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Diabetes Typ 2: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Redaktion:

Dr. med. Carla Knobloch (Ärztin, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Luciano Arslan (Arzt, Content Fleet GmbH)

Bei Diabetes Typ 2 ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Symptome treten oft erst spät auf, dennoch können bereits in frühen Phasen Schäden an Blutgefäßen oder Nerven entstehen. Alles zu Symptomen, Ursachen, Therapie und Vorbeugung bei Diabetes Typ 2.

Definition: Was ist Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 ist eine Stoffwechselkrankheit, die sich meist über viele Jahre hinweg entwickelt. Wie der Diabetes Typ 1 gehört sie zur Erkrankungsgruppe Diabetes mellitus. Diabetes Typ 2 wird umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit oder Alterszucker genannt. In der Medizin ist die Erkrankung außerdem als Typ-2-Diabetes oder Diabetes Typ II bekannt.

Eine junge Frau schneidet Möhren und bereitet eine gesunde Mahlzeit zu.

Eine gesunde Ernährung senkt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Bei einem Diabetes Typ 2 ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Dadurch kann es zu zahlreichen Folgeerkrankungen kommen, etwa zu Herzkrankheiten.

Symptome: Woran ist Typ-2-Diabetes zu erkennen?

Betroffene haben anfangs meist keine oder nur uneindeutige Beschwerden. Daher bleibt Diabetes Typ 2 häufig über längere Zeit unbemerkt. 

Mögliche Anzeichen können sein:

  • Vermehrter Durst und häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsprobleme
  • Niedergeschlagene Stimmung
  • Juckreiz
  • Sehstörungen
  • Ungewollte Gewichtsabnahme oder -zunahme
  • Häufige Infekte (insbesondere der Haut)
  • Schlecht heilende Wunden

Ursachen: Wie entsteht Typ-2-Diabetes?

Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin. Fachleute sprechen von einer Insulinresistenz. 

Das bedeutet:

  • Die Körperzellen nehmen weniger Glukose aus dem Blut auf.
  • Als Folge bleibt zu viel Zucker im Blut.
  • Die Bauchspeicheldrüse produziert zunächst mehr Insulin, um das auszugleichen.
  • Auf Dauer werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt.
  • Zusätzlich zur Insulinresistenz entsteht dann ein Insulinmangel.

Risikofaktoren: Was begünstigt Diabetes Typ 2?

Verschiedene Faktoren können das Risiko erhöhen, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Dazu zählen unter anderem:

Häufig liegt vor der Erkrankung ein metabolisches Syndrom vor. Dabei treten mehrere Risikofaktoren gemeinsam auf, etwa Übergewicht oder Adipositas, Bluthochdruck sowie erhöhte Blutfettwerte und Blutzuckerwerte (aufgrund einer schon gestörten Blutzuckerregulation).

Diese Kombination erhöht deutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2.

Gut zu wissen: Das Risiko für Diabetes lässt sich über ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung entscheidend senken.

Verbreitung: Wie häufig ist Diabetes mellitus in Deutschland?

In Deutschland haben mehr als neun Millionen Menschen Typ-2-Diabetes. Dazu kommt eine hohe Dunkelziffer: Fachleute schätzen, dass mindestens zwei Millionen Deutsche mit einem bisher unerkannten Diabetes leben.

Pro Jahr erkranken 450.000 Personen neu an Typ-2-Diabetes. Dabei zeigten statistische Auswertungen der Jahre bis 2019 bei Menschen zwischen 20 und 39 Jahren einen Anstieg an Neuerkrankungen.

Obwohl Diabetes Typ 2 meist bei älteren Menschen auftritt, sind also inzwischen zunehmend auch jüngere Menschen betroffen.

Verlauf: Wie entwickelt sich Diabetes Typ 2?

Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft über mehrere Jahre. Da Beschwerden häufig fehlen oder unspezifisch sind, wird die Erkrankung meist erst spät erkannt.

Bleibt der Blutzucker dauerhaft erhöht, können:

  • Blutgefäße und die Nerven Schaden nehmen
  • Folgeerkrankungen entstehen
  • Akute Komplikationen wie eine schwere Über- oder Unterzuckerung auftreten

Eine frühzeitige Diagnose und gute Einstellung der Blutzuckerwerte sind daher besonders wichtig.

Überzuckerung: Wenn der Blutzucker stark erhöht ist

Wenn Diabetes Typ 2 nicht oder nicht angemessen behandelt wird, kann es zu einer starken Überzuckerung (hyperosmolare Hyperglykämie) kommen. Auch Stress und Infekte können eine starke Überzuckerung verursachen.

Mögliche Anzeichen für eine Überzuckerung:

  • Appetitlosigkeit oder Übelkeit, eventuell Erbrechen
  • Sehr starker Durst
  • Sehr häufiges Wasserlassen
  • Anzeichen von Austrocknung wie ein trockener Mund
  • Ausgeprägtes Schwächegefühl und Bewusstseinseintrübung
  • Blutdruckabfall und Herzrasen

Die Folgen: Im Extremfall kann eine starke Überzuckerung zu Bewusstlosigkeit und diabetischem Koma führen, das ist eine lebensbedrohliche Komplikation. Ein Verdacht sollte deshalb schnell ärztlich abgeklärt werden.

Unterzuckerung: Wenn der Blutzucker zu niedrig ist

Sinkt dagegen der Blutzucker zu stark, etwa durch eine falsche Dosierung von Medikamenten, zu wenig Nahrung, zu viel Alkohol oder große körperliche Anstrengung, kann eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen.

Anzeichen für eine Unterzuckerung: 

Die Folgen: Eine Unterzuckerung kann im Extremfall zu Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und zu Organversagen führen und ist daher besonders gefährlich. 

Was dann zu tun ist: Ist die betroffene Person bewusstlos, sollte sofort über den Notruf (112) medizinische Hilfe angefordert werden. Ist die Person bei Bewusstsein, sollte sie unverzüglich Kohlenhydrate zu sich nehmen, zum Beispiel Traubenzucker. Auch der Blutzucker sollte gemessen und die Unterzuckerung ärztlich abgeklärt werden.

Folgeerkrankungen: Spätfolgen bei Typ-2-Diabetes

Ist der Blutzuckerspiegel über längere Zeit erhöht, kann dies Folgen für das Immun- und Nervensystem haben und die kleinen und großen Blutgefäße schädigen. Dadurch kann es etwa zu Arteriosklerose kommen.

Zu sehen ist eine Illustration möglicher Folgeerkrankungen von Diabetes Typ 2

Mögliche Folgeerkrankungen bei Diabetes Typ 2 reichen von Herz‑Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt bis hin zu Nervenschäden, Nierenproblemen und Sehstörungen.

Mögliche Spätfolgen bei Diabetes Typ 2 betreffen unter anderem:

  • Herz und Kreislauf: Arteriosklerose kann zu einer koronaren Herzkrankheit, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen.
  • Nerven: Nervenschäden (diabetische Neuropathie) können Taubheitsgefühle oder Schmerzen in Füßen oder Händen hervorrufen sowie die Verdauung oder den Herzschlag beeinträchtigen. Beschwerden treten meist erst im späteren Krankheitsverlauf auf.
  • Sexualität: Erektionsstörungen treten bei Diabetes Typ 2 häufiger auf, unter anderem durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen.
  • Füße: Verminderte Schmerzempfindung und Durchblutungsstörungen können dazu führen, dass Verletzungen unbemerkt bleiben und schlecht heilende Wunden entstehen (diabetisches Fußsyndrom).
  • Augen: Schäden der kleinen Blutgefäße im Auge können zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen.
  • Nieren: In Kombination mit Bluthochdruck kann es zu einer diabetischen Nierenerkrankung kommen.
  • Zähne: Das Risiko für Parodontitis ist bei Menschen mit Typ 2-Diabetes erhöht.
  • Immunsystem: Bei dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel steigt die Anfälligkeit für Infektionen.

Wichtig zu wissen: Eine individuell abgestimmte und durchgängig durchgeführte Diabetestherapie mit einer stabilen Blutzuckereinstellung hilft, Komplikationen und Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Diagnose: Wie wird Typ-2-Diabetes festgestellt?

Bei Verdacht auf einen Diabetes Typ 2 ist die Hausarztpraxis oder eine diabetologisch spezialisierte Praxis die erste Anlaufstelle. Nach einem Gespräch zu Beschwerden und Lebensgewohnheiten sowie der körperlichen Untersuchung folgen meist Blutuntersuchungen. Dazu können gehören: 

  • Nüchtern-Glukose: Für diesen Wert wird die Blutprobe morgens vor dem Frühstück abgenommen, wenn die letzte Mahlzeit mehrere Stunden zurückliegt.
  • Gelegenheitsplasmaglukose: Die Patientinnen und Patienten müssen dafür nicht nüchtern sein. Dieser Wert ist nur dann aussagekräftig, wenn er viel zu hoch ist.
  • Langzeitwert HbA1c: Zucker lagert sich im Blut an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin an. Der Zucker-Hämoglobin-Wert HbA1c ermöglicht Rückschlüsse auf die Höhe des Blutzuckerspiegels in den vergangenen Wochen.
  • Oraler Glukosetoleranztest oGTT: Dieser Test misst, wie schnell der Blutzuckerspiegel innerhalb einer bestimmten Zeitspanne wieder sinkt, nachdem eine Zuckerlösung getrunken wurde. Er wird als Bestätigungstest eingesetzt, wenn die Werte der anderen Testungen beispielsweise im Grenzbereich liegen.

Gut zu wissen: Ein einmalig zu hoher Zuckerwert bedeutet nicht gleich Diabetes. Für die gesicherte Diagnose müssen mindestens zwei verschiedene Messungen erhöhte Werte anzeigen. 

Frauen machen Sport im Tanzstudio

Bewegung senkt den Blutzucker, stärkt Herz und Gefäße und ist ein fester Teil der Diabetes‑Behandlung.

Therapie: Wie wird Diabetes Typ 2 behandelt?

Die Behandlung von Diabetes Typ 2 soll die Lebensqualität verbessern sowie Komplikationen und Folgeerkrankungen verhindern.

Sie umfasst stufenweise angeordnete Maßnahmen für einen gesunden Lebensstil sowie eine Therapie mit Medikamenten. Durch viel Bewegung und die richtige Ernährung lässt sich bei Diabetes Typ 2 in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung der Blutzuckerwerte erreichen. 

Diese individuellen Umstände werden bei der Therapie berücksichtigt:

  • Ausprägung des Diabetes
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Mögliche Begleiterkrankungen
  • Persönliche Präferenzen

Stufe 1: Lebensstiländerung

Die Maßnahmen der ersten Stufe (Basistherapie) bilden die Grundlage jeder Behandlung von Diabetes Typ 2. Sie sollen den Blutzucker senken sowie Herz- und Gefäßkrankheiten vorbeugen. Diese Maßnahmen bleiben auch in den weiteren Therapiestufen bestehen. 

Zur Basistherapie gehören:

Nach drei bis sechs Monaten überprüft die Ärztin oder der Arzt, wie die Basistherapie sich auf den Typ-2-Diabetes ausgewirkt hat. Konnte das Therapieziel erreicht werden, sind keine Medikamente nötig und neben der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle des Diabetes reicht es, weiterhin einen aktiven und gesunden Lebensstil zu pflegen.

Stufe 2: Medikamente

Reicht die Basistherapie nicht aus, kommt eine Behandlung der Stufe 2 infrage. Zusätzlich zur Basistherapie wird ein Antidiabetikum verordnet, also ein Medikament, das den Blutzucker senkt.

Ob die Behandlung wirkt, lässt sich immer erst nach einigen Monaten feststellen. Daher sollte sie immer drei bis sechs Monate konsequent beibehalten werden, bevor die Medikamente anpasst werden.

Stufe 3: Kombinationstherapie oder Insulin

Können die Blutzuckerwerte noch nicht ausreichend gesenkt werden, können zusätzliche Medikamente zum Einsatz kommen. 

Auch dann, wenn die Betroffenen beispielsweise bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, sollte direkt mit einer Kombination aus Medikamenten begonnen werden. Verschiedene Medikamentengruppen sind möglich. Sie fördern zum Beispiel die Wirkung von Insulin oder regen die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten.

Bei Medikamentenunverträglichkeiten ist alternativ bereits in dieser Stufe eine Behandlung mit Insulin möglich.

Stufe 4: Insulin

Sind die Blutzuckerwerte nach den ersten drei Stufen weiterhin zu hoch, kann Insulin eingesetzt werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die körpereigene Insulinproduktion nicht mehr ausreicht und eine Basistherapie allein oder in Kombination mit blutzuckersenkenden Medikamenten die Therapieziele nicht erreicht.

Insulin wird unter die Haut gespritzt. In Schulungen lernen Menschen mit Diabetes, wie sie die Anwendung sicher und selbstständig durchführen.

Ergänzende Maßnahmen 

Neben der Behandlung des erhöhten Blutzuckerspiegels kann außerdem Folgendes nötig sein:

  • Zu hohen Blutdruck senken
  • Zu hohe Blutfettwerte reduzieren
  • Bei Übergewicht abnehmen

Diabetes kann emotional belasten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit Diabetes etwa doppelt so häufig depressive Störungen entwickeln wie Menschen ohne Diabetes.

Vorbeugung: Wie kann Diabetes Typ 2 vorgebeugt werden?

Wer sich abwechslungsreich ernährt, sich regelmäßig bewegt und normalgewichtig ist, hat in der Regel ein niedriges Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Menschen mit einem erhöhten Risiko können durch einen gesunden Lebensstil und eine Gewichtsabnahme ihr Risiko senken und ihre Gesundheit fördern. Diese Maßnahmen helfen auch, der Entstehung von Folgeerkrankungen vorzubeugen beziehungsweise sie hinauszuzögern.

Praktische Maßnahmen: Was ist bei Diabetes Typ 2 noch zu beachten?

Die Diagnose Diabetes Typ 2 bedeutet nicht, ab sofort strikt auf Geburtstagseinladungen und Restaurantbesuche verzichten zu müssen. Menschen mit Diabetes können lernen, wie sie ihre Medikamentendosis mit dem geplanten Essen abstimmen.

Außerdem wichtig:

  • Alkohol reduzieren: Wenig oder kein Alkohol, da er Unterzuckerung begünstigen kann.
  • In Bewegung bleiben: Schon ein aktiver Alltag senkt den Blutzucker, verbessert die Insulinwirkung und hilft beim Gewicht. Am besten: Bewegung, die Spaß macht.
  • Füße im Blick behalten: Regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf professionelle Fußpflege nutzen – besonders bei Nervenschäden.

Fazit: Diabetes auf einen Blick

  • Symptome: Die ersten Anzeichen bei Diabetes mellitus Typ 2 sind oft unspezifisch, zum Beispiel Müdigkeit, Erschöpfung und starker Durst.
  • Ursachen: Das Hormon Insulin kann seine Wirkung nicht mehr vollständig entfalten. Die Körperzellen nehmen deshalb zu wenig Zucker aus dem Blut auf, dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht.
  • Risikofaktoren: Neben erblichen Faktoren spielen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Diabetes Typ 2.
  • Verlauf: Bleibt Diabetes Typ 2 unbehandelt, können Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sehprobleme und Nervenschäden entstehen.
  • Diagnose: Die Ärztin oder der Arzt führt Blutuntersuchungen durch und stellt so fest, wie hoch die Zuckerwerte im Blut sind.
  • Therapie: Wichtig sind insbesondere gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Spezielle Medikamente und Insulin können zusätzlich helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken.
  • Vorbeugung: Dabei helfen vor allem Normalgewicht, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Regelmäßige ärztliche Check-ups ermöglichen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Häufige Fragen und Antworten zu Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, die sich meist über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren entwickelt. Bei dieser Krankheit ist der Zuckerspiegel im Blut dauerhaft zu hoch. Die Erkrankung ist auch unter den Bezeichnungen Zuckerkrankheit oder Alterszucker bekannt. Durch den ständig erhöhten Blutzucker können verschiedene Folgekrankheiten entstehen, beispielsweise Herzprobleme. 
Der Körper entwickelt eine sogenannte Insulinresistenz – das bedeutet, die Zellen reagieren nicht mehr richtig auf das Hormon Insulin. Dadurch gelangt weniger Zucker aus dem Blut in die Zellen, wo er gebraucht wird, und der Blutzuckerspiegel bleibt erhöht. Am Anfang versucht die Bauchspeicheldrüse, dies durch eine erhöhte Insulinproduktion auszugleichen. Diese Überproduktion schädigt jedoch mit der Zeit die Bauchspeicheldrüse, sodass sie immer weniger Insulin herstellen kann. 
Am Anfang bemerken Betroffene häufig gar nichts oder nur unklare Beschwerden, weshalb die Erkrankung oft lange unentdeckt bleibt. Mögliche Warnzeichen sind starkes Durstgefühl und häufige Toilettengänge, außerdem Erschöpfung, Müdigkeit und Schwierigkeiten bei der Konzentration. Weitere Anzeichen können Juckreiz, Probleme beim Sehen, Schwindel oder ungewollte Gewichtsveränderungen sein. Auch Infektionen, die häufiger auftreten, und Wunden, die schlecht verheilen, können auf die Krankheit hinweisen. 
Bei einem Verdacht ist die Hausarztpraxis oder eine auf Diabetologie spezialisierte Praxis die richtige Anlaufstelle. Regelmäßige ärztliche Check-ups zur Früherkennung sind wichtig, um die Erkrankung möglichst früh zu erkennen. Besonders dringend ist ein Arztbesuch, wenn Anzeichen einer Überzuckerung oder Unterzuckerung auftreten, da diese gefährlich werden können. 
Menschen mit einer familiären Vorbelastung haben ein erhöhtes Risiko, ebenso Personen mit ungesunder Ernährung, wenig Bewegung sowie Raucherinnen und Raucher. Auch bestimmte Krankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht oder ein früherer Schwangerschaftsdiabetes erhöhen die Gefahr. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem sogenannten metabolischen Syndrom, bei dem mehrere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfett- sowie Blutzuckerwerte zusammenkommen. Während hauptsächlich ältere Menschen erkranken, sind inzwischen zunehmend auch jüngere betroffen.
Der Arzt oder die Ärztin erkundigt sich zunächst nach den Lebensgewohnheiten und möglichen Beschwerden. Anschließend werden verschiedene Blutwerte untersucht, zum Beispiel der Nüchternblutzucker (morgens vor dem Frühstück gemessen) oder der HbA1c-Wert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten Wochen zeigt. Manchmal wird auch ein spezieller Test durchgeführt, bei dem eine Zuckerlösung getrunken und dann beobachtet wird, wie schnell der Blutzuckerspiegel wieder sinkt. Um die Diagnose abzusichern, müssen erhöhte Werte mindestens zweimal gemessen werden. 
Für die Diagnose werden verschiedene Blutwerte herangezogen: der Nüchternblutzucker, die Gelegenheitsglukose und der Langzeitwert HbA1c. Gegebenenfalls wird ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. 
Die Behandlung erfolgt in verschiedenen Stufen, beginnend mit einer Änderung des Lebensstils durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung. Wenn diese Basismaßnahmen nicht ausreichen, kommt in der zweiten Stufe ein antidiabetisches Medikament hinzu, um den Blutzucker zu senken. In weiteren Stufen können verschiedene Medikamente kombiniert oder Insulin eingesetzt werden. Zusätzlich kann es notwendig sein, den Blutdruck zu senken, die Blutfettwerte zu reduzieren oder bei Übergewicht abzunehmen. Die Behandlung wird immer individuell angepasst und berücksichtigt dabei Alter, Gesundheitszustand und persönliche Vorlieben.
Ja, durch die richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Blutzuckerwerte bei Diabetes Typ 2 oft deutlich verbessert werden. Diese Maßnahmen zur Lebensstiländerung bilden die Grundlage jeder Behandlung und werden auch Basistherapie genannt. Wenn damit das Behandlungsziel erreicht wird, sind manchmal gar keine Medikamente erforderlich. Körperliche Aktivität hilft dabei, den Blutzucker zu senken, die Insulinwirkung zu verbessern und das Gewicht zu kontrollieren. Auch zur Vorbeugung sind eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sehr wichtig. 
Ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel kann Blutgefäße und Nerven schädigen. Daraus können ernste Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen. Mögliche weitere Folgen sind Nervenschäden mit Taubheitsgefühlen, das diabetische Fußsyndrom mit schlecht heilenden Wunden, Sehstörungen bis zur Erblindung sowie Nierenschäden. Auch akute Notfälle wie ein diabetisches Koma bei zu hohem Blutzucker oder eine gefährliche Unterzuckerung können auftreten. Eine gut eingestellte und konsequent durchgeführte Behandlung hilft, solche Komplikationen zu vermeiden oder hinauszuzögern.

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Literatur

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