Eine Frau putzt sich die Zähne
Zahngesundheit

Zahnpflege: Gut für die Zähne, wichtig für den ganzen Körper

Lesedauer weniger als 9 Min
Redaktion:
Ulrike Schnyder (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Madeleine Vinnemeier (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Mit diesen drei Tipps gelingt die optimale Zahnpflege

Karussell mit 3 Elementen
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Regelmäßig Zähne putzen

Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich, jeweils mindestens zwei Minuten lang – am besten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Denn Fluorid hilft, Karies vorzubeugen.
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Zwischenräume nicht vergessen

Mit Zahnseide oder Interdentalbürsten erreichen Sie die Stellen zwischen den Zähnen. So entfernen Sie Bakterien und Speisereste, die Ihre Zahnbürste nicht erreicht.
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Zweimal im Jahr zur Kontrolle

Eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung sollte etwa alle sechs Monate erfolgen. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann dabei frühzeitig etwaige Probleme erkennen und behandeln.

Von den Milchzähnen bis zu den Weisheitszähnen: Jeder Zahn braucht eine gewissenhafte Pflege. Das sorgt nicht nur für ein strahlendes Lächeln, sondern stärkt auch die allgemeine Gesundheit. Denn Karies und Zahnfleischentzündung können Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden begünstigen. Wenn wir also unsere Zähne gut schützen, tun wir dem ganzen Körper etwas Gutes – aber zur richtigen Zahnpflege gehört mehr, als zweimal täglich zur Zahnbürste zu greifen.

Was ist gute Zahnpflege?

Gute Zahnpflege bedeutet: Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich für jeweils mindestens zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Reinige zusätzlich die Zahnzwischenräume und geh regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle. Auch deine Ernährung beeinflusst, wie gut Zähne und Zahnfleisch geschützt sind.

Die wichtigsten Regeln für die richtige Zahnpflege

Für deine tägliche Zahnpflege sind vor allem diese Punkte wichtig:

  • Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich jeweils mindestens zwei Minuten.
  • Verwende eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Reinige auch die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide.
  • Putze gründlich, aber ohne starken Druck.
  • Lass deine Zähne regelmäßig in der Zahnarztpraxis kontrollieren.

Eine normale Zahnbürste erreicht nur etwa 60 bis 70 Prozent der Zahnoberfläche. Ein Teil der Zahnflächen liegt zwischen den Zähnen und braucht deshalb zusätzliche Pflege.

Wie oft solltest du deine Zähne putzen?

Putze deine Zähne mindestens zweimal täglich für jeweils mindestens zwei Minuten. Eine bestimmte Putztechnik ist dabei nicht zwingend notwendig. Wichtiger ist, dass du systematisch vorgehst und alle Zahnflächen reinigst.

Übe dabei nicht zu viel Druck aus. Zu kräftiges Putzen kann Zähne und Zahnfleisch belasten.

Zahnpflege Schritt für Schritt

Eine feste Reihenfolge hilft dir dabei, alle Bereiche gründlich zu reinigen:

  1. Spüle deinen Mund zunächst mit Wasser aus, um grobe Speisereste zu entfernen.
  2. Gib eine erbsengroße Menge fluoridhaltige Zahnpasta auf deine Zahnbürste.
  3. Putze deine Zähne mindestens zwei Minuten lang mit kleinen kreisenden oder horizontalen Bewegungen.
  4. Reinige anschließend die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide.
  5. Eine fluoridhaltige Mundspülung kannst du ergänzend verwenden.

Du kannst die Zahnzwischenräume auch vor dem Zähneputzen reinigen. Entscheidend ist, dass du sie regelmäßig mit einbeziehst.

Musst du nach dem Essen mit dem Zähneputzen warten?

Nein. Der verbreitete Rat, nach sauren Lebensmitteln oder Getränken grundsätzlich eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen zu warten, gilt als überholt.

Es macht keinen entscheidenden Unterschied, ob du beispielsweise nach einem Glas Cola direkt die Zähne putzt oder erst eine halbe Stunde später. Wichtig ist, Zucker und Säuren von den Zähnen zu entfernen. Selbst vier Stunden nach einem Glas Cola kann die Zahnoberfläche noch durch die Säure angeraut sein.

Welche Zahnpasta eignet sich für die Zahnpflege?

Fluorid ist ein wichtiger Bestandteil der Zahnpflege und sollte in deiner Zahnpasta enthalten sein. Für Erwachsene empfiehlt sich eine Konzentration von etwa 1.500 ppm Fluorid. Für Kinder bis einschließlich sechs Jahre sind 1.000 ppm geeignet.

Die Fluoridkonzentration findest du auf der Verpackung beziehungsweise der Zahnpastatube.

Elektrische oder normale Zahnbürste: Was ist besser?

Sowohl mit einer Handzahnbürste als auch mit einer elektrischen Zahnbürste kannst du deine Zähne gründlich reinigen. Elektrische Zahnbürsten entfernen jedoch mehr Bakterien und Zahnbelag.

Unabhängig vom Modell solltest du deine Zahnbürste beziehungsweise den Bürstenkopf regelmäßig austauschen, mindestens alle drei Monate oder früher, wenn die Borsten deutlich abgenutzt sind.

Warum du deine Zahnzwischenräume reinigen solltest

Die Zahnbürste erreicht nicht alle Bereiche im Mund. Gerade zwischen den Zähnen bleiben Flächen, die zusätzlich gereinigt werden müssen. Für größere Zwischenräume kannst du Interdentalbürsten verwenden. Sind die Lücken dafür zu eng, ist Zahnseide eine Alternative.

Die Reinigung der Zahnzwischenräume gehört deshalb zur täglichen Zahnpflege und ergänzt das normale Zähneputzen.

Ist eine Mundspülung sinnvoll?

Mundspüllösungen können die Zahnpflege ergänzen. Fluoridhaltige Mundspülungen können dazu beitragen, Karies vorzubeugen. Bestimmte ätherische Öle wie Eukalyptol, Menthol und Thymol können bei Menschen mit Zahnfleischentzündungen, Zahnbelag und Entzündungen reduzieren und möglicherweise auch gegen Mundgeruch helfen.

Bei Mundspülungen mit Chlorhexidin ist dagegen Vorsicht geboten. Der Wirkstoff bekämpft auch nützliche Bakterien und kann dadurch die Mundflora beeinflussen. Solche Spülungen werden deshalb in der Regel nur in bestimmten Situationen eingesetzt, etwa bei akuten Entzündungen oder nach zahn- beziehungsweise kiefermedizinischen Eingriffen.

Ist ein Zungenreiniger sinnvoll?

Auch auf der Zunge können sich Bakterien ansiedeln. Das kann unter anderem Mundgeruch verursachen.

Mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste kannst du Beläge entfernen. Reinige besonders das hintere Drittel der Zunge, da sich dort besonders viele Bakterien befinden. Gehe dabei vorsichtig vor und spüle anschließend deinen Mund mit Wasser aus.

Fluoridgel als Ergänzung zur Zahnpflege

Fluoridhaltige Gele können zusätzlich vor Karies schützen. Du kannst deine Zähne einmal pro Woche nach dem normalen Zähneputzen zusätzlich mit einem Fluoridgel putzen.

Infografik „Hilfsmittel für die Zahnpflege“. In der Mitte eine lächelnde Person, umgeben von Symbolen und Bezeichnungen der empfohlenen Produkte: Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta, Interdentalbürste und Zahnseide, Zungenreiniger, Fluoridgel (einmal wöchentlich) und fluoridhaltige Mundspülung.

Hilfsmittel für gesunde Zähne: Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta, Interdentalbürste oder Zahnseide, Zungenreiniger, wöchentliches Fluoridgel und fluoridhaltige Mundspülung.

Wie beeinflusst deine Ernährung die Zahngesundheit?

Zahnpflege beginnt nicht erst mit der Zahnbürste. Auch deine Ernährung beeinflusst, wie stark deine Zähne belastet werden. Stärkehaltige Lebensmittel wie Chips oder Salzstangen werden durch Enzyme im Speichel in Zucker umgewandelt. Bakterien auf den Zähnen wandeln diesen Zucker wiederum in Säuren um. Diese können den Zahnschmelz angreifen und Karies begünstigen.

Deshalb solltest du möglichst wenig Zucker zu dir nehmen. Das betrifft nicht nur zugesetzten Zucker, sondern beispielsweise auch Zucker in Honig oder Fruchtsäften. Frisches Obst erhöht das Kariesrisiko weniger stark.

Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons können nach dem Essen zusätzlich die Speichelproduktion anregen. Der Speichel kann dabei helfen, zahnschädigende Säuren zu verdünnen.

Warum Zahnpflege auch für deinen Körper wichtig ist

Die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch kann mit der allgemeinen Gesundheit zusammenhängen. Untersuchungen zeigen unter anderem Zusammenhänge zwischen Karies beziehungsweise Parodontitis und Demenz sowie zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne ausgelassene Putzvorgänge unmittelbar krank machen. Entscheidend ist eine langfristig gute Mund- und Zahnpflege.

Zahnpflege in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen Zahnfleischentzündungen begünstigen. Auch häufiges Erbrechen kann die Zähne belasten, weil Magensäure den Zahnschmelz angreift. Eine zahnärztliche Kontrolle zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft ist deshalb sinnvoll.

Eine professionelle Zahnreinigung kann ebenfalls sinnvoll sein.

Zahnpflege bei Kindern

Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne und sind deshalb anfälliger für Karies. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder wenig Zucker essen und möglichst selten Fruchtsäfte oder Limonaden trinken.

Solange Kinder noch nicht selbst gründlich putzen können, sollten die Eltern das Zähneputzen übernehmen beziehungsweise unterstützen.

Zahnpflege bei Diabetes

Menschen mit Diabetes sollten besonders sorgfältig auf ihre Zahngesundheit achten. Sie haben ein dreifach erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung. Gleichzeitig kann eine Parodontitis die Blutzuckerwerte verschlechtern.

Regelmäßige Zahnpflege und Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis sind deshalb besonders wichtig.

Zahnpflege bei Zahnspange oder Implantaten

Bei einer festsitzenden Zahnspange können sich rund um Brackets und Drähte leicht Speisereste und Zahnbelag sammeln. Diese Stellen solltest du besonders gründlich mit Zahnbürste und Zahnseide reinigen.

Auch Implantate brauchen sorgfältige Pflege. Entzündet sich das Zahnfleisch rund um ein Implantat, kann die Entzündung im schlimmsten Fall auf den Kieferknochen übergehen und das Implantat lockern.

Wie oft solltest du zur Zahnvorsorge gehen?

Eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung ist etwa alle sechs Monate sinnvoll. Dabei kontrolliert die Zahnarztpraxis deine Zähne und dein Zahnfleisch und kann Probleme frühzeitig erkennen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr.

Video: Wie sind unsere Zähne aufgebaut?

Warum gesunde Zähne so wichtig sind – Aufbau, Funktion und Pflege im Überblick.

Die Rolle der Ernährung in der Zahnpflege

Schon bevor wir zur Zahnbürste greifen, können wir etwas für unsere Zähne tun. Beim Essen. Stark stärkehaltige Nahrungsmittel, vor allem zwischen den Mahlzeiten als Snacks in Form von Chips oder Salzstangen, mögen zwar lecker schmecken, aber: Die Stärke wird von Enzymen im Speichel schnell in Zucker umgewandelt – und der ist ein gefundenes Fressen für die Bakterien auf unseren Zähnen. Sie wandeln den Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen und Karies den Weg bereiten.

Es empfiehlt sich also generell, möglichst wenig Zucker zu sich zu nehmen. Das gilt nicht nur für industriell hergestellten Zucker, sondern auch für natürlichen Zucker, der etwa in Honig und Fruchtsäften enthalten ist. Aber keine Sorge, frische Früchte dürfen Sie weiterhin naschen: Sie enthalten zwar auch Zucker, erhöhen das Kariesrisiko aber weniger stark. Nach etwas Obst schadet es nicht, zuckerfreie Kaugummis zu kaufen oder Bonbons zu lutschen. Sie regen die Speichelproduktion an, was zahnschädigende Säuren verdünnen kann.

Zahnpflege in besonderen Lebensphasen und bei bestimmten Erkrankungen

In bestimmten Lebensphasen und bei manchen Krankheiten sind unsere Zähne anfälliger für Erkrankungen und machen eine besonders sorgfältige Zahnpflege erforderlich. Zu den betroffenen Gruppen gehören:

Schwangere

Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) begünstigen. Manche Frauen müssen vor allem zu Beginn der Schwangerschaft zudem häufig erbrechen, wobei die Magensäure den Zahnschmelz angreift. Schwangere sollten daher zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft einen Zahnarztbesuch zur Kontrolle ausmachen. Auch eine professionelle Zahnreinigung bietet sich an – als Barmer-Versicherte ist die Reinigung für Sie als werdende Mutter sogar kostenlos.

Mutter und Tochter putzen im Bad zusammen Zähne

Hier klappt das Putzen schon alleine: Können Kinder aber noch nicht selbst putzen, müssen die Eltern dies tun.

Kinder

Der Zahnschmelz kindlicher Milchzähne ist dünner und damit anfälliger für Karies als bei den zweiten Zähnen. Daher sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder wenig Zucker essen und möglichst selten Fruchtsäfte und Limonaden trinken. Außerdem sollten sie ihren Kindern, wenn diese es noch nicht selbst können, gründlich die Zähne putzen.

Menschen mit Diabetes

Diabetikerinnen und Diabetiker haben ein dreifach erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung – umgekehrt verschlechtert eine Parodontitis auch die Blutzuckerwerte. Menschen mit Diabetes sollten sich also gewissenhaft um ihre Zahngesundheit kümmern und regelmäßig einen Kontrolltermin in der Zahnarztpraxis vereinbaren.

Personen mit Zahnspangen oder Implantaten

Eine festsitzende Zahnspange stört manchmal bei der Zahnpflege. Doch um die Metallplättchen lagern sich leicht Essensreste und Zahnbelag ab, die mit Bürste und Zahnseide entfernt werden sollten. Die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde gibt Tipps, wie das am besten gelingt. Auch nach einem Zahnimplantat ist besondere Vorsicht geboten, denn eine Zahnfleischentzündung kann im schlimmsten Fall auf den Kieferknochen übergehen und das Implantat lockern.

Fazit: Eine gründliche Zahnpflege verhilft nicht nur zu einem strahlenden Lächeln, sondern tut auch dem restlichen Körper gut. Eine gründliche tägliche Mundhygiene, eine zahngesunde Ernährung und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen tragen dazu bei, dass Ihre Zähne möglichst lange gesund bleiben.

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