Psychische Erkrankungen

Selbsttest: Welcher Beziehungstyp bin ich und wie lässt sich die Beziehung retten?

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Junge Frau genießt einen Sonnenuntergang

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dirk Weller (Diplom-Psychologe)
Inhaltsverzeichnis

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, einfach nicht den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden? Gar beziehungsunfähig zu sein? Vielleicht verlieben Sie sich – sehnen sich jedoch nach einigen Monaten schon wieder nach mehr Freiheit und zweifeln an der Beziehung. Oder Sie fühlen sich schnell so abhängig vom Partner, dass Sie deshalb ins Grübeln geraten. Die Psychologin und Beziehungsexpertin Stefanie Stahl hat die verschiedenen Beziehungstypen beschrieben – und ganz pragmatische Lösungen für jeweils typische Beziehungsfragen entwickelt.

Hinweis: Menschen neigen generell dazu, sich in allgemein gehaltenen Beschreibungen wiederzufinden. Lesen Sie deshalb erst alle Aussagen durch und wägen Sie dann ab, bei welchen das Gefühl der Passung besonders stark ist. Wichtig: Dieser nicht validierte Test ist lediglich als Anregung zum Nachdenken über eigene Muster gedacht und liefert keine fachliche Diagnose oder ähnliches. Das Ergebnis ist nur so wahr, wie Sie es als hilfreich empfinden.

Typisch für Nähetypen

  • Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie mein Partner zu mir und unserer Beziehung steht.
  • Oft merke ich erst mit Verspätung, dass mich eine Bemerkung meines Partners verletzt hat.
  • Wenn mein Partner etwas nicht möchte, gebe ich recht schnell nach. Ich finde, in einer Partnerschaft sollte man nicht auf sein Recht beharren.
  • Es ist mir schon passiert, dass ich von einem sehr schwierigen Partner nicht losgekommen bin, obwohl ich gerne gegangen wäre.
  • Beim Sex gebe ich mir oft sehr viel Mühe, die Wünsche meiner Partnerin/meines Partners zu erfüllen. Was ich selbst möchte, spüre ich manchmal gar nicht.

Auswertung: Wenn Sie hier die meisten Aussagen gefunden haben, die tendenziell auf Sie zutreffen, sind Sie vermutlich eher der „klammernde“ Typ in einer Beziehung. Diese Unsicherheit speist sich in der Regel aus Kindheitserfahrungen. Möglicherweise haben Sie nicht gelernt, dass Sie für sich selbst einstehen dürfen und trotzdem geliebt werden. Vielleicht hatten Ihre Eltern auch die Tendenz, mal liebevoll zu sein und mal nicht. In gewisser Weise sind Sie es also gewohnt, dass Sie sich für Ihre Beziehung extrem anpassen müssen – und haben dennoch immer Sorge, dass Sie verlassen werden. Dieses Ungleichgewicht kann sehr anstrengend sein.

Tipp: Tasten Sie sich langsam an eine Veränderung ran. Sorgen Sie als erstes für Ihr persönliches Selbstwertgefühl. Wenn Sie dies stärken, werden Sie sich auch trauen, in einer Beziehung mehr Kontur zu zeigen. Schauen Sie auch mal mit der Objektivitätsbrille auf Ihre Beziehung: Welche Verhaltensmuster von Ihnen machen die Beziehung schwierig? Welche Verhaltensmuster Ihres Partners oder Ihrer Partnerin verhindern Nähe auf Augenhöhe? Wie könnte ein gutes Gleichgewicht aussehen? Darüber sollten Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin sprechen. Es rückt Ihre Partnerschaft mehr auf Augenhöhe und das tut der Liebe auf Dauer gut.

Typisch für Näheflüchtende

  • Wenn ich mich zu sehr vereinnahmen lasse, geht meine Persönlichkeit verloren.
  • Ich bin schon lange Single. Das ist auch gut so. Die/Der Richtige ist halt noch nicht vorbei gekommen.
  • Es passiert mir immer wieder, dass ich einen Streit vom Zaun breche, wenn es besonders harmonisch wird.
  • Die Schwächen meiner Partner nerven mich meist schon nach kurzer Zeit sehr. Ich bin wohl anspruchsvoll.
  • Sex finde ich super. Aber zu viel Gekuschel brauche ich nicht.

Auswertung: Wenn Sie hier die meisten Aussagen gefunden haben, die tendenziell auf Sie zutreffen, wird es Ihnen in einer Beziehung vermutlich schnell zu eng – und dann ziehen Sie sich zurück. Auf Erwartungen reagieren Sie komplett allergisch. Vermutlich sagen Sie, dies sei Ihrem Hang zur Freiheit geschuldet. Aus psychologischer Sicht ist es eher eine Angst vor Nähe. Vielleicht waren Ihre Eltern recht lieblos – und Sie entschlossen sich schon als Kind, sich nie wieder emotional von jemandem abhängig zu machen. Ihr Hang zur Distanz verdeckt insofern Ihre Sorge, nicht geliebt zu werden.

Tipp: Werden Sie achtsamer für Ihre Fluchtreflexe. Statt sich sofort abzuwenden, könnten Sie anfangen, zu reflektieren: Ist es jetzt wirklich so unverschämt, dass mein Partner, meine Partnerin etwas von mir möchte, mir nahe sein möchte? Übernehmen Sie mehr Verantwortung für Ihre Bedürfnisse. Und verdammen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin nicht länger dafür, dass er oder sie Erwartungen an Sie stellt, mehr Nähe oder Zuverlässigkeit möchte. Das rückt Ihre Partnerschaft mehr auf Augenhöhe – und tut der Beziehung gut.

Typisch für Balance-Künstlerinnen und -Künstler

  • Ich vertraue darauf, dass man mich mit meinen Stärken und Schwächen lieben kann.
  • Ich bin gerne mit meinem Partner/meiner Partnerin zusammen – aber genauso gerne mache ich mal etwas alleine. Und ich verstehe auch, wenn es ihm oder ihr genauso geht.
  • Ich suche mir in der Regel bodenständige Partner und Partnerinnen aus, die mit dem Leben gut zurechtkommen.
  • Der Sex ist nicht mehr ganz so leidenschaftlich wie zu Beginn unserer Beziehung, aber schön ist er immer noch.
  • Am Anfang ist der Sex doch immer toll. Aber dann schläft die Leidenschaft etwas ein. Schade eigentlich.

Auswertung: Wenn Sie hier die meisten Aussagen gefunden haben, die tendenziell auf Sie zutreffen, können Sie vermutlich durchaus mal nachgeben, aber sich auch mal für sich einsetzen, wenn es darauf ankommt. Sie schätzen Ihren Partner; trotzdem sagen Sie nicht zu allem Ja und Amen, was er oder sie sich von Ihnen wünscht. Im Gespräch haben Sie das Gefühl: Wir sind auf Augenhöhe. Manche Macke können Sie mit Humor nehmen. Wenn es Ihnen zu bunt wird, fällt es Ihnen nicht schwer, etwas zu sagen. Wenn Sie Probleme haben, sprechen Sie darüber – und können von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin erwarten oder auch sanft einfordern, dass er oder sie zuhört. Insgesamt würden Sie sagen: Ich bin glücklich mit ihm oder ihr. Doch tief in mir drin bin ich auch mit mir selbst glücklich.

Tipp: Beziehungen auf Augenhöhe funktionieren in der Regel sehr gut. Manchmal wird es vielleicht ein bisschen langweilig. Liebesforscherinnen und -forscher wissen: Eine Beziehung, die lebendig und spannend bleibt, ist Arbeit. Sorgen Sie also ganz bewusst dafür, dass Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin schöne Momente erleben. Wagen Sie sich ab und an gemeinsam an aufregende Abenteuer: Für die einen mag das eine Bergtour sein, für andere vielleicht ein Tangokurs.


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