Du gehst mit der Zunge über die Innenseite deiner unteren Schneidezähne und fühlst diese raue Stelle. Du putzt gründlicher. Nimmst Mundspülung. Vielleicht probierst du eine andere Zahnpasta. Aber der Belag bleibt. Dann ist es wahrscheinlich kein weicher Zahnbelag mehr, sondern Zahnstein. Weiche Plaque kannst du selbst entfernen. Harten Zahnstein nicht. Genau deshalb kommt es darauf an, Beläge früh zu lösen, bevor sie mineralisieren und fest am Zahn haften.
Was ist Zahnstein?
Zahnstein ist hart gewordener Zahnbelag. Er entsteht, wenn weiche Plaque über mehrere Tage nicht gründlich entfernt wird und sich mit Mineralien aus dem Speichel verbindet. Dann wird aus dem zunächst weichen Belag eine feste, raue Ablagerung auf dem Zahn. Sobald Zahnstein hart geworden ist, bekommst du ihn mit normalem Zähneputzen nicht mehr weg.
Kurz gesagt:
Plaque ist weicher Zahnbelag.
Zahnstein ist mineralisierte, harte Plaque.
Plaque kannst du selbst entfernen.
Zahnstein muss professionell entfernt werden.
Wie entsteht Zahnstein?
Zahnstein entsteht nicht plötzlich. Er entwickelt sich Schritt für Schritt.
1. Direkt nach dem Putzen bildet sich ein Schutzfilm
Kurz nachdem du deine Zähne geputzt hast, bildet sich auf der Zahnoberfläche ein dünnes Häutchen. Dieses sogenannte Schmelzoberhäutchen ist erst einmal nichts Schlechtes. Es schützt den Zahn und entsteht ganz natürlich.
2. Nach einigen Stunden entsteht Biofilm
Auf diesem Häutchen sammeln sich Bakterien, Essensreste und Bestandteile des Speichels. So entsteht ein Biofilm, also weicher Zahnbelag, auch Plaque genannt.
3. Nach ein bis zwei Tagen wird Plaque stabiler
Wenn Plaque nicht entfernt wird, verbindet sie sich weiter über die Zähne hinweg. Es entstehen sogenannte Mineralienkerne. Dadurch wird der Belag fester und stabiler.
4. Nach zehn bis zwanzig Tagen wird daraus Zahnstein
Wenn weiche Plaque weiter liegen bleibt, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein, vor allem Kalziumphosphat. Nach etwa zehn bis zwanzig Tagen kann aus weicher Plaque harter Zahnstein werden. Dann hilft keine normale Zahnbürste mehr.
Warum entsteht Zahnstein besonders oft an bestimmten Stellen?
Zahnstein bildet sich besonders dort, wo viel Speichel an die Zähne gelangt.
Typische Stellen sind:
Innenseite der unteren Schneidezähne
Außenseite der oberen Backenzähne
Der Grund: In der Nähe dieser Bereiche münden Speicheldrüsen. Der Speichel enthält Mineralien, die weiche Plaque verhärten können. Wenn du also genau dort raue Ablagerungen spürst, passt das gut zu Zahnstein.
Du gehst zum Zahnarzt, die Kosten übernimmt die Barmer
Ob Vorsorge oder Zahnersatz, die Barmer übernimmt die Kosten der vertragszahnärztlichen Behandlung.
Zahnstein selbst ist keine Krankheit. Seine raue Oberfläche macht es Bakterien leichter, sich festzusetzen. Dadurch können sich Beläge weiter ausbreiten, auch Richtung Zahnfleisch und Zahnwurzel.
Besonders kritisch wird Zahnstein, wenn er unter das Zahnfleisch wandert.
Zahnstein über und unter dem Zahnfleischrand: Was ist der Unterschied?
Es gibt zwei wichtige Formen.
Zahnstein oberhalb des Zahnfleischrands
Dieser Zahnstein sitzt sichtbar auf der Zahnoberfläche. Er kann gelblich, bräunlich oder dunkler wirken. Oft fühlt er sich rau an.
Konkremente unter dem Zahnfleischrand
Ablagerungen unter dem Zahnfleischrand heißen Konkremente. Sie sind besonders problematisch, weil sie in Zahnfleischtaschen sitzen können. Dort begünstigen sie Entzündungen und können eine Parodontitis verschlimmern. Genau deshalb ist professionelle Entfernung so wichtig.
Kann man Zahnstein selbst entfernen?
Nein, harten Zahnstein solltest du nicht selbst entfernen. Zuhause kannst du weiche Plaque entfernen. Harter Zahnstein haftet jedoch so fest am Zahn, dass er professionell gelöst werden muss.
Der Versuch, Zahnstein selbst abzukratzen, kann riskant sein. Du kannst dabei:
Zahnfleisch verletzen
Zahnschmelz beschädigen
Zahnstein unvollständig entfernen
raue Stellen hinterlassen, an denen sich neue Beläge leichter festsetzen
Deshalb gehören Instrumente wie Scaler in zahnärztliche Hände.
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Viele suchen nach Hausmitteln, um Zahnstein selbst loszuwerden. Die Quelle ordnet klar ein: Hausmittel sind dafür nicht geeignet. Nicht sinnvoll sind zum Beispiel:
Besonders Zitrone und Essig können problematisch sein, weil sie den gesunden Zahnschmelz angreifen können. Auch Zahnsteinradierer sind keine sichere Lösung. Laut Herstellern entfernen sie keinen Zahnstein, sondern polieren eher gesunde Zähne.
Die klare Entscheidung lautet also:
Weiche Beläge: selbst wegputzen
Harter Zahnstein: professionell entfernen lassen
Hausmittel: besser vermeiden
Welche Zahnpasta hilft gegen Zahnstein?
Die eine spezielle Zahnpasta, die Zahnstein zuverlässig entfernt, gibt es nicht. Zahnpasta kann helfen, deine Zähne zu reinigen und Zahnbelag zu reduzieren. Aber harten Zahnstein löst sie nicht. Entscheidend ist nicht ein Wundermittel, sondern mechanische Reinigung:
gründlich putzen
Zahnzwischenräume reinigen
Beläge früh entfernen
Putztechnik verbessern
Hilft Mundspülung gegen Zahnstein?
Mundspülung kann für ein frisches Gefühl sorgen. Sie entfernt aber Plaque nicht mechanisch. Das bedeutet: Mundspülung ersetzt weder Zahnbürste noch Zahnseide. Wenn weiche Beläge auf den Zähnen bleiben, können sie trotzdem mineralisieren und zu Zahnstein werden. Mundspülung kann also ergänzen, aber nicht die eigentliche Reinigung übernehmen.
Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste: Was ist besser gegen Zahnstein?
Entscheidend ist nicht nur die Zahnbürste, sondern vor allem die richtige Anwendung. Eine elektrische Zahnbürste ist nicht automatisch überlegen, wenn eine Handzahnbürste richtig benutzt wird.
Wichtig ist:
gründlich putzen
alle Zahnflächen erreichen
nicht nur schnell über die Vorderzähne gehen
Zahnzwischenräume zusätzlich reinigen
Die beste Zahnbürste ist also die, mit der du Plaque zuverlässig entfernst.
Wie wird Zahnstein professionell entfernt?
Zahnstein wird in der Zahnarztpraxis entfernt. Dafür können verschiedene Instrumente verwendet werden, zum Beispiel:
Küretten
Ultraschallgeräte
Bei der Entfernung wird der harte Belag von der Zahnoberfläche gelöst. Anschließend können die Zähne poliert werden. Das glättet die Oberfläche. Auf glatten Flächen können sich neue Beläge schlechter festsetzen als auf rauen. Die Entfernung dauert in der Regel nicht lange.
Wie kannst du Zahnstein vorbeugen?
Vorbeugung beginnt bei weicher Plaque. Solange Beläge weich sind, kannst du sie selbst entfernen. Sobald sie hart sind, brauchst du professionelle Hilfe.
Deine wichtigste Routine
Putze deine Zähne zweimal täglich gründlich.
Achte besonders auf:
Zahnfleischrand
Innenseite der unteren Schneidezähne
Außenseite der oberen Backenzähne
schwer erreichbare Stellen
Backenzähne
Zahnzwischenräume
Reinige deine Zahnzwischenräume
Einmal täglich solltest du Zahnseide verwenden. Denn zwischen den Zähnen kommt die Zahnbürste oft nicht gut genug hin. Bleiben dort Beläge, können auch sie verhärten.
Lass deine Putztechnik prüfen
In der Zahnarztpraxis kann sichtbar gemacht werden, wo Beläge sitzen. Das hilft, die eigene Putztechnik zu verbessern und genau die Stellen zu erreichen, an denen sonst Zahnstein entsteht.
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Plaque ist weicher Zahnbelag und kann durch gründliches Putzen entfernt werden. Zahnstein ist verhärtete Plaque und haftet so fest am Zahn, dass er professionell entfernt werden muss.
Aus weicher Plaque kann nach etwa zehn bis zwanzig Tagen harter Zahnstein werden.
Hausmittel wie Backpulver, Kokosöl, Teebaumöl, Zitrone oder Essig sind nicht geeignet. Zitrone und Essig können dem Zahnschmelz sogar schaden. Das beste Mittel ist die korrekte Zahnpflege mit der Zahnbürste.
Zahnstein selbst ist keine Erkrankung, kann aber Entzündungen begünstigen. Bleibt er bestehen, können sich Bakterien weiter ausbreiten und das Risiko für Parodontitis erhöhen.
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