Gesunde Schwangerschaft

Hebammen – wichtige Unterstützung vor, während und nach der Geburt

Lesedauer unter 6 Minuten
Eine Hebamme hält ein neugeborenes Baby in ihren Armen

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Martin Waitz
  • Kerstin Grap (Abteilung Ambulante Versorgung, BARMER)
Inhaltsverzeichnis

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind für viele Frauen eine besonders schöne Zeit. Sie sind aber auch mit vielen körperlichen und seelischen Veränderungen und neuen Anforderungen verbunden, die jede Frau anders erlebt. Deshalb stehen Ihnen von Anfang der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit Hebammen zur Seite. Diese sind eigens dafür ausgebildet, Sie und Ihre Familie in dieser aufregenden Zeit sowohl medizinisch als auch psychisch umfassend zu unterstützen und zu beraten und die Geburt Ihres Kindes zu begleiten – ob im Krankenhaus, im Geburtshaus oder auch bei der Hausgeburt.

Welche Unterstützung steht mir während und nach der Schwangerschaft zu?

Natürlich kann jede werdende Mutter selbst entscheiden, in welchem Umfang sie die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen möchte. Gesetzlichen Anspruch haben krankenversicherte Frauen aber grundsätzlich auf folgende Leistungen:

  • Beratung während der Schwangerschaft
  • Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme (ausgenommen Ultraschalluntersuchungen)
  • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden
  • Geburtsvorbereitung
  • Geburtsbetreuung im Krankenhaus, Geburtshaus oder bei der Hausgeburt
  • Wochenbettbetreuung (Nachsorge) bis zu 12 Wochen nach der Geburt
  • Rückbildungsgymnastik

Mit der Hebammensuche des GKV-Spitzenverbandes finden werdende Mütter eine Hebamme in ihrer Nähe. Gesucht werden kann nach Postleitzahl, Ort oder Name, Kurs- und Leistungsangebot oder Tätigkeitsbereich der Hebamme.

Wie oft kommt die Hebamme zu mir?
Bis zu zehn Tage nach der Geburt sind tägliche Besuche durch Ihre Hebamme möglich. Ab dem 11. Tag bis zur 12. Lebenswoche Ihres Kindes können Sie die Hebamme weiterhin bis zu 16-mal in Anspruch nehmen. Treten in dieser Zeit oder danach größere Schwierigkeiten auf, zum Beispiel beim Stillen oder infolge von Dammverletzungen während der Geburt, können Sie auf Anordnung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin die Hilfe Ihrer Hebamme auch länger in Anspruch nehmen. 

Freiberufliche Hebamme, Beleg- oder Klinikhebamme – was ist eigentlich der Unterschied?

Tatsächlich ist Hebamme nicht gleich Hebamme und es gibt deshalb bei der Wahl einige wichtige Unterschiede zu berücksichtigen. Für welche Hebamme Sie sich letztlich entscheiden, hängt dabei vor allem von Ihren persönlichen Ansprüchen und Bedürfnissen ab. Die Barmer übernimmt die Kosten für die Betreuung durch Vertragshebammen.

Freiberufliche Hebammen

Freiberufliche Hebammen können die Betreuung während der gesamten Schwangerschaft und im Wochenbett übernehmen. Häufig bieten sie auch zusätzliche Leistungen wie Schwangerschaftsgymnastik, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse an. Sie sind aber nicht fest in einer Klinik oder einem Geburtshaus angestellt. Für werdende Mütter gilt es deshalb zu bedenken, dass es nicht in allen Kliniken und in jedem Geburtshaus möglich ist, für die Geburt eine „eigene“ Hebamme mitzubringen. Je nachdem, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen möchten, sollten Sie sich deshalb im Vorfeld über diese Möglichkeit informieren. 

In der Schwangerschaft, im Wochenbett und im Alltag mit einem kleinen Kind ergeben sich viele Fragen und Sorgen. Vielleicht leiden Sie unter Stimmungsschwankungen und Übelkeit in der Schwangerschaft, Ihr Baby schläft schlecht oder es gibt Probleme beim Stillen. Für Barmer-Versicherte gibt es da schnelle und unkomplizierte Hilfe – mit der Hebammenberatung per Chat und Telefon.

Klinikhebammen

Klinikhebammen sind fest an einem Krankenhaus angestellt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Geburt im Kreißsaal zu betreuen. Viele Klinikhebammen sind zusätzlich auch freiberuflich tätig und bieten weitere Leistungen an, wie zum Beispiel Geburtsvorbereitungskurse und die Schwangerschaftsvor- und -nachsorge.

An einer Klinik sind in der Regel mehrere Hebammen beschäftigt, die in festgelegten Schichten arbeiten. Es ist deshalb normalerweise nicht möglich, sich für die Geburt eine ganz bestimmte Hebamme auszusuchen. Zieht sich die Geburt länger hin, kann es aufgrund von Schichtdiensten passieren, dass Sie während der Geburt Ihres Kindes nacheinander von mehreren Hebammen betreut werden.

Beleghebammen

Beleghebammen sind zwar freiberuflich tätig, haben aber einen Vertrag mit einer oder mehreren Kliniken und Geburtshäusern abgeschlossen und dürfen in den entsprechenden Häusern die Kreißsäle für die Geburt nutzen. Beleghebammen bieten in der Regel auch eine Betreuung vor und nach der Geburt an. Wie auch bei freiberuflichen Hebammen entsteht oft ein enger, sehr vertrauter Kontakt zwischen Mutter und Hebamme, der vielen Frauen ein besonderes Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Tipp: Wenn Ihre Entscheidung auf eine freiberufliche Hebamme oder eine Beleghebamme fällt, ist es ratsam, sich bereits früh in der Schwangerschaft auf die Suche zu begeben und entsprechende Angebote zu prüfen. Überlegen Sie sich dabei vor allem, was Ihnen während Ihrer Schwangerschaft besonders wichtig ist, denn nicht alle Hebammen bieten die gleichen Leistungen an.

Worum kümmert sich meine Hebamme während der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft steht Ihnen Ihre Hebamme als wichtige Vertrauensperson zur Verfügung, mit der Sie über alle Ihre Fragen sowie körperliche und seelische Veränderungen und Probleme sprechen können. Das ist vor allem für viele erstgebärende Frauen wichtig: Ihnen gibt der intensive Kontakt zur Hebamme oft ein besonders Gefühl der Sicherheit und lässt sie der Geburt und den ersten aufregenden Wochen mit ihrem neugeborenen Kind mit mehr Gelassenheit entgegensehen.

Beratung und Vorsorge

Sofern keine Risikoschwangerschaft vorliegt, kann eine Hebamme Ihre Schwangerschaft nicht nur feststellen und Ihren Mutterpass ausstellen, sondern auch fast alle vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durchführen. So prüfen Hebammen beispielsweise regelmäßig das Gewicht, den Blutdruck und die Blutwerte der Mutter sowie die Lage, die Größe und die Herztöne des Kindes.

Auch bei Schwangerschaftsbeschwerden oder bei der Beratung zur Geburtsmethode und zum Geburtsort ist Ihre Hebamme für Sie eine wichtige und kompetente Ansprechpartnerin. 

Geburtsvorbereitung

Viele Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an, darunter auch zahlreiche Vertragshebammen der Barmer. Sie können dabei frei zwischen unterschiedlichen Kursarten wählen, beispielsweise fortlaufenden Kursen, Intensivkursen am Wochenende, Kursen für Paare oder Kursen nur für Frauen alleine. Neben speziellen Atemtechniken, die während der Geburt hilfreich sind, erlernen Sie verschiedene Entspannungsübungen und bekommen grundlegende Informationen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und dem Neugeborenen

Viele Hebammen bieten außerdem Sonderleistungen wie Schwangerschaftsgymnastik oder Yoga für Schwangere an.

Geburtshilfe

Bei einer unkomplizierten Geburt, die ohne Komplikationen verläuft, ist nicht unbedingt die Anwesenheit eines Arztes oder einer Ärztin erforderlich: Eine Hebamme ist so ausgebildet, dass sie eine normale Geburt eigenverantwortlich betreuen kann. Das gilt übrigens umgekehrt nicht: Laut Gesetz darf ein Arzt oder eine Ärztin eine Geburt nur in dringenden Notfällen alleine in Abwesenheit einer Hebamme durchführen.

Während der Geburt überwacht die Hebamme sorgfältig den Zustand Ihres Kindes, unterstützt Sie bei den Geburtswehen, leistet seelischen Beistand und trifft bei Problemen die Entscheidung, ob die zusätzliche Hilfe eines Arztes oder einer Ärztin erforderlich ist. Nach der Geburt kümmert sich die Hebamme zunächst um das Neugeborene und prüft wichtige Funktionen wie Atmung, Puls und Reflexe sowie das Aussehen Ihres Babys. Selbstverständlich übernimmt die Hebamme nach der Geburt auch die Erstversorgung der Mutter. Sind Sie und Ihr Kind wohlauf, wird Ihre Hebamme Ihnen helfen, Ihr Baby das erste Mal an die Brust anzulegen oder das Kleine mit der Flasche zu füttern, wenn Sie sich gegen das Stillen entschieden haben.

Betreuung im Wochenbett

Auch nachdem Ihr Baby das Licht der Welt erblickt hat, ist Ihre Hebamme weiterhin für Sie da. Bei regelmäßigen Hausbesuchen überprüft sie nicht nur den Gesundheitszustand Ihres Kindes. Sie steht Ihnen auch mit wertvollen Tipps zur Säuglingspflege zur Seite, beantwortet Ihre Fragen und hilft bei kleineren und größeren Startschwierigkeiten. Sie berät umfassend zum Stillen und gibt entsprechende Unterstützung bei Stillproblemen mit Ihrem Baby. Bei der frischgebackenen Mutter kontrolliert die Hebamme zudem den Wochenfluss, sie versorgt Wundnähte, zum Beispiel im Falle einer Dammnaht, oder hilft bei Beschwerden durch den Milcheinschuss. Durch ihre kompetente und kontinuierliche Unterstützung ermöglichen Hebammen vielen Frauen, leichter und schneller in ihre neue Rolle hineinzuwachsen und eine gute und enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Kommt es in der Zeit nach der Geburt zu schwerwiegenden medizinischen oder psychischen Krisensituationen, kann Ihre Hebamme den Kontakt zu entsprechend ausgebildeten Ärztinnen oder Ärzten, oder auch psychologischen Praxen vermitteln.

 

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