Krebs

Strahlentherapie – Was bewährte und neue Verfahren leisten

Lesedauer unter 12 Minuten
Junge Ärztin in ihrem Büro mit Untersuchungsergebnissen

Autor/in

Natalie Tutzer (TAKEPART Media + Science GmbH)

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie)
  • Dr. Annette Mittmann (Gynäkologie, Psychotherapie, Psychoonkologie - medproduction GmbH )
Inhaltsverzeichnis

Die Strahlentherapie, auch Radiotherapie genannt, gehört mit der Operation und der Chemotherapie zu den drei Säulen der Krebstherapie. Sie nutzt energiereiche Strahlung, um Krebserkrankungen zu heilen, zu verlangsamen oder ihrem Wiederauftreten vorzubeugen. Typische Erkrankungen, die häufig mit Bestrahlung behandelt werden, sind Prostatakrebs oder Brustkrebs. Dieser Beitrag erklärt, wie die Strahlentherapie funktioniert, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Innovationen die Behandlung wirksamer und schonender machen.

Was ist eine Strahlentherapie?

Viele Arten von Strahlen kann man weder hören noch sehen. Sie können jedoch sehr nützlich sein: Strahlen können nicht nur dazu dienen, eine Diagnose zu stellen, wie wir es vom Röntgen kennen – mit ihnen lassen sich auch Krankheiten behandeln. Die Krebstherapie nutzt zum Beispiel energiereiche (ionisierende) Strahlung, um Tumorzellen zu zerstören. Ionisierend bedeutet, dass die Strahlen Atome oder Moleküle aufbrechen können. Zu dieser Art Strahlen gehören beispielsweise Röntgen- oder Elektronenstrahlen. Mikrowellen oder Licht sind dagegen nicht ionisierend.

Bei der Krebsbehandlung dringen die Strahlen in die Tumorzellen ein, schädigen deren Erbsubstanz und hindern die Zellen daran, sich zu teilen. Können Krebszellen sich nicht mehr teilen und damit vermehren, sterben sie ab und werden vom Immunsystem des Körpers beseitigt.

Tumorzellen sind empfindlicher für eine Bestrahlung als gesunde Zellen, weil sie sich häufiger teilen und Zellen während der Zellteilung besonders „angreifbar“ sind. Gesunde Zellen teilen sich seltener und können den durch die Strahlung entstandenen Schaden besser reparieren als Tumorzellen.

Formen der Strahlentherapie

Es gibt zwei Formen der Bestrahlung: die sogenannte perkutane Bestrahlung (Teletherapie) ist der Standard der Strahlentherapie. Dabei wird der Tumor von außen durch die Haut bestrahlt, wie beispielsweise bei einer Brustkrebstherapie. Seltener wird die Strahlenquelle direkt im Körperinneren so nah wie möglich am oder im Tumor platziert (Brachytherapie). Diese Methode kann zum Beispiel bei einer Prostatakrebstherapie eingesetzt werden. Neun von zehn Menschen mit Krebs werden im Laufe ihrer Erkrankung mit der „klassischen“ Variante, der perkutanen Bestrahlung, behandelt. Die Strahlen hierfür werden in einem sogenannten Linearbeschleuniger erzeugt.

Je nach Ziel der Strahlentherapie unterscheidet man zwischen kurativer und palliativer Behandlung:

  • Bei einer kurativen Therapie ist das Ziel eine dauerhafte und vollständige Heilung der Krebserkrankung.
  • Bei einer palliativen Therapie ist das Ziel, die Beschwerden der Betroffenen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

In Kombination mit anderen Behandlungen wie einer Operation oder Chemotherapie unterscheidet man neoadjuvante, adjuvante sowie intraoperative Behandlungen:

  • Neoadjuvante Strahlentherapien bereiten auf eine Operation vor. Die Bestrahlung soll den Tumor verkleinern und so die Operation ermöglichen oder erleichtern.
  • Adjuvante Strahlentherapie bedeutet, dass die Strahlentherapie nach einer Operation stattfindet, in der ein Tumor entfernt wurde. Die Bestrahlung soll möglicherweise verbliebene Tumorzellen zerstören und einem Rückfall vorbeugen.
  • Eine intraoperative Strahlentherapie findet während einer Operation statt. Dabei wird direkt nach der Entfernung des Tumors das Gebiet, in dem sich der Tumor befand, bestrahlt. Dafür kommt ungefähr 30 Minuten lang eine relativ hohe, einzelne Strahlendosis zum Einsatz. Auf diese Weise können Ärzte gezielt das Gebiet behandeln, in dem vermutlich die meisten Krebszellen verblieben sind. Danach wird die Wunde verschlossen und die Operation beendet.

Wird eine Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert, spricht man von einer Radiochemotherapie. Häufig sollen die Vorteile der Strahlentherapie mit den Vorteilen anderer Behandlungen kombiniert werden. Dafür erstellen Ärzte für ihre Patienten einen individuellen Behandlungsplan. Eine Strahlentherapie kann aber auch allein erfolgen und ist bei einigen Krebsarten die einzige mögliche Therapieform.

Wie läuft eine Strahlentherapie ab?

Ob eine Bestrahlung infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab, wie der Art, Größe und Ausbreitung des Tumors. Im ersten Schritt klären Ärzte die Patienten über ihre Erkrankung und alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten auf. In einer interdisziplinären Tumorkonferenz (Tumorboard), an der alle behandelnden Ärzte teilnehmen, wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Im Anschluss erläutern die Ärzte den Patienten die einzelnen Schritte der Behandlung. In diesen Gesprächen wägen Ärzte und Patienten die Chancen und Risiken der Behandlung gemeinsam ab. Die Einschätzung erfolgt mithilfe von Studiendaten, aber auch anhand der individuellen Bedürfnisse und Behandlungsziele der Patienten. Fällt die Entscheidung für die Bestrahlung, wird ein Bestrahlungsplan erstellt.

Wie entsteht der Bestrahlungsplan?

Der Bestrahlungsplan ist der erste Schritt der Strahlentherapie. Er stellt sicher, dass die Bestrahlung so wirksam wie möglich gegen Tumorgewebe und gleichzeitig so schonend wie möglich gegenüber gesundem Gewebe wirkt. Ein Team aus Onkologen (Fachärzte für Innere Medizin und Spezialisten für Krebserkrankungen), Strahlentherapeuten (Fachärzte für Strahlenbehandlungen) und Medizinphysikern entwickelt für jeden Patienten einen individuellen Bestrahlungsplan. Anhand der bisherigen Befunde wie Computertomographie (CT)-Bildern oder Operationsbefunden legen sie genau fest, wie groß der zu bestrahlende Körperbereich sein soll und welche Strahlendosis nötig ist. Die Anatomie der Patienten sowie die exakte Lage des Tumors werden mithilfe moderner Computersoftware millimetergenau dreidimensional ausgemessen. Der Plan berücksichtigt auch, das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.

In der sogenannten Ersteinstellung wird die Bestrahlung mit einem speziellen Gerät simuliert. Dabei prüfen die Ärzte, ob die Behandlung wie geplant durchgeführt werden kann und alle Einstellungen stimmen. Das Behandlungsteam markiert auf der Haut des Patienten den Bereich, der bestrahlt werden soll. Die Markierungen sind wasserfest und bleiben für die gesamte Zeit der Strahlentherapie auf der Haut. Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, ist eine sehr präzise Ausmessung notwendig. So ist eine möglichst wirksame Bestrahlung gegen Krebs möglich, die schonend für die Patienten ist.

Wo und wie oft wird der Tumor bestrahlt?

Normalerweise erfolgt die Bestrahlung ambulant. Das bedeutet, dass Patienten nicht im Krankenhaus oder der Praxis bleiben, sondern nach der Behandlung wieder nach Hause gehen können. Eine Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie kann möglicherweise eine Ausnahme sein. In diesem Fall bleiben Patienten manchmal sicherheitshalber im Krankenhaus.
In der Regel wird innerhalb eines festgelegten Zeitraums mehrmals bestrahlt. Dieses Aufteilen auf mehrere Behandlungstermine nennt man Fraktionierung.

  • Fünf Termine in der Woche mit einer Pause am Wochenende sind üblich.
  • Dabei wird die Strahlendosis, die insgesamt auf den Tumor abgegeben werden soll, in viele kleine Einzelportionen unterteilt. So sind die Strahlen weniger schädlich und das umliegende Gewebe kann sich zwischen den Behandlungen erholen.
  • Manchmal erfolgt die Behandlung als „Hypofraktionierung“: Dabei wird der Tumor in einigen wenigen (meist bis zu fünf) Sitzungen mit höherer Dosis bestrahlt, was besonders intensiv auf die Tumorzellen wirkt. Dieses Behandlungskonzept ist aber nicht bei jedem Tumor sinnvoll und umsetzbar.
  • Je nach Art und Ausbreitung des Tumors sowie Behandlungsziel dauert die Strahlentherapie häufig zwischen zwei und sieben Wochen.

Bei der Bestrahlung von außen liegen Patienten für etwa zehn bis zwanzig Minuten unter dem Bestrahlungsgerät. Zunächst wird ein weiteres Mal die genaue Einstellung geprüft, um umliegende Organe zu schützen. Die Ärzte können einen beweglichen Bestrahlungsarm einsetzen, der den zu bestrahlenden Bereich von verschiedenen Seiten gut erreicht. Liegt der Tumor im Körperinneren im Mittelpunkt des Bestrahlungsfeldes, erhält er die größte Strahlendosis, während die umliegenden Hautareale nur einen Teil der Dosis verarbeiten müssen. Lagerungshilfen unterstützen die Körperhaltung der Patienten und damit die exakte Bestrahlung des gewählten Bereichs. Die Bestrahlung selbst dauert in der Regel wenige Minuten.

Anders als bei der konventionellen perkutanen Strahlentherapie liegt die Strahlenquelle bei der Brachytherapie im Körperinneren oder auf der Haut. Diese Nähe ist notwendig, da die Brachytherapie eine Strahlung mit einer Reichweite von nur wenigen Millimetern bis Zentimetern nutzt („brachys“ - griechisch für „kurz“). Sie kommt für zahlreiche Krebsarten infrage, bei denen der Tumor entweder oberflächlich im Körper oder in einer natürlichen Körperhöhle wie beispielsweise der Gebärmutter, der Scheide oder der Harnblase liegt. In solchen Fällen wird für die Behandlung ein Strahler in diese Körperhöhle geschoben. Alternativ wird der Strahler durch einen kleinen (minimalinvasiven) Eingriff zum Tumor gebracht, wie etwa bei einer Prostatakrebstherapie. Durch die Nähe zum Tumor ist eine Bestrahlung mit sehr hohen Dosen möglich, bei der gleichzeitig das gesunde Gewebe wenig belastet wird.

Wer kann bei Ängsten und Sorgen helfen?

Bei vielen Betroffenen kann der Gedanke an eine Strahlentherapie Ängste, Sorgen und Verunsicherung auslösen. Sprechen Sie unbedingt Ihre behandelnden Ärzte an, wenn die Therapie Sie belastet. Vielen Krebspatienten hilft psychologische Unterstützung. Die meisten Kliniken bieten dafür entsprechende Beratungsangebote an. Auch die regionalen Krebsberatungsstellen können eine gute Anlaufstelle sein. Darüber hinaus können speziell ausgebildete Psychoonkologen längerfristige Unterstützung bei seelischen Belastungen bieten.

Wie geht es nach der Strahlentherapie weiter?

Grundsätzlich haben Patienten nach Abschluss der Behandlung das Recht auf eine sogenannte Anschlussheilbehandlung oder eine onkologische Rehabilitation. Die Reha nach der Bestrahlung hilft Menschen dabei, sich wieder zu erholen und die Erfahrungen zu verarbeiten. Dazu gehört nicht nur die körperliche Erholung von der Krankheit und Behandlung. Für viele Menschen stellen der Krebs und die Therapie einen gravierenden Einschnitt in ihr Leben dar, der psychisch belastend und kräftezehrend sein kann. Viele fragen sich, wie ihr Leben nach dem Krebs aussehen wird und wie eine Rückkehr in die Normalität oder beispielsweise den Beruf gelingen kann. In der Reha erhalten Betroffene auch psychologische und soziale Unterstützung, die ihren Weg zurück in den Alltag erleichtert.

Was hilft gegen Nebenwirkungen der Strahlentherapie?

Die Nebenwirkungen einer Bestrahlung werden durch präzisere Verfahren und moderne Computertechnik immer geringer. Doch wie jede medizinische Behandlung kann auch die Strahlentherapie Nebenwirkungen haben. Die Strahlung kann zum Beispiel gesundes Gewebe im bestrahlten Bereich schädigen. Dazu gehören die Haut, Schleimhäute und Haare. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Hautreizungen
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen
  • Starke Erschöpfung (Fatigue)

Tipps gegen Nebenwirkungen der Strahlentherapie erhalten Patienten von ihren Ärzten. Wichtig ist, dem Behandlungsteam von allen Veränderungen des Gesundheitszustands zu berichten, die ungewöhnlich erscheinen, damit die Nebenwirkungen bei Bedarf schnell behandelt und gelindert werden können.

Die Bestrahlung kann zu Hautreizungen führen, wodurch die Haut sich ähnlich wie bei einem Sonnenbrand röten und schmerzempfindlich sein kann. Später kann sie auch jucken und sich schälen. Durch eine Veränderung der Hautpigmentierung kann es auch zu Verfärbungen der Haut kommen. Es kann hilfreich sein, die Hautstelle nach der Bestrahlung zu kühlen und zu schonen, mit geeigneten Cremes zu pflegen und auf Kosmetika mit Parfum oder Alkohol zu verzichten. Auch weite Kleidung, die weder kratzt noch drückt, kann Irritationen der Haut verringern. Der bestrahlte Hautbereich sollte nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Eine Bestrahlung mit hoher Dosis oder eine wiederholte Bestrahlung kann zu einer anhaltenden Hautveränderung führen, dem sogenannten „Radioderm“. Dabei bleibt die Haut für längere Zeit nach der Behandlung gerötet, trocken oder leicht verletzbar.

Bei einer Bestrahlung im Bereich des Magen-Darm-Trakts können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Patienten erfahren von ihrem Behandlungsteam, ob sie in der Zeit der Behandlung auf eine bestimmte Ernährung achten sollen. Es kann auch helfen, kurz vor der Behandlung nicht zu essen. Sind Patienten nach der Behandlung appetitlos, kann es hilfreich sein, kleine Mahlzeiten und sehr langsam zu essen.

Bei einer Bestrahlung des Kopfes kann die Mundschleimhaut empfindlich reagieren und sich entzünden (Mukositis). Dadurch kann es leichter zu einer Pilzinfektion kommen. Betroffene können selbst einiges tun, um Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden: Beispielsweise die Schleimhaut zu schonen, indem vorübergehend auf sehr scharfe, saure oder heiße Speisen verzichtet wird. Menschen, die sich einer Strahlentherapie unterziehen, sollten möglichst auch auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Eine sorgfältige Mundhygiene ist ebenfalls hilfreich. Bei stärkeren Beschwerden wie unangenehmen Entzündungen im Mundraum beraten die behandelnden Ärzte, ob und welche Medikamente sich zum Beispiel zur Schmerzlinderung eignen.

Bei der Strahlentherapie können Menschen im bestrahlten Bereich Haare verlieren. Diese Folge der Bestrahlung geht häufig einige Wochen bis Monate nach Abschluss der Therapie zurück.

Manche Menschen sind einige Wochen nach der Bestrahlung sehr erschöpft. Bei den meisten klingt diese Müdigkeit innerhalb weniger Wochen wieder ab. Hält der Erschöpfungszustand an, spricht man vom tumorbedingten Fatigue-Syndrom. Dagegen helfen Bewegung und Sport, abgestimmt auf die gesundheitliche Situation. Durch Bewegung werden mehr rote Blutkörperchen gebildet, die Sauerstoff transportieren und den Körper damit aktivieren. Studien belegen, dass Bewegung dabei hilft, sich leistungsfähiger zu fühlen. Auch eine psychoonkologische Betreuung ist ein wichtiger Baustein, um das Fatigue-Syndrom zu behandeln.

Mythen der Krebstherapie: Wie gefährlich ist die Strahlentherapie?
Manche Menschen fragen sich, ob die Strahlentherapie gefährlich und die Behandlung unangenehm ist. Tatsächlich kann man sich die Strahlen der Behandlung vorstellen wie die einer Röntgenuntersuchung. Menschen können diese weder sehen noch spüren, Schmerzen sollten während der Bestrahlung nicht auftreten. Nebenwirkungen bekommt man durch moderne Bestrahlungstechnik immer besser in den Griff. Dennoch kann mit der Bestrahlung auch eine gewisse psychische Belastung einhergehen. Selbsthilfegruppen und psychoonkologische Betreuung unterstützen Patienten dabei, mit dieser Belastung umzugehen.

Neuheiten der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird immer weiterentwickelt, um noch zielgerichteter und effektiver behandeln zu können und die Therapie verträglicher zu machen.

Ionentherapie

Die Ionentherapie (Ionenstrahltherapie) kommt bisher nur für wenige Krebsarten infrage. Dazu gehören zum Beispiel Knochentumoren und Gehirntumoren, etwa an der Schädelbasis. Bei der Ionentherapie werden Tumoren mit winzigen geladenen Teilchen bestrahlt, mit Schwerionen oder Protonen. Dadurch eignet sich die Ionentherapie besonders für Tumoren, die tief im Körper liegen, nicht ausreichend auf eine klassische Bestrahlung ansprechen oder sich in der Nähe von sehr empfindlichem Gewebe befinden, wie zum Beispiel in der Nähe der Augen. Durch weniger Streustrahlung kann gesundes Gewebe geschont werden. Diese Behandlung ist sehr aufwendig und daher nur an wenigen Protonentherapiezentren in Deutschland verfügbar. Eine Behandlung mit einer Ionentherapie findet oft im Rahmen einer klinischen Studie statt. Forscher beschäftigen sich aktuell mit der Frage, für welche weiteren Krebserkrankungen diese Form der Strahlentherapie geeignet sein könnte.

3D-Strahlentherapie

Bei der 3D-Strahlentherapie (Konformationsbestrahlung) wird der bestrahlte Bereich mechanisch eingegrenzt: Blenden und Filter sorgen von außen für eine passgenaue Bestrahlung. Diese Methode hilft, wichtige Organe bei der Bestrahlung zu schützen. Diese Technik wird bereits routinemäßig bei der Bestrahlung durch die Haut genutzt. Eine Weiterentwicklung dieser Methode ist die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und die darauf aufbauende volumenmodulierte Strahlentherapie (VMAT): Mit einem beweglichen Bestrahlungsarm verändert sich die Richtung der Bestrahlung laufend, während gleichzeitig die Intensität der Bestrahlung verändert werden kann. Der Tumor wird zielgenau bestrahlt, aber gesundes Gewebe geschont.

Radiochirurgie

Das Cyberknife bestrahlt selbst extrem kleine Tumoren und Metastasen, indem drei innovative Entwicklungen kombiniert werden, die bereits aus anderen Verfahren bekannt sind: die Präzisionsrobotik, das Bildortungssystem und die Atmungskompensation. Dies bedeutet, dass das Bestrahlungsgerät an einem Roboterarm befestigt ist, wie er auch beispielsweise in der Automobilindustrie zum Einsatz kommt. Durch das spezielle Bildortungssystem wird der exakte Ort des Tumors während der gesamten Behandlung gemessen. Durch die Atmungskompensation werden speziell die Bewegungen der Patienten, die beim Atmen entstehen, ausgeglichen.

Diese Methode wird meist im Rahmen einer stereotaktischen Behandlung eingesetzt. Das bedeutet, dass die hochpräzise Strahlendosis mittels Computernavigation in wenigen Behandlungssitzungen verabreicht wird.

Die sehr präzise Strahlung kann beim Cyberknife wie ein Skalpell („knife“ - englisch für „Messer“) wirken. So können Tumoren behandelt werden, bei denen eine Operation riskant ist, wie beispielsweise Gehirntumoren in der Nähe der Sehnerven. Daher gehört die Methode zu den Behandlungen der sogenannten Radiochirurgie.

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Webcode: a006538 Letzte Aktualisierung: 04.08.2021
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