Frau putzt ihre Zähne mit einer Zahnbürste für die tägliche Zahnpflege
Zahngesundheit

Zahnpflege: So bleiben deine Zähne gesund

Lesedauer weniger als 6 Min
Redaktion:
Ulrike Schnyder (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Madeleine Vinnemeier (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Richtige Zahnpflege beginnt mit wenigen Gewohnheiten, die du konsequent in deinen Alltag integrieren kannst. Dazu gehören gründliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume und regelmäßige Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis. Auch Zucker und Säuren in Lebensmitteln und Getränken wirken sich auf deine Zahngesundheit aus.

Was ist gute Zahnpflege?

Gute Zahnpflege bedeutet: Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich für jeweils mindestens zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Reinige zusätzlich die Zahnzwischenräume und geh regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle. Auch deine Ernährung beeinflusst, wie gut Zähne und Zahnfleisch geschützt sind.

Die wichtigsten Regeln für die richtige Zahnpflege

Für deine tägliche Zahnpflege sind vor allem diese Punkte wichtig:

  • Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich jeweils mindestens zwei Minuten.
  • Verwende eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Reinige auch die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide.
  • Putze gründlich, aber ohne starken Druck.
  • Lass deine Zähne regelmäßig in der Zahnarztpraxis kontrollieren.

Eine normale Zahnbürste erreicht nur etwa 60 bis 70 Prozent der Zahnoberfläche. Ein Teil der Zahnflächen liegt zwischen den Zähnen und braucht deshalb zusätzliche Pflege.

Wie oft solltest du deine Zähne putzen?

Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich für jeweils mindestens zwei Minuten. Eine bestimmte Putztechnik ist dabei nicht zwingend notwendig. Wichtiger ist, dass du systematisch vorgehst und alle Zahnflächen reinigst.

Übe dabei nicht zu viel Druck aus. Zu kräftiges Putzen kann Zähne und Zahnfleisch belasten.

Zahnpflege Schritt für Schritt

Eine feste Reihenfolge hilft dir dabei, alle Bereiche gründlich zu reinigen:

  1. Spüle deinen Mund zunächst mit Wasser aus, um grobe Speisereste zu entfernen.
  2. Gib eine erbsengroße Menge fluoridhaltige Zahnpasta auf deine Zahnbürste.
  3. Putze deine Zähne mindestens zwei Minuten lang mit kleinen kreisenden oder horizontalen Bewegungen.
  4. Reinige anschließend die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide.
  5. Eine fluoridhaltige Mundspülung kannst du ergänzend verwenden.

Du kannst die Zahnzwischenräume auch vor dem Zähneputzen reinigen. Entscheidend ist, dass du sie regelmäßig mit einbeziehst.

Musst du nach dem Essen mit dem Zähneputzen warten?

Nein. Der verbreitete Rat, nach sauren Lebensmitteln oder Getränken grundsätzlich eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen zu warten, gilt als überholt.

Es macht keinen entscheidenden Unterschied, ob du beispielsweise nach einem Glas Cola direkt die Zähne putzt oder erst eine halbe Stunde später. Wichtig ist, Zucker und Säuren von den Zähnen zu entfernen. Selbst vier Stunden nach einem Glas Cola kann die Zahnoberfläche noch durch die Säure angeraut sein.

Welche Zahnpasta eignet sich für die Zahnpflege?

Fluorid ist ein wichtiger Bestandteil der Zahnpflege und sollte in deiner Zahnpasta enthalten sein. Für Erwachsene empfiehlt sich eine Konzentration von etwa 1.500 ppm Fluorid. Für Kinder bis einschließlich sechs Jahre sind 1.000 ppm geeignet.

Die Fluoridkonzentration findest du auf der Verpackung beziehungsweise der Zahnpastatube.

Elektrische oder normale Zahnbürste: Was ist besser?

Sowohl mit einer Handzahnbürste als auch mit einer elektrischen Zahnbürste kannst du deine Zähne gründlich reinigen. Elektrische Zahnbürsten entfernen jedoch mehr Bakterien und Zahnbelag.

Unabhängig vom Modell solltest du deine Zahnbürste beziehungsweise den Bürstenkopf regelmäßig austauschen, mindestens alle drei Monate oder früher, wenn die Borsten deutlich abgenutzt sind.

Warum du deine Zahnzwischenräume reinigen solltest

Die Zahnbürste erreicht nicht alle Bereiche im Mund. Gerade zwischen den Zähnen bleiben Flächen, die zusätzlich gereinigt werden müssen. Für größere Zwischenräume kannst du Interdentalbürsten verwenden. Sind die Lücken dafür zu eng, ist Zahnseide eine Alternative.

Die Reinigung der Zahnzwischenräume gehört deshalb zur täglichen Zahnpflege und ergänzt das normale Zähneputzen.

Video: Wie sind unsere Zähne aufgebaut?

Warum gesunde Zähne so wichtig sind – Aufbau, Funktion und Pflege im Überblick.

Ist eine Mundspülung sinnvoll?

Mundspüllösungen können die Zahnpflege ergänzen. Fluoridhaltige Mundspülungen können dazu beitragen, Karies vorzubeugen. Bestimmte ätherische Öle wie Eukalyptol, Menthol und Thymol können bei Menschen mit Zahnfleischentzündungen, Zahnbelag und Entzündungen reduzieren und möglicherweise auch gegen Mundgeruch helfen.

Bei Mundspülungen mit Chlorhexidin ist dagegen Vorsicht geboten. Der Wirkstoff bekämpft auch nützliche Bakterien und kann dadurch die Mundflora beeinflussen. Solche Spülungen werden deshalb in der Regel nur in bestimmten Situationen eingesetzt, etwa bei akuten Entzündungen oder nach zahn- beziehungsweise kiefermedizinischen Eingriffen.

Ist ein Zungenreiniger sinnvoll?

Auch auf der Zunge können sich Bakterien ansiedeln. Das kann unter anderem Mundgeruch verursachen.

Mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste kannst du Beläge entfernen. Reinige besonders das hintere Drittel der Zunge, da sich dort besonders viele Bakterien befinden. Gehe dabei vorsichtig vor und spüle anschließend deinen Mund mit Wasser aus.

Fluoridgel als Ergänzung zur Zahnpflege

Fluoridhaltige Gele können zusätzlich vor Karies schützen. Du kannst deine Zähne einmal pro Woche nach dem normalen Zähneputzen zusätzlich mit einem Fluoridgel putzen.

Infografik „Hilfsmittel für die Zahnpflege“. In der Mitte eine lächelnde Person, umgeben von Symbolen und Bezeichnungen der empfohlenen Produkte: Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta, Interdentalbürste und Zahnseide, Zungenreiniger, Fluoridgel (einmal wöchentlich) und fluoridhaltige Mundspülung.

Hilfsmittel für gesunde Zähne: Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta, Interdentalbürste oder Zahnseide, Zungenreiniger, wöchentliches Fluoridgel und fluoridhaltige Mundspülung.

Wie beeinflusst deine Ernährung die Zahngesundheit?

Zahnpflege beginnt nicht erst mit der Zahnbürste. Auch deine Ernährung beeinflusst, wie stark deine Zähne belastet werden. Stärkehaltige Lebensmittel wie Chips oder Salzstangen werden durch Enzyme im Speichel in Zucker umgewandelt. Bakterien auf den Zähnen wandeln diesen Zucker wiederum in Säuren um. Diese können den Zahnschmelz angreifen und Karies begünstigen.

Deshalb solltest du möglichst wenig Zucker zu dir nehmen. Das betrifft nicht nur zugesetzten Zucker, sondern beispielsweise auch Zucker in Honig oder Fruchtsäften. Frisches Obst erhöht das Kariesrisiko weniger stark.

Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons können nach dem Essen zusätzlich die Speichelproduktion anregen. Der Speichel kann dabei helfen, zahnschädigende Säuren zu verdünnen.

Warum Zahnpflege auch für deinen Körper wichtig ist

Die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch kann mit der allgemeinen Gesundheit zusammenhängen. Untersuchungen zeigen unter anderem Zusammenhänge zwischen Karies beziehungsweise Parodontitis und Demenz sowie zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne ausgelassene Putzvorgänge unmittelbar krank machen. Entscheidend ist eine langfristig gute Mund- und Zahnpflege.

Zahnpflege in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen Zahnfleischentzündungen begünstigen. Auch häufiges Erbrechen kann die Zähne belasten, weil Magensäure den Zahnschmelz angreift. Eine zahnärztliche Kontrolle zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft ist deshalb sinnvoll.

Eine professionelle Zahnreinigung kann ebenfalls sinnvoll sein.

Zahnpflege bei Kindern

Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne und sind deshalb anfälliger für Karies. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder wenig Zucker essen und möglichst selten Fruchtsäfte oder Limonaden trinken.

Solange Kinder noch nicht selbst gründlich putzen können, sollten die Eltern das Zähneputzen übernehmen beziehungsweise unterstützen.

Zahnpflege bei Diabetes

Menschen mit Diabetes sollten besonders sorgfältig auf ihre Zahngesundheit achten. Sie haben ein dreifach erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung. Gleichzeitig kann eine Parodontitis die Blutzuckerwerte verschlechtern.

Regelmäßige Zahnpflege und Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis sind deshalb besonders wichtig.

Zahnpflege bei Zahnspange oder Implantaten

Bei einer festsitzenden Zahnspange können sich rund um Brackets und Drähte leicht Speisereste und Zahnbelag sammeln. Diese Stellen solltest du besonders gründlich mit Zahnbürste und Zahnseide reinigen.

Auch Implantate brauchen sorgfältige Pflege. Entzündet sich das Zahnfleisch rund um ein Implantat, kann die Entzündung im schlimmsten Fall auf den Kieferknochen übergehen und das Implantat lockern.

Wie oft solltest du zur Zahnvorsorge gehen?

Eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung ist etwa alle sechs Monate sinnvoll. Dabei kontrolliert die Zahnarztpraxis deine Zähne und dein Zahnfleisch und kann Probleme frühzeitig erkennen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr.

Häufige Fragen zu Zahnpflege

Zu einer guten Zahnpflege gehören zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, die Reinigung der Zahnzwischenräume und regelmäßige Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis.
Mindestens zwei Minuten pro Putzvorgang.
Mindestens zweimal täglich.
Für Erwachsene sind etwa 1.500 ppm Fluorid geeignet. Für Kinder bis einschließlich sechs Jahre gelten 1.000 ppm.
Mindestens alle drei Monate beziehungsweise früher, wenn die Borsten abgenutzt sind.
Nein. Eine Zahnbürste erreicht nur rund 60 bis 70 Prozent der Zahnoberfläche. Deshalb solltest du zusätzlich die Zahnzwischenräume reinigen.
Nein. Du musst nach säurehaltigen Getränken nicht grundsätzlich eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten.

Literatur

Weiterführende Informationen

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