Ein Tablet mit Händen, auf dem die Arztsuche demonstriert wird.

Medizinisch
sicher versorgt

Informationen für geflüchtete Menschen aus der Ukraine

Der Krieg in der Ukraine lässt niemanden unberührt. Neben den Sorgen und Ängsten treten viele praktische Fragen auf – nicht nur bei den Menschen, die zu uns kommen, sondern auch bei denjenigen, die helfen. Das deutsche Bundesinnenministerium hat hierzu eine Informationsseite in ukrainischer, englischer und deutscher Sprache eingerichtet.

Ärzte und Ärztinnen finden und telefonisch beraten lassen: 

  • Mit der Barmer Arztsuche finden Sie Arztpraxen in Ihrer Nähe. Sie können gezielt nach Ärzten und Ärztinnen suchen, die ukrainisch sprechen. Wenn Sie Englisch sprechen: Zur englischen Arztsuche
  • Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 84 84 111 helfen Ihnen Expertinnen und Experten rund um die Uhr beim Umgang mit der seelisch belastenden Situation.

Häufige Fragen zur ärztlichen Behandlung und medizinischen Versorgung

Eine Krankenversicherung ist notwendig, wenn sie z. B. eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufnehmen oder Arbeitslosengeld II erhalten (ab 1.Juni 2022). Ihre Krankenkasse können Sie dann frei wählen. Die gewählte Krankenkasse stellt Ihnen eine Versichertenkarte aus, mit der Sie Leistungen bei Ärzten, Therapeuten, in Kliniken oder Apotheken erhalten.

Ihre Krankenkasse können Sie auch dann frei wählen, wenn Sie Sozialhilfeleistungen erhalten – also weder beschäftigt sind noch Arbeitslosengeld II beziehen.

Sollten Sie aufgrund Ihrer Einkünfte bzw. Ihres Vermögens keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe haben, können Sie sich ab 1. Juni 2022 freiwillig versichern. Das Gesetzgebungsverfahren hierzu ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden Sie rechtzeitig informieren.

Wenn Sie bei Ihrer zuständigen Behörde registriert sind, können Sie bei einer akuten Erkrankung folgende Leistungen erhalten:

  • Behandlungen beim Arzt, Zahnarzt oder im Krankenhaus
  • Medikamente und Impfungen
  • Hilfsmittel wie Krücken
  • Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
  • Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere

Wenn Sie nicht akut krank sind, dann fragen Sie bitte erst bei der Behörde an Ihrem Ort nach (Rathaus, Bürgeramt, etc.), ob eine ärztliche, zahnärztliche oder medizinische Leistung bezahlt wird.

Die Bezeichnung von Behörden ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Wenn Sie nicht wissen, welches die für Sie zuständige Sozialbehörde ist (Ausländeramt, Sozialamt, Landesamt etc.), können Sie unter der Telefonnummer 115 nachfragen. 

Wenn Sie keine Versichertenkarte der Barmer haben, brauchen Sie einen Behandlungsschein, um beim Arzt, Zahnarzt oder im Krankenhaus behandelt zu werden. Einen Behandlungsschein bekommen Sie bei Ihrer zuständigen Sozialbehörde vor Ort. Übernimmt eine Krankenkasse die Gesundheitsversorgung, dann stellt diese Krankenkasse auch die Behandlungsscheine aus – und zwar so lange, bis Sie eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) erhalten haben. Jede Person erhält einen eigenen Behandlungsschein, er gilt also nicht für die ganze Familie.

Wie lange ein Behandlungsschein gültig ist, ist regional unterschiedlich und hängt auch davon ab, wer diesen ausstellt. Die Behandlungsscheine der Krankenkasse gelten zum Beispiel so lange, bis Sie eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) erhalten haben.

Nein, das ist leider nicht möglich. Deutschland und die Ukraine haben bisher keinen entsprechenden Vertrag miteinander.

Wenn Sie als geflüchtete Person registriert sind, ist der Arztbesuch für Sie kostenlos. Bezahlt wird der Arzt oder die Ärztin vom Staat. Sind Sie noch nicht registriert, erhalten Sie beim Arzt oder bei der Ärztin eine Rechnung, die Sie selbst bezahlen müssen.

Ja, wenn Sie schon eine Versichertenkarte der Barmer haben, können Sie selbst wählen, zu welchem Arzt Sie gehen. Vereinbaren Sie vor Ihrem Arztbesuch am besten telefonisch einen Termin. Wenn Sie eine Arztpraxis gefunden haben, diese aber wieder wechseln möchten, können Sie das jeweils nach drei Monaten.

Ärzte finden Sie mit der Barmer Arztsuche. Wenn Sie Englisch sprechen, können Sie unsere Arztsuche in Englisch nutzen.

Rufen Sie die Telefonnummer 116117 an und lassen sich bei der Suche helfen. Die Telefonnummer 116117 ist abends, nachts und an Wochenenden die richtige Anlaufstelle bei einem nicht lebensbedrohlichen akuten Notfall.

  • Wenn Sie eine Barmer Versichertenkarte haben, dann können Sie notwendige Termine beim Facharzt direkt selbst vereinbaren.
  • Wenn Sie noch keine Versichertenkarte haben, erkundigen Sie sich bei Ihrer regional zuständigen Sozialbehörde, ob Sie einen Behandlungsschein erhalten.

Grundsätzlich sollten Sie immer erst zum Hausarzt gehen. Der Hausarzt (oder Facharzt für Allgemeinmedizin) überweist Sie, wenn notwendig, an einen geeigneten Facharzt. Einige Fachärzte, z. B. Gynäkologen oder Augenärzte, können Sie bei akuten Beschwerden direkt kontaktieren. 

In Deutschland gibt es viele Arztpraxen, in denen sich ukrainische Flüchtende psychologisch beraten lassen können. Über die Barmer Arztsuche können Sie zum Beispiel gezielt nach Ärzt/innen und Psychotherapeut/innen suchen, die ukrainisch sprechen.

Unser Partner krisenchat.de bietet die Möglichkeit, sich 24/7 online, anonym und ohne Wartezeit per WhatsApp psychologisch beraten zu lassen. Die Beratung ist kostenlos, kann auf Ukrainisch stattfinden und wird ehrenamtlich von qualifizierten Krisenberater/innen betrieben.

Ein besonderes Angebot für Kinder bietet außerdem unser Partner 7Mind: Die beliebtesten Schlafgeschichten der Plattform wurden ins Ukrainischs übersetzt und stehen kostenlos zum Anhören zur Verfügung. 

Weitere Beratungsangebote finden Sie zum Beispiel über das Opferschutzportal des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ja, Sie können auch einen Zahnarzt besuchen. Allerdings sollten Sie vor einer umfangreicheren Behandlung mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin besprechen, welche Kosten entstehen und mit der Sozialbehörde abklären, ob diese die Kosten übernimmt.

Selbstverständlich, die wichtigsten Telefonnummern für den Notfall sind:

Als medizinischer Notfall gelten zum Beispiel akute Atemnot, akute Schmerzen in Brust oder Bauch, akuter Schwindel, ein Unfall oder eine Verletzung. 

Bei einem Notfall mit Gefahr für Leib und Leben hilft zunächst einmal jedes Krankenhaus.

  • Wenn Sie bei Ihrer zuständigen Behörde registriert sind, übernimmt in der Regel die zuständige Kommune die Kosten.
  • Wenn Sie nicht registriert sind, keinen Behandlungsschein oder keine Versichertenkarte haben, dann kann es sein, dass Sie eine Rechnung erhalten und diese zunächst bezahlen müssen. Die Krankenhauskosten können dabei sehr unterschiedlich sein und je nach Art und Dauer der Behandlung variieren.

Krankenhäuser finden Sie ganz einfach mit der Barmer Kliniksuche.

Um rezeptpflichtige Arzneimittel zu bekommen, brauchen Sie ein ärztliches Rezept. Für das Rezept bekommen Sie dann in einer Apotheke Ihr Medikament. In Deutschland wird zwischen freiverkäuflichen, apothekenpflichtigen und rezeptpflichtigen Arzneimitteln unterschieden:

  • Freiverkäufliche Arzneimittel gibt es in Drogerien und Apotheken.
  • Apothekenpflichtige Arzneimittel geben nur die Apotheken ab.
  • Rezeptpflichtige Medikamente verschreibt nur der Arzt (Sie erhalten für das Rezept in der Apotheke dann das Medikament).

Erfahren Sie jetzt mehr über Arzneimittel.

Häufig haben dieselben Arzneimittel in verschiedenen Ländern nur unterschiedliche Bezeichnungen, können aber durch die kyrillische Schrift nicht auf Anhieb bestimmt werden. Wenn ein verschreibungspflichtiges Medikament in Deutschland nicht verfügbar ist, dann kann Sie ein Arzt bei der Umstellung auf ein vergleichbares Medikament unterstützen.

Das ist sehr unterschiedlich. Schmerzmittel oder Fiebermittel sind bereits für wenige Euro erhältlich. Wenn Sie einen Behandlungsschein oder eine deutsche Versichertenkarte haben, müssen Sie für rezeptpflichtige Arzneimittel nichts bezahlen. Dann sind Sie auch von der gesetzlichen Zuzahlung (5 bis 10 Euro je Packung) und eventuellen Mehrkosten befreit.

Für alle Personen mit einer vollständigen Grundimmunisierung oder eine Grundimmunisierung plus einer Auffrischimpfung mit CoronaVac®, Covilo®, Covaxin® oder SputnikV®, wird eine zusätzliche einmalige Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Die Impfung sollte im Abstand von mindestens drei Monaten nach der letzten Impfung erfolgen. Wer einen anderen ausländischen Impfstoff erhalten hat oder nur eine Impfdosis von CoronaVac®, Covilo®, Covaxin® oder SputnikV® bekommen hat, benötigt eine komplette neue Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung.

Weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema Coronavirus.

Sie finden die Antworten auf diese Fragen auch in englischer und ukrainischer Sprache.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums.

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