Coronavirus

Wie leicht stecken sich Kinder mit dem Coronavirus an?

Lesedauer unter 3 Minuten
Ein Mädchen zeigt einem Jungen eine Schutzmaske

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer),
  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie)
Inhaltsverzeichnis

Die Nase läuft, die Wangen glühen – ist das jetzt Corona? Viele Eltern sind jetzt besonders alarmiert. Dabei sind Kinder viel besser geschützt als Erwachsene.

Kinder sind nicht immun gegen das Virus, aber sie stecken sich offenbar weniger leicht an. Einer Studie aus China von Mitte Februar 2020 zufolge fanden sich dort unter 745 Kindern (zwischen zwei Monaten und 15 Jahren) und 3174 Erwachsenen, die nach einem Kontakt mit Corona-Infizierten auf das Virus getestet wurden, nur zehn infizierte Kinder. Bei den Erwachsenen waren es 111.

Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder?

Viel deutet darauf hin, dass Kinder weniger intensiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 reagieren. Die Wuhan University School of Health zählte zwischen Anfang Dezember 2019 und Anfang Februar 2020 nur neun Kinder zwischen null und einem Jahr, die mit COVID-19 ins Krankenhaus kamen. Vier davon hatten Fieber, der Rest milde oder keine erkennbaren Symptome. „Es gibt weltweit so gut wie keine Berichte, wonach Kinder ernsthaft krank geworden sind“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche der Städtischen Kliniken Mönchengladbach und Vizepräsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Er vermutet, dass das sehr aktive kindliche Immunsystem dafür verantwortlich ist. „Das Immunsystem eines Kindes ist weniger viruserfahren als das eines Erwachsenen. Darum reagiert es im Zweifel viel früher und aktiviert sofort alle Verteidigungslinien.“ Das würde auch erklären, warum Kinder wenig bis gar nicht erkranken. Ihre schnelle Immunreaktion erschwert es dem Virus, sich im kindlichen Körper auszubreiten.

Welche Kinder sind besonders gefährdet?

Auch hier gibt es, zum Glück, keine alarmierenden Hinweise. „Man vermutet, dass Kinder, die eine chronische Erkrankung oder einen komplizierten Herzfehler haben, möglicherweise gefährdeter sind“, so Kindermediziner Kölfen. „Aber auch hierzu gibt es aus den sämtlichen Ländern, die uns hinsichtlich Infektionszahlen voraus sind, keine Berichte von chronisch kranken Kindern, die schwer an Corona erkrankt sind. Das spricht für die These des frühaktiven Immunsystems.“

Welche Symptome deuten auf eine Corona-Infektion bei Kindern?

Wie gesagt verläuft die COVID-19-Erkrankung zumeist mild, oft ohne Symptome. „Häufigste Begleiterscheinungen einer Infektion sind unseren Erkenntnissen zufolge Fieber, Husten, Halsschmerzen, laufende Nase“, so Pädiater Kölfen. Sie ähneln denen einer leichten Grippe und halten ein paar Tage an. Schwerere Verläufe sind bei Kindern die absolute Ausnahme. „Von allen Corona-Infizierten gibt es derzeit in Deutschland kein klinisch krankes Kind“, berichtet Klinikchef Kölfen. Und verdeutlicht: „Es gibt keine schwerkranken Kinder, bei denen COVID-19 nachgewiesen ist. Im Gegenteil: Wenn ein Kind richtig schwer krank ist, schließt das bisher eine Corona-Erkrankung eigentlich aus.“

Was tun, wenn der Verdacht auf Corona besteht?

Natürlich versetzt ein fieberndes, hustendes oder schniefendes Kind die Eltern in Sorge. Dennoch sollten Sie auf keinen Fall ohne telefonische Anmeldung Ihre Kinder- und Jugendarztpraxis aufsuchen, denn die meisten haben derzeit krisenbedingt besondere Vorkehrungen getroffen. Manche Kinderarzt-Praxen haben ihr Bestellsystem geändert und trennen Vorsorgen und Infekt-Sprechstunde zeitlich oder räumlich“, heißt es vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Richten Sie sich nach den jeweiligen Bestimmungen Ihrer Region. Teilen Sie der Praxis schon am Telefon mit, welche Symptome Sie oder Ihr Kind haben, ob Sie sich während der letzten 14 Tage in einem der Corona-Risikogebiete aufgehalten haben oder Kontakt zu einer Corona-infizierten Person hatten.

Oma und Opa schützen

Die Krisensituation, geschlossene Kitas und Schulen stellen Familien vor große organisatorische Herausforderungen. Dennoch sollten Großeltern, die aufgrund ihres Alters eher zur Risikogruppe zählen, nach Möglichkeit nicht als Babysitter eingeplant werden. „Weil Kinder oft symptomfrei sind, könnten sie das Virus tragen, ohne dass es jemand merkt“, erklärt Pädiater Kölfen. „Der Besuch der Enkel kann wirklich eine große Gefahr für die Großeltern sein und sie lässt sich im Vorfeld leider nicht erkennen.“ 

  

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Webcode: a005341 Letzte Aktualisierung: 23.04.2020
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