Organspende

Wie eine Organspende abläuft und was Sie dazu wissen sollten

Lesedauer unter 2 Minuten
Eine Frau gibt einer Beraterin die Hand

Autor

  • Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer),
  • Ralf Zindler (Barmer)

Viele Menschen schrecken vor einer Entscheidung zur Organspende zurück, da sie nicht wissen, wie eine Organspende eigentlich abläuft.

Kontaktaufnahme mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation

Eine Organspende ist in jedem Krankenhaus mit Intensivstation durchführbar. So früh es geht, sollte die Kontaktaufnahme zur Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) erfolgen. Eine telefonische Abstimmung mit einem Koordinator der DSO klärt die rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen für eine mögliche Spende. Die DSO ist für die Krankenhäuser bundesweit rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar.

Die Diagnostik zur Hirntodfeststellung

Eine massive Hirnschädigung, z.B. durch eine schwere Kopfverletzung oder Hirnblutung, kann trotz aller medizinischen Maßnahmen zum Hirntod des Patienten führen.

Die Diagnose Hirntod bedeutet, dass nachweislich die Funktionen von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm irreversibel erloschen sind. Nach dem Transplantationsgesetz wird die Hirntoddiagnostik von zwei in der Intensivmedizin erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander vorgenommen. Sie führen die Diagnostik nach den Richtlinien der Bundesärztekammer durch.

Das Gespräch mit den Angehörigen als Voraussetzung zur Organspende

Eine Organspende ist in Deutschland nur mit einer Einwilligung möglich. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten keine eigene Entscheidung getroffen und z.B. in einem Organspendeausweis dokumentiert, so werden die nächsten Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten. Da viele Menschen zu Lebzeiten keine eigene Entscheidung fällen, ist das Gespräch mit den Angehörigen häufig die Voraussetzung für eine Organspende.

Die DSO legt großen Wert darauf, dass die Angehörigen eine stabile Entscheidung treffen. Die behandelnden Ärzte beraten die Familienmitglieder, häufig gemeinsam mit den Koordinatoren der DSO. Sie geben ihnen umfassende Informationen und beantworten ihre Fragen. Über den Verstorbenen zu sprechen, hilft den Trauernden oft, eine Antwort zu finden, die dem vermuteten Willen entspricht. Wenn die Angehörigen dies wünschen, informiert sie die DSO in anonymer Form über die Transplantation der gespendeten Organe und steht ihnen auch lange Zeit nach einer Spende unterstützend zur Seite. Dazu gehört die Einladung zu Angehörigentreffen.

Eine Grafik zeigt den Ablauf einer Organspende


Die Vermittlungsstelle Eurotransplant

Für die Vermittlung der Spenderorgane an passende Empfänger müssen umfangreiche medizinische Daten des Verstorbenen erfasst werden. Ebenso prüft die DSO mögliche Übertragungsrisiken zum Schutz der Organempfänger. Die Koordinatoren senden die Laborwerte mit weiteren Angaben zum Spender an die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Ein spezielles Computerprogramm gleicht dort die Daten der Spenderorgane mit denen der Wartelistenpatienten ab und ermittelt die Empfänger. Die Vergabe richtet sich ausschließlich nach medizinischen Kriterien im Vordergrund stehen die Dringlichkeit und die Erfolgsaussicht.

Wie ein Organtransport funktioniert

Der Transport von Spenderorganen muss schnell, äußerst sorgfältig und medizinisch einwandfrei geschehen. Die Funktion des Transplantates und damit das Überleben des Organempfängers hängen unmittelbar davon ab. Einige Organe lassen sich nur für kurze Zeit konservieren – es kommt auf jede Minute an. Die DSO koordiniert diese anspruchsvolle Logistik und stellt den reibungslosen Ablauf sicher.

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: s000265 Letzte Aktualisierung: 24.05.2019
Nach oben