Ein Mann erhält eine Impfung gegen das Coronavirus
Impfung gegen COVID-19

Informationen und Themen rund um die Impfung gegen das Coronavirus

Wer sollte sich impfen lassen - und mit welchem Impfstoff? Diese und weitere Infos finden Sie in unserem FAQ. Und bei weiteren Fragen lassen Sie sich einfach unter der kostenlosen Corona-Hotline unter 0800 84 84 111 von medizinischen Fachleuten beraten.

Corona-Impfung: Häufig gestellte Fragen

Allgemeine Fragen zur Impfung gegen COVID-19

Da anfänglich nur eine begrenzte Menge an Impfstoffen verfügbar war, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut zunächst Personengruppen mit besonders hohem Risiko für Ansteckung und schweren Verlauf definiert. Die Coronavirus-Impfverordnung baute auf dieser STIKO-Empfehlung auf und unterschied Personen mit höchster Priorität, hoher Priorität und erhöhter Priorität, die der Reihe nach geimpft werden.

Die Priorisierung ist ab dem 07.06.2021 bundesweit aufgehoben. 


Fragen zur Corona-Impfung für Kinder

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die COVID-19-Impfung (Grundimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von sechs Wochen) für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren.

Außerdem hat sich die STIKO für eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen der Kinder von 5-11 Jahren in folgenden Fällen ausgesprochen:

  • Kinder mit Vorerkrankungen
  • Kinder mit Kontaktpersonen im Umfeld, welche ein hohes Erkrankungsrisiko haben und nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können (beispielsweise Hochbetagte oder Immungeschwächte)
  • Kinder ohne Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch des Kindes oder der Eltern oder Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung

Allen andere Kinder zwischen 5-11 wird die Impfung ebenfalls empfohlen, allerdings nur mit einer einmaligen Impfung.

Infos zur Booster-Impfung für Kinder finden Sie hier.

Der mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech und Pfizer hat am 28. Mai 2021 von der Europäischen Zulassungsbehörde die Zulassung für die Anwendung bei Jugendlichen ab zwölf Jahren erhalten. Der Impfstoff Spikevax® von Moderna wurde zwar von der EMA für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, soll aber nach einer STIKO-Empfehlung aus November ausschließlich ab 30 Jahren angewendet werden. Hintergrund dafür ist ein erhöhtes Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei unter 30-Jährigen.

Zum 25.11.2021 hat die EMA den Impfstoff Comirnaty® nun auch für 5- bis 11-Jährige zugelassen. Erste Impfstoffdosen werden ab 13.12. ausgeliefert. Es handelt sich um einen an das Alter angepassten Kinderimpfstoff, der pro Dosis ein Drittel Wirkstoff im Vergleich zur Erwachsenendosis enthält.

Zu den häufigsten Impfreaktionen nach der Impfung mit Comirnaty® zählten

  • Schmerzen an der Einstichstelle (91%)
  • Abgeschlagenheit (78%)
  • Kopfschmerz (76%)
  • Schüttelfrost (49%)
  • Myalgien (Muskelschmerzen) (42%)
  • Fieber (24%)
  • Gelenkschmerzen (20%)
  • Schwellung (9%)
  • und Rötung (9%) an der Einstichstelle.

Die Reaktionen waren größtenteils mild bis moderat. Schwere Lokalreaktionen und systemische Reaktionen traten mit einer Häufigkeit bis 2% auf; sie waren nach der zweiten Impfstoffdosis häufiger als nach der ersten Impfstoffdosis. Die Nebenwirkungen bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren sind vergleichbar mit jenen in der Altersgruppe ab 12 Jahren. Das Risiko seltener Nebenwirkungen bei Kindern der Altersgruppe 5 - 11 Jahre lässt sich momentan laut STIKO aufgrund der eingeschränkten Datenlage noch nicht abschätzen.

Nähere Informationen zu den Nebenwirkungen hat das RKI zusammengestellt.

In seltenen Fällen wurde bei Kindern über Herzmuskelentzündungen nach Impfungen mit mRNA-Impfstoffen berichtet – das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) erforschen dies in einer umfangreichen Studie genauer.

Wir sind für Sie da und haben eine Kinderimpf-Hotline geschaltet. Sie erreichen uns unter: 0800 84 84 111


Fragen zum Ablauf der Corona-Impfung

Die Impfung gegen COVID-19 findet vor allem in Arztpraxen und durch mobile Impfteams statt. Seit Juni können auch Impfungen durch alle Betriebsärzte am Arbeitsplatz durchgeführt werden.

Ab dem 08. Februar 2022 dürfen auch Apotheken Personen ab 12 Jahren impfen. Bitte informieren Sie sich bei Bedarf, ob diese Möglichkeit in Ihrer Apotheke besteht. 

Die Organisation der Impfung und die Vergabe der Impftermine haben anfangs die Bundesländer geregelt. Mittlerweile können die Termine direkt in den Arztpraxen vereinbart werden. Wer Fragen zu seinem Impftermin hat, kann sich immer noch über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117 informieren.

Mittlerweile gibt es in vielen Städten auch zahlreiche Impfangebote ohne Termin.

Ab dem 08. Februar 2022 sind auch Impfungen für Personen ab 12 Jahren in Apotheken möglich. Bitte erkundigen Sie sich hierzu in der Apotheke Ihrer Wahl.

Die zu impfenden Personen bekommen jeweils ein Aufklärungsmerkblatt und einen Einwilligungsbogen ausgehändigt. Diese Dokumente füllen sie vor der Impfung aus und unterschreiben sie.
Aufklärungsmerkblatt: 
Dieses enthält Informationen zur Art des Impfstoffs, zur Wirksamkeit der Impfung, Kontraindikationen, Verhalten vor und nach der Impfung, mögliche Impfreaktionen und Vorgehen bei Impfkomplikationen.
Einwilligungsbogen:

Der Einwilligungsbogen enthält Fragen zum Gesundheitszustand der zu impfenden Person, zu früheren Impfungen, zu Allergien und zur Einnahme von Gerinnungshemmern.

Das Aufklärungsmerkblatt und den Einwilligungsbogen findet man auf der Internetseite des RKI:

Wie bei allen anderen Impfungen auch, kann es nach der Anwendung des mRNA-Impfstoffes Comirnaty® von BionTech/Pfizer und Covid-19-Vaccine (m-RNA1273) von Moderna zu Lokal-und Allgemeinreaktionen kommen. Am häufigsten wird von Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Frösteln, Gelenkschmerzen, Fieber oder Schwellung der Einstichstelle berichtet. Personen über 55 Jahren hatten in den Studien seltener Reaktionen als jüngere Personen. Die Reaktionen sind meist mild oder mäßig ausgeprägt. Begleiterscheinungen treten häufiger nach der zweiten Impfdosis auf.

Nach Anwendung des Vektor-basierten Impfstoffes Vaxzevria® von AstraZeneca kann es zu Schmerzen an der Einstichstelle und Spannungsgefühl kommen. Auch hier können Reaktionen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl sowie erhöhte Temperatur auftreten. Bei diesem Impfstoff treten Reaktionen eher nach der ersten Impfdosis auf. Seit dem 16.03.2021 waren Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff für wenige Tage ausgesetzt. Anhand der Daten konnte nicht ausgeschlossen werden , dass eine Blutgerinnungsstörung im Zusammenhang mit der Impfung steht. Die Blutgerinnungsstörung ist zwar sehr selten, sie kann aber tödlich verlaufen. 

Die STIKO empfiehlt seit 01.04.2021, diesen Impfstoff nur noch bei Personen ab 60 Jahren einzusetzen. Für jüngere Personen, die schon eine Impfung erhalten haben, empfiehlt die STIKO als Zweitimpfungen eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.

Bei der Anwendung des Impfstoffs von Janssen (Johnson & Johnson) treten hauptsächlich folgende Nebenwirkungen auf: Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Fieber. Analog zum AstraZeneca-Impfstoff empfiehlt die STIKO die Anwendung ab 60 Jahren aufgrund thromboembolischer Ereignisse.

Geimpfte Personen können über die App SafeVac 2.0 angeben, wie gut sie die Impfung vertragen haben. Diese Beobachtungsstudie dient dem Robert-Koch-Institut dazu, möglichst viele Informationen zur Verträglichkeit der COVID-19 Impfstoffe zu sammeln.

Alternativ können geimpfte Personen mögliche Nebenwirkungen auch über die Website www.nebenwirkungen.bund.de, dem örtlichen Gesundheitsamt oder ihren Hausarzt/ ihre Hausärztin melden.

Für eine vollständige Grundimmunisierung mit den in Deutschland verfügbaren Corona-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer (Comirnaty®), Moderna (Spikevax®)und AstraZeneca (Vaxzevria®) wird eine zweimalige Impfung benötigt. Der seit Mitte April 2021 verfügbare Impfstoff von Janssen muss nur einmal geimpft werden.

Die Ständige Impfkommision (STIKO) empfiehlt ja nach Impfstoff und Lebensalter unterschiedliche Abstände zwischen der ersten und zweiten Impfung. Der Abstand liegt dabei zwischen drei bis sechs Wochen. Die dritte Impfung, bei der es sich um eine Auffrischimpfung handelt, kann dann unabhängig vom Impfstoff und dem Lebensalter nach drei Monaten verabreicht werden.

Der Impfstoff schützt die geimpfte Person davor, selbst an COVID-19 zu erkranken. Noch ist unklar, in welchem Umfang die Impfung auch die Übertragung des Virus reduziert oder verhindert. Daher sollen auch nach der Impfung die bekannten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. 

Laut Ständiger Impfkomission (STIKO) sind die bisher entwickelten COVID-19 Impfstoffe strikt intramuskulär (i.m.) zu verabreichen. Bei Patientinnen und Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, soll die Impfung mit einer sehr feinen Injektionskanüle und anschließender fester Komprimierung der Einstichstelle über mindestens 2 Minuten erfolgen. Die Anwendung von Gerinnungshemmern stellt in der Regel keine Kontraindikation für die COVID-19 Impfung dar.

Versicherte sollen im Vorfeld der geplanten Impfung mit ihrem Hausarzt sprechen. Wird die Impfung nicht beim Hausarzt vorgenommen, sollten Sie zum Aufklärungsgespräch möglichst alle verfügbaren Unterlagen zu Ihrer Vorerkrankung (beispielsweise. ihren Gerinnungsausweis) sowie die Arzneimittelpackung des Gerinnungshemmers mitbringen. Zusätzlich werden Patientinnen und Patienten über den Einwilligungsbogen zu der Einnahme von Gerinnungshemmern befragt.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, die Verabreichung einer Impfstoffdosis nach 4 Wochen bis 6 Monaten. Es gelten folgende Empfehlungen:

  1. Für Personen, die eine Corona-Infektion mit Symptomen durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO eine Impfung nach 6 Monaten. Da mittlerweile der Impfstoff besser verfügbar ist und dieser auch bei einer früheren Gabe vergleichbar verträglich ist, ist eine Impfung auch schon nach 4 Wochen möglich.
  2. Personen, die zwar infiziert waren, aber nichts von der Infektion gemerkt haben, können 4 Wochen nach einer gesicherten Labordiagnose geimpft werden.
  3. Personen, die nach der ersten Impfung erkrankt sind, erhalten die zweite Impfstoffdosis 4 Wochen bis 6 Monate nach der Beendigung der Symptome.  

Wie bei allen anderen Impfungen auch bietet die Impfung gegen Corona keinen hundertprozentigen Schutz. Es kann in seltenen Fällen zu Impfdurchbrüchen kommen. Impfdurchbrüche, können entstehen, wenn im Alter die Immunantwort auf die Impfung schwächer ausfällt oder wenn bei jüngeren Menschen aufgrund von Krankheiten, wie Rheuma oder Krebs, das Immunsystem nur eingeschränkt funktioniert.



Fragen zur Auffrischung der Corona-Impfung

Wir haben ausführliche Informationen zu den Booster-Impfungen für Sie zusammengestellt.


Fragen zu den Impfstoffen gegen COVID-19

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer:
Dieser mRNA-basierte Impfstoff ist zur Anwendung ab 5 Jahren zugelassen. Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen notwendig. Es handelt sich um den ersten in Deutschland verfügbaren Impfstoff. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 95 Prozent und verhindert dadurch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich am 10.11.2021 dafür ausgesprochen, Personen unter 30 Jahren ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty® zu impfen. Dies gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für die Auffrischimpfungen.

Spikevax® von Moderna:

Als zweiter Corona-Impfstoff ist seit dem 06.01.2021 auch der mRNA-Impfstoff des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union (EU) zugelassen. Für eine vollständige Grundimmunisierung werden 2 Impfdosen benötigt. Die Wirksamkeit liegt bei 94,1 Prozent. Personen unter 30 Jahren sollen nicht mehr mit Spikevax® geimpft werden. Dies empfiehlt die Ständige Impfkommission seit den 10.11.2021. Bei dieser jungen Personengruppe kommt es zwar selten aber häufiger als bei der Impfung mit Comirnaty® zu Herzschädigungen.

Vaxzevria® von AstraZeneca:

Der Vektor-basierte Impfstoff Vaxzevria® ist seit 29.01.2021 in der EU zugelassen. Für die Grundimmunisierung sind 2 Impfdosen notwendig. Nach einem vorübergehenden Aussetzen der Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland wurden die Impfungen seit dem 19.03.2021 wiederaufgenommen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit dem 01.04.2021, diesen Impfstoff nur noch bei Personen ab 60 Jahren einzusetzen.

Am 01.07.2021 hat die STIKO eine weitere Empfehlung ausgesprochen. Personen, die Vaxzevria® als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, sollen unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis erhalten.

Impfstoff von Janssen:

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson, der von der Firmen-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt wurde, wurde am 11.03.2021 in der Europäischen Union (EU) zugelassen. Der Vektorimpfstoff muss im Gegensatz zu den bisher verfügbaren Impfstoffen nur einmal gegeben werden und benötigt für die Lagerung nur normale Kühlschranktemperaturen.

Die Wirksamkeit liegt bei 67 Prozent. Aufgrund der geringeren Wirksamkeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

Totimpfstofffe der Firmen Novavax und Valneva:

Die Impfstoffe der Firmen Novavax (Nuvaxovid®) und Valneva basieren auf dem bekannten Wirkprinzip älterer Impfstoffe, wie dem Grippeimpfstoff oder dem Impfstoff gegen die japanische Enzephalitis. Sie gelten als Alternative zu den mRNA- und den Vektorimpfstoffen. mRNA- und Vektorimpfstoffe schleusen den genetischen Bauplan von Viruspartikeln direkt in die menschlichen Körperzellen ein. Die Körperzellen produzieren dann selbst das Antigen und übernehmen damit gewissermaßen einen aufwendigen Schritt im Labor. Bei den Impfstoffen der Firmen Novavax und Valneva werden dagegen im Labor hergestellte abgetötete Krankheitserreger beziehungsweise Teile davon in den Körper injiziert. Nuvaxovid® enthält Eiweißpartikel, die denen der Hülle der Coronaviren ähneln. Werden diese Partikel geimpft, reagiert der Körper, in dem er Antikörper bildet. Der Impfstoff von Valneva ist ein Ganzvirusimpfstoff. Er enthält abgetötete Coronaviren, die ebenfalls eine Immunantwort des Körpers auslösen. Damit beide Impfstoffe das Immunsystem ausreichend stimulieren, werden Wirkverstärker eingesetzt. Dadurch kann das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, beispielsweise bei Nuvaxovid® um etwa 90 Prozent gesenkt werden. Aktuell laufen Studien zur Schutzwirkung gegenüber der Virusvariante Omikron. Genaue Aussagen sind noch nicht möglich. Bei beiden Impfstoffen sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen vergleichbar mit den Nebenwirkungen anderer Impfstoffe. Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle sowie Kopf-, Muskel und Gelenkschmerzen sowie eine allgemeine Erschöpfung wurden in den Studien beobachtet. Allerdings können seltene noch nicht bekannte Nebenwirkungen, wie sie auch gerade in der Anfangsphase der Anwendung der mRNA- und Vektorimpfstoffe auftraten, nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Impfung kann den Geimpften vor schweren Verläufen einer Coronainfektion schützen, dennoch können, wenn auch nur in geringer Menge, Viren auf andere Menschen übertragen werden.

Am 20. Dezember hat sich die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) für die Zulassung von Nuvaxovid® ausgesprochen. Die STIKO hat Anfang Februar 2022 eine Impfempfehlung  veröffentlicht. Mit Nuvaxovid® kann eine Grundimmunisierung für Personen ab 18 Jahren durchgeführt werden. Dafür sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen notwendig. Eine Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit soll nicht erfolgen. Nuvaxovid® wird bald in vielen Impfzentren und Hausarztpraxen verfügbar sein.

Weitere Impfstoffe sind weltweit in der Entwicklung. Insgesamt gibt es mehr als 200 Impfstoffprojekte. Die Bundesregierung informiert auf ihrer Internetseite regelmäßig über die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe und die Liefermengen. 

Mehr Informationen zum aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung findet man auf der Website der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) unterscheidet, welche ausländischen Corona-Impfstoffe verwendet wurden und ob die Grundimmunisierung abgeschlossen ist.

Wer eine vollständige Grundimmunisierung oder eine Grundimmunisierung plus einer Auffrischimpfung mit CoronaVac®, Covilo®, Covaxin® oder SputnikV® erhalten hat, sollte mit einer zusätzlichen einmaligen Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff geschützt werden. Die Impfung sollte im Abstand von mindestens drei Monaten nach der letzten Impfung erfolgen. Je nach Lebensalter wird entweder Comirnaty® oder Spikevax® verwendet.

Wer einen anderen ausländischen Impfstoff erhalten hat oder bei wer nur eine Impfdosis von CoronaVac®, Covilo®, Covaxin® oder SputnikV® bekommen hat, erhält eine komplette neue Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung.

Mittlerweile steht genügend Impfstoff zur Verfügung und jeder kann sich mit seinem Hausarzt beraten, welcher davon am geeignetsten ist. Entscheidend für die Auswahl des Impfstoffes kann zum Beispiel das Alter der zu impfenden Person sein, da nicht jeder Impfstoff für alle Altersklassen empfohlen wird.

Eine Ausnahme stellen die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Janssen (Johnson & Johnson) dar: Diese können inzwischen unabhängig von Alter, Vorerkrankungen und Berufsgruppe nach individueller Aufklärung, Risikoabschätzung und Patientenwunsch geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 08.04.2021 einen neuen Beschluss zur Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca veröffentlicht. Da seltene aber schwere Blutgerinnungsstörungen bei Personen unter 60 Jahren nach der Impfung mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca aufgetreten sind, empfiehlt die STIKO, diesen Impfstoff vorzugsweise nur noch bei Personen einzusetzen, die älter als 60 Jahre sind. Wer bereits die erste Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten hat, soll die zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Dies gilt auch für den Vektorimpfstoff von Janssen. Die STIKO eröffnet aber auch die Möglichkeit einer Impfung jüngerer Personen, wenn zuvor eine ausführliche ärztliche Aufklärung stattfindet und der Patient das Risiko akzeptiert.

Diese Impfstoffe enthalten Genabschnitte der Viren in Form von mRNA (Boten-RNA). Körperzellen stellen ausgehend von der verimpften mRNA Proteine her, welche als Antigene vom Immunsystem erkannt werden. Das Immunsystem wird daraufhin zur Bildung von Antikörpern und Immunzellen angeregt. Die Körperzellen bauen nach kurzer Zeit die mRNA wieder ab. Die mRNA wird nicht in DNA umgebaut oder ins Erbgut integriert. Bei einem späteren Kontakt mit dem COVID-19 Virus erkennt das Immunsystem die Antigene wieder und kann darauf mit einer Immunantwort reagieren.

Der Vorteil der mRNA-Impfstoffe besteht darin, dass innerhalb kurzer Zeit sehr viele Impfdosen produziert werden können.

Bei einem Vektor-basierten Impfstoff wird die genetische Information für den Bauplan des COVID-19-Spikeproteins über ein für den Menschen harmloses Trägervirus (Vektor) in den menschlichen Körper eingebracht. Das Trägervirus selbst vermehrt sich im Körper nicht und löst dort keine Infektion aus. Der menschliche Körper kann über die genetische Information für das COVID-19-Spikeprotein dieses selbst herstellen und darauf wiederum mit der Bildung von Antikörpern reagieren.

Diese Impfstoffe können schnell produziert und bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden. 

Die Sicherheit des Impfstoffes hat oberste Priorität. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes. Dafür gibt es strenge gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben und Kontrollen. Dieser Prozess wird zeitlich verkürzt, indem einzelne Datenpakete von der Zulassungsbehörde bewertet werden sobald sie vorliegen. Das Zulassungsverfahren läuft dadurch schneller ab ohne an Qualität einzubüßen. 

Auch nach der Zulassung des Impfstoffes wird dieser ständig kontrolliert. Nebenwirkungen und Impfreaktionen werden erfasst und vom Paul-Ehrlich-Institut, dem Impfstoffhersteller sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewertet.

Treten Nebenwirkungen auf, die im Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, werden diese analysiert und entsprechende Konsequenzen gezogen. Daher wurde auch der Impfstoff von AstraZeneca ab dem 16.03.2021 zunächst von der Anwendung ausgeschlossen, ist aber nach eingehenden Untersuchungen seit dem 19.03.2021 wieder verfügbar. Die STIKO empfiehlt seit 01.04.2021, diesen Impfstoff nur noch bei Personen ab 60 Jahren einzusetzen.


Fragen zu anfallenden Kosten

Impfausweise erhalten Sie vom Hausarzt kostenfrei. Die Impfausweise bestellen Hausärzte über ihre Kassenärztliche Vereinigung. Die Kosten werden in einem Umlageverfahren anschließend von den Kassen beglichen. 

Nach der Coronavirus-Impfverordnung soll die Corona-Schutzimpfung sowohl in Impfzentren als auch durch mobile Impfteams erfolgen. Die Impfteams stellen sicher, dass auch Personen mit eingeschränkter Mobilität geimpft werden können. Für die Organisation und Umsetzung sind die einzelnen Bundesländer verantwortlich. Dadurch wird die Vorgehensweise voraussichtlich regional unterschiedlich sein. Es macht daher Sinn, sich bei der Terminvereinbarung direkt nach den regionalen Beförderungsangeboten zu erkundigen.

Kommt eine Impfung durch ein mobiles Impfteam nicht in Frage, können Fahrkosten zum Impfzentrum auch von den Krankenkassen im Ausnahmefall übernommen werden. Hierfür gelten dieselben Voraussetzungen wie bei einem „normalen“ Besuch von zum Beispiel Hausarztpraxen – wo mittlerweile auch Corona-Schutzimpfungen verabreicht werden. Voraussetzung ist, dass es sich bei den Impflingen um dauerhaft mobilitätsbeeinträchtigte Versicherte (Merkzeichen aG, Bl oder H beziehungsweise Pflegegrad 4 oder 5. Bei Pflegegrad 3 muss zusätzlich das Merkzeichen G vorliegen) handelt. Eine gesonderte Genehmigung durch die Barmer ist nicht erforderlich.


Für die impfwilligen Personen ist die Impfung kostenfrei. Es spielt keine Rolle, wo man sich impfen lässt. Die Kosten für den Impfstoff werden vom Bund getragen. Die Organisation und der Betrieb der Impfzentren wird von der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung sowie den Bundesländern finanziert. 

Aktuell sind Antikörpertests zur Überprüfung der Impfantwort keine Kassenleistung. Von daher kann diese Labortestung weder über die Versichertenkarte abgerechnet werden, noch ist eine Erstattung auf privatärztliche Rechnungen möglich.

Die herkömmlichen Bluttest auf Antikörper im Blut erfassen nur die Antikörperbildung durch die B-Lymphozyten. Die Leistung der T-Lymphozyten wird nicht erfasst. Im Falle von Corona ist die Bedeutung der beiden Wege der Immunantwort noch nicht ausreichend erforscht, um derzeit gängige Bluttests auch richtig bewerten zu können. Daher kann die Bestimmung von Antikörpern noch nicht sinnvoll eingesetzt werden, um bei einzelnen Patienten zu überprüfen, ob eine Immunität gegen das Coronavirus besteht – beispielsweise nach einer Impfung oder nach einer durchgemachten Infektion.

Weitere Informationen zur Immunantwort des Körpers finden Sie hier. 


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Weitere Infos gibt es auf "Zusammen gegen Corona – Informationen zum Impfen" des Bundesministeriums für Gesundheit, "COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen" des Robert Koch-Instituts und der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Auf der Seite impfdashboard.de gibt es Informationen zur Anzahl geimpfter Personen in Deutschland, dem Impffortschritt der Bundesländer, zur Anzahl der gelieferten Impfdosen und weitere Meilensteine der Impfkampagne. 

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