Wer eignet sich für ein Zahnimplantat?
Ein Zahnimplantat braucht eine stabile Basis. Die wichtigste Voraussetzung ist deshalb: ausreichend gesunder Kieferknochen.
Wenn ein Zahn schon lange fehlt, kann sich der Kieferknochen zurückgebildet haben. Dann ist vor der Implantation möglicherweise ein Knochenaufbau nötig.
Was ist ein Knochenaufbau?
Ein Knochenaufbau heißt in der Fachsprache Augmentation. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Verwendet werden kann zum Beispiel:
- eigenes Knochenmaterial
- Knochenmaterial von anderen Menschen
- Material von Tieren wie Rind, Pferd, Schwein oder Koralle
- pflanzliches Material
- künstlich hergestelltes Ersatzmaterial
Eigenes Knochenmaterial kann etwa aus einer anderen Region des Kiefers oder aus dem Becken entnommen werden.
Wann spricht etwas gegen ein Implantat?
Nicht jede Person ist automatisch für ein Zahnimplantat geeignet. Vor der Behandlung wird deshalb der allgemeine Gesundheitszustand geprüft.
Risikofaktoren oder Hinderungsgründe können sein:
Alter allein spricht nicht gegen ein Implantat. Wichtig ist aber, ob die Anforderungen rund um Pflege, Kontrolle und Handhabung im Alltag gut erfüllt werden können.
Wie läuft eine Implantation ab?
Wenn ein Zahn entfernt werden muss und ein Implantat geplant ist, beginnt die Implantation in der Regel acht bis zehn Wochen nach dem Ziehen des Zahns. Der genaue Ablauf kann je nach Implantat und persönlicher Situation abweichen. Grundsätzlich läuft die Behandlung aber in mehreren Schritten ab.
Schritt 1: Vorbereitung und Planung
Vor der Operation werden Mundhöhle, Kiefer, Zahnfleisch und Schleimhaut genau untersucht.
Röntgenbilder und andere bildgebende Verfahren helfen dabei, die Ausgangslage zu beurteilen. Außerdem können Modelle und Schablonen erstellt werden, um die Operation genau zu planen.
Eine gute Planung beginnt nicht beim Implantat selbst, sondern beim Ziel: Wie soll der spätere Zahnersatz aussehen? Was soll er leisten? Wie soll er sich im Alltag anfühlen?
Deshalb sind auch deine Erwartungen wichtig.
Vor der Entscheidung solltest du dir ehrlich folgende Fragen stellen:
- Kann und will ich künftig mehr Zeit in Zahnhygiene investieren?
- Kann ich regelmäßige Kontrolltermine einhalten?
- Komme ich mit der Handhabung herausnehmbarer Konstruktionen zurecht?
- Bin ich bereit, mögliche Zusatzkosten zu tragen?
Schritt 2: Operation mit örtlicher Betäubung
Die Implantation erfolgt meistens ambulant. Das bedeutet: Du kannst danach in der Regel wieder nach Hause gehen. Damit du keine Schmerzen spürst, bekommst du eine örtliche Betäubung. Während des Eingriffs wird der Kieferknochen freigelegt. Anschließend wird ein passendes Loch gebohrt, das Implantat eingesetzt und das Zahnfleisch über der Operationsstelle vernäht.
Die Operationswunde heilt normalerweise innerhalb weniger Tage ohne größere Schmerzen.
Schritt 3: Einheilphase
Danach muss das Implantat mit dem Knochen verwachsen. Das dauert ungefähr zwei bis sechs Monate. Im Oberkiefer braucht die Einheilung meist etwas länger als im Unterkiefer.
In dieser Zeit tragen viele Patientinnen und Patienten einen provisorischen Zahnersatz.
Schritt 4: Freilegen und Bekronen
Nach erfolgreicher Einheilung wird das Implantat in einer zweiten kleinen Operation wieder freigelegt. Danach kann der Aufbau erfolgen. Dafür nimmt die Zahnärztin oder der Zahnarzt Abdrücke. Auf dieser Grundlage wird entweder eine vorhandene Prothese angepasst oder neuer Zahnersatz hergestellt.