Medikamente und Arzneimittel

Beipackzettel: wir helfen das Kleingedruckte besser zu verstehen

Lesedauer unter 3 Minuten
Eine junge Frau sitzt auf der Couch und liest einen Beipackzettel durch

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Zusammensetzung, Wirkstoffe, Anwendungsgebiet, mögliche Nebenwirkungen und Co. – der Beipackzettel von Arzneimitteln ist umfangreich, klein bedruckt und für Patienten in der Regel schwer zu verstehen. All das sind Gründe, warum kaum jemand Lust hat, die Packungsbeilage zu lesen. Für ein besseres Verständnis erklären wir die wichtigsten Oberbegriffe hier. Denn die Packungsbeilage enthält wichtige Informationen für eine Behandlung und die Therapie mit Medikamenten.

Das erste deutsche Arzneimittelgesetz trat im Jahr 1961 in Kraft und sah zunächst nur eine Registrierung des Medikaments vor. Erst nach der Contergan-Katastrophe und aufgrund neuer EU-Richtlinien entstand das seit 1978 und bis heute gültige Arzneimittelgesetz. Die Packungsbeilage mit Angaben zu Zusammensetzung, Dosierung, Anwendung, Wirkung und unerwünschten Wirkungen ist seitdem Pflicht – und hinterlässt den Laien nicht selten ratlos zurück. Doch das kleine Faltblatt in der Packung enthält wichtige Hinweise für die sichere Behandlung mit Medikamenten.

Name eines Arzneimittels

Nicht selten ist der Markenname eines Arzneimittels mit einem Zusatz versehen. So bedeutet der Zusatz "retard", dass ein Medikament über einen längeren Zeitraum wirkt. "Forte" beschreibt, dass es sich um ein starkes Medikament in einer höheren Dosierung handelt.

Arzneimittel - die Zusammensetzung

In der Zusammensetzung eines Arzneimittels geht es um die für die Wirksamkeit verantwortlichen Inhaltsstoffe - die Wirkstoffe -  aber auch um die "sonstigen Bestandteile" (Hilfsstoffe und Trägerstoffe). Diese Angaben sind bei Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen wichtig. Hilfsstoffe können unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Lesen Sie sich einen Beipackzettel immer gut durch, wenn Sie Unverträglichkeiten haben.

Darreichungsform eines Medikaments

Arzneimittel gibt es in unterschiedlichen Formen wie z. B. Tabletten, Salben, Dragees, Saft, Tropfen oder Zäpfchen. Auch wenn die Wirkung gleich ist, hängt die Darreichungsform oftmals mit der Verträglichkeit zusammen. Ihr Arzt oder in der Apotheke berät man Sie in diesem Zusammenhang.

Anwendungsgebiet von Arzneimitteln

Unter den Angaben zum Anwendungsgebiet werden die Krankheiten aufgezählt, die das Arzneimittel therapieren kann. Bitte beachten Sie, dass manchmal nicht alle Krankheiten aufgezählt werden. Daher ist das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker in diesem Zusammenhang ebenso wichtig wie bei der Dosierung des Arzneimittels.

Dosierungsanleitung und Dauer der Anwendung von Medikamenten

Unter diesem Punkt des Beipackzettels finden Sie wichtige Tipps zur Einnahme des Arzneistoffs. Die Informationen über die Dosis sind wichtig und beantworten Fragen wie, wann und über welchen Zeitraum ein Arzneimittel eingenommen werden soll. Ist das Medikament nach, vor oder zu einer Mahlzeit einzunehmen? Wie verhalte ich mich, wenn ich die Einnahme vergessen habe oder zu wenig bzw. zu viel eingenommen habe? Dabei gibt die Packungsbeilage nur allgemeingültige Hinweise. Wenn Ihr Arzt für Ihre individuelle Einnahme andere Angaben gemacht hat, dann befolgen Sie diese.

Arzneimittel mit Gegenanzeigen, Warnhinweisen und Wechselwirkungen

Wenn ein Arzneimittel bei bestimmten Krankheiten bzw. Lebensumständen oder in Kombination mit anderen Medikamenten oder mit bestimmten Lebensmitteln nicht eingenommen werden darf, finden Sie die Informationen an dieser Stelle im Beipackzettel. Gemeint sind hier etwa, in einer Schwangerschaft oder wenn Sie stillen. Ein wichtiger Warnhinweis ist zum Beispiel, dass das Arzneimittel die Verkehrstüchtigkeit beeinflusst oder das Bedienen von Maschinen. Verträgt sich ein Medikament nicht mit einem anderen Medikament oder Lebensmittel oder könnte die Wirkung aufgehoben oder verstärkt werden, bezeichnet man dies als Wechselwirkung. Regelmäßig werden hier Lebensmittel angeführt.

Ein regelrechter Klassiker hinsichtlich Wechselwirkungen ist die Grapefruit. Sie hemmt den Abbau etlicher Medikamente über die Leber. Die Konzentration dieser Medikamente im Blut nimmt dadurch zu und die Wirkung wird stärker. Bedenklich und gefährlich ist dies insbesondere dann, wenn ein Arzneimittel schon bei einer leichten Überdosierung starke Nebenwirkungen auslösen kann.

Die Nebenwirkungen von Medikamenten

Die Nebenwirkungen sind Wirkungen des Arzneimittels, die nicht erwünscht sind, aber auftreten können. Hierunter sind in der Packungsbeilage alle bisher beobachteten unerwünschten Nebenwirkungen gelistet, die von sehr häufig bis sehr selten festgestellt wurden. Die Formulierungen dabei sind vorgegeben. Heißt es z. B. "Gelegentlich treten Kopfschmerzen auf", dann bedeutet dies in Bezug auf die Häufigkeit: von 1.000 behandelten Personen klagten ein bis zehn Patienten über Kopfschmerzen.

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Webcode: a001011 Letzte Aktualisierung: 04.05.2021
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