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Bulimie: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Redaktion:

Jessie Gärisch (Medical Writer, Content Fleet GmbH)

Qualitätssicherung:

Dr. med. Ewgenia Stenmans (Neurologin, Assistenzärztin für Psychiatrie)

Bulimie ist eine ernstzunehmende Essstörung und weit mehr als der Versuch, einem Schönheitsideal zu entsprechen. Betroffene geraten in einen belastenden Teufelskreis aus Essanfällen und Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessivem Sport. Welche Ursachen dahinterstecken, woran man die Erkrankung erkennt und wie sie behandelt werden kann.

Definition: Was ist Bulimie?

Die Bulimia nervosa, auch Bulimie genannt, ist eine psychische Erkrankung mit teilweise schweren körperlichen und psychischen Folgen. Bei dieser Essstörung folgen auf regelmäßige, nicht rational kontrollierbare Essanfälle Gegenmaßnahmen, um die hohe Kalorienzufuhr wieder auszugleichen: In der Regel, aber nicht ausschließlich, geschieht das durch Erbrechen, weshalb die Bulimie im Volksmund auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet wird.

Junge Frau steht nachts am Kühlschrank und isst heimlich Schokotorte

Bulimie ist durch Essanfälle mit anschließenden Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessivem Sport gekennzeichnet.

Obwohl die Erkrankungen eng verwandt sind, unterscheiden sich Anorexie (Magersucht), Bulimie und Binge-Eating-Störung in wichtigen Merkmalen:

  • Anorexie: Führt oft zu starkem Untergewicht
  • Binge-Eating: Wiederkehrende Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen, oft verbunden mit Gewichtszunahme
  • Bulimie: Essanfälle mit Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessivem Sport; das Gewicht liegt meist im Normalbereich

Symptome: Was weist auf Bulimie hin?

Menschen mit Bulimie zeigen meist mehrere Symptome gleichzeitig. Typisch sind wiederkehrende Essanfälle, auf die unmittelbar Gegenmaßnahmen wie selbst herbeigeführtes Erbrechen folgen. Hinzu kommen Phasen strenger Nahrungsbeschränkung, etwa durch Diäten.

So entsteht ein belastender Teufelskreis: Auf strikte Kontrolle folgt häufig Heißhunger, der in neue Essanfälle mündet – und wiederum noch radikalere Gegenmaßnahmen nach sich zieht. 

Gut zu wissen: Bei der Bulimia nervosa können auch symptomfreie Phasen auftreten, die über Wochen oder sogar Monate andauern, bevor die Erkrankung erneut aufflammt.

Typische Merkmale einer Bulimie

Bei einer Essattacke nehmen Betroffene in kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich. In der Regel sind das besonders kalorienreiche Lebensmittel, etwa Süßigkeiten, salzige Snacks oder Fast Food.

Danach plagen Betroffene oft starke Gewissensbisse und die Angst vor einer Gewichtszunahme. Der daraus resultierende Drang, die Kalorienzufuhr sofort wieder auszugleichen, wird von Fachleuten auch Purging (vom englischen „to purge“ = „säubern“) genannt.

Zum Purging gehört vor allem:

  • Selbst ausgelöstes Erbrechen
  • Hungern und unregelmäßiges Essen
  • Exzessiver Sport
  • Missbrauch von Appetitzüglern, Abführ- und Entwässerungsmitteln

Körperliche Anzeichen von Bulimie

Da die Essanfälle und Gegenmaßnahmen meist heimlich erfolgen und das Gewicht in der Regel stabil bleibt, ist die Erkrankung von außen schwer erkennbar. Dennoch hinterlässt vor allem das häufige Erbrechen durch die aggressive Magensäure Spuren am Körper:

  • Schwellungen im Kieferbereich: Die Speicheldrüsen schwellen an, was das Gesicht aufgedunsen wirken lässt.
  • Zahnschäden: Die Magensäure greift den Zahnschmelz an und begünstigt Karies.
  • Russell-Zeichen: Mit der Zeit bilden sich Schwielen oder Narben an den Handrücken und Fingern, die durch den Kontakt der Knöchel mit den Zähnen beim Auslösen des Brechreizes entstehen.
  • Hauteinblutungen im Gesicht: Das heftige Würgen kann einen so starken Druck im Kopf aufbauen, dass mehr Blut in die feinen Adern des Gesichts schießt und diese platzen lässt.
  • Mundwinkelrisse und Heiserkeit: Die Magensäure reizt Mundwinkel und Stimmbänder.

Ursachen: Was löst Bulimie aus?

Den Nährboden für die Entstehung einer Bulimie bilden vor allem die familiäre Veranlagung, häufige Diäten, gesellschaftliche Einflüsse wie das vorherrschende Schönheitsideal und individuelle Persönlichkeitsmerkmale. Dazu zählen insbesondere ein geringes Selbstwertgefühl, Perfektionismus und ein starker Fokus auf die eigene Figur. 

Zudem erhöhen traumatische Erlebnisse die Anfälligkeit für die Erkrankung, beispielsweise Gewalterfahrungen, eine dauerhaft angespannte Situation in der Familie sowie Druck und Erwartungen des Umfelds. Oft bricht die Essstörung erst durch einen konkreten Auslöser aus. 

Zu den Auslösern gehören unter anderem:

  • Akuter psychischer Stress, etwa durch Mobbing oder eine belastende Trennung
  • Körperliche Veränderungen während der Pubertät
  • Wiederholte Diäten, zum Beispiel bei bestehendem Übergewicht
  • Leistungs- und Schlankheitsdruck in bestimmten Sportarten wie Ballett oder Turnen

Verbreitung: Wer ist am häufigsten betroffen?

Bulimie entsteht oft bereits im Teenager- oder jungen Erwachsenenalter, doch auch ältere Personen können die Essstörung entwickeln. Statistisch gesehen erkranken knapp 15 von 1.000 Frauen an Bulimie. Bei Männern liegen die Zahlen zwar niedriger, Fachleute vermuten hier jedoch eine hohe Dunkelziffer, da Männer in der Regel seltener ärztlichen Rat einholen als Frauen.

Erwachsene, blonde, gut durchtrainierte Frau hält sich in der Sporthalle erschöpft an Ringen fest

Aus einer Bulimie mit Essanfällen und kompensierenden Maßnahmen wie Erbrechen oder Sport kann sich auch eine Magersucht entwickeln.

Verlauf: Welche Folgen hat Bulimie?

Menschen, die keine professionelle Hilfe suchen, entwickeln meist eine dauerhafte Form der Bulimie. Dabei werden die Symptome immer stärker und belastender, was auf lange Sicht schwerwiegende Folgen für Körper und Seele haben kann. Aus der Bulimia nervosa können sich auch andere Essstörungen entwickeln, beispielsweise eine Magersucht.

Langfristige körperliche Folgen von Bulimie

Bulimie kann den Körper stark beeinträchtigen. Durch häufiges Erbrechen und Abführmittel verlieren Betroffene viel Flüssigkeit und lebenswichtige Mineralsalze (Elektrolyte). Dieser Mangel kann den Stoffwechsel sehr belasten. Auch greift die beim Erbrechen aufsteigende Magensäure die Schleimhäute in Mund und Speiseröhre sowie die Zähne an. Da die Nahrung oft nicht im Körper bleibt, kann ein Nährstoffmangel entstehen.

Mögliche Folgen sind:

  • Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche
  • Kreislaufprobleme und niedriger Blutdruck
  • Schädigung der Nierenfunktion
  • Sodbrennen, Entzündungen oder Geweberisse in der Speiseröhre, im Mund und im Magen
  • Gestörte Darmtätigkeit (Durchfall oder Verstopfung) durch regelmäßiges Abführen
  • Trockene Haut und Haarausfall
  • Zyklusstörungen

Langfristige psychische Folgen von Bulimie

Die Essstörung ist in der Regel mit starken Scham- und Schuldgefühlen verbunden, weshalb Betroffene die Symptome meist geheim halten möchten und sich stattdessen aus persönlichen Beziehungen und Aktivitäten zurückziehen. Durch regelmäßige Essanfälle kann auch eine finanzielle Belastung entstehen.

In vielen Fällen geht Bulimie zudem mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einher, was Betroffene zusätzlich belastet.

Wichtig: Die Bulimie ist eine Erkrankung, die möglichst früh professionell behandelt werden sollte. Sie ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Dies liegt nicht nur an den körperlichen Schäden, die durch die Essstörung verursacht werden können, sondern auch an einem stark erhöhten Suizidrisiko.

Diagnose: Wie lässt sich Bulimie feststellen?

Der erste Schritt, um wieder zu einem gesunden Essverhalten zu finden, ist die richtige Diagnose. Dafür ist die hausärztliche oder bei Jugendlichen die kinderärztliche Praxis die erste Anlaufstelle. Für die abschließende Diagnose erfragt Fachpersonal das Essverhalten, Körperbild und Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Hungerperioden und Medikamentenmissbrauch. Strukturierte Fragebögen helfen dabei, das Essverhalten zu beurteilen und die Ursachen zu ermitteln.

Parallel machen körperliche Untersuchungen sowie Tests verschiedener Blut- und Gesundheitsparameter sichtbar, in welchem körperlichen Zustand sich Betroffene befinden.

Therapie: Wie lässt sich Bulimie behandeln?

Eine frühe Behandlung verbessert die Aussicht auf eine Heilung deutlich. Da die Bulimia nervosa im Kern eine psychische Erkrankung ist, gilt eine Psychotherapie dabei als wichtigster Schlüssel zum Erfolg. In einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene Schritt für Schritt, wie sie wieder ein entspannteres Verhältnis zum Essen aufbauen und dem Drang nach Essanfällen oder Erbrechen widerstehen können. Das kann das Selbstvertrauen stärken und vom ständigen, kritischen Blick auf das eigene Gewicht befreien.

In besonders schweren Phasen kann eine spezialisierte Klinik den nötigen Schutzraum bieten, um zur Ruhe zu kommen. Medikamente spielen dabei eine Nebenrolle: Sie können den Heilungsprozess zwar unterstützen, ersetzen aber keine Therapie. Das Antidepressivum Fluoxetin ist aktuell der einzige Wirkstoff, der begleitend zur Behandlung bei Erwachsenen zugelassen ist.

Nach einer erfolgreichen Therapie ist der erste große Schritt geschafft, der Alltag kann sich für Betroffene bereits stabiler anfühlen. Es braucht nach einer Essstörung jedoch manchmal Zeit, um sich dauerhaft zu festigen. Zeigen sich alte Muster erneut, ist das ein Warnsignal. Dann ist erneute, zeitnahe professionelle Unterstützung wichtig.

Gut zu wissen: Wenn ein nahestehender Mensch erkrankt, kann das auch für Angehörige belastend sein. Um selbst stabil zu bleiben und eine Stütze für Betroffene sein zu können, sollten sie sich bewusst durch Beratung oder Selbsthilfe schützen.

Vorsorge: Was beugt Bulimie vor?

Da Bulimie viele verschiedene Ursachen hat, gibt es keinen universellen Fahrplan für die Vorsorge. Trotzdem ist Vorbeugung möglich: Offene Kommunikation, ein guter Draht zu den eigenen Gefühlen und ein kritischer Blick auf Social-Media-Ideale bilden eine starke Basis.

  1. Selbstwert und Körperbild stärken
    • Innere Werte stärken: Fokus auf Talente und Charakter legen, statt auf Aussehen oder Leistung
    • Vorbild sein: Keine negativen Kommentare über den eigenen Körper oder das Gewicht anderer abgeben
  2. Entspannte Mahlzeiten planen
    • Druckfrei essen: Gemeinsame Mahlzeiten zum Austausch nutzen, frei von Kontrolle oder Belehrung
    • Auf Verbote verzichten: Durch einen entspannten Umgang mit allen Lebensmitteln Kontrollverlust vorbeugen
  3. Gefühle und Konflikte zulassen
    • Emotionen zulassen: Wut und Trauer offen zeigen und besprechen, statt sie „hinunterzuschlucken“
    • Konflikte klären: Probleme direkt auflösen, um das Ventil Essen für Spannungen zu vermeiden
  4. Medien kritisch hinterfragen
    • Social Media hinterfragen: Einen kritischen Umgang mit unrealistischen Schönheitsidealen fördern

Fazit: Bulimie auf einen Blick

  • Symptome: Typisch bei Bulimie sind wiederkehrende, kaum kontrollierbare Essattacken, auf die Erbrechen, Hungern oder exzessiver Sport folgt. Das kann zu Zahnschäden, geschwollenen Wangen und Narben an den Händen führen.
  • Ursachen: Familiäre Veranlagung, ein geringes Selbstwertgefühl und verinnerlichte Schönheitsideale erhöhen das Risiko, eine Bulimie zu entwickeln. Stress, Diäten und traumatische Erlebnisse sind die häufigsten Auslöser der Essstörung.
  • Verlauf: Die Erkrankung entsteht meist bereits in der Jugend. Unbehandelt kann Bulimie Folgen wie Herz-Kreislauf-Schäden oder Hormonstörungen haben.
  • Diagnose: Hierfür ist die hausärztliche oder eine psychotherapeutische Praxis die erste Anlaufstelle. Fachpersonal klärt durch Gespräche und einen körperlichen Check-up, ob eine Bulimie vorliegt und wie sehr der Körper belastet ist.
  • Behandlung: Eine Psychotherapie ist oft der Schlüssel, um die Bulimie in den Griff zu bekommen, das Essverhalten zu normalisieren und den Selbstwert der Betroffenen zu stärken. In schweren Fällen können ergänzend Medikamente bei der Behandlung unterstützen.
  • Vorbeugung: Ein gesundes Körperbild, offene Gespräche über Gefühle und eine kritische Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen beugen Essstörungen effektiv vor. Ein entspanntes Essverhalten ohne Verbote schützt vor Kontrollverlusten.

Häufige Fragen und Antworten zu Bulimie

Bulimie, medizinisch Bulimia nervosa genannt, ist eine psychische Erkrankung aus dem Bereich der Essstörungen. Kennzeichnend sind wiederkehrende Essanfälle, die Betroffene nicht kontrollieren können, gefolgt von Gegenmaßnahmen wie selbst ausgelöstem Erbrechen. Deshalb wird die Erkrankung umgangssprachlich auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet. Das Körpergewicht bleibt dabei meist im normalen Bereich, was die Erkrankung von außen schwer erkennbar macht.
Betroffene erleben Phasen von Essattacken, bei denen sie in kurzer Zeit große Mengen kalorienreicher Lebensmittel essen, gefolgt von Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, exzessivem Sport, Hungern oder Missbrauch von Abführmitteln. Zwischen diesen Phasen gibt es Zeiten strenger Kontrolle mit Diäten. Äußerlich zeigen sich manchmal Schwellungen im Kieferbereich, Zahnschäden, Schwielen an den Händen vom Auslösen des Brechreizes oder Mundwinkelrisse. Auch symptomfreie Phasen von mehreren Monaten sind möglich.
Ein niedriges Selbstwertgefühl, Perfektionismus und starke Fokussierung auf die eigene Figur erhöhen das Risiko für Bulimie. Traumatische Erlebnisse wie Gewalterfahrungen, dauerhaft angespannte Familiensituationen sowie Druck und Erwartungen aus dem Umfeld spielen ebenfalls eine Rolle. Akuter psychischer Stress, etwa durch Mobbing oder Trennungen, kann als konkreter Auslöser wirken. Auch Einsamkeit oder Schamgefühle können Essanfälle triggern und eine Abwärtsspirale in Gang setzen.
Eine familiäre Veranlagung kann das Risiko für Bulimie erhöhen. Häufige Diäten, etwa bei bestehendem Übergewicht, begünstigen die Entstehung der Erkrankung. Besondere körperliche Anforderungen in Leistungssportarten wie Ballett oder Turnen stellen ebenfalls Risikofaktoren dar. Die körperlichen Veränderungen während der Pubertät können zusätzlich zur Entwicklung einer Bulimie beitragen.
Die beiden Essstörungen sind zwar verwandt, unterscheiden sich aber deutlich. Magersucht (Anorexia nervosa) führt oft zu gefährlichem Untergewicht, während bei Bulimie das Gewicht meist unauffällig bleibt. Bei Bulimie gleichen Betroffene die Kalorienzufuhr aus Essanfällen durch Maßnahmen wie Erbrechen oder Sport wieder aus. Auch die Binge-Eating-Störung grenzt sich ab, da hier Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen auftreten, was häufig zu Übergewicht führt.
Durch häufiges Erbrechen verlieren Betroffene viel Flüssigkeit und lebenswichtige Mineralsalze. Die aufsteigende Magensäure greift Gewebe an und verursacht Zahnschäden, Schwellungen der Speicheldrüsen, Mundwinkelrisse und Heiserkeit. Es können Hauteinblutungen im Gesicht auftreten, wenn beim Würgen Blutgefäße platzen. An den Händen bilden sich oft Schwielen oder Narben durch den Kontakt mit den Zähnen beim Auslösen des Brechreizes.
Der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Kreislaufproblemen und Nierenschäden führen. Die Magensäure verursacht Sodbrennen, Entzündungen oder Geweberisse in Speiseröhre, Mund und Magen. Regelmäßiges Abführen stört die Darmtätigkeit, es können Mangelerscheinungen wie trockene Haut, Haarausfall und Unregelmäßigkeiten im Zyklus auftreten. Psychisch führt die Erkrankung oft zu sozialem Rückzug, und häufig entwickeln sich zusätzlich Depressionen oder Angststörungen.
Die Bulimie sollte möglichst früh professionell behandelt werden, da sie mit schweren körperlichen Folgen verbunden ist. Die hausärztliche beziehungsweise kinderärztliche Praxis ist die erste Anlaufstelle für eine Diagnose. Ohne Behandlung entwickelt sich meist eine dauerhafte Form mit zunehmend stärkeren Symptomen. Bei drängenden Suizidgedanken ist sofortiges Handeln erforderlich – Betroffene sollten sich an die nächste psychiatrische Klinik wenden oder den Notruf unter 112 wählen.
Die Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, gilt als wichtigster Behandlungsansatz. Dabei lernen Betroffene schrittweise, ein entspannteres Verhältnis zum Essen aufzubauen und dem Drang nach Essanfällen zu widerstehen. In schweren Fällen kann eine spezialisierte Klinik den nötigen Schutzraum bieten. Das Antidepressivum Fluoxetin ist der einzige zugelassene Wirkstoff zur begleitenden Behandlung bei Erwachsenen bei besonders starker Bulimie, ersetzt aber keine Therapie. Nach erfolgreicher Behandlung ist es wichtig, vor Rückfällen zeitnah wieder Unterstützung zu suchen.
Ja, Angehörige können eine wichtige Stütze sein, sollten dabei aber auch auf sich selbst achten. Die Erkrankung eines nahestehenden Menschen kann für Angehörige sehr belastend sein. Um selbst stabil zu bleiben und Betroffene wirksam unterstützen zu können, sollten sie sich bewusst durch Beratung oder Selbsthilfe schützen.

Weiterführende Informationen

Literatur

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