Eine Zahnärztin erklärt ihrem Patienten ein Röntgenbild.
Zahngesundheit

Zahnersatz: Welche Möglichkeiten du hast

Lesedauer weniger als 4 Min

Redaktion:

Natalie Tutzer (Medical Writer, TAKEPART Media + Science GmbH)

Qualitätssicherung:

Gerhard W. Koch (Zahnmediziner)

Ein Zahn ist beschädigt oder fehlt und plötzlich stehst du vor den Fragen: Welche Arten von Zahnersatz gibt es? Was sieht natürlich aus? Und was übernimmt die Krankenkasse? Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Lösungen.
Die Herausforderung: die richtige für dich zu finden. Hier bekommst du einen Überblick, der dir hilft, besser zu entscheiden.

Was ist Zahnersatz?

Zahnersatz ersetzt fehlende oder stark beschädigte Zähne. Das Ziel:

  • Funktion wiederherstellen (Kauen, Sprechen)
  • Ästhetik verbessern
  • weitere Schäden vermeiden

Je nach Situation kommen unterschiedliche Lösungen infrage.

Welche Arten von Zahnersatz gibt es?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin. Die verschiedenen Arten von Zahnersatz unterscheiden sich darin, wie sie befestigt werden und aus welchem Material sie bestehen. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Kronen
  • Brücken
  • Prothesen (Teilprothesen oder Vollprothesen)
  • Implantate

Diese Arten können auch miteinander kombiniert werden. Die beste Lösung, um eine Zahnlücke zu schließen, kann manchmal auch ein kombinierter Zahnersatz sein, der unterschiedliche Arten verbindet.

Welches Material für Zahnersatz gibt es?

Üblich sind Metall, Kunststoffe oder Keramik. In Deutschland unterliegen diese Materialien als Medizinprodukte klaren gesetzlichen Vorgaben, um sicher zu sein. Es gibt herausnehmbaren Zahnersatz und festen Zahnersatz.

Welchen Zahnersatz gibt es?

Grundsätzlich wird Zahnersatz in zwei große Gruppen eingeteilt:

1. Festsitzender Zahnersatz

Bleibt dauerhaft im Mund und wird fest eingesetzt.

Kronen

Eine Krone wird verwendet, wenn ein Zahn stark beschädigt ist, aber noch erhalten werden kann. Sie überdeckt den Zahn vollständig und stabilisiert ihn. 

Kronen sind die kleinste Art von Zahnersatz. Sie werden gewählt, wenn beispielsweise Karies einzelne Zähne zu großen Teilen oder ganz zerstört hat und eine Zahnfüllung nicht mehr ausreicht. Ist genug Restsubstanz des Zahns für einen Aufbau vorhanden, kann der Zahn überkront werden. 

Man spricht dann von einer Vollkrone oder Mantelkrone. Sind nur Teile des Zahns zerstört und die sichtbaren Anteile noch intakt, kann eine Teilkrone angefertigt werden. Kronen bestehen aus Metall, Keramik oder Metall-Keramik (Verblendkronen). Die Krone ersetzt die ursprüngliche, teilweise zerstörte Zahnkrone dauerhaft.

Brücken

Eine Brücke ersetzt einen oder mehrere fehlende Zähne. Sie wird an den benachbarten Zähnen befestigt.

Zahnbrücken können Lücken von bis zu drei fehlenden Zähnen (im Seitenzahnbereich) oder bis zu vier fehlenden Zähnen im Frontzahnbereich schließen. Eine Brücke wird an den Nachbarzähnen (Anker- oder Pfeilerzähne), die rechts und links neben der Lücke als Halterung fungieren, befestigt. 

Zahnimplantate

Zahnimplantate ersetzen eine Zahnwurzel durch einen Zapfen aus Metall (Titan) oder Keramik. 

Implantate bestehen meist aus drei Teilen:

  • einem im Kiefer verankerten Zapfen als Zahnwurzelersatz (Implantatkörper),
  • ein auf dem Implantatkörper sitzender Aufbau (Abutment), auf dem verschiedene Arten Zahnersatz befestigt werden können, und
  • dem Zahnersatz als Krone, Brücke oder Prothese.

2. Herausnehmbarer Zahnersatz

Prothesen

Prothesen kommen zum Einsatz, wenn mehrere oder alle Zähne fehlen. Sie ersetzen größere Zahnbereiche.

Teilprothesen ersetzen Zähne sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer, wenn zwar noch Restzähne beim Patienten vorhanden sind, aber auch größere Lücken. Zu groß, um etwa, aber die Lücke zu groß ist, um etwa eine Brücke befestigen zu können. Teilprothesen für den Unter- und Oberkiefer können sich in Material, Kaukomfort und Aussehen unterscheiden.

Eine häufig genutzte Teilprothese ist die Modellgussprothese (auch: Einstückgussprothese). Sie liegt mit ihren gegossenen Klammern auf den Restzähnen auf. So hat sie keinen Kontakt mit der Schleimhaut und schont diese. Die Klammern, die die Prothese halten, können teilweise sichtbar sein.

Eine Vollprothese (auch: Totalprothese, „dritte Zähne“ oder umgangssprachlich „Gebiss“) ersetzt alle natürlichen Zähne des Unterkiefers und/oder Oberkiefers. So können Menschen mit Vollprothese wieder sprechen und kauen. Auch die ästhetische Wiederherstellung der durch die im zahnlosen Kiefer fehlenden Zähne eingefallenen Mundpartie sorgt für ein natürliches Lächeln. 

Die bekanntesten „Dritten“ sind herausnehmbare Vollprothesen. Sie bestehen aus einer zahnfleischfarbenen Kunststoffbasis, auf der künstliche Zähne befestigt sind. Diese bestehen ebenfalls aus Kunststoff oder seltener auch aus Keramik.

Festsitzend oder herausnehmbar: was ist besser?

Das hängt von deiner Situation ab.

Grundsätzlich gilt:

  • festsitzender Zahnersatz wirkt natürlicher
  • herausnehmbarer Zahnersatz ist oft einfacher umzusetzen

Die Entscheidung hängt unter anderem ab von:

  • Anzahl der fehlenden Zähne
  • Zustand der verbleibenden Zähne
  • individuellen Voraussetzungen

Welche Lösung passt zu dir?

Eine einfache Orientierung:

Ein einzelner Zahn ist beschädigt: Krone

Ein oder mehrere Zähne fehlen: Brücke

Viele oder alle Zähne fehlen: Prothese

Wichtig:
Die endgültige Entscheidung triffst du gemeinsam mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Zahnersatz. Allerdings:

  • Die Höhe der Erstattung ist festgelegt
  • Nicht alle Leistungen werden vollständig übernommen

Das bedeutet: Es bleibt ein Eigenanteil bestehen. Aber der Zuschuss erhöht sich, wenn du regelmäßig zur Zahnvorsorge gegangen bist.

Häufige Fragen zu Zahnersatz

Zahnersatz ersetzt fehlende oder beschädigte Zähne und stellt Funktion und Aussehen wieder her.
Fester Zahnersatz bleibt dauerhaft im Mund, herausnehmbarer kann selbst eingesetzt und entfernt werden.
Die Kosten variieren je nach Art und Umfang. Die Krankenkasse übernimmt einen Festzuschuss, der durch die regelmäßige Teilnahme an der Zahnvorsorge erhöht werden kann.
Das hängt von deiner individuellen Situation ab. Eine zahnärztliche Beratung ist entscheidend.

Literatur und weiterführende Informationen

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