Welche Yogaübungen solltest du in der Schwangerschaft vermeiden?
Auch wenn du dich fit fühlst und bereits viel Yoga-Erfahrung hast, solltest du bestimmte Bewegungen während der Schwangerschaft verändern oder vorübergehend weglassen. Es geht vor allem darum, Überlastungen zu vermeiden und dem wachsenden Bauch ausreichend Raum zu geben.
Überdehnungen und starke Drehungen
Während der Schwangerschaft verändert sich die Dehnbarkeit von Bändern und Bindegewebe. Dadurch kann es leichter passieren, dass du eine Bewegung zu weit ausführst. Versuche deshalb nicht, möglichst tief in eine Dehnung zu kommen. Auch starke Verdrehungen des Oberkörpers solltest du vermeiden, insbesondere wenn sie Druck auf den Bauch ausüben.
Eine Yogahaltung ist nicht automatisch besser, weil du sie besonders weit oder lange halten kannst.
Kopfstand, Sprünge und anspruchsvolle Verrenkungen
Schwangerschaftsyoga setzt auf ruhige, kontrollierte Bewegungen. Übungen wie der Kopfstand, Sprünge oder sehr anspruchsvolle Körperhaltungen passen deshalb nicht zum Schwerpunkt eines sanften Schwangerschaftstrainings. Auch wenn du solche Übungen vor der Schwangerschaft problemlos ausführen konntest, solltest du nicht versuchen, dein bisheriges Leistungsniveau unbedingt beizubehalten.
Übungen in Bauchlage
Mit wachsendem Bauch werden Übungen in Bauchlage zunehmend unangenehm oder unmöglich. Vermeide deshalb Positionen, bei denen dein Bauch gegen den Boden gedrückt wird. Es gibt andere Haltungen, die im Sitzen, Stehen oder Vierfüßlerstand ausgeführt werden können und mehr Platz für den Bauch lassen.
Intensive, isolierte Bauchmuskelübungen
Während der Schwangerschaft verändert sich auch die Bauchmuskulatur. Die geraden Bauchmuskeln weichen auseinander, um dem wachsenden Bauch Raum zu geben. Dabei kann ein größerer Abstand zwischen den Muskelsträngen entstehen. Dieser wird als Rektusdiastase bezeichnet.
Auf intensive, isolierte Bauchmuskelübungen solltest du beim Schwangerschaftsyoga verzichten. Sanfte Übungen, die den Rücken stärken oder entlasten, stehen eher im Vordergrund. Welche Belastung deiner Bauchmuskulatur während der Schwangerschaft geeignet ist, sollte individuell beurteilt werden.
Schnelle Atemübungen und Luftanhalten
Auch bei den Atemtechniken ist Vorsicht sinnvoll. Yoga kennt verschiedene Atemübungen, aber nicht jede davon eignet sich während der Schwangerschaft. Vermeide Techniken mit sehr schneller Atmung oder bewusstem längerem Luftanhalten. Ruhiges, gleichmäßiges Atmen steht beim Schwangerschaftsyoga im Mittelpunkt.
Warum Atemübungen während der Schwangerschaft hilfreich sein können
Vielleicht hast du schon bemerkt, dass sich deine Atmung verändert, wenn du gestresst bist oder dich vor etwas fürchtest. Beim Yoga wird der Atem deshalb bewusst in die Übungen einbezogen. Pranayama bezeichnet unterschiedliche Atemtechniken, mit denen du lernst, deine Atmung wahrzunehmen und zu steuern.
Während der Schwangerschaft stehen vor allem ruhige, tiefe und kontrollierte Atemzüge im Vordergrund. Das kann dir helfen, dich zu entspannen und die Aufmerksamkeit auf deinen Körper zu richten.
Auch bei der Geburt kann bewusstes Atmen hilfreich sein. Wer bereits während der Schwangerschaft geübt hat, sich auf die Atmung zu konzentrieren, ist mit diesen Techniken vertrauter. Das bedeutet nicht, dass sich Geburtsschmerzen durch bestimmte Atemübungen zuverlässig verhindern lassen. Sie können jedoch eine Möglichkeit sein, mit Anspannung umzugehen und sich während der Geburt bewusster auf die eigene Atmung zu konzentrieren.
Welches Schwangerschaftsyoga passt gerade zu dir?
Die Auswahl der Übungen richtet sich nicht allein nach der Schwangerschaftswoche. Ebenso wichtig ist, was du körperlich brauchst und welche Erfahrung du mit Yoga mitbringst. Wenn du neu mit Yoga beginnst, ist eine professionelle Einführung besonders sinnvoll. Dabei können die Übungen an deine Schwangerschaft angepasst werden.
Wenn dein Rücken durch den wachsenden Bauch stärker belastet wird, kommen sanfte Bewegungen im Vierfüßlerstand oder angepasste Übungen für die Rückenmuskulatur infrage. Wenn du vor allem Entspannung suchst, können Atemübungen und Meditation im Mittelpunkt stehen.
Und wenn die Geburt näher rückt, kannst du dich stärker mit ruhiger Atmung, Körperwahrnehmung und einer bequemen Meditationshaltung beschäftigen. Besprich vorab ärztlich, welche Form der Bewegung für dich infrage kommt. Achte beim Üben darauf, dich nicht zu überfordern, und verzichte auf Positionen, die Druck auf den Bauch ausüben oder sich unangenehm anfühlen.