Ernährung

Nachhaltige und klimafreundliche Lebensmittel auf einen Blick

Lesedauer unter 6 Minuten
Weibliche Mitarbeiterin arrangiert frisches Obst und Gemüse in der Abteilung für Lebensmittel im Supermarkt.

Autor

Silke Böttcher (Jellyfish)

Qualitätssicherung

Dr. Claudia Laupert-Deick
Inhaltsverzeichnis

Sich mit nachhaltigen Lebensmitteln zu ernähren kann gleichzeitig gesund sein und gut schmecken. Der Fokus einer gesunden Ernährung, die zudem nachhaltig ist, liegt dabei auf einer pflanzenbasierten Kost, die mit tierischen Produkten ergänzt und aufgewertet wird. Im Mittelpunkt einer solchen Ernährungsweise stehen Gemüse, Salat, Rohkost, Hülsenfrüchte, Obst und Nüsse.

Das Wichtigste über nachhaltige Lebensmittel in Kürze

Gemüse: Besonders nachhaltig und klimafreundlich sind Karotten, Kohl, Rote Bete, frische Pilze (regional) und andere heimische und saisonale Gemüsesorten. (Bevorzugen Sie Bio-Produkte, sie schneiden beim Thema Nachhaltigkeit oftmals besser ab als konventionell produzierte Lebensmittel. Und vermeiden Sie Gewächshausprodukte sowie sogenannte Flugware).

Kartoffeln und Hülsenfrüchte: Diese Lebensmittel sind aus regionalem Anbau grundsätzlich zu empfehlen.

Obst: Greifen Sie zu allem, was gerade Saison hat. (Vermeiden Sie hingegen Flugware, siehe Kapitel „Bad Guys“).

Fleisch: Bevorzugen Sie Wild aus der Region sowie, in Maßen, regionales Huhn und Lamm. Verzichten Sie um nachhaltig einzukaufen hingegen auf Rindfleisch, denn dieses hat im Vergleich zu allen anderen Fleischsorten den größten negativen Einfluss auf das Klima. Achten Sie insgesamt auf einen bewussteren und geringen Fleischkonsum.

Molkerei- und Milchprodukte: Genießen Sie vor allem milchsauer vergorene Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Skyr, Buttermilch oder Kefir. Andere Milchprodukte wie Käse oder Milch sind nur in kleinen Mengen empfehlenswert.

Fisch: gelegentlich Forelle, Hering, Karpfen, MSC--Marine Stewardship Council-zertifizierter Hecht, MSC--Marine Stewardship Council-zertifizierter Seelachs und Muscheln sind eine gute Wahl. In Maßen eignen sich auch Makrele und Garnele aus der Region. Vermeiden Sie den Verzehr von Zuchtlachs, Dorsch und Heilbutt.

Getränke: Trinken Sie Wasser aus der Leitung, Mineralwasser sowie Kräuter- oder Früchtetees. Kaffee und Kakaogetränke haben eine schlechtere Ökobilanz. Hier sollten Sie zumindest auf fair produzierte Sorten zurückgreifen, also auf Produkte, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten werden.

Unser Tipp: Mit dem Barmer Saisonkalender für regionales Gemüse und Obst haben Sie unterwegs einen praktischen Helfer zur Hand, um frische und klimaschonende Ware einzukaufen.

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Bad Guys“ unter den Lebensmitteln

Nach den empfehlenswerten Lebensmitteln möchten wir Ihnen auch einige Produkte vorstellen die weniger nachhaltig sind. Diese sollten Sie für ein klimabewusstes Essen lieber reduzieren bzw. durch klimafreundlichere Alternativen ersetzen.

Platz 1 der klimaschädlichen Lebensmittel ist Butter. Auch wenn sie als Aufstrich und in der deutschen Küche sehr beliebt ist: Um ein Kilogramm Butter herzustellen, werden 18 Liter Kuhmilch benötigt. Die Milchkuhhaltung, das von den Tieren ausgestoßene Methan und der zusätzliche CO2-Ausstoß durch Weiterverarbeitung, Transport und Kühlung macht Butter zum Spitzenreiter der klimaschädlichen Lebensmittel. Insgesamt werden pro Kilogramm Butter etwa 24 Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen.

Auf Platz 2 ist das Rindfleisch. Tatsächlich hat dieses Fleisch die schlechteste Klimabilanz und ist viermal so schädlich für unsere Umwelt wie Geflügel und Schweinefleisch. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden 13,3 Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen.

Platz 3 teilen sich Käse und Sahne mit jeweils 8,5 und 7,6 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Erzeugnis, da der Milchverbrauch auch bei diesen Produkten relativ hoch ist.

Dahinter folgen die Tiefkühl-Pommes mit 5,7 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilogramm Produkt. Dem zugrunde liegt der hohe Verarbeitungsgrad der an sich klimafreundlichen Kartoffeln. Zwischen Ernte und Verpackung werden hohe Energiemengen durch das Trocknen, Frittieren und Tiefkühlen aufgewendet. Eine klimafreundlichere Alternative hierfür sind z. B. selbstgemachte Rosmarin-Kartoffeln, die gebacken auch knusprig werden.

Auch Schweinefleisch und Geflügel haben eine schlechte Ökobilanz mit etwa 3,4 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Erzeugnis. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Fleisch am Ende einer langen Produktionskette mit Futterpflanzen, Aufzucht und Verarbeitung liegt.

Schokolade hat ebenfalls eine ungünstige Bilanz. Das liegt zum einen am häufigen Zusatz von Kuhmilch und Palmöl, zum anderen an dem hohen Wasserverbrauch bei der Kakaoproduktion. Wer auf sein Stückchen Schokolade nicht verzichten möchte, kann zu milchfreien Sorten ohne Zusatz von Palmöl greifen, um die Bilanz etwas klimafreundlicher zu gestalten. Das Zutatenverzeichnis informiert Sie, welche Zutaten im Lebensmittel enthalten sind.

Fertigprodukte: Auch für die Produktion verarbeiteter Lebensmittel wird viel Energie benötigt. Dies gilt besonders für Tiefkühlprodukte. Aber auch Dosen- und Tütengerichte sind, nicht nur was das Klima anbelangt, wenig empfehlenswert. Die meisten Fertiggerichte sind reich an gesättigten Fettsäuren, Salz, Zucker sowie Zusatzstoffen und enthalten zugleich wenig Ballast- und Nährstoffe. Zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung tragen diese Produkte somit nicht bei.

Zusammen kochen und spielerisch über Essen lernen: In der Familienküche von „Ich kann Kochen“ der Sarah Wiener Stiftung erfahren Kinder und Eltern das Wichtigste zur abwechslungsreicher und gesunderhaltender Ernährung. 

In die Familienküche gehen

Klimaschutz und Ernährung gehen Hand in Hand

Essen ist nicht nur ein Genuss, es hält uns auch gesund. Immer mehr wird uns die Verantwortung, die wir Menschen der Umwelt gegenüber haben, bewusst. Das Thema Ernährung hängt stark mit dem der Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammen. Schon mit kleinen Veränderungen in unserem Ess- und Einkaufsverhalten können wir große Auswirkungen für unser Klima und das Tierwohl erreichen. Nachhaltigkeit geht in der Regel mit einer gesunden Ernährung einher.

Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum, vor allem den von Rindfleisch. Ersetzen Sie Milch, Butter und Sahne häufiger durch angereicherte, pflanzliche Alternativen. Reduzieren Sie zudem den Verzehr von tierischen Milchprodukten. Eine Alternative hierzu wären z.B. die milchsauer vergorenen Alternativen in Bio-Qualität.

Was Essen mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Viele Lebensmittel werden aus fernen Ländern zu uns transportiert. Davor wurden sie dort angebaut, gewässert und schließlich geerntet. Und auch das Fleisch, das wir konsumieren, hat einen langen Weg hinter sich: von Stall oder Weide über den Schlachthof bis zum Supermarkt. Es ist klar: Jedes Lebensmittel wirkt sich auf die Umwelt aus.

Eine Rolle spielen dabei Treibhausgase, Wasser- und Flächenverbrauch für die Landwirtschaft, die Überfischung der Weltmeere und die Verschwendung von Lebensmitteln.

Besonders stark wirken sich Treibhausgase aus. In Deutschland verursacht der Ernährungssektor etwa 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen. 14,5 Prozent der weltweit verursachten Emissionen stammen nach Informationen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen aus der Nutztierhaltung. Methan wird vor allem durch den Verdauungsvorgang von Rindern ausgestoßen, außerdem wirkt sich der Einsatz von Düngemitteln auf den Ausstoß aus.

Hinzu kommen Wasser- und Flächenverbrauch für die Landwirtschaft. Beispiel: Für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch werden 16.000 Liter verbraucht – 14 mal so viel wie für die Herstellung von einem Kilogramm Weizen.

Aber wir können viel tun. Etwa indem wir saisonale und regional angebaute Produkte bevorzugen. Außerdem ist es empfehlenswert, biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen, denn die ökologisch wirtschaftende Landwirtschaft verbraucht weniger Energie als die konventionelle und stößt weniger CO2 aus.
Zum sozial nachhaltigen Konsum gehört auch, darauf zu achten, Lebensmittel aus fairem Handel zu bevorzugen. Die Produzenten werden für ihre Arbeit fair bezahlt und können ihre Familie ernähren.

Praktische Tipps zum nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln

Verschwendung kann vermieden werden. Etwa ein Drittel der Lebensmittel landet momentan nicht auf dem Teller, sondern im Müll. Dies lässt sich im eigenen Haushalt auf einfache Weise einschränken, indem Sie einen Speiseplan für mehrere Tage erstellen und dann nur das einkaufen, was Sie wirklich brauchen. Nur lange haltbare Produkte können Sie auf Vorrat einkaufen. Tipp: Schreiben Sie mit einem dicken Stift das Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Gefäße, so haben Sie es immer im Blick. Werfen Sie Produkte nicht grundsätzlich weg, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, denn viele Lebensmittel halten sich deutlich länger. Nur wenn „Verbrauchsdatum“ auf der Packung steht, sollten Sie das einhalten, denn hierbei handelt es sich um leicht verderbliche Lebensmittel.

Tatsächlich ist ein guter Rat auch ganz naheliegend: Kaufen Sie nur so viel wie Sie auch verzehren. Ein Drittel der vermeidbaren Lebensmittelabfälle stammen aus Privathauhalten, welche pro Kopf und Jahr knapp eine halbe Tonne Treibhausgase verursachen. Achten Sie zudem darauf, die Lebensmittel so aufzubewahren, dass sie sich lange halten und werfen Sie Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht sofort weg – vieles ist auch noch darüber hinaus genießbar. Vertrauen Sie Ihren Sinnen. Sehen Sie sich die Ware an, riechen Sie daran und probieren Sie ein kleines Stück. So vermeiden Sie, dass Lebensmittel im Müll landen, die noch genießbar wären. Im Zweifelsfall sortieren Sie aber besser aus, um keine verdorbenen Lebensmittel zu essen oder zu trinken.

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