Eine Hand hält eine Schleife aus grünem Band
Organspende

Eine Entscheidung zur Organspende treffen - Fragen und Antworten

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Barmer Internetredaktion
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer)
  • Ralf Zindler (Barmer)

Ohne das nötige Wissen ist es schwer, eine überzeugte Entscheidung für oder gegen eine Organ- beziehungsweise Gewebespende zu treffen. Viele Fragen beschäftigen die Menschen, wenn es um das Thema Organspende geht.

Was ist eine Transplantation?

Dabei handelt es sich um die Übertragung (lateinisch transplantare = verpflanzen) von funktionstüchtigen Organen oder Geweben einer verstorbenen Person auf einen schwer kranken oder beeinträchtigten Menschen. Ziel solcher Operationen ist es, mit Hilfe der übertragenen Organe oder Gewebe dem oder der Kranken die verloren gegangene Funktion eigener Organe oder Gewebe wiederzugeben. Insbesondere folgende Organe lassen sich derzeit transplantieren: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Darm. Sie stammen von medizinisch geeigneten verstorbenen Menschen, deren Hirntod von zwei unabhängigen Ärzten oder Ärztinnen festgestellt wurde und bei denen eine Zustimmung zur Organentnahme vorlag. Bis zur Organentnahme wird der Blutkreislauf im Körper der verstorbenen Person aufrechterhalten. Für eine Niere oder einen Teil der Leber oder anderer Organe kommt unter bestimmten Umständen eine Lebendspende in Betracht. Zu den Geweben, die sich verpflanzen lassen, gehört unter anderem die Hornhaut der Augen. Sie lässt sich bei verstorbenen Spendern beziehungsweise Spenderinnen noch Stunden nach deren Tod entnehmen.

Was ist der Hirntod und wie wird er festgestellt?

Der Hirntod ist definiert als der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm (Gesamthirntod). Mit dem Ausfall aller Hirnfunktionen hat der Mensch aufgehört, ein Lebewesen in körperlich-geistiger Einheit zu sein. Mit dem Verlust der integrativen Steuerungsfunktionen des Gehirns ist die "Systemeinheit Mensch" zerbrochen. Jede Möglichkeit der bewussten Wahrnehmung, das heißt auch der Schmerzempfindung, des Denkens und so weiter, ist unwiederbringlich verloren; eine Wiedererlangung des Bewusstseins ist ausgeschlossen. Das Gehirn ist von der Durchblutung abgekoppelt, seine Zellen zerfallen, auch wenn der übrige Körper noch künstlich durchblutet wird. Mit der künstlichen Beatmung und der intensiv-medizinischen Aufrechterhaltung der Herztätigkeit versuchen die Ärzte und Ärztinnen bei hirntoten Personen, die selbst oder deren Angehörige zuvor in eine Organ- und Gewebeentnahme eingewilligt haben, die zu übertragenden Organe bis zur Entnahme funktionstüchtig zu erhalten. Die Hirntoddiagnostik müssen nach dem Transplantationsgesetz zwei erfahrene Ärzte beziehungsweise Ärztinnen unabhängig voneinander vornehmen.

Bis zu welchem Alter kann man Organe und Gewebe spenden?

Es gibt keine feste Altersgrenze für eine Organ- und Gewebespende. Ob gespendete Organe und Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, ist im Todesfall medizinisch zu beurteilen. Transplantate, die diese Prüfung nicht bestehen, werden nicht übertragen. Wichtig ist dabei nicht das kalendarische Alter des Spenders oder der Spenderin, sondern der Gesundheitszustand, das heißt das biologische Alter der Organe und Gewebe. Generell gilt: je jünger die verstorbene Person ist, desto mehr Organe eignen sich zur Transplantation. Doch auch die funktionstüchtige Niere einer mit über 70 Jahren verstorbenen Person kann einem Menschen wieder ein fast normales Leben schenken. Einschränkungen gibt es bei der Haut sowie den Sehnen, Bändern und Faszien, deren Spende bis zum 75. beziehungsweise 65. Lebensjahr möglich ist.

Sollte man den Organspendeausweis ständig bei sich tragen?

Ja, es ist sinnvoll, den Organspendeausweis beim Führerschein oder Personalausweis mit sich zu tragen. Falls man den Organspendeausweis nicht ständig mit sich führt, sollte man seine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende den Angehörigen mitteilen und auf den vorliegenden Organspendeausweis hinweisen. Selbstverständlich kann man auch eine nicht verwandte Vertrauensperson informieren, oder bei ihr den Organspendeausweis hinterlegen.

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