Digitale Ethik

Digitale Ethik gibt Orientierung

Lesedauer unter 3 Minuten
Jörgen Rothmaier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER

Autor / Interview führte

  • Miriam Rönnau

Zur Person

  • Jürgen Rothmaier ist stellvertretender Barmer Vorstandsvorsitzender. Er ist bereits seit 1978 für die Krankenkasse tätig.

Im Gesundheitswesen wird mit besonders schützenswerten Daten gearbeitet. Barmer-Vorstand Jürgen Rothmaier über ethische Grundsätze.

Die Barmer hat sich ethische Grundsätze im Umgang mit digitalen Innovationen auferlegt. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Jürgen Rothmaier: Tatsächlich wird die Gesundheitswelt immer digitaler. Doch die Branche hat sich selbst noch keine verbindliche digitale Ethik gegeben. Es wird viel diskutiert und gefordert, aber es fehlt an vorzeigbaren Resultaten. Dennoch wollen wir unseren Versicherten und Mitarbeitern eine Orientierung an die Hand geben, wie wir und unsere Partner die Digitalisierung aus ethischer Sicht mitgestalten und vo­ranbringen möchten.

Wie setzen Sie das um?

Jürgen Rothmaier: Indem wir den Menschen als Individuum in den Fokus digitaler Technologien stellen – egal ob Kunde oder Mitarbeiter. Der Kunde ist für uns selbstbestimmt. Er entscheidet über die Nutzung und Nichtnutzung digitaler Angebote. Und er hat ein Recht auf Geheimhaltung. Wir legen Entscheidungen offen, agieren transparent und aufklärend. Zudem unterstützen wir die KI-basierte Forschung und fordern zuverlässige, objektive Algorithmen sowie angemessene Kontrollen. Wir setzen uns also für eine sichere digitale Gesundheitswelt ein, in der die Privatsphäre der Patienten geschützt wird. Daneben wirtschaften wir verantwortungsvoll, vermeiden etwa unnötige Ausgaben dank digitaler Prozesse – und treten dafür ein, dass E-Health und das Gesundheitswesen insgesamt bezahlbar und effizient sind.

Wie digital ist unser Gesundheitssystem aktuell?

Jürgen Rothmaier: Menschen aus anderen Länden beneiden uns um unsere Krankenkassenlandschaft – gerade jetzt in der Coronakrise. Doch wenn es um Kosten, Effizienz oder Wettbewerbsfähigkeit geht, ist der Weg zu einer zunehmend digitaleren Krankenkasse und ebenso zu digitaleren Leistungs-, Versorgungs- und Abrechnungsprozessen der einzig richtige. Ärgerlich ist nur: Deutschland hat hier etwas lange gebraucht. Etwa bei der Einführung eines sicheren Gesundheitsdatennetzes. Nachdem 2019 vom Gesetzgeber entschieden wurde, dem Bund 51 Prozent der Anteile und so die Kontrolle über die Gematik-Gesellschaft zuzuweisen, kommt nun Bewegung in die Sache.

Wie weit ist die Barmer bei der Digitalisierung?

Jürgen Rothmaier: Wir haben die Innovationsabteilung Barmer.i gegründet, die Anstöße für die Digitalisierung gibt. Aber letztlich spielt das Thema in allen Bereichen eine Rolle. Und so haben wir inzwischen zahlreiche digitale Angebote wie Krankschreibungen online einreichen und Leistungen wie ­Kinderkranken-­ oder Mutterschaftsgeld beantragen. Die Kommu­ni­kation mit uns kann ebenfalls rein digital erfolgen.

Digitale Ethik im Dialog: Magazin Corporate Digital Responsibility

Screenshot des Online-Magazins Corporate Digital Responsibility

Wir möchten zu Fragen und Entscheidungen rund um Digitale Ethik immer den umfassenden Dialog mit den Versicherten suchen, mit der Öffentlichkeit, mit Experten und mit politischen Entscheidern. Wir gehen dabei nicht davon aus, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem das Thema „fertig“ sein wird. Im Gegenteil, wir wollen uns beständig weiter entwickeln und permanent dazulernen. Deshalb wird es auch weiterhin aktuelle Stellungnahmen zum Thema geben.

Seit zwei Jahren engagiert sich die Barmer in der Initiative D21, einer gemeinnützigen Stiftung, die mit der regelmäßigen Studie „Digitalindex“ und vielen Arbeitsgruppen den Verlauf der Digitalisierung in der Gesellschaft erforscht. Wir freuen uns, dass aus dieser Initiative heraus Anfang 2020 die Gründung des ersten monothematischen deutschsprachigen Magazins Corporate Digital Responsibility (Online-Magazin) zu Fragen der digitalen Ethik und Verantwortung gelungen ist. Und wir freuen uns umso mehr, dass dieses Magazin Jürgen Rothmaier eingeladen hat, seine aktuelle Perspektive auf das Thema zu teilen.

Herr Rothmaier wurde hier beispielsweise gefragt, welche Zwischenschritte die Barmer mit welchen Vorgehensweisen bewältigen musste, um zu ihrer heutigen Haltung in Sachen CDR zu finden. Aber auch, was die Besonderheiten im Gesundheitswesen sind. Ob sich Datenschutz und Gesundheitsschutz manchmal ausschließen. Und was genau das Ganze mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu tun hat.

Sein Beitrag findet sich hier unter anderen neben prägenden, Top-Level-Vertreterinnen aus Politik und Wissenschaft, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Das macht uns sehr hoffnungsvoll, dass die Bedeutung und Tragweite des Themas erkannt werden und es uns allen gemeinsam gelingt, durch guten Dialog zu einer guten Digitalisierung zu finden.

Zum Interview im Magazin Corporate Digital Responsibility

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Webcode: a005555 Letzte Aktualisierung: 19.08.2020
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