Was sagt die Wissenschaft über Yoga und mentale Gesundheit?
Die Auswirkungen von Yoga auf Körper und Psyche werden seit Langem wissenschaftlich untersucht. Dabei interessieren sich Forschende auch dafür, was während regelmäßiger Yoga-Praxis im Gehirn passiert. Eine Rolle spielen Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin sowie die Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA.
Welche Rolle spielt GABA?
GABA ist ein Neurotransmitter, also ein chemischer Botenstoff des Nervensystems. Er ist unter anderem an der Regulation von Angst beteiligt. In Untersuchungen mit Menschen, die über mehrere Wochen regelmäßig Yoga praktizierten und dabei auch meditierten, wurden Veränderungen der GABA-Konzentration beobachtet. Gleichzeitig berichteten Teilnehmende von einer verbesserten Stimmung und mehr allgemeinem Wohlbefinden.
Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass Yoga Prozesse beeinflussen kann, die mit unserem psychischen Befinden zusammenhängen. Sie bedeuten jedoch nicht, dass sich daraus eine allgemeingültige Wirkung für jede Person oder eine Heilwirkung bei Depressionen ableiten lässt.
Was berichten Menschen, die regelmäßig Yoga machen?
Neben Untersuchungen körperlicher und neurologischer Vorgänge gibt es auch Befragungen zum persönlichen Erleben. Eine gemeinsame Untersuchung des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigte, dass sich viele der befragten Yoga-Praktizierenden ausgeglichener, entspannter und ruhiger fühlen.
Solche Erfahrungen sind interessant, weil sie zeigen, welche Veränderungen Menschen selbst wahrnehmen. Eine Befragung zur persönlichen Zufriedenheit ist allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Nachweis, dass Yoga eine bestimmte Erkrankung wirksam behandelt.
Kann Yoga eine Psychotherapie ersetzen?
Nein. Yoga kann die Behandlung psychischer Erkrankungen ergänzen, ist aber kein Ersatz für eine Psychotherapie oder eine notwendige medikamentöse Behandlung. Das gilt besonders bei schweren Depressionen. Betroffene sollten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und mit einer behandelnden Fachperson besprechen, welche Therapie geeignet ist und ob Medikamente sinnvoll sind.
Yoga kann begleitend helfen, Entspannung zu finden und das eigene Körpergefühl zu verbessern. Auch Atemübungen und Meditation können eine Möglichkeit sein, mit innerer Unruhe umzugehen. Die Entscheidung, ob und wie Yoga in eine Behandlung integriert werden kann, sollte sich am individuellen Gesundheitszustand orientieren.
Wie kannst du Yoga für mehr innere Ruhe nutzen?
Wenn du Yoga ausprobieren möchtest, musst du nicht direkt einen vollständigen Kurs im Yogastudio besuchen. Ein Einstieg zu Hause ist ebenfalls möglich. Entscheidend ist, dass du die Übungen an deine Voraussetzungen anpasst und dir Zeit nimmst, die Bewegungen und Atemtechniken kennenzulernen. Für eine regelmäßige Praxis können dir drei Schwerpunkte Orientierung geben.
Wenn du dich körperlich angespannt fühlst
Beginne mit angeleiteten Körperübungen. Konzentriere dich darauf, wie du stehst, welche Muskeln du beanspruchst und wie sich die Haltung anfühlt. Bei den Asanas kommt es darauf an, die Bewegungen bewusst wahrzunehmen.
Wenn deine Gedanken ständig abschweifen
Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem. Beobachte das Ein- und Ausatmen und versuche, dich für eine Weile ausschließlich darauf zu konzentrieren. Wenn andere Gedanken auftauchen, kannst du deine Aufmerksamkeit wieder zur Atmung zurückführen.
Wenn du deine innere Haltung stärken möchtest
Du kannst Meditation und Autosuggestion in deine Yoga-Praxis einbeziehen. Wähle beispielsweise einen positiven Gedanken, auf den du dich bewusst konzentrierst. Diese Übungen sollen helfen, die eigene Wahrnehmung und den Umgang mit Gedanken zu beeinflussen. Welche der Methoden dir guttut, kannst du beim regelmäßigen Üben herausfinden.
Yoga zu Hause ausprobieren: Urban Yogaism mit Lydia
Du möchtest Yoga kennenlernen, aber nicht direkt einen Kurs im Studio buchen? Mit Urban Yogaism bietet Yoga-Coach Lydia angeleitete Yoga-Einheiten für zu Hause an. Die Körperübungen richten sich an Anfängerinnen und Anfänger sowie an Menschen, die bereits Yoga-Erfahrung haben. So kannst du die Asanas kennenlernen und ausprobieren, wie sich Yoga in deinen Alltag integrieren lässt.