Vater und Tochter putzen sich die Zähne
Zahngesundheit

So finden Sie die beste Zahnbürste

Lesedauer weniger als 6 Min

Redaktion:

Ulrike Schnyder (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Luciano Arslan (Arzt, Content Fleet GmbH)

Faktencheck Zahnbürste: Darauf kommt es wirklich an

Elektrisch putzt gründlicher

Elektrische Zahnbürsten entfernen mehr Plaque als Handzahnbürsten – und sind dank Timer und Drucksensor einfacher zu handhaben.

Borstenform schlägt Material

Ob Nylon oder Naturborste: Wichtiger als das Material ist die Form. Schräge, spitz zulaufende Borsten reinigen etwas besser und sanfter als gerade, abgerundete Borsten.

Individuelle Zahnpflege zählt

Nicht jede Zahnbürste passt zu jedem Mund. Kinder, ältere Menschen und Personen mit Einschränkungen brauchen passende Modelle, um optimal Zähne zu putzen.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste eigene Zahnbürste? Vielleicht war sie blau oder pink, mit Dinosauriern oder Glitzer. Als Erwachsene stellen wir uns beim Zahnbürstenkauf eine andere Frage als die nach der Optik: Welche Zahnbürste ist die beste? Das hängt von mehreren Faktoren ab, etwa wie anfällig Sie für Zahnfleischverletzungen sind. Welche Zahnbürste am besten zu Ihnen passt, wann Sie die Bürste wechseln und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Warum ist die Wahl der Zahnbürste so wichtig?

Zähneputzen gehört für die meisten Menschen so selbstverständlich zum Alltag wie der erste Kaffee am Morgen. Doch die wenigsten denken darüber nach, ob sie eigentlich die richtige Zahnbürste in der Hand halten. Dabei ist die Wahl des Putzgeräts nicht unwichtig: Die ideale Zahnbürste hilft zum einen dabei, Plaque besser zu entfernen – also den Belag, der Karies und Zahnfleischentzündungen verursacht. Zum anderen schützt auch das Zahnfleisch vor kleinen Verletzungen. Wer mit zu harten Borsten oder zu viel Druck putzt, kann seinem Gebiss mehr schaden als nutzen.

Doch jeder Mund ist anders. Kinder benötigen andere Bürstenköpfe als Erwachsene oder Senioren mit eingeschränkter Beweglichkeit. Auch die Technik zählt – manche kommen mit einer Handzahnbürste gut zurecht, andere profitieren von elektrischen Modellen mit Timer und Drucksensor, die das Putzen nicht nur effektiver, sondern oft auch motivierender machen. Somit ist die Wahl der optimalen Zahnbürste eine sehr individuelle Entscheidung.

Kurz gesagt: Die richtige Zahnbürste ist kein Luxus, sie ist ein täglicher Gesundheitshelfer. Und deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Zahnbürste ist am besten – und welche passt zu mir und meiner Zahnpflege?

Manuell oder elektrisch: Welche ist die beste Zahnbürste?

In den 1960er-Jahren surrten die ersten elektrische Zahnbürsten in deutschen Badezimmern – damals hingen sie noch am Stromkabel. Und fast genauso lange stellt sich die Frage: lieber eine Handzahnbürste oder eine elektrische Zahnbürste? Objektiv betrachtet gewinnen die elektrischen Modelle: Sie entfernen in langfristigen Vergleichen etwa 10 bis 20 Prozent mehr Bakterien und Zahnbelag und sind meist einfacher zu benutzen. Viele Modelle warnen per Ton oder Vibration, wenn mit zu starkem Druck geputzt wird – denn das kann das Zahnfleisch schädigen. Dank integriertem Timer piepen und blinken die Bürsten, wenn zwei Minuten vergangen sind, und erinnern darüber hinaus an den regelmäßig nötigen Austausch des Bürstenkopfes.

Was macht eine gute Zahnbürste aus?

Vorweg: Die beste Zahnbürste ist individuell. Nicht jede Größe, Form und Härte passt zu jedem Mund. Auf diese Faktoren können Sie achten: 

Form des Bürstenkopfes: Wie groß der Zahnbürstenkopf ist, scheint nicht so entscheidend zu sein. Manche Studien zeigen, dass sich mit einer kleinköpfigen Bürste mehr Zahnbelag entfernen lässt – in anderen Veröffentlichungen wird ein großer Kopf empfohlen. Sinnvoll ist eine Größe, mit der Sie auch an schwer zugängliche Stellen in Ihrem Mund kommen.

Borstenmaterial und -form: Nylon, Bambusviskose, Schweineborsten – woraus die Borsten der Zahnbürste bestehen, ist zweitrangig. Mit allen Varianten lässt sich gut putzen. Entscheidender ist die Stellung der Borsten. Stehen die Borsten leicht schräg und bilden auf der Oberfläche unebenes Zickzack-Muster, entfernen sie Zahnbeläge besonders gut. Wer noch mehr ins Detail gehen will, sieht sich die Borstenspitzen genau an. Häufig ist zwar zu lesen, dass abgerundete Spitzen besonders sanft zum Zahn seien, doch die Forschung hat sich auf das Gegenteil geeinigt. Denn spitz zulaufende Borsten sind etwas schonender für Zähne und Zahnfleisch und erreichen Zahnseiten, kleine Furchen und den Übergang zum Zahnfleisch besser. 

Borstenhärte: Eine harte Bürste entfernt mehr Plaque, kann aber auch leichter das Zahnfleisch schädigen. Mittelharte und weiche Zahnbürsten sind laut Expertinnen und Experten ein guter Kompromiss zwischen Reinigung und Schonung der Zähne.

Welche elektrische Zahnbürste ist am besten: Rotierend oder mit Ultraschall?

Es gibt zwei Arten elektrischer Zahnbürsten. Die rotierend-oszillierenden Zahnbürste hat einen kleinen, runden Kopf, der mit schnellen Kreisbewegungen den Belag von den Zähnen putzt. Die Schallzahnbürste dagegen hat einen länglichen Bürstenkopf, der vibriert. Welche davon ist die beste elektrische Zahnbürste?

Die Antwort fällt kurz aus: Die rotierend-oszillierenden Modelle haben die Nase vorn in puncto Plaqueentfernung und Zahnfleischschonung. Doch beide Arten von elektrischen Zahnbürsten sind im Allgemeinen gut und übertreffen die Handzahnbürste bei der Putzleistung.  

Ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen putzt sich die Zähne mit einer pinken elektrischer Zahnbürste. Sie grinst beim Putzen.

Bei Kindern gilt: Die beste Zahnbürste ist die, mit der sie gern putzen – am besten mit kleinem Kopf, weichen Borsten und rutschfestem Griff.

Welche Zahnbürste ist die beste für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Einschränkungen?

Alle Tipps und Informationen bisher gelten für gesunde Erwachsene. Doch für Kinder, Ältere und Menschen mit Einschränkungen gibt es bei der Wahl der besten Zahnbürste weitere Aspekte zu beachten.

Kinder: Zwar entfernen elektrische Zahnbürsten auch bei Kindern Plaque besser, doch die beste Zahnbürste ist die, mit der das Kind gern putzt. Optimal sind Zahnbürsten mit kleinem Kopf, weichen Borsten und rutschfestem Griff. Ob manuell oder elektrisch ist nicht ausschlaggebend, manche Kinder neigen zur Handzahnbürste, andere bevorzugen ein elektrisches Modell. Lassen Sie Ihr Kind beim Kauf doch mitentscheiden, welche Zahnbürste es bekommt. Es ist wie beim Trinkbecher und Besteck: Schon die passende Farbe kann das Kind motivieren, die Bürste gern und regelmäßig zu benutzen.

Ältere und eingeschränkte Menschen: Im Alter kann die Feinmotorik nachlassen – besonders wenn eine Erkrankung wie Arthritis dazukommt. Das erschwert das Zähneputzen. Elektrische Zahnbürsten sind daher für Seniorinnen und Senioren zumeist eine gute Wahl. Sie entfernen Plaque, schützen das Zahnfleisch und unterstützen mit Extrafunktionen wie Drucksensoren und Timer die richtige Putztechnik. Gleiches gilt für Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen. Und für Pflegepersonal sind elektrische Zahnbürsten ebenfalls einfacher zu handhaben.

Personen mit Zahnprothesen: Auch die Dritten brauchen Pflege. Am besten und schonendsten gelingt das bei einem festsitzenden Zahnersatz mit einer weichen Zahnbürste. Für herausnehmbare Prothesen gibt es außerdem spezielle Prothesenbürsten mit meist zwei unterschiedlich geformten Bürstenköpfen: einen für die großen Oberflächen und einen für schwer zugängliche Stellen wie Innenflächen und Zwischenräume.

Wichtig zu wissen: Zahncreme kann die Prothese abschleifen, daher sollte hier mit Seife geputzt werden.

Wann sollte man die Zahnbürste wechseln?

Selbst die beste Zahnbürste nutzt sich mit der Zeit ab. Deshalb sollte mindestens alle drei Monate der Kopf bei elektrischen Zahnbürsten oder die ganze Handzahnbürste ausgetauscht werden.

Zusätzlicher Tipp: Nach dem Putzen die Zahnbürste gründlich mit Wasser abspülen. Danach sollte sie bis zur nächsten Nutzung gut trocknen, so haben Bakterien weniger Chance, sich auf der Bürste zu vermehren. Dafür am besten die Zahnbürste mit dem Kopf nach oben lagern.

Fazit: Die beste Zahnbürste – individuell und regelmäßig erneuern

Wie so oft im Leben gibt es auch auf die Frage nach der besten Zahnbürste nicht die eine Antwort, die für alle gilt. Zwar sind elektrische Zahnbürsten der Handzahnbürste in der Regel überlegen – doch mit der richtigen Technik putzt und pflegt auch das manuelle Modell die Zähne ausreichend. In den meisten Fällen entscheiden die persönlichen Vorlieben über die Wahl der Zahnbürste. Und falls hier Unsicherheit besteht: einfach beim nächsten Zahnarztbesuch um Rat bitten.
 

Literatur

Weiterführende Informationen

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