Niedriger Blutdruck wird durch wiederholte Blutdruckmessungen und weitere Untersuchungen zur Ursachenklärung festgestellt.
Niedriger Blutdruck bleibt oft lange unbemerkt. Häufig taucht er bei einer Routineuntersuchung erstmals auf. Doch wenn Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Konzentrationsprobleme den Alltag stören, beginnt die ärztliche Abklärung: Was steckt hinter den Beschwerden?
Ziel der Diagnose: Ursachen erkennen und Erkrankungen ausschließen
Ziel der ärztlichen Abklärung ist es, herauszufinden, ob es sich um eine harmlose oder eine behandlungsbedürftige Hypotonie handelt. Es gilt daher, andere Erkrankungen auszuschließen, die als Ursache für den niedrigen Blutdruck infrage kommen. Denn hinter anhaltend niedrigen Werten können auch ernsthafte Auslöser stecken: eine Herzschwäche, hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus.
Ausführliches Arztgespräch
Die ärztliche Diagnostik beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese). Dabei wird gezielt nach dem Auftreten der Beschwerden gefragt, nach familiären Vorerkrankungen, Trinkmenge und Medikamenteneinnahme. Diese Informationen liefern erste Hinweise darauf, ob es sich um eine harmlose primäre Hypotonie oder die Folge einer anderen Erkrankung handeln könnte.
Blutdruckmessung unter verschiedenen Bedingungen
Ein zentrales Instrument der Diagnostik ist die wiederholte Blutdruckmessung – in Ruhe im Sitzen oder Liegen, direkt nach dem Aufstehen und bei längerem Stehen. So lässt sich beispielsweise die orthostatische Hypotonie erkennen. In manchen Fällen wird auch eine 24-Stunden-Messung eingesetzt, um typische Schwankungen im Tagesverlauf sichtbar zu machen.
Gezielte Tests zur Ursachensuche
Je nach Verdacht kommen weitere Untersuchungen zum Einsatz:
- Bluttests, um eine mögliche Blutarmut, hormonelle Ungleichgewichte oder Stoffwechselstörungen abzuklären
- EKG und Echokardiografie, um das Herz strukturell und funktionell zu überprüfen
- Belastungstests, die zeigen, wie der Kreislauf unter körperlichem Stress reagiert
- Untersuchungen zu Hormonen und Botenstoffen sowie Ultraschall, etwa zur Abklärung der Schilddrüsenfunktion
- Kipptischuntersuchung, bei der geprüft wird, wie Blutdruck und Kreislauf auf das Aufrichten des Körpers reagieren – besonders hilfreich bei wiederholten Ohnmachtsanfällen oder ungeklärten Stürzen, da hiermit eine orthostatische Hypotonie aufgedeckt werden kann