Stress und Leistungsdruck

Was ist Leistungsdruck? Wenn Erwartungen und Ansprüche in eine Überforderung münden

Lesedauer unter 2 Minuten
Mutter verzweifelt mit Haushalt, Wäsche und Kinderbetreuung

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Marie-Victoria Assel (Psychologin, Barmer)
  • Andrea Jakob-Pannier (Diplom-Sozialpädagogin/ Psychologin/ Psychoonkologin, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Eine gewisse Grundspannung sorgt dafür, dass wir aufmerksam und konzentriert sind und den Anforderungen des Alltags gewachsen sind. Werden jedoch dauerhaft Leistungen auf hohem Niveau gefordert, dabei eigene Bedürfnisse zurückgestellt und eigene Ressourcen überstiegen, kann uns der Leistungsdruck schaden.

Leistungsdruck ist heutzutage allgegenwärtig

In unserer heutigen Lebenswelt ist ein gewisser Leistungsdruck allgegenwärtig. Er findet sich in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen. Die allermeisten Menschen werden von Zeit zu Zeit den psychischen Druck spüren, hohe Anforderungen erfüllen zu müssen. Das betrifft Erwachsene an ihrem Arbeitsplatz ebenso wie Kinder, die in der Schule Lernziele erreichen sollen. Eltern geben Leistungsdruck weiter, so dass dieser durch die Erziehung in Verhaltensmuster der Kinder übergehen kann.

Die gesellschaftlichen Erwartungen an den Einzelnen sind in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen: Menschen sollen und wollen erfolgreich im Beruf sein, gleichzeitig perfekte Körper besitzen, interessante Hobbies ausüben, sich politisch oder sozial engagieren, nachhaltig leben, eine perfekte Beziehung führen und viel Zeit mit der Familie verbringen – für viele bedeutet das eine Überforderung.

Eine Ursache für Leistungsdruck ist Digitalisierung

Forscher führen den gestiegenen Leistungsdruck unter anderem auf die Digitalisierung und die neuen technologischen Entwicklungen zurück . Da wir heute via Smartphone theoretisch immer erreichbar sind, verschwimmen Arbeit und Freizeit. Wer echte Erholung finden will, muss sich aktiver und bewusster von der Arbeit abgrenzen als früher.. Außerdem werden wir in den sozialen Netzwerken ständig mit Bildern scheinbar perfekter Körper, Reisen und Leben konfrontiert. Der Vergleich zu unseren im Vergleich „normalen“ Leben, kann unzufrieden machen. Das Nacheifern der abgebildeten, unmöglichen Standards, Druck erzeugen.

Natürlich sind nicht alle digitalen Entwicklungen als negativ zu betrachten. Vernetzung und die Entlastung durch technische Hilfsmittel werden teilweise auch als entlastend empfunden – zu diesem Ergebnis kam die umfangreiche Studie social health@work der Barmer und der Universität St. Gallen.

Leistungsdruck ist allerdings vielfältig und fühlt sich für jeden Menschen anders an. Je nach Situation kann er auch positiv sein: Obwohl dauerhafter Leistungsdruck negative Auswirkungen hat, können wir unter situativem Druck auch zu Höchstleistungen auflaufen. Wichtig ist hierbei unter anderem wie wir mit dem Druck umgehen.

Das Maß sollte stimmen

Leistungsdruck ist vor allem dann kritisch, wenn er dauerhaft und allübergreifend auf einem Menschen lastet oder dieser hohe Maßstäbe an sich selbst anlegt. Spürt dieser, dass seine Fähigkeiten und Ressourcen nicht ausreichen, um den Aufgabenberg zu bewältigen oder die Aufgabe für ihn keinen Sinn ergibt, kann Leistungsdruck großen psychischen Stress auslösen. Es ist allerdings nicht immer die Gesellschaft oder der Chef, die Leistungsdruck auf den Einzelnen ausüben. Manche Menschen legen an sich sehr hohe Maßstäbe an und treiben sich selbst zu immer neuen Höchstleistungen. Finden Betroffene keine Erholung mehr, kann Leistungsdruck beispielsweise zur Entstehung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen oder sogar auch Essstörungen beitragen. Wenn aber ein guter Ausgleich für den enormen Leistungsdruck gefunden wurde, können sich Geist und Körper zum Beispiel durch Bewegung und sportliche Aktivitäten wieder schnell regenerieren. 

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