Die Behandlungsansätze für Fatigue sind so unterschiedlich wie ihre Ursachen. Oft verschwindet die Erschöpfung von selbst, sobald die ursächliche Krankheit behandelt ist.
Liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, konzentrieren sich die Ärztinnen und Ärzte darauf, diese zu behandeln. Immer wieder kommen mehrere Faktoren zusammen, zum Beispiel bei einer körperlichen Erkrankung, die durch die Einschränkungen zusätzlich die Psyche des Betroffenen belastet und so erst recht Müdigkeit und Erschöpfung auslöst. Deshalb schlagen Ärztinnen und Ärzte in diesen Fällen mitunter eine Verhaltenstherapie vor, in der Patientinnen und Patienten lernen, mit Belastungen umzugehen.
Gut zu wissen: Selbst von chronischer Fatigue erholen sich Untersuchungen zufolge 54 bis 94 Prozent aller Betroffenen. Eine Ausnahme bildet das chronische Fatigue-Syndrom ME/CFS.
Wie kann der Lebensstil Fatigue beeinflussen?
Ein gesunder Lebensstil, gutes Stress-Management sowie genügend und erholsamer Schlaf können helfen, Müdigkeit im Alltag zu reduzieren. Dazu gehört auch die Ernährung: Studien weisen darauf hin, dass etwa bei Multipler Sklerose eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und gesunden Fetten (mediterrane Ernährung) sowie fettarme Kost die Lebensqualität verbessern kann. Ebenso für Patientinnen und Patienten mit Krebs kann eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Nahrungsmitteln mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren die Fatigue verringern.
Wie kann Bewegung bei Fatigue unterstützen?
Bewegung spielt bei der Behandlung von Fatigue eine große Rolle. Studien haben gezeigt, dass Fatigue bei chronischen Krankheiten oder Krebs durch spezifische Trainingsarten gelindert werden kann. Bei der Umsetzung ist die Fatigue selbst meist die größte Hürde: Aufgrund der ständigen Abgeschlagenheit vermeiden Betroffene lieber körperliche Anstrengung – bis sich die Muskeln abbauen und der Kreislauf weniger belastbar wird. Dadurch wird die sportliche Betätigung noch anstrengender und Betroffene haben noch weniger Motivation, sich zu bewegen. Trotzdem ist es für die Verbesserung der Fatigue essenziell, wieder in Bewegung zu kommen.
Je nach zugrunde liegender Erkrankung empfehlen Fachleute unterschiedliche Sportarten:
- Bei Fatigue während und nach einer Krebserkrankung haben sich Krafttraining, Aerobic, Yoga, Tai-Chi und Qigong in Untersuchungen bewährt.
- Bei Multipler Sklerose können Ausdauersport und Krafttraining die mit der Krankheit einhergehende Erschöpfung lindern.
- Bei einem Burnout konnten Kraft- und Ausdauertraining das Symptom mildern.
Auch körperliche Bewegung im Alltag, beispielsweise ein Spaziergang, kann die Fatigue lindern und die Lebensqualität verbessern. Unter Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin können Betroffene sich realistische Bewegungsziele setzen, die richtige Trainingsart für sich finden und sich so an das Level sportlicher Aktivität herantasten, das ihnen guttut.
Wichtig: Für Menschen mit einem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) gilt das nicht. Körperliche Anstrengungen können die Symptome deutlich und anhaltend verschlimmern, weshalb Betroffene sportliche Aktivitäten meiden sollten. Hier raten Fachleute und Betroffene dazu, sich die eigenen Energiereserven gut einzuteilen. Methoden wie das sogenannte Pacing können dabei helfen. Das bietet Orientierung, wie Aktivitäts- und Energiemanagement genau aussehen können. Viele Betroffene messen zusätzlich ihren Puls, um schnell zu merken, wenn eine Aufgabe sie stark anstrengt, und entsprechend reagieren zu können.