Schwangerschaft und Geburt

Jede natürliche Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Aber es ist möglich, die Schmerzen zu lindern

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Eine schwangere Frau wischt sich Tränen aus dem Gesicht

Autor

  • almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Olaf Dathe (Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe),
  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Doch Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Was für eine Frau gut auszuhalten ist, kann für eine andere schon unerträglich sein.

Zudem kann keine Schwangere vorhersehen, wie die Geburt verläuft und wie sie darauf reagieren wird. Glücklicherweise verlangt das auch niemand. Jede Frau darf sich auf das Geburtserlebnis einlassen und aus der Situation heraus entscheiden, ob sie mit den Schmerzen zurechtkommt oder ob sie Hilfe annehmen will.

Traditionelle Methoden zur Schmerzlinderung bei einer Geburt

Seit Jahrtausenden kennen Frauen Methoden, die Geburt ohne Hilfsmittel erträglicher zu machen. Hebammen geben dieses Wissen in Geburtsvorbereitungskursen weiter. Viele Frauen berichten, dass es ihnen geholfen hat, die Wehen "weg zu atmen". Auch Entspannung, zum Beispiel in einer warmen Badewanne, oder Bewegung können den Schmerz lindern. Ganz entscheidend ist auch verlässlicher Beistand unter der Geburt. Jemanden um sich zu haben, der Mut macht, Tee reicht oder bei Bedarf den Rücken massiert, ist dann so gut wie ein Schmerzmittel.

Schmerzen lindern mit Methoden der modernen Geburtsmedizin

Medikamente

Es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten, die Schmerzen unter der Geburt lindern können. Dazu zählen krampflösende Zäpfchen, Schmerzmittel oder Medikamente zur örtlichen Betäubung.

Periduralanästhesie (PDA)

Die wirksamste Methode zur Schmerzlinderung ist die Periduralanästhesie (PDA), auch "Rückenspritze" genannt. Dafür legt ein Narkosearzt einen sehr dünnen Katheter (Kunststoffschlauch) am unteren Rücken zwischen die äußeren Schutzhüllen des Rückenmarks. Durch den Katheter spritzt er eine Mischung aus Schmerz- und Betäubungsmitteln in den sogenannten Periduralraum. Die Medikamente umspülen den Rückenmarkskanal, in dem die schmerzleitenden Nervenfasern verlaufen. Bis der Schmerz leichter wird, vergehen in der Regel 15 bis 20 Minuten. Treten erneut Schmerzen auf, können über eine Pumpe Medikamente nachgegeben werden. Diese ist so eingestellt, dass eine Überdosierung vermieden wird.

Viele Frauen empfinden die PDA als Erleichterung. Die Wehen bleiben in der der Regel weiter spürbar und die Frau kann weiter aktiv mitarbeiten. Nur der Schmerz tritt in den Hintergrund. Für das Baby ist die PDA risikolos. Manche Mütter können während der PDA vorübergehend ein oder beide Beine nicht bewegen, oder diese fühlen sich taub. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Blutdruckabfall, generalisierter Juckreiz  oder Fieber.

Schmerzen lindern mit Methoden der alternativen Medizin

Akupunktur, Hypnose und alternative Therapien

Viele Frauen wünschen sich Hilfe, wollen aber auf Medikamente verzichten. Sie probieren alternative Methoden aus wie Aromatherapie, Akupressur oder Homöopathie. Manchmal helfen solche Behandlungen, die Geburt entspannter und damit weniger schmerzhaft zu erleben. Es gibt jedoch kaum wissenschaftliche Daten dazu. Ob die Methoden wirken, ist nicht bewiesen.

Es gibt Hinweise, dass Akupunktur und Hypnose  Geburtsschmerzen lindern können und eine geburtsvorbereitende Akupunktur (ab der 36. Schwangerschaftswoche) die Eröffnungsphase verkürzt, sodass die Geburt zügiger voran geht.

Quellenangaben

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Redaktionelle Grundsätze
Webcode: s000801 Letzte Aktualisierung: 11.04.2019
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