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Acht Fakten über Shisha: Sind Wasserpfeifen weniger gefährlich als Zigaretten?

Lesedauer unter 4 Minuten
Eine Gruppe von jungen Erwachsenen sitzt auf einer Dachterrasse und raucht Shisha.,

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer)
  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Shisha-Rauchen gilt in den letzten Jahren besonders bei jungen Leuten als angesagt und viel weniger schädlich als das Rauchen von Zigaretten. Gerade abends sind Shisha-Bars häufig bis auf den letzten Platz besetzt. Kein Wunder, schließlich wirkt es geradezu einladend, wenn die Shisha-Kohle glüht, süßlicher Rauch in der Luft hängt und der Shisha-Schlauch umherwandert. Naja, vielleicht nicht für jeden. Aber gesünder als Zigaretten zu rauchen ist es doch. Oder etwa nicht?

Haben Shishas im Vergleich zu klassischen Zigaretten wirklich weniger gesundheitliche Risiken? Acht bekannte Mythen über das Shisha-Rauchen im Check - wir machen für dich gesundheitliche Aufklärung und verraten, ob sie wirklich stimmen.

29% der 12-bis 17-jährigen haben schon einmal Shisha geraucht.

Grafik: Nahezu jeder dritte Jugendliche hat schon einmal Shisha geraucht. 

Shisha rauchen ist harmloser als Zigaretten zu rauchen.

FALSCH. Tabakrauch ist ein gefährliches Giftgemisch – egal ob aus der Zigarette oder der Shisha. Beim Verbrennen des Tabaks entstehen giftige Stoffe, die Krebs erzeugen und in die Lunge gelangen. Punkt. Zwar wird der Wasserpfeifentabak bei niedrigeren Temperaturen nicht direkt verbrannt, sondern nur „verschwelt“. Im Tabak stecken aber Zucker und Sirup, die dann Krebs erzeugen und die Schleimhäute reizen können.

Das Wasser filtert beim Shisha rauchen die Schadstoffe heraus.

FALSCH. Anders als die meisten Zigaretten haben Wasserpfeifen gar keinen Filter. Das Wasser kühlt den Rauch herunter, damit er nicht so heftig im Hals kratzt. Reinigen kann das Wasser den Rauch aber nicht. Einige Substanzen aus dem Shisha-Rauch lösen sich zwar tatsächlich auf. Das reicht aber nicht aus, um ihn ungefährlich zu machen. Er kann für die Lunge sogar schädlicher sein, weil er tiefer inhaliert wird.

Und nicht nur für die Lunge wird geschädigt: Laut Aussagen von Herz-Spezialisten sorgt das Wasserpfeife-Rauchen zu einem 70 Prozent höheren Risiko für Herzinfarkte. Und das Risiko für Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System ist sogar doppelt so hoch wie normalerweise!

Gut zu wissen: Während einer Session in der Shisha-Bar pumpst du im Durchschnitt so viel Nikotin in deinen Körper wie mit 10 Zigaretten.

Tabakfreie Wasserpfeifen sind weniger gefährlich.  

FALSCH. Auch der Rauch von tabakfreien Wasserpfeifen enthält viele gefährliche Substanzen. Ohne Tabak kommen Dampfsteine, Kräutermischungen und spezielle Gele aus. Lass‘ dich davon beim Shisha-Rauchen aber nicht blenden: Wo Kohle oder andere Stoffe verbrannt werden, steigt die Krebsgefahr, bei der Wasserpfeife genauso wie beim herkömmlichen Rauchen. Giftige Substanzen werden mit oder ohne Tabak eingeatmet. Ärztinnen und Ärzte beobachten zum Beispiel gerade bei jungen Menschen in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit Shishas einen Anstieg an Kohlenmonoxid-Vergiftungen. 

Shisha-Tabak ist gesünder als normaler Tabak beim Rauchen, weil er keinen Teer enthält. 

NAJA. Zwar steht es so immer wieder auf der Verpackung. So ganz stimmt das aber nicht: Teer entsteht generell erst, wenn Tabak erhitzt wird – ob beim herkömmlichen Rauchen oder beim Shisha-Konsum. Gut zu wissen, was Teer eigentlich ist – nämlich alle Substanzen außer Nikotin und Wasser, die entstehen, wenn Tabak verbrannt wird.

Gut zu wissen: 29% der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen haben schon einmal Shisha geraucht. Das ist in Sachen Konsum wie beim herkömmlichen Rauchen von Zigaretten jeder Dritte der jungen Erwachsenen. 

Shisha rauchen macht nicht abhängig.

FALSCH. Nikotin macht abhängig. Und das Nervengift ist in Zigaretten- genauso wie im Rauch von Shishas enthalten. Beim Rauchen über die Shisha nimmt man sogar besonders viel Nikotin auf – die Gefahr, süchtig zu werden, ist also beim Shisha-Rauchen sogar noch höher. Shisha-Raucher haben exakt dieselben Probleme, davon loszukommen wie andere Raucher auch. Harmlos und kein Risiko? Nö.

Der Qualm von Wasserpfeifen ist nur für die Raucher ein Risiko.

HMMMM … So ganz sicher ist diese Frage noch nicht geklärt. Wo Shisha geraucht wird, werden Gifte in die Luft abgegeben, die schlecht für die Atemwege sind. Wissenschaftler müssen erst noch herausfinden, wie hoch die Belastung mit Feinstaub beim Rauchen dort tatsächlich ist. Das sind die winzig kleinen Partikel, die auch Autoabgase so gefährlich machen. Solange man hier nicht genau Bescheid weiß, sollten schwangere Frauen auf keinen Fall eine Shisha-Bar besuchen.

Das Battle Shisha vs. Zigaretten: Wasserpfeifen- und Zigarettenrauch im direkten Vergleich

Die Graifk zeigt: Shisha ist eine unerwartete Nikotin-Bombe.

Grafik: Unerwartete Nikotinbombe - Shisha im Vergleich zu Zigaretten. 


Shisha: Die Schadstoffbelastung ist ziemlich hoch

Die Grafik zeigt: Bei einer Shisha-Session Kohlenmonoxid wird so viel Feinstaub produziert wie bei zehn Zigaretten.

Grafik: Schadstoffbelastung, die durch eine Shisha-Session entsteht. 


Shisha und Corona: Achtung!

Beim Shisha-Rauchen hängen oft mehrere Menschen am selben Mundstück. So eine Shisha-Sitzung ist ja auch irgendwie kameradschaftlich und verbindend, birgt aber auch gesundheitliche Gefahren. Denn das gemeinschaftliche Rauchen bei einer Shisha-Session macht es Krankheitserregern gerade in geschlossenen Räumen leicht, sich über Speichelreste zu verbreiten: Herpesviren genauso wie die Coronaviren, die COVID-19 auslösen.

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Webcode: a005938 Letzte Aktualisierung: 30.09.2020
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