Unfälle und Verletzungen

So lassen sich Kinderunfälle im Straßenverkehr vermeiden

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Ein Vater setzt seiner kleinen Tochter einen Fahrradhelm auf

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Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
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Die Straße überqueren, bei Nebel zur Schule radeln, auf einer zweispurigen Straße links abbiegen, mit dem Roller die Hofeinfahrten passieren – im Straßenverkehr kann es leicht zu brenzligen Situationen kommen. Mit diesen Tipps kommt der Nachwuchs sicher ans Ziel und wieder nach Hause.

Ob als Fußgänger, mit Roller oder Fahrrad – auf der Straße, den Fahrrad- und Fußwegen gibt es viele riskante Situationen. Kinder sind besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer: Sie kennen die Regeln noch nicht genau, werden aufgrund ihrer geringen Körpergröße schlechter gesehen und ihnen fehlt der nötige Überblick. Durch ihre kürzeren Beine brauchen sie länger, um eine Fahrbahn zu überqueren, außerdem haben sie eine längere Reaktionszeit – sie ist etwa doppelt so lang wie bei Erwachsenen. Auch können Kinder die Aktionen und Geschwindigkeiten der anderen Verkehrsteilnehmer noch nicht so gut einschätzen und sind noch sehr Ich-bezogen: Naht ein Auto heran, sind sie überzeugt, dass der Fahrer sie schon sehen wird. Doch damit kann man nicht rechnen: Verkehrsteilnehmer machen immer wieder Fehler. Daher hat Vorsicht im Straßenverkehr oberste Priorität.

Im Straßenverkehr ist Vorsicht geboten

Lange bevor Kinder selbst auf der Straße oder dem Gehweg Fahrrad fahren oder zu Fuß zur Schule gehen, nehmen sie am Straßenverkehr teil: Sie liegen als Baby im Kinderwagen und werden zuerst über die Straße geschoben, sie sitzen im Kindersitz im Auto und auf dem Fahrrad, sie fahren im Fahrradanhänger oder im Lastenrad mit und sie gehen an der Hand über die Straße.

Viele Eltern machen sich große Sorgen, dass dabei etwas passieren könnte. Aus ihrer Sicht ist der Straßenverkehr das größte Risiko für ihre Kinder – dieses Umfrageergebnis präsentierte eine Studie des Robert Koch Instituts: "Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGGS). Zwar birgt die Welt da draußen wirklich viele Risiken, ganz so gefährlich, wie viele Eltern denken, ist die Straße aber nicht: Nur zwölf Prozent der Unfälle bei Kindern bis fünf Jahre passieren im Straßenverkehr. Die Gefahren im Haushalt sind viel größer. Dennoch ist es natürlich wichtig, sich mit Kindern sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

8 Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr:

Den Kindern ein Vorbild sein

Eltern sollten sich selbst von Anfang an penibel an Verkehrsregeln halten. Zum Beispiel nie bei Rot die Straße überqueren, im Auto auf das Anschnallen oder auf dem Fahrrad auf den Helm verzichten. Kinder registrieren das genau und wollen dann selbst "wie die Großen" mal eine Ausnahme machen. Wenn man aber viel Wert auf korrektes Verhalten im Straßenverkehr legt, werden die Kinder frühzeitig wichtige Grundregeln verinnerlichen. Mit etwa drei Jahren kann man dann mit ihnen spielerisch die Verkehrsregeln einüben. Gehen andere Menschen unachtsam bei Rot über die Ampel, sollte man das ruhig thematisieren und sagen: "Jeder muss selbst entscheiden, was er tut – aber richtig ist das nicht und sehr gefährlich."

Kinder eigene Erfahrungen sammeln lassen

Aus Angst vor Unfällen packen viele Eltern ihre Kinder in Watte und nehmen ihnen so viel wie möglich ab, beispielsweise indem sie sie überall mit dem Auto hinfahren. Gerade im Straßenverkehr ist es aber wichtig, eigene Erfahrungen zu sammeln und selbst zu entscheiden, wann man die Straße überqueren kann. Kinder lieben diese kleinen Aufgaben und sie werden dadurch selbstsicherer.

Sichere Kindersitze nutzen

Kinder bis zum Alter von sechs Jahren sind im Verkehr nirgendwo gefährdeter als im Auto. Daher ist ein sicherer Kindersitz im Auto (lebens-)wichtig. Auch ein guter Kinderfahrradsitz oder Fahrradanhänger kann zwar keine Unfälle verhindern, aber Verletzungen fallen höchstwahrscheinlich nicht so schwer aus wie bei Eigenkonstruktionen oder ungeprüften Exemplaren. Die Sitze sollten immer TÜV-geprüft sein. Auch die Stiftung Warentest führt regelmäßig aufwendige Prüfverfahren durch, die beim Kauf ein guter Anhaltspunkt sind.

Gut behütet: Den Kopf mit einem Helm schützen

Insbesondere der Kopf sollte gut geschützt sein, denn er ist im Fall eines Sturzes besonders gefährdet. Eltern sollten ihr Kind nur mit Helm auf dem Fahrrad mitnehmen und natürlich auch selbst einen Helm tragen. Auch auf dem Roller gehört ein Kopfschutz dazu. Der Helm muss passen, TÜV-geprüft sein und vor allem auch optisch gefallen. Denn wenn Kinder den Helm nicht mögen, setzen sie ihn nur ungern auf. Gewöhnt man ein Kind an das Helmtragen, wird es das als Routine verinnerlichen.

Bunter Vogel: Farbenfrohe Kleidung tragen

Gerade im Winter, wenn es neblig und regnerisch ist, sind manche Menschen auf der Straße kaum zu sehen, denn sie tragen Schwarz, Grau oder Braun – die Farben des Herbstes. Kinder sollten es besser machen und mit ihrer Kleidung ruhig aus der dunklen Einheitsmasse herausleuchten. Auch Westen und Mützen in Neonfarben und mit reflektierenden Applikationen sind gut, denn die Farbe hilft tagsüber bei trüber Sicht und die Reflektoren in Dämmerung und Dunkelheit. Noch besser sind Bänder für Arme und Beine oder Gurte mit LED, die selbst leuchten.

Kein Elterntaxi

Jedes Jahr plädiert die örtliche Polizei: Fahren Sie Ihr Kind nicht bis vor die Schultür. Viele Eltern halten sich trotzdem nicht daran und chauffieren den Nachwuchs per "Elterntaxi" selbst die letzten Meter. Klar, das ist gut gemeint, doch so lernt ein Kind keine Verkehrsregeln. Außerdem gefährdet man beim Ein- und Ausparken andere Kinder, die zu Fuß in die Schule kommen. Wenn sich die Autoanfahrt gar nicht vermeiden lässt, sollten die Kinder an einer sicheren Stelle hundert Meter von der Schule entfernt aussteigen und den Rest der Strecke zu Fuß gehen.

Den Schulweg üben

Das ist eine Wissenschaft für sich: Was ist der beste und ungefährlichste Schulweg? Der kürzere oder der, der nicht über eine stark befahrene Straße führt? Eltern sollten mit ihren Kindern den sichersten Weg auswählen und diesen dann mehrfach vor dem ersten Schultag üben, um Schulwegunfälle zu vermeiden. Toll sind auch sogenannte "Schulbusse mit Füßen" – dabei holt immer ein Elternteil mit seinem Kind andere Kinder aus der Klasse ab und sie gehen gemeinsam in die Schule.

Top in Form: Kostenlose Fahrradchecks

Ständig geht etwas kaputt: Der Reflektor am Fahrrad ist abgefallen, die Klingel hält nicht richtig und die Bremsen funktionieren nur noch mittelmäßig. All diese Mängel sollten Eltern sofort reparieren, denn hier kann Nachlässigkeit schlimm enden. Tipp: In vielen Städten gibt es kostenlose Fahrradchecks, zu denen man die Räder bringen kann.

Mit der Käpt´n Blaubär-Verkehrsfibel des BMVI, die jedes Jahr neu erscheint, lernen Kinder spielerisch und unterhaltsam aktuelle Themen rund um die Verkehrssicherheit. Käpt´n Blaubär, Hein Blöd und die drei Bärchen erklären die Verkehrsregeln auf wirklich witzige Weise. Das Heft liegt kostenlos in den meisten Kindergärten und Schulen zum Mitnehmen aus. 

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