Du hast einen Zahnarzttermin und überlegst schon Tage vorher, ob du ihn absagen sollst. Dein Puls steigt, der Gedanke daran stresst dich, vielleicht schiebst du den Termin immer wieder hinaus. Damit bist du nicht allein. Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarzt. Für manche ist es nur ein mulmiges Gefühl, für andere eine so starke Angst, dass sie Behandlungen vermeiden. Doch genau das kann zum Problem werden. Denn wer aus Angst nicht geht, riskiert langfristig seine Zahngesundheit.
Zahnarztangst: Was dahintersteckt und wie du sie überwinden kannst
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BarmerQualitätssicherung:
PD Dr. med. dent. Michael Rädel (M.Sc., UniversitätsZahnMedizin Dresden)Was ist Zahnarztangst?
Zahnarztangst beschreibt die Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung. Sie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein:
- leichtes Unwohlsein vor dem Termin
- starke Nervosität oder Anspannung
- ausgeprägte Angst, die dazu führt, Termine zu vermeiden
In schweren Fällen spricht man auch von einer Zahnarztphobie.
Warum haben so viele Menschen Angst vor dem Zahnarzt?
Die Gründe für Zahnarztangst sind unterschiedlich, oft spielen mehrere Faktoren zusammen.
Typische Auslöser sind:
- negative Erfahrungen in der Vergangenheit
- Angst vor Schmerzen
- Kontrollverlust während der Behandlung
- Schamgefühl wegen des eigenen Zahnzustands
Besonders prägend sind Erlebnisse aus der Kindheit. Wenn eine Behandlung damals als schmerzhaft oder unangenehm erlebt wurde, kann sich diese Erfahrung langfristig festsetzen.
Zahnarztangst überwinden: Was dir konkret helfen kann
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas gegen deine Zahnarztangst tun.
11 Tipps gegen die Zahnarztangst
- Such dir einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin deines Vertrauens. Mit einem gesunden Vertrauensverhältnis lässt sich Zahnarztangst gezielt abbauen. Tipp: Barmer Arztsuche
- Verbirg deine Angst nicht, sondern sprich beim Zahnarzt offen darüber. Dann kann sich die Praxis darauf einstellen und sich besonders um dich kümmern.
- Frag in der Familie oder bei Freunden, ob dich jemand zum Zahnarzt begleiten kann.
- Manchen Menschen hilft es, wenn sie wissen, was der Zahnarzt gerade macht. Vereinbare genaue Erklärungen und frage nach, wenn du etwas nicht verstehst.
- Frag beim Zahnarzt nach individuellen Maßnahmen gegen die Anspannung: Entspannungsübungen, Filme oder Musik über Kopfhörer, um die Bohrgeräusche zu übertönen.
- Mache vor der Behandlung ein bestimmtes Handzeichen aus. Dann weiß der Zahnarzt, wann du eine Pause brauchst.
- Benötigst du mehrere Behandlungen, vereinbare immer direkt den nächsten Termin.
- Verschiebe Termine beim Zahnarzt nicht. Geh regelmäßig zur Zahnvorsorge. Dann entstehen auch seltener größere Schäden.
- Hast du länger keinen Zahnarzt besucht, beginne mit kleinen Schritten und kurzen Behandlungsmaßnahmen.
- Scheue dich nicht, ggf. auch psychologische Unterstützung gegen deine Zahnarztangst in Anspruch zu nehmen.
- Pflege deine Zähne gut. Der Zahnarzt kann dir Tipps für eine optimale Zahn- und Mundhygiene geben.
Wann wird Zahnarztangst zur Phobie?
Wenn die Angst so stark ist, dass du:
- Termine konsequent vermeidest
- starke körperliche Reaktionen hast
- dich dem Thema komplett entziehst
kann eine Zahnarztphobie vorliegen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Warum es sich lohnt, die Angst anzugehen
Auch wenn es schwerfällt: Regelmäßige Zahnarztbesuche sind wichtig.
Denn:
- Probleme werden früh erkannt
- Behandlungen bleiben einfacher
- Schmerzen können vermieden werden
Kurz gesagt: Langfristig wirst du weniger Zahnprobleme haben.
Literatur
- Zahnärztekammer Nordrhein: www.zahnaerztekammernordrhein.de
- Bayerische Landeszahnärztekammer: www.zahn.de