Frau putzt sich die Zähne
Zahngesundheit

Zahnaufbau: Woraus bestehen Zähne und wie pflegt man sie richtig?

Lesedauer weniger als 10 Min

Redaktion:

Luciano Arslan (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Janis Lahmer (Zahnarzt)

Aufbau und Struktur der Zähne: Drei Fragen, drei Antworten

Wie ist ein Zahn aufgebaut?

Jeder Zahn hat eine Krone, einen Hals und eine Wurzel. Die Zahnkrone ragt sichtbar aus dem Zahnfleisch heraus. Der Zahnhals verbindet die Krone mit der Zahnwurzel, die tief im Kiefer verankert ist.

Woraus besteht ein Zahn?

Im Inneren eines Zahns befindet sich das Zahnmark mit Nerven und Blutgefäßen. Darüber liegt das Dentin. Zahnschmelz schützt das Dentin im Bereich der Krone, Zahnzement im Bereich der Wurzel.

Wie hält der Zahn im Kiefer?

Der Zahn sitzt mit seiner Wurzel in einer Vertiefung des Kiefers (Alveole) und ist über die Wurzelhaut elastisch mit dem Kieferknochen verbunden. Das Zahnfleisch dichtet den Zahnhals ab.

Unsere Zähne leisten Erstaunliches: Bei jedem Zubeißen sind sie enormen Kräften ausgesetzt – und dennoch bleiben sie in der Regel unversehrt. Was genau macht die Zähne so hart und widerstandsfähig? Wieso halten sie so viel aus? Ein Blick in ihr Inneres offenbart ein ausgeklügeltes System aus Schichten, das Stabilität und Flexibilität gekonnt miteinander vereint.

Welche Zähne gibt es und welche Funktionen haben sie?

52 – so viele Zähne besitzt jeder Mensch schon vor der Geburt. Erst wachsen die 20 Milchzähne heran, später folgen die 32 bleibenden Zähne. Sie bilden das sogenannte Dauergebiss und sind die lebenslangen Werkzeuge zum Beißen und Kauen.

Ein Blick in den Mund zeigt eine erstaunliche Vielfalt an Formen: Schmale, scharfe Schneidezähne in der Front zum Abbeißen, daneben spitze Eckzähne zum Reißen, und hinten die Backenzähne zum Zermahlen und Zerkleinern der Nahrung. Doch so unterschiedlich sie auch aussehen, sind alle Zähne nach demselben Prinzip gebaut, von außen wie von innen. Dieser einzigartige Bauplan ermöglicht es unseren Zähnen, enormen Kräften beim Kauen standzuhalten. Immerhin können beim Zubeißen Kräfte von über 800 Newton erreicht werden. Das entspricht dem Gewicht eines etwa 80 Kilogramm schweren Körpers.
 

Welchen Aufbau haben die Zähne?

Der äußere Aufbau der Zähne ist gar nicht so kompliziert. Doch wer einen Zahn im Mund betrachtet, sieht nur ein Stück des kleinen Organs. Der sichtbare Teil über dem Zahnfleisch ist die Spitze eines erstaunlich komplexen Gebildes. Jeder Zahn, egal ob Schneidezahn, Eckzahn oder Mahlzahn, besteht aus einer Zahnkrone, einem Zahnhals und einer Zahnwurzel.

So ist ein Zahn aufgebaut: Außen schützt der harte Zahnschmelz, darunter liegt das Dentin. Im Inneren befindet sich das Zahnmark mit Nerven und Blutgefäßen – es hält den Zahn lebendig.

So ist ein Zahn aufgebaut: Außen schützt der harte Zahnschmelz, darunter liegt das Dentin. Im Inneren befindet sich das Zahnmark mit Nerven und Blutgefäßen – es hält den Zahn lebendig.

  • Zahnkrone (Corona dentis): Sie ist der sichtbare Teil, den wir beim Lächeln zeigen, mit der Zunge ertasten und täglich putzen. Sie ragt aus dem Zahnfleisch heraus und kommt direkt mit der Nahrung in Berührung.
  • Zahnhals (Cervix dentis): Das ist die schmale Übergangszone zwischen der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Der Zahnhals ist besonders sensibel, denn hier endet der Schutz der harten Außenschicht der Zahnkrone, der sogenannte Zahnschmelz. Daher ist der Zahnhals für gewöhnlich von Zahnfleisch bedeckt. Erst wenn sich das Zahnfleisch aufgrund von Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) zurückzieht, kommt er zum Vorschein.
  • Zahnwurzel (Radix dentis): Sie ist der untere Teil des Zahns und ist in einer knöchernen Vertiefung des Ober- oder Unterkiefers, der sogenannten Zahnalveole, verankert. Durch winzige Öffnungen an der Wurzelspitze treten feine Blutgefäße und Nerven in den Zahn ein. Sie versorgen ihn mit Nährstoffen und halten ihn lebendig.

Sind Zähne Knochen – und woraus bestehen sie genau? 

Zähne sind keine Knochen. Obwohl sowohl Zähne als auch Knochen zu den sogenannten mineralisierten Geweben des Körpers gehören und ähnliche Bestandteile enthalten, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Struktur, Entwicklung und Funktion. 

Aber aus was bestehen Zähne, was genau ist ihre Struktur? Zähne bestehen aus einem komplexen System aus harten und weichen Schichten. Im Zusammenspiel machen diese Schichten den Zahn stark genug, um Körner und Nüsse zu zermahlen, und gleichzeitig sensibel genug, um die feinste Temperaturveränderung wahrzunehmen.

Zahnbein (Dentin)

Das Zahnbein bildet die Hauptmasse der Zahnkrone, des Zahnhalses und der Zahnwurzel. Es besteht zu rund 70 Prozent aus Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat, zu 20 Prozent aus Kollagenfasern und zu 10 Prozent aus Wasser. Diese Struktur verleiht dem Zahnbein Festigkeit, aber auch die nötige Elastizität, um den Kaudruck abzufangen, ohne dabei zu brechen. Spezialisierte Zellen, sogenannte Odontoblasten, die im Inneren des Zahns liegen, bilden fortlaufend neues Dentin. Die Odontoblasten besitzen feine, lange Zellfortsätze, die sich durch winzige Kanälchen durch das gesamte Dentin ziehen. Eine wichtige Aufgabe der Zellfortsätze ist es, Reize weiterzuleiten, etwa bei Kälte oder Hitze.

Zahnschmelz (Enamelum)

An der Krone ist das Zahnbein von Zahnschmelz überzogen. Er bildet die äußerste, glänzende Schicht, die unseren Zähnen ihr weißes Strahlen verleiht. Er ist das härteste Material des menschlichen Körpers. Der Zahnschmelz der Zähne ist härter als Knochen und sogar härter als Stahl. Das liegt daran, dass Zahnschmelz zu einem sehr hohen Anteil aus Hydroxylapatit-Kristallen besteht. Diese Kristalle enthalten besondere Mineralstoffverbindungen und verleihen dem Schmelz seine außerordentliche Härte und Bruchfestigkeit. Der Schmelz dient dazu, das empfindlichere Zahnbein vor Hitze, Kälte, Säuren und mechanischem Druck zu schützen. Der Zahnschmelz enthält im Gegensatz zum Zahnbein jedoch keine Zellen. Er kann sich somit nicht erneuern. Ist er einmal beschädigt, etwa durch Karies oder Säure, kann der Körper ihn nicht mehr regenerieren. 

Zahnzement (Cementum)

Die Zahnwurzel ist vom Zahnzement bedeckt. Dieser Zement hat natürlich nichts mit Bauzement zu tun, lässt sich aber in seiner Funktion analog zu Zement betrachten. Denn der Zahnzement schützt nicht nur die Zahnwurzel, sondern verbindet auch den Zahn mit dem Zahnhalteapparat. Er dient somit als Verankerungsgewebe und ermöglicht die stabile Befestigung des Zahns im Kieferknochen. 

Zahnmark (Pulpa)

Im Inneren des Zahns liegt die Pulpa, das Zahnmark. Sie besteht aus Blutgefäßen, Lymphbahnen und Nervenfasern. Das Zahnmark versorgt den Zahn mit Sauerstoff und Nährstoffen und macht ihn schmerzempfindlich. Die Pulpa ist essenziell für die Immunfunktion des Zahns. Solange sie intakt bleibt, ist der Zahn vital. Stirbt das Zahnmark ab, beispielsweise durch eine Entzündung, die nicht rechtzeitig behandelt wird, bleibt nur die harte Hülle des Zahns übrig: funktionsfähig, aber ohne inneres Leben.
 

Wie sind die Zähne im Kiefer befestigt?

Damit ein Zahn den enormen Kräften beim Kauen standhält, muss er fest im Kiefer sitzen – und sich gleichzeitig ein winziges Stück bewegen können, um die Kaufkräfte abzufangen. Diese Balance zwischen Stabilität und Flexibilität übernimmt unter anderem der Zahnhalteapparat. Er besteht aus der Wurzelhaut, dem Alveolarknochen, dem Zahnfleisch sowie dem Zahnzement. Der Zahnzement kann damit sowohl zum Zahn als auch zum Zahnhalteapparat gezählt werden.

Jede Zahnwurzel, also die untere Hälfte des Zahns, steckt in einer Vertiefung, einem sogenannten Zahnfach (Alveole), des Ober- oder Unterkiefers. Diesen Abschnitt des Kiefers nennt man Alveolarknochen.

Allerdings sitzt der Zahn dort nicht fest wie ein Nagel im Holz. Zwischen Zahnwurzel und Kieferknochen befindet sich eine feine Schicht, die Wurzelhaut. Sie verbindet den schützenden Zahnzement elastisch mit dem Knochen. Diese Verbindung sorgt dafür, dass sich der Zahn bei jedem Biss minimal bewegen kann. So können die Kaukräfte abgefedert werden. Das schützt sowohl den Zahn als auch den Kieferknochen.

Das Zahnfleisch überzieht den oberen Rand der Zahnfächer und der Kieferknochen. Es schmiegt sich dicht an den Zahnhals. So schützt das Zahnfleisch vor Bakterien und stabilisiert den Übergang zwischen Zahn und Kiefer.
 

Wie lassen sich Zähne optimal schützen und erhalten? 

So widerstandsfähig Zähne auch sind: Einmal beschädigt, können sie kaum heilen. Der Zahnschmelz kann sich nur sehr bedingt regenerieren, und auch zurückgebildetes Zahnfleisch wächst nicht nach. Entzündungen und Karies vorzubeugen, ist daher entscheidend, um den natürlichen Zahnaufbau zu bewahren.

Mädchen mit Grashalm zwischen den Zähne

Durch den besonderen Aufbau unserer Zähne sind sie sehr widerstandsfähig. Aber: Nur mit der richtigen Pflege bleiben sie lange gesund.

Mit diesen einfachen Gewohnheiten lassen sich Zähne langfristig schützen:

  • Fluorid stärkt den Zahnschmelz, indem es Mineralien in die Kristallstruktur des Zahnschmelzes einlagert. Dieser Prozess heißt Remineralisierung. So wird die Oberfläche härter und widerstandsfähiger gegen Säuren, die beim Essen oder durch Bakterien an den Zahn gelangen.
  • Eine zuckerarme Ernährung schützt zusätzlich. Zucker ist der Hauptbrennstoff jener Bakterien, die Karies verursachen. Sie wandeln ihn in Säuren um, die den Schmelz langsam auflösen. Auch der Verzicht auf Softdrinks und Fruchtsäfte hilft: Sie greifen den Zahnschmelz noch zusätzlich mit Säuren an.
  • Regelmäßige Zahnpflege ist ebenso wichtig. Es wird empfohlen, mindestens zweimal täglich für mindestens zwei Minuten sanft die Zähne zu putzen. So werden Beläge entfernt, bevor sie sich zu Zahnstein verhärten. Aber aufgepasst: Zu starkes Bürsten kann den Schmelz abtragen und das Zahnfleisch schädigen.

So bleiben die Zähne stark und das Fundament eines gesunden Lächelns erhalten. Zähne sind wahre Meisterwerke der Natur: hart wie Stein und doch lebendig, präzise gebaut und fein aufeinander abgestimmt. Jede Schicht – von der glänzenden Krone bis zur tiefen Wurzel – erfüllt eine eigene Aufgabe und trägt zur Zahnfunktion bei.

Ob Schneiden, Kauen oder Lächeln: Ohne Zähne sind viele alltägliche Vorgänge nicht möglich. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zähne oft erst dann Beachtung finden, wenn sie schmerzen. Wer den komplexen Aufbau eines Zahns versteht, weiß seine Zähne als lebenslange Begleiter und eben nicht nur als bloße Werkzeuge zu schätzen.

Häufige Fragen und Antworten zum Zahnaufbau

Ein Zahn setzt sich aus drei Bereichen zusammen: der Krone, dem Hals und der Wurzel. Die Zahnkrone ist der sichtbare obere Teil, der aus dem Zahnfleisch herausragt. Der Zahnhals bildet die Übergangszone zwischen Krone und Wurzel. Die Zahnwurzel verankert den Zahn fest im Kieferknochen. 
Der Schmelz bildet die äußerste Schicht der Zahnkrone und ist das härteste Material im menschlichen Körper. Er schirmt das darunter liegende, empfindlichere Zahnbein vor äußeren Einflüssen wie Temperaturschwankungen, Säuren und mechanischem Druck ab. Da er keine Zellen enthält, kann er sich bei Schäden nicht selbst erneuern. Seine besondere Härte verdankt der Zahnschmelz den mineralischen Kristallen, aus denen er hauptsächlich besteht.
Das Dentin macht den Großteil der Zahnsubstanz aus und durchzieht Krone, Hals und Wurzel. Es kombiniert Festigkeit mit Elastizität, sodass beim Kauen entstehende Kräfte abgefangen werden, ohne dass der Zahn bricht. Durch feine Kanäle im Dentin werden Reize wie Wärme oder Kälte weitergeleitet. Spezialisierte Zellen produzieren kontinuierlich neues Dentin.
Die Pulpa heißt auch Zahnmark und liegt im Zentrum des Zahns. Sie ist gewissermaßen sein innerer Kern. Die Pulpa enthält Blutgefäße, Lymphbahnen und Nervenfasern, die den Zahn lebendig halten. Von hier aus wird der Zahn mit Nährstoffen und Sauerstoff beliefert. Zudem ist die Pulpa für die Schmerzempfindlichkeit und Immunfunktion des Zahns zuständig.
Die Wurzel bildet den unteren, nicht sichtbaren Bereich des Zahns und sorgt für dessen Verankerung im Kieferknochen. Durch winzige Öffnungen an ihrer Spitze gelangen Nerven und Blutgefäße ins Zahninnere. Sie versorgt den Zahn mit lebenswichtigen Nährstoffen. Dank ihrer kräftigen Struktur kann die Wurzel die enormen Kaukräfte beim Essen aufnehmen.
Der Zahn steckt mit seiner Wurzel in einer knöchernen Vertiefung, dem sogenannten Zahnfach. Zwischen Wurzel und Knochen liegt eine elastische Schicht, die Wurzelhaut, die eine flexible Verbindung herstellt. Diese ermöglicht minimale Bewegungen beim Kauen und federt die Kaukräfte ab. Das Zahnfleisch umschließt den Zahnhals und dichtet den Übergang zwischen Zahn und Kiefer ab.
Milchzähne haben grundsätzlich dieselbe Struktur wie bleibende Zähne, sind aber weniger widerstandsfähig. Ihr Schmelz ist dünner und weniger hart, das Dentin weicher, weshalb sie anfälliger für Karies sind. Die Wurzeln sind kürzer und werden beim Zahnwechsel nach und nach abgebaut. Bleibende Zähne sind größer, stabiler und für eine jahrzehntelange Belastung ausgelegt.
Im Mund finden sich verschiedene Zahnformen mit unterschiedlichen Aufgaben. Vorne sitzen schmale Schneidezähne zum Abbeißen, daneben spitze Eckzähne zum Reißen. Im hinteren Bereich befinden sich Backenzähne, die zum Zermahlen und Zerkleinern der Nahrung dienen. Trotz ihrer unterschiedlichen Formen folgen alle Zähne demselben grundlegenden Bauplan.
Fluoridhaltige Zahnpasta stärkt den Schmelz durch Einlagerung von Mineralien und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren. Eine zuckerarme Ernährung entzieht kariesverursachenden Bakterien die Nahrungsgrundlage. Zweimal täglich mindestens zwei Minuten sanft die Zähne zu putzen, entfernt schädliche Beläge. Der Verzicht auf säurehaltige Getränke wie Softdrinks schont den Zahnschmelz zusätzlich. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen, Schäden frühzeitig zu erkennen.

Literatur und weiterführende Informationen

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