Coronavirus

Können Haustiere sich mit dem Coronavirus anstecken?

Lesedauer unter 3 Minuten
Eine Katze liegt mit einer Frau zusammen auf einem Bett

Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie)
Inhaltsverzeichnis

Bei Katzen, Hunden, Frettchen, Nerzen und sogar bei Tigern und Löwen wurde das Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Doch wird ihnen das Virus auch gefährlich und können sie auch ihre Besitzer anstecken? Was Haustierfreunde jetzt wissen müssen.

Geringe Ansteckungsgefahr für Tiere

Haustiere, die sich bei ihren Besitzern mit COVID-19 anstecken? Solche Fälle kommen weltweit vor, sind allerdings selten. Katzen und Frettchen trifft es häufiger als Hunde. Eine Studie aus Italien etwa zeigt, dass von 540 Hunden und 277 Katzen, die im Frühjahr 2020 auf das Antigen von SARS-CoV-2-Virus und dessen Antikörper im Blut getestet wurden, 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen Antikörper in sich trugen, aber bei keinem der untersuchten Tiere das Virus selbst nachgewiesen werden konnte. Daraus schließen die Forscher, dass die Viren bei Haustieren nur für kurze Zeit nachweisbar sind. Alle untersuchten Tiere lebten entweder mit Corona-Patienten unter einem Dach oder waren in Gebieten wie der Lombardei zu Hause, die von der Pandemie besonders stark betroffen waren.
Vor allem Katzen zeigen ähnliche Symptome wie Menschen, etwa Durchfall, Erbrechen, Husten und flache Atmung. Einige Tage nach Beginn der Symptome bessert sich ihr Allgemeinzustand wieder. Todesfälle bei Tieren durch eine Infektion sind bisher nicht bekannt. Nur ein Hund aus den USA starb, nachdem er kurz zuvor positiv getestet wurde. Allerdings war er auch an Krebs erkrankt.

Können sich Menschen bei Haustieren mit dem Coronavirus anstecken?

Bisher gibt es keine Nachweise, dass ein Haustier seinen Besitzer angesteckt hätte, so das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es gebe zwar Hinweise, dass es auf einer niederländischen und dänischen Nerzfarm umgekehrt gewesen sei – also Arbeiter der Nerzfarm die Tiere infiziert haben könnten. Hier lebt eine große Anzahl an Tieren auf engem Raum, die für das Virus empfänglich sind. Dennoch spielen Haustiere laut Friedrich-Loeffler-Institut insgesamt vermutlich keine nennenswerte Rolle bei der Verbreitung des Virus. Entscheidend für die Pandemie sei die Übertragung von Mensch zu Mensch.

Darf ich als infizierte Person meinen Hund streicheln?

Wer sicher gehen möchte, verzichtet lieber darauf. Das FLI rät, den Kontakt zwischen Haustier und einem mit SARS-CoV-2-infizierten Patienten auf ein Minimum zu reduzieren und dabei einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Eine Maske für das Tier sei nicht nötig, da die Gefahr vom infizierten Menschen ausgeht. Auch sei eine Maske eine Qual für das Tier. Wenn möglich sollten sich andere Personen aus dem Haushalt oder Nachbarn um das Haustier kümmern und mit dem Hund Gassi gehen.
Auch ohne Infektion sollten in der Pandemie die üblichen Hygienevorschriften beachtet werden: Vermeiden Sie allzu engen Kontakt mit Haustieren – insbesondere Lecken im Gesicht. Waschen Sie sich nach dem Streicheln, Saubermachen von Fressnapf und Katzenklo oder der Beseitigung von Hundekot nach dem Gassigehen die Hände mit Seife. Bitte geben Sie Ihr Haustier nicht ins Tierheim, dafür besteht kein Grund.

Vorsichtsmaßnahmen für Hunde-Sitter

Wer den Hund einer Corona-infizierten Person ausführt, sollte nach Möglichkeit eine eigene Leine verwenden, empfiehlt das FLI. Nach dem Gassigehen Hände waschen. Seien Sie vorsichtig, aber: Das Risiko geht weniger vom Hund, sondern vielmehr von seinem infizierten Frauchen oder Herrchen aus.

Was tun, wenn Hund oder Katze Corona-Symptome zeigen?

Zeigt Ihr Tier starke Symptome und sind Sie oder eine andere Kontaktperson infiziert, kann in Einzelfällen eine Testung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 ratsam sein – vor allem, um weitere Informationen zu Ansteckungsszenarien zu gewinnen. In diesem Fall sollten Sie das Gesundheitsamt verständigen, das sich mit dem zuständigen Veterinäramt in Verbindung setzt. Das Testverfahren ist das gleiche wie beim Menschen. Positive Tests sind inzwischen meldepflichtig, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei Tieren zu gewinnen. Sie haben jedoch keine Konsequenz für Tier und Halter oder Halterin. Selbst wenn ein Tier infiziert ist, besteht kein Anlass, es aus der Familie zu nehmen oder gar es einzuschläfern.

Können sich Nutztiere anstecken?

Rinder stecken sich eher weniger leicht mit SARS-CoV-2 an, Hühner, Enten, Puten und Schweine infizieren sich nicht. Wie für Haustiere gilt: Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Nutztiere bei der Verbreitung des Virus sowie als Infektionsquelle für den Menschen eine wichtige Rolle spielen.

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