Nachhaltigkeit

Nachhaltig Wäsche waschen: Weniger Plastik und Chemikalien

Lesedauer unter 4 Minuten
Ein junger Mann hängt Wäsche im Garten auf

Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dirk Weller (BARMER)
Inhaltsverzeichnis

Blitzsauber soll sie sein, unsere Wäsche. Und das bitte möglichst schnell. Dafür greifen wir gerne mal zu etwas härteren Wasch- und Fleckenmitteln. Schonender – für die Kleidung ebenso wie für die Haut und unseren Planeten – ist allerdings ein etwas umweltschonenderes Wasch-Programm. Viele Mittel sind überflüssig. Wer bewusster wäscht, kann viel Geld sparen. 

Auch wenn man die Wäsche nur noch selten im Wind flattern sieht: Wäschewaschen zählt ein bisschen zum deutschen Kulturgut. Allein 2020 gaben die deutschen Sauberfrauen und -männer über zwei Milliarden Euro für Waschmittel und Weichspüler aus – mehr als je zuvor. 600.000 Tonnen Waschmittel und 250.000 Tonnen Weichspüler landen jährlich in Deutschland im Abwasser. Zwei Mal pro Woche läuft in hiesigen Haushalten im Schnitt die Waschmaschine, und dann meist mehrfach hintereinander. Viele Menschen achten dabei sehr auf umweltfreundliches Waschen. Trotzdem: Wir haben da noch ein paar Nachhaltigkeits-Tipps, die sich gewaschen haben.

Welches Waschprogramm ist das richtige?

Logisch: Je niedriger die Waschtemperatur, desto weniger Energie wird verbraucht. Bis zu 90 Prozent der benötigten Energie gehen allein für das Erhitzen des Wassers drauf. Für wenig verschmutzte und pflegeleichte Wäsche reicht eine Waschtemperatur von 30 oder maximal 40 Grad. Allerdings empfiehlt es sich, einmal im Monat eine helle Wäsche bei 60 Grad zu waschen. Das tötet die Keime in der Waschmaschine. Wichtig: Die Waschmaschine immer möglichst voll beladen – außer bei Fein- und Wollwäsche.

Welche Waschmittel sind freundlicher zur Umwelt – und zur Haut?

Herkömmliche Waschmittel arbeiten mit Tensiden, Bleich- und Duftstoffen sowie Enzymen. Für die Umwelt sind sie eine Bürde. Und mitunter auch für uns: Vor allem auf die Duftstoffe reagieren manche Menschen allergisch. Auch wenn Waschmittel-Allergien (sie zählen zu Kontaktallergien) sehr selten sind, sollten Menschen mit empfindlicher, reizbarer oder zu Juckreiz neigender Haut ihr Waschmittel achtsam wählen und auf Duftstoffe verzichten. Weil sie ohne Tenside auskommen, sind Waschnüsse, die aus den Früchten asiatischer Seifenbäume gewonnen werden, eine sanfte Alternative. Ihre Waschkraft ist allerdings umstritten. Gallseife ist ebenfalls frei von Tensiden und hilft als Waschverstärker bei hartnäckigen Flecken, auch Waschbälle oder -kugeln erhöhen die Waschkraft mechanisch.

Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, setzt beim Einkaufen auf ökologische Waschmittel, die mit weniger aggressiven, biologisch abbaubaren Stoffen arbeiten. Sie tragen Öko-Labels wie „Blauer Engel“ oder das – etwas weniger strenge – „EU Ecolabel“. Pulverwaschmittel sind umweltfreundlicher, weil sie im Gegensatz zu Flüssigwaschmitteln ohne Konservierungsstoffe auskommen. Ein Vollwaschmittel für helle Wäsche und ein Buntwaschmittel (ohne Bleiche) für farbige Textilien sind ausreichend. Wolle und Seide sollte man mit einem ökologischen Wollwaschmittel waschen. Auch das Baukastenprinzip ist eine umweltschonende Alternative: Dabei sind Waschmittel, Enthärter und Bleichmittel getrennt und können akkurater gemischt und dosiert werden. Wichtig ist dabei die Dosierungsempfehlung des Herstellers: Sie ist von Waschmittel zu Waschmittel unterschiedlich. Lieber sparsam dosieren, auch der Haut zuliebe. 

Naturkosmetik, klimafreundliche Lebensmittel und umweltbewusster Sport – viele Alltagstipps zum nachhaltigen Leben finden Sie in unserem Special Gesund nachhaltig leben.

Weichspüler ja oder nein?

Ein klares Nein. Kein Mensch braucht Weichspüler, die Umwelt schon dreimal nicht. Weichspüler (die übrigens zum Teil aus Schlachtabfällen hergestellt werden ) belasten das Wasser extrem. Wer die Wäsche weicher haben möchte, kann einen Spritzer Essig oder Wasch-Soda beziehungsweise Natron ins Weichspüler-Fach geben.

Wie kann ich beim Waschen Plastikmüll vermeiden?

Allein die in Deutschland pro Jahr verkauften Waschmittelflaschen verursachen fast 29 Millionen Kilo Plastikmüll, rechnet die ZEIT vor. Wer einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten will, kauft das Pulver im Karton oder Papiersack. Einige Öko-Hersteller bieten diese Alternativen online und zum Teil als Abo an. Viele Bio-Märkte haben inzwischen auch Refill-Stationen für Waschmittel bestimmter Hersteller, erste Drogeriemärkte ziehen nach. Auch in Unverpackt-Läden kann man Waschmittel oft nachfüllen lassen und spart so viel Plastik.

Richtig trocknen

Wer auf den Trockner verzichtet und die Wäsche zum Trocken aufhängt, tut nicht nur der Umwelt einen Gefallen. Es schont die Wäsche, die durch den Trockenvorgang stark beansprucht und so schneller verschlissen wird, und auch den Geldbeutel: Eine Ladung Wäsche im Abluft- oder Kondenstrockner verschlingt mindestens 3,5 kWh Strom und schlägt mit rund 90 Cent zu Buche. Im Winter sorgt die im Wohnraum trocknende Wäsche zudem für ein gesünderes, weil feuchteres Raumklima.

Sie möchten auch im Badezimmer Geld und Energie sparen? Im Artikel Nachhaltiger duschen erklären wir, wie es geht.

Weniger waschen

Sparen lässt sich auch, wenn man weniger wäscht – also nur dann, wenn ein Kleidungsstück wirklich schmutzig oder verschwitzt ist. Nicht jedes Textil muss reflexhaft nach einmaligem Tragen in die Wäschetrommel gesteckt werden (außer Unterwäsche und Socken). Oft genügt es, einen Sweater oder Pulli über Nacht auf den Balkon zu hängen, damit er wieder frisch riecht. Insbesondere, wenn er aus Naturfasern ist, wie zum Beispiel Wolle. Jeans verlieren ihren Muffel-Geruch, wenn sie ein paar Stunden im Tiefkühl-Fach lagern. Und kleine Flecken lassen sich häufig mit der Hand auswaschen, ohne gleich die Maschine anzuwerfen. So bewahren auch die Lieblingsstücke länger ihre Farbe und Qualität.

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