserscheinungen, die ohne Nikotinabhängigkeit gar nicht da wären. Kleine Auszeiten vom stressigen Alltag klappen viel besser ohne zwangsgesteuerte Raucherpausen.

Gut zu wissen: Nur noch 6,6 Prozent der Jugendlichen in Deutschland rauchen. Und es werden immer weniger. Im Jahr 2001 waren es noch 27,5 Prozent.

Die Grafik zeigt: 7% der Jugendlichen rauchen. 2001 waren es noch 28%.

Nur 7 Prozent der Jugendlichen rauchen noch. 2001 waren es noch 28 Prozent. 


Ein bis höchstens drei Zigaretten am Tag sind nicht so schlimm für die Gesundheit. 

DOCH. Drei Zigaretten am Tag sind zwar besser, als Kette zu rauchen. Klar. Aber jede Zigarette schadet dem Körper. Tabakrauch enthält Stoffe, die Krebs erzeugen können. Und für die gibt es keinen unteren Grenzwert. Schon eine einzige Zigarette am Tag erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem werden aus 1 Zigarette am Tag schnell 5 und daraus 10 und daraus 20 …

Gut zu wissen: Was heißt eigentlich„krebserregend“?
Das heißt, dass das Risiko steigt, an Krebs zu erkranken. Also an Krankheiten, die schwer zu behandeln sind und an denen viele Menschen sterben. Tabakrauch kann verschiedene Krebserkrankungen auslösen: von der Lunge über die Speiseröhre, den Kehlkopf und die Mundhöhle bis zur Brust, den Darm oder das Knochenmark.

Leichte Zigaretten sind weniger gefährlich für die Gesundheit. 

SCHLECHTE IDEE. Dass Zigaretten gar nicht mehr „leicht“ oder „light“ heißen dürfen, zeigt schon, dass das nur ein Trick der Tabakindustrie war. In manchen Sorten steckt zwar tatsächlich weniger Nikotin, Kondensat und Kohlenmonoxid. Dafür zieht man daran meistens häufiger und tiefer, um auf die nötige Nikotindosis zu kommen. Für die Lunge ist das dann noch schlechter.

Gut zu wissen: Was bedeuten die Angaben auf der Zigarettenpackung?

Nikotin ist eines der stärksten bekannten Gifte. 60 Milligramm reichen – und ein Erwachsener ist tot. Das entspricht fünf verschluckten Zigaretten. Bei Kleinkindern reicht schon eine Zigarette.

Kohlenmonoxid steckt nicht nur in Zigarettenqualm, sondern auch in Autoabgasen. Filter halten das giftige Gas nicht auf. Weil der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt wird, muss das Herz heftiger pumpen.

Teer entsteht, wenn Tabak verbrannt wird, und lagert sich in der Lunge und in den Atemwegen ab. Kleiner Vergleich: 1 Packung Zigaretten am Tag = nach einem Jahr eine Tasse Teer in der Lunge

Tabak ohne Zusatzstoffe rauchen ist gesünder.

WIEDER FALSCH. Tabak ohne zugesetzte Stoffe klingt erst einmal gut. Sie sind aber nicht unbedingt weniger schädlich. Auch hier entstehen krebserzeugende Giftstoffe, wenn der Tabak verbrannt wird. Und auch in vermeintlich gesünderem Tabak steckt Nikotin, das schnell abhängig macht.

Gut zu wissen: In Tabakrauch sind mehr als 4.800 verschiedene Substanzen enthalten. Mindestens 250 davon sind giftig oder krebserregend.
Sie stecken zum Beispiel auch hier drin:

Ammoniak: in Putzmitteln

Formaldehyd: in Desinfektionsmitteln

Arsen/Blausäure: in Rattengift

Naphthalin: in Mottengift

Blei/Cadmium/Nickel: in Batterien

Die Grafik zeigt: 4.800 verschiedene Substanzen sind im Tabakrauch enthalten.

Ganz schön viel drin in einer Zigarette: 4.800 verschiedene Substanzen sind in Tabakrauch enthalten. 


Wer den Rauch nicht inhaliert, sondern nur pafft, bekommt keinen Krebs.

SCHÖN WÄR’S. Auch wer nur pafft, hat Tabakrauch im Mund, Hals und im Rachen. Dort kann er genauso Krebserkrankungen auslösen wie in der Lunge. Und selbst beim softesten Paffen gelangen immer Teile des Rauchs bis in die Lunge.

Die Grafik zeigt: Zigaretten schaden der Umwelt.

Wasserverbrauch, Kohlendioxid, Ausbaufläche: Zigaretten schaden der Umwelt. 


Raucher schaden hauptsächlich nur sich selbst.

ZU KURZ GEDACHT. Den Tabakrauch atmen auch die Menschen in der Umgebung ein, ganz besonders in geschlossenen Räumen. Passivrauchen ist genauso schädlich. Und über die Folgen des Tabakanbaus für die Umwelt hat man lange viel zu wenig gesprochen.

Gut zu wissen: Tabakanbau schadet der Umwelt

Schlecht für die Umwelt ist nicht nur der Rauch, der in die Luft geblasen wird …

… Wälder werden abgeholzt, um Platz für Tabakplantagen zu machen.

… Tabakpflanzen brauchen im Vergleich sehr viel Wasser, um zu wachsen.

… Milliarden von Zigarettenfiltern landen im Meer: schwer abbaubare Kunstfasern, vollgesogen mit Gift.

 

Wenn ein Raucher 50 Jahre lang 20 Zigaretten am Tag raucht …

… verbraucht er 1,4 Millionen Liter Wasser

… bläst er 5,1 Tonnen Kohlendioxid in die Luft

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Webcode: a005939 Letzte Aktualisierung: 30.09.2020
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