Psychische Erkrankungen

MUT-TOUR: Radeln für offeneren Umgang mit Depressionen

Lesedauer unter 2 Minuten
Teilnehmer der MUT-TOUR 2020

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Jens Krug (Fachreferent zur Förderung der Gesundheitlichen Selbsthilfe)
Inhaltsverzeichnis

Die Krankheit Depression ist nach wie vor mit Vorurteilen belastet und viele trauen sich nicht, darüber zu sprechen. Häufig meiden depressive Menschen aus Scham den Gang zum Arzt, oder sie isolieren sich von Angehörigen, Freunden und Kollegen. Um den offenen Umgang mit dem Thema zu fördern, findet seit 2012 die MUT-TOUR statt. Sie ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm, bei dem sich Menschen mit und ohne Erfahrung mit Depression auf Tandems oder zu Fuß durch ganz Deutschland touren. Das gemeinsames Erlebnis fördert den lebendigen Austausch. Während ihrer Etappenwege sprechen die Teilnehmenden mit Bürgern und Journalisten über ihre positiven Erfahrungen. So entstehen Schritt für Schritt ein offener Dialog und ganz nebenbei ein unverkrampfter Umgang mit Depression als Erkrankung.

Die Barmer unterstützt die MUT-TOUR seit 2014 ideell und finanziell über die Selbsthilfeförderung. Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Tour-Teilnehmer rücken sie das Thema Depressionen ins öffentliche Bewusstsein. Sie machen den Betroffenen und Angehörigen Mut, der Erkrankung mit professioneller Hilfe oder der Unterstützung durch Selbsthilfegruppen erfolgreich zu begegnen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass entsprechende Bewegung den Verlauf einer Depression günstig beeinflussen und einen Rückfall abwenden kann.

Auch 2021 findet die MUT-TOUR im Angesicht der Corona-Pandemien statt. So wird es in diesem Jahr eine Mischung aus digitalen und real stattfindenden Aktivitäten geben, die einladen, aktiv ein Zeichen für mehr Offenheit gegenüber Depressionen zu setzen:

Wenn es Corona zulässt, ziehen die Teilnehmenden in Sechsergruppen sieben Tage am Stück auf Tandems, oder auf Einzelrädern oder zu Fuß in Begleitung zweier Pferde los. Die Teams legen dabei rund 60 Kilometer radelnd beziehungsweise rund 20 Kilometer am Tag zu Fuß zurück. Übernachtet wird spontan im Zelt und bei einzelnen Etappen auch bei Partnerorganisationen oder privaten Gastgebern.

MIT-MACH-Wochenenden” sowie verschiedene digitale Angebote leiten die Aktionen ein, in denen sich die Teilnehmenden untereinander – aber auch das Projekt kennenlernen.

Mutschnipsel 2021

Versteckte Mut-Schnipsel regen zum Mitmachen an.

Auch auf eigene Faust kann man bei den Mut-Aktionen mitmachen. Bei der Mut-Schnipseljagd und den “Bewegungsspenden” können Interessierte in ganz Deutschland, ähnlich wie beim Geocaching, sogenannte Mut-Schnipsel verstecken. Die Idee ist, dass Dinge versteckt werden, die anderen Menschen Mut oder Freude machen könnten. Das können kurze Zitate oder ein notierter Link zu einer tollen Musik-Playlist sein – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Alle Suchenden werden ermutigt, in die Natur zu ziehen und sich an ihren Entdeckungen zu freuen. 

Eigene Aktivität können als sogenannte “Bewegungsspenden” für die MUT-TOUR eingereicht werden. Wer gerade einen Tagesauflug gemacht hat, kann zum Beispiel Texte oder Bilder einreichen, die in Absprache auf mut-tour.de sowie den sozialen Medien der MUT-TOUR veröffentlich werden.

Auch auf dem Projekt-eigenen MUT-FASS-Blog gibt es weiterhin spannende Eindrücke von unterwegs und interessante Geschichten von den Teilnehmenden zu entdecken.

Die MUT TOUR gewann 2015 den Antistigma Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN). 

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Webcode: a005249 Letzte Aktualisierung: 14.04.2021
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