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Drei-Tage-Fieber

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Redaktion

  • almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Cornelia Czap (Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie)
  • Annette Mittmann (Ärztin und medizinische Psychotherapeutin)

Was ist das Drei-Tage-Fieber? Welche Ursachen und Beschwerden gibt es? Dieser Artikel informiert über die Krankheit, typische Symptome und über Behandlungsmöglichkeiten.

Auf einem Blick:

  • Symptome: Typisches Anzeichen ist hohes Fieber über drei bis fünf Tage. Klingt es ab, zeigt sich ein charakteristischer Hautausschlag (Hautexanthem). Manche Kinder zeigen zusätzlich leichte Erkältungssymptome wie Husten und Halsschmerzen.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Die Ansteckung erfolgt meistens durch das humane Herpesvirus Typ 6 (HHV-6B), seltener auch durch Typ 7 (HHV-7). Es wird durch feine Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen.
  • Verlauf: Das Fieber klingt nach wenigen Tagen von selbst ab. Auch der Ausschlag heilt folgenlos aus.
  • Diagnostik: Ärztinnen und Ärzte stellen die Diagnose, wenn Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren die typischen Symptome und Beschwerden entwickeln und sich der für das Drei-Tage-Fieber typische Hautausschlag zeigt.
  • Therapie: Die Linderung der Beschwerden erfolgt symptomatisch und kann u.a. durch Wadenwickel oder fiebersenkende Zäpfchen erfolgen. Eine spezielle Therapie für das Drei-Tage-Fieber gibt es nicht.
  • Vorsorge & Früherkennung: Die Erkrankung ist hochgradig ansteckend, aber normalerweise harmlos. Eine Impfung oder andere Möglichkeiten der Vorsorge gibt es nicht. Als Erwachsene sind Kinder, die das Drei-Tage-Fieber überstanden haben, gegen die Krankheit immun.

Was ist das Drei-Tage-Fieber?

Das Drei-Tage-Fieber, im medizinischen Sprachgebrauch auch als Exanthema subitum oder Roseola infantum bezeichnet, ist eine häufige, plötzlich auftretende und hoch ansteckende Viruserkrankung, die aber weitgehend harmlos ist.

Die durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung betrifft fast ausschließlich Babys und Kleinkinder bis zu einem Alter von drei Jahren. Sie ist verbunden mit hohem Fieber über drei bis vier Tage. Bei Abklingen des Fiebers zeigt sich ein flüchtiger Hautausschlag. Die Erkrankung heilt von selbst aus und ist harmlos. Therapien oder Krankenhausaufenthalte sind in der Regel nicht notwendig. Die Ansteckung erfolgt durch das humane Herpesvirus (HHV). Die ersten Symptome treten in der Regel sieben bis 17 Tage nach Ansteckung auf.

Welche Symptome sind typisch für das Drei-Tage-Fieber?

Zu den charakteristischen Symptomen gehören Fieber und Hautauschlag. Davon betroffen sind fast ausschließlich Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren. Die meisten Erkrankungen treten bei Säuglingen zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat auf. Für viele von ihnen ist es die erste Kinderkrankheit. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch ohne die erwähnten Symptome. Kinder, die das Drei-Tage-Fieber überstanden haben, sind als Erwachsene gegen die Krankheit immun.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für das Drei-Tage-Fieber?

Ausgelöst wird die hochfiebrige Erkrankung durch zwei Gruppen von menschlichen Herpesviren:

  • das humane Herpesvirus Typ 6 (HHV-6), Subtyp B
  • das humane Herpesvirus Typ 7 (HHV-7), das allerdings seltener vorkommt

Die Übertragung erfolgt über virushaltigen Speichel, also auch durch feine Tröpfchen beim Husten, Sprechen oder Niesen.

Welchen Verlauf hat das Drei-Tage-Fieber?

Durchschnittlich dauert es sieben bis 17 Tage, bis nach einer Ansteckung die ersten Beschwerden auftreten (Inkubationszeit). Das Drei-Tage-Fieber beginnt mit hohem Fieber ohne erkennbare Ursache. Dieses kann rasch auf 39,5 bis 41 Grad Celsius ansteigen und klingt nach drei bis fünf Tagen (maximal acht Tagen) schlagartig wieder ab. Durch den raschen und hohen Fieberanstieg kann ein sogenannter Fieberkrampf ausgelöst werden. Fieberkrämpfe stellen die häufigste Komplikation der Erkrankung dar. Sie enden im Allgemeinen nach kurzer Zeit von alleine und hinterlassen keine gesundheitlichen Schäden. Dennoch sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

In vielen Fällen sind beim Drei-Tage-Fieber keine Nachwirkungen vorhanden. Manchmal treten zusätzlich leichte Erkältungssymptome auf, darunter:

  • Halsschmerzen durch einen entzündeten Rachen
  • Husten
  • leichter Schnupfen
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • geschwollene Augenlider
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall, Erbrechen
  • bei Babys kann die Fontanelle (eine Knochenlücke am Kopf) gespannt und vorgewölbt sein

Manche Kinder fühlen sich matt oder reagieren gereizt und nervös. In den meisten Fällen ist das Wohlbefinden der kleinen Patientinnen und Patienten aber nur wenig beeinträchtigt.

Charakteristisch für das Drei-Tage-Fieber ist ein blassroter, leicht erhabener, klein- bis mittelfleckiger Hautausschlag (Exanthem), der zeitgleich mit dem Rückgang des Fiebers sichtbar wird. Zunächst zeigt sich der Ausschlag an Brust, Bauch und Rücken sowie im Nackenbereich. Später kann er sich auf den übrigen Körper ausbreiten, Kopfhaut und Gesicht sind meist nicht davon betroffen. Normalerweise besteht auch kein Juckreiz. Spätestens nach zwei bis drei Tagen, manchmal auch schon nach wenigen Stunden, verblasst der Hautausschlag plötzlich wieder. Manchmal ist er so flüchtig, dass Eltern ihn nicht bemerken. Die meisten Kinder überstehen das Drei-Tage-Fieber nach sieben Tagen folgenlos. Viele machen die Erkrankung in stark abgeschwächter Form oder sogar „stumm“ durch – also ohne erkennbare Krankheitszeichen, sodass die Infektion teilweise unbemerkt bleibt.

Bis Ende des dritten Lebensjahrs haben fast alle Kinder diese Viruserkrankung durchgemacht, sodass sie als Jugendliche oder Erwachsene nicht mehr daran erkranken. Wer sich einmal mit dem Erreger des Drei-Tage-Fiebers angesteckt hat, ist ein Leben lang gegen eine Neuinfektion geschützt.
Nach Abklingen der akuten Infektion verbleibt das Virus jedoch wie alle Herpesviren lebenslang im Körper. Wenn das Immunsystem sehr stark geschwächt ist, z. B. bei Kindern mit einer Krebserkrankung, können die Herpesviren wieder aktiv werden. Bei Menschen mit einer Immunschwäche kann es zu Komplikationen wie einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen. Bei Immungesunden verlaufen die Reaktivierungen asymptomatisch ab.

Diagnostik: Wie stellen Ärztinnen und Ärzte das Drei-Tage-Fieber fest?

Da einige Infektionskrankheiten bei Kindern mit Fieber einhergehen, lässt sich die Diagnose erst dann mit Sicherheit stellen, wenn nach Abklingen des Fiebers das für diese Infektion typische flüchtige Hautexanthem auftritt. Anhand dieses Krankheitsverlaufs lässt sich das Drei-Tage-Fieber von anderen Kinderkrankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie Masern oder Röteln, gut unterscheiden. Im Normalfall ist eine Blutuntersuchung nicht nötig. In unklaren Fällen kann sie Aufschluss darüber geben, ob es sich wirklich um ein Drei-Tage-Fieber handelt. Denn der Körper bildet während der Krankheitsphase Antikörper gegen das Virus, die sich dann im Blut nachweisen lassen.

Generell sollte bei hohem oder länger als drei Tage andauerndem Fieber immer ein eine Arztpraxis aufgesucht werden, um weniger harmlose Erkrankungen, die mit plötzlich auftretendem Fieber verbunden sind, wie beispielsweise eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung, frühzeitig ausschließen zu lassen.

Welche Folgeerkrankungen können beim Drei-Tage-Fieber auftreten?
Bei einem sehr schnellen Temperaturanstieg kann es bei fünf bis 35 von 100 Kindern zu einem Fieberkrampf kommen. Dieser ähnelt einem epileptischen Anfall, ist aber keiner. Ein Fieberkrampf klingt meist nach einigen Minuten folgenlos wieder ab.

Nimmt das Drei-Tage-Fieber einen schweren Verlauf, kann es in sehr seltenen Fällen auch zu Komplikationen wie Lungenentzündung (Pneumonie) und noch seltener zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder der Leber (Hepatitis) kommen. Dies betrifft dann aber meist Kinder mit Erkrankungen des Immunsystems.

Daher kann die Infektionskrankheit auch für Menschen gefährlich werden, die Medikamente einnehmen müssen, welche die körpereigene Abwehr unterdrücken, beispielsweise nach einer Organtransplantation. Bei ihnen werden die Herpesviren HHV-6 und 7 häufig reaktiviert.

Therapie: Wie wird Drei-Tage-Fieber behandelt?

Da die Erkrankung von selbst ausheilt, beschränkt sich die Behandlung im Wesentlichen auf die Linderung der Beschwerden. So lässt sich das Fieber mit einfachen Maßnahmen wie Wadenwickeln und altersgerecht dosierten Fieberzäpfchen senken.

Bei Babys und Kleinkindern ist es zudem wichtig, darauf zu achten, dass sie genügend trinken. Bei hohen Körpertemperaturen verlieren sie vermehrt Flüssigkeit.

Spezielle Medikamente gegen das Virus gibt es ebenso wenig wie eine Schutzimpfung.

Bei Unsicherheit, ob es sich bei der Erkrankung des Kindes um Drei-Tage-Fieber oder eine andere fieberhafte Infektion handelt, weil das Fieber länger andauert, ist es am besten, eine Ärztin oder einen Arzt zurate zu ziehen.

Literatur

  • Berthold Koletzko: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, 13. Auflage, 2007
  • Hans W. Doerr, Wolfram H. Gerlich: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie. Thieme Verlag, 2010
  • Kerbl et al.: Checkliste Pädiatrie, Thieme Verlag, 2011
  • Carolin Kröner, Berthold Koletzko: Basiswissen Pädiatrie. Gabler Wissenschaftsverlage 2009
  • Christian P. Speer, Manfred Gahr: Pädiatrie. Springer Verlag, 2013
  • Kinder- und Jugendärzte im Netz (Abruf vom 14.07.2022): Drei-Tage-Fieber
  • Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. (DGPI) et al.: DGPI Handbuch, Teil 4 Erregerbezogene Krankheiten, Humanes-Herpesvirus-6- und -7-Infektionen, Thieme Verlag, 2018
  • Österreichisches Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Abruf vom 14.07.2022): Dreitagefieber
  • MSD Manual – Ausgabe für medizinische Fachkreise (2019): Roseola infantum
  • Barbara Gärtner, Nikolaus Müller-Lantzsch: 64 Herpesviren: Humane Herpesviren 6 und 7 (HHV-6 und HHV-7), in: Hans W Doerr et al (Hrsg.): Medizinische Virologie - Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen, Thieme Verlag, 2010

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