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Was hilft gegen Juckreiz?

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Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Mal kribbelt es am Ohr, mal an den Beinen, manchmal juckt sogar der Intimbereich. Egal, wo die Haut gern gekratzt werden möchte: Juckreiz kann unerträglich werden, selbst, wenn er nur von einem Mückenstich herrührt oder nach der Rasur entsteht. Wir zeigen, wieso er durch Kratzen noch schlimmer wird und wie man Juckreiz lindern kann. 

Juckreiz ist lästig, kann regelrecht zur Qual werden. Warum er entsteht, weiß die Hautärztin Dr. Daniela Greiner-Krüger. „Es juckt, wenn Nerven in der Haut gereizt sind, etwa durch einen Insektenstich. Der Stich bewirkt, dass Histamin freigesetzt wird, was den Juckreiz auslöst.“ Juckreiz ist aber nicht gleich Juckreiz, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterscheiden zwei Arten dieser Sinnesempfindung:

  • Akuter Juckreiz entsteht zum Beispiel nach einem Mückenstich und verschwindet nach kurzer Zeit wieder.
  • Chronischer Juckreiz hält länger als sechs Wochen an und steht im Zusammenhang mit Erkrankungen.

Biologisch gesehen ist Juckreiz durchaus sinnvoll: Er macht uns darauf aufmerksam, dass mit unserer Haut oder unserem Körper im Allgemeinen etwas nicht in Ordnung ist.

Wann juckt die Haut?

Haut kann zum Beispiel in folgenden Situationen zu jucken beginnen:

Und warum ist Juckreiz oft nachts am schlimmsten, wenn man im Bett liegt und eigentlich schlafen will? Hautärztin Greiner-Krüger erklärt das so: „Weil in der Nacht die Umgebungsreize fehlen. Man kann sich dann voll auf seinen Körper konzentrieren – und auf das Jucken.“

Achtung: Manche Lebensmittel verstärken Juckreiz
Enthalten Lebensmittel viel Histamin, dann verstärken sie alle Arten von Juckreiz, die durch Histamin ausgelöst werden. Reichlich Histamin steckt zum Beispiel in Thunfisch, Lachs, Shrimps, Tomaten, Erdbeeren, Salami, Wein und Käse. „Wer nach einem Tag in der Natur also viele Mückenstiche hat, sollte auf den Meeresfrüchteteller am Abend eher verzichten, um die Qual nicht noch zu vergrößern“, rät Hautärztin Dr. Daniela Greiner-Krüger.

Welche Stellen jucken am häufigsten?

Theoretisch kann es an jeder Stelle des Körpers zu jucken beginnen. Je nach Ursache oder Grunderkrankung sind jedoch unterschiedliche Körperregionen typisch. Am häufigsten müssen sich Menschen hier kratzen:

  • an den Händen
  • an den Füßen
  • an den Beinen und Knien
  • an den Armen und Ellbogen
  • im Intimbereich
  • am After
  • am Ohr
  • im Gesicht

Warum Kratzen alles nur noch schlimmer macht

Die gereizten Nervenfasern in der Haut leiten die Information, dass es juckt, ans Gehirn weiter. Dort entsteht das Verlangen, sich zu kratzen. Kratzen hilft auch – weil es als Schmerzreiz den Juckreiz zunächst überlagert. Studien, bei denen Wissenschaftler Histamin auf die Haut von Probanden auftrugen, zeigen beispielsweise, dass der Juckreiz direkt nach dem Kratzen für einige Sekunden ganz nachlässt. Doch juckende Haut mit den Fingernägeln zu malträtieren, bringt nur kurzfristig Erleichterung, weiß Greiner-Krüger: „Durch das Kratzen wandern Mastzellen in die Haut ein, was den Juckreiz noch verstärkt.“

Wer sich beim Lesen dieses Textes ständig kratzen musste, ist nicht allein: Juckreiz ist ansteckend. Sehen wir, wie sich andere Menschen kratzen, fühlen wir mit und müssen uns ebenfalls kratzen. Sehen wir Bilder von Insekten, kann es zu jucken beginnen, weil wir verinnerlicht haben: Mücke sticht, Stich juckt, Kratzen hilft.

Wie lässt sich Juckreiz lindern?

Besser als Kratzen ist es, die gereizten Nervenfasern mit Kälte zu beruhigen, rät Greiner-Krüger: Legt man ein Kühlpack auf die juckende Stelle, überlagert das den Juckreiz und das Gehirn nimmt den Juckreiz nicht mehr wahr. Allerdings sollte man Eis nie direkt auf die Haut bringen – am besten Sie schützen Ihre Haut mit einem Tuch. Es gibt auch Cremes, die den Kühleffekt nachahmen, weil sie Menthol oder Pfefferminze enthalten. Greiner-Krüger rät, sie im Kühlschrank zu lagern, um die Wirkung zu verstärken.

In der Apotheke gibt es weitere Salben gegen Juckreiz. Sie enthalten sogenannte Antihistaminika, das Betäubungsmittel Polidocanol oder Capsaicin, das Chili so scharf macht. In der richtigen Dosierung reizen diese Salben die Schmerzfasern ein wenig, so dass es sich wie eine Kühlung anfühlt – das Gehirn wird auch hier vom Juckreiz abgelenkt. Bei verletzter oder kranker Haut ist allerdings nicht jede Salbe geeignet – wer sich nicht sicher ist, sollte in der Apotheke oder einen Hautarzt um Rat fragen. Bei Insektenstichen oder kleinen Quaddeln hilft außerdem die gezielte Anwendung von Wärme. Mit speziellen elektrischen „Stiften“ (gibt es zum Beispiel in der Apotheke) wird die Haut für einige Sekunden erwärmt – und der Juckreiz lässt nach.

Wenn man weiß, was den Juckreiz ausgelöst hat, ist es natürlich sinnvoll, diesen Auslöser in Zukunft zu meiden: häufiges Waschen der Haut mit Mitteln, die die Haut austrocknen, scharfes Essen oder den Kontakt mit Allergenen.

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Webcode: a006970 Letzte Aktualisierung: 07.10.2021
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