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Ungleich gesund

Menopause: Fakten versus Mythen – was Sie wirklich wissen müssen

Lesedauer weniger als 11 Min
Redaktion:
Carola Kleinschmidt (Wissenschaftsjournalistin, Nerdpol, Redaktionsagentur für Medizin- und Wissenschaftsjournalismus)

Wissen macht die Wechseljahre leichter

Karussell mit 3 Elementen
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Die Wechseljahre dauern zehn bis 15 Jahre

Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause – die Wechseljahre verlaufen in vier Phasen. Die Übergänge sind fließend. Jede Frau erlebt sie anders.
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Wissen ist Macht – gesund durch die Wechseljahre

Frauen, die viel Wissen über die Wechseljahre haben, fühlen sich wohler, finden leichter die passende Unterstützung und können in dieser Lebensphase besser für sich sorgen.
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Keine Lust mehr auf Bullshit

Die Wechseljahre und die Menopause können für Frauen eine neue Lebensphase voller Kraft und Neuorientierung sein. Vorausgesetzt, sie fühlen sich wohl und sozial wie gesundheitlich gut unterstützt.

Sind Frauen in den Wechseljahren automatisch schlapp und gereizt? Oder bieten die Wechseljahre die Chance für einen kraftvollen Aufbruch in eine neue Lebensphase? Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen und ist so vielfältig wie das Leben selbst. Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Lebensphase in den Frauen Beschwerden haben können, aber nicht müssen. Wir haben fünf Vorurteile und Mythen rund um die Wechseljahre einem Faktencheck unterzogen.

Kerstin hat mit 50 ihre erste Führungsposition übernommen. Julia ist frisch verliebt und feiert bald ihren 45. Lena hat mit 40 noch ein Studium begonnen. Und Susanne reist jetzt, mit 55, zum ersten Mal allein mit dem Bulli durch Europa. Und all diese Frauen sind im Alter der Wechseljahre!

Ganz offensichtlich ist es nur ein Klischee, dass Frauen in den Wechseljahren automatisch ihre Kraft und ihren Elan verlieren. Vermutlich kennen auch Sie Frauen jenseits der 40, die neu durchstarten.

Und warum sollte dies bei Frauen in diesem Alter auch anders sein als bei Männern? Schließlich stellen Frauen lebenslang tagtäglich ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis – ganz gleich, ob die Umstände gerade günstig oder widrig sind.

Die Wechseljahre bringen Herausforderungen mit sich – und zugleich viele neue Möglichkeiten. Frauen gehen ihren Weg. Notfalls packt sich die Studentin Lena ein paar Extra-Binden in die Tasche, falls die Monatsblutung wieder mal stärker ausfällt. Und bei Führungskraft Kerstin liegt ein Wechselshirt in der Schreibtischschublade, wenn die Schweißattacke zuschlägt.

Ein pralles Leben und sinkende Hormone sind kein Widerspruch. Wir fragen deshalb: Was ist eigentlich dran an den gängigen Mythen rund um die Wechseljahre? Ein Faktencheck.

Die vier Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, bezeichnen den Übergang von der fruchtbaren zur nicht mehr fruchtbaren Lebensphase einer Frau. Dieser hormonelle Umbruch kann sich über zehn bis 15 Jahre erstrecken und gliedert sich in vier Phasen:

Phase eins: Prämenopause – zwischen 40 und 45

Ab etwa 40, bei manchen Frauen auch früher, geht die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken zurück. Manche Frauen spüren das, weil sich ihr Zyklus verändert. Bei anderen verläuft diese Phase unbemerkt. Die Fruchtbarkeit sinkt in dieser Zeit deutlich.

Phase zwei: Perimenopause – zwischen 45 und 55

Diese Phase umfasst die Jahre kurz vor und nach der letzten Menstruation. Sie beginnt im Schnitt mit 47 Jahren und dauert etwa vier Jahre. Die Funktion der Eierstöcke nimmt weiter ab. Die Hormone schwanken stark. Viele Frauen erleben jetzt Hitzewallungen oder Schweißausbrüche, der Zyklus wird unregelmäßig. Auch Brüste, die spannen, oder stärkere Blutungen kommen in dieser Phase häufiger vor.

Phase drei: Menopause

Die Menopause bezeichnet den letzten Menstruationszyklus. Festgestellt werden kann sie erst im Nachhinein, wenn zwölf Monate lang keine Blutung auftrat.

Phase vier: Postmenopause

Sie beschreibt die Jahre nach der letzten Blutung. Östrogen- und Progesteronspiegel schwanken heftig in den ersten Jahren nach der letzten Blutung, achterbahnmäßig. Körper gewöhnt sich an das neue hormonelle Gleichgewicht. Bei vielen Frauen klingen mögliche Beschwerden in dieser Zeit allmählich ab. Doch manche Frauen berichten auch darüber, dass sie nochmals Hitzewallungen haben oder andere Symptome wahrnehmen.

Gut zu wissen: Die Übergänge zwischen den Phasen sind fließend und wie Frauen die Hormonumstellung erleben, ist sehr unterschiedlich. Bei vielen Frauen verlaufen diese Phasen völlig beschwerdefrei, andere verspüren leichte Beschwerden. Doch ein Teil der Frauen in den Wechseljahren fühlt sich auch so stark beeinträchtigt, dass sie ärztlichen Rat suchen. Wer das persönliche Erleben gut einordnen kann, fühlt sich wohler und findet bei Bedarf bessere Unterstützung.

Wechseljahre – Mythen versus Fakten

Doch nun genug der Theorie und rein ins praktische Wissen: Rund um die Wechseljahre kursiert eine ganze Reihe Halbwahrheiten. Wir haben fünf Mythen genauer unter die Lupe genommen.

Mythos 1: Die Wechseljahre sind eine schlimme Zeit. Fast wie eine Krankheit.

Nein. Die Wechseljahre sind in erster Linie eine neue Lebensphase und keine Krankheit. Ähnlich wie während Kindheit oder Pubertät verändert sich in dieser Zeit körperlich, seelisch und häufig auch sozial viel. Barmer Daten zeigen: Nur etwa jede fünfte Frau im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, erhält die Diagnose „Wechseljahresbeschwerden“. Viele Frauen gehen nicht zum Arzt, sondern halten ihre Beschwerden aus. Um die Wechseljahre besser verstehen zu können braucht es mehr Daten, das schafft nicht nur Sichtbarkeit, sondern mehr Wissen und wenn nötig eine bessere Versorgung.

Barmer Daten zeigen: bei 20 Prozent der Frauen zwischen 40 und 60 findet sich eine entsprechende Diagnose – Klimakterische Beschwerden (Wechseljahrsbeschwerden). Das können zum Beispiel Hitzewallungen sein, oder Schlafstörungen und Gelenkbeschwerden, und diese werden als so belastend erfahren, dass sie vom jeweiligen Arzt oder der Ärztin mit der Diagnose Wechseljahrsbeschwerden auch kodiert werden.

Wie Frauen die Wechseljahre erleben, ist sehr unterschiedlich und individuell, und hängt auch vom Umfeld, persönlichen Erfahrungen und psychischen Faktoren ab. Auf körperlicher Ebene kann der Hormonwandel zu Hitzewallungen und Scheidentrockenheit führen – beide Symptome hängen mit der Hormonumstellung zusammen. Aber was ist mit Schlafstörungen, Erschöpfung oder Gelenkschmerzen? Laut Bevölkerungsumfragen sucht etwa ein Fünftel der Frauen in den Wechseljahren wegen Gelenkbeschwerden ärztlichen Rat. Ein Drittel fühlt sich im Familienalltag gereizter oder empfindet den Job als stressiger. Nur: Es gibt bislang zu wenig Studien darüber, wie stark das wirklich mit der Hormonumstellung zusammenhängt – und wie viel mit dem ganz normalen Älterwerden und den Höhen und Tiefen des oft turbulenten Alltags. Auch der Blick auf die Wechseljahre – als „positive Entwicklungsoption“ oder als „Ab jetzt geht es bergab“ – beeinflusst das Erleben.

Und vielleicht spielt auch Perfektionismus eine Rolle, wenn wir ab 40 über jedes Zwicken und Zwacken entsetzt sind. Denn Männer über 40 berichten beim Arzt ebenfalls häufiger über Erschöpfung, Schlafprobleme und Gelenkschmerzen als in jüngeren Jahren – ein Hinweis, dass hier nicht nur die Hormone eine Rolle spielen, sondern auch das Älterwerden.

Klar ist auch: Alltagsstress kann Beschwerden verstärken: Frauen, die unter Stress stehen, empfinden tendenziell mehr Beschwerden und in stärkerer Ausprägung. Eine Gesellschaft und auch ein privates oder berufliches Umfeld, das Frauen entlastet, statt sie zusätzlich unter Druck zu setzen, zahlt also direkt auf ihre Gesundheit ein.

Mythos 2: Frauen müssen Beschwerden in den Wechseljahren einfach aushalten!

Auf keinen Fall! „Es muss endlich Schluss damit sein, dass Frauen in Bezug auf ihre Beschwerden gesagt wird, sie müssten da eben durch“, sagt auch die Gynäkologin und Medical Influencerin Dr. Judith Bildau.

Mit einem Drei-Stufen-Plan gelingt dies:

  1. Wissen aufbauen: „Die beste Vorbereitung ist Wissen“, sagt Judith Bildau. Wer versteht, was in dieser Lebensphase im Körper passiert, kann eventuelle Beschwerden besser einordnen und selbst beurteilen, was guttut oder bei stärkeren Beschwerden hilft. Frauen, die wenig von der Hormonumstellung spüren, wünschen sich vielleicht vor allem Empowerment für die nächste Lebensphase. Frauen, die starke Beschwerden haben, möchten verstehen, woher das Unwohlsein kommt, ernst genommen werden und fundierte Hilfe finden.
  2. Gesunder Lebensstil: Gesunde, mediterran geprägte Ernährung, Bewegung und Krafttraining, ausreichend Schlaf und Entspannung – wer sich hier gut aufstellt, fühlt sich auch in den Wechseljahren tendenziell gesünder und stärkt nebenbei Knochen, Herz und Muskulatur.
  3. Hilfe in Anspruch nehmen: Bei ausgeprägten Beschwerden sollten Frauen sich an ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen wenden. Denn nur wenn die Beschwerden abgeklärt sind, können sie gut behandelt werden. Oftmals können pflanzliche Medikamente Linderung bringen. Auch äußerlich angewendete Hormonsalben können helfen. Östrogensalbe kann beispielsweisebei trockenen Schleimhäuten im Vaginalbereich wieder helfen. Außerdem haben Frauenärztinnen und Frauenärzte die Möglichkeit, Hormone individuell zu verschreiben. Wichtig sind hier gute Aufklärung und Beratung, sodass die Frau Nutzen und Risiken einer Hormontherapie für sich persönlich abwägen und gut informiert entscheiden kann.

Portraifoto Dr. med. Judith Bildau, Gynäkologin und Medical Influencerin

Dr. med. Judith Bildau, Gynäkologin und Medical Influencerin

„Ein gesunder Lebensstil und eine adäquate und medizinische Unterstützung gehen Hand in Hand. Es ist unbestritten, dass ausreichend Bewegung, eine gut ausgebildete Muskulatur, guter Schlaf, ein funktionierendes Stressmanagement, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht in den Wechseljahren fundamental wichtig sind, aber natürlich auch schon davor und darüber hinaus. Aber was ist, wenn die Frau gar nicht in der Lage ist, sich um einen gesunden Lebensstil zu kümmern? Ich erlebe Frauen, die sich diesbezüglich schämen und sehr unter Druck setzen, weil sie keine Kraft dazu haben. Hier sind selbstverständlich Ärztinnen und Ärzte gefragt, zunächst verschiedene, auch medikamentöse Therapieoptionen aufzuzeigen und die passende für die Betroffene zu finden. Es gibt mittlerweile zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, hormonell und nicht hormonell, und es ist wichtig, dass jede Frau ihren ganz individuellen Weg in dieser Lebensphase findet.“

Infografik der BARMER mit dem Titel 'Gesund durch die Wechseljahre': Drei aufeinander aufbauende Schritte mit Icons – 1. Wissen: Das Verstehen körperlicher Veränderungen hilft, Beschwerden einzuordnen. 2. Lebensstil: Gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung stärken das Wohlbefinden. 3. Unterstützung: Bei ausgeprägten Beschwerden ist medizinische Hilfe sinnvoll. Quelle: BARMER.

Ein gesunder Lebensstil zahlt auf das Wohlgefühl in den Wechseljahren ein. Aber ebenso wichtig ist, dass Frauen sich gut informiert und unterstützt fühlen.

Mythos 3: Eine Hormontherapie birgt keinerlei Risiken.

Das stimmt so nicht. Was für alle Medikamente gilt, trifft auch auf eine Hormontherapie zu: Es gibt keine wirksame Therapie, die nicht auch Risiken und Nebenwirkungen hat. Eventuelle Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder in seltenen Fällen Brustkrebs müssen im Hinblick auf das spezifische Risiko bei jeder einzelnen Frau abgeklärt werden. Früher nahmen viele Frauen während und auch noch nach den Wechseljahren langfristig Hormone, als sogenannte Hormonersatz-Therapie. Die Vorstellung, dass bei Frauen nach den Wechseljahren dauerhaft ein hormoneller Mangelzustand besteht, hat sich jedoch als Irrtum herausgestellt. Eine Hormontherapie ist kein „natürlicher Ersatz“, sondern eine medikamentöse Therapie, deren Nutzen und Schaden wie bei allen Therapien gegeneinander abgewogen werden müssen.

Gerade, wenn es um Hormontherapien geht, ist daher eine gute, auf die individuelle Situation der Frau bezogene Beratung unverzichtbar. Diese Beratung sollte über Vor- und Nachteile aufklären und auch miteinbeziehen, ob es beispielsweise eine familiäre Vorbelastung für Brustkrebserkrankungen gibt, sowie über Art und Dauer der Therapie informieren. Jede Frau sollte nach der Beratung gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen abwägen können, ob für sie der Nutzen einer Hormontherapie größer ist als das potenzielle Risiko.

Mythos 4: Die Gesundheit wird durch die Wechseljahre angegriffen.

Nein, das stimmt nicht. In den Daten der Krankenkassen zeigt sich jedenfalls kein sprunghafter Anstieg von Erkrankungen während der oder nach den Wechseljahren. Aber natürlich stimmt: Je älter wir werden, desto mehr Fürsorge tut unserer Gesundheit gut. Das gilt für Frauen ebenso wie für Männer. Frauen wissen das und handeln entsprechend: Fast 80 Prozent gehen regelmäßig zur Früherkennung. Bei Männern sind es nur knapp 60 Prozent. Die Barmer bietet zahlreiche kostenfreie Früherkennungsuntersuchungen für die ganze Familie.

Oft unerwähnt bleiben die positiven Folgen: Nach der Menopause sind Verhütung und Regelschmerzen kein Thema mehr. Starke, schmerzhafte Blutungen oder Endometriose stoppen. Auch eine Migräne kann mit den Wechseljahren besser werden oder verschwinden.

Mythos 5: Die Wechseljahre lassen sich mit Fitness hinauszögern.

Nein, das stimmt nicht. Das Alter, in dem eine Frau ihre letzte Blutung hat, ist vor allem erblich bedingt – bei Müttern und Töchtern tritt die Menopause meist ungefähr zur gleichen Zeit ein. Ein trainierter Körper kann allerdings helfen, sich in den Wechseljahren wohlzufühlen und auch eventuelle Beschwerden besser abzufedern.

Wechseljahre: Abbau oder Beginn einer glücklichen Lebensphase?

Frauen sind es gewöhnt, dass Lebensphasen ihren Alltag verändern. Mit der ersten Periode rücken Themen wie der Umgang mit der Blutung und dem Zyklus, Verhütung und die Möglichkeit, schwanger zu werden in den Fokus. Viele Frauen bekommen Kinder und erleben damit einen gewissen Umbau ihres Körpers in der Schwangerschaft und ihres Lebens im Anschluss an die Geburt. Die Wechseljahre bringen noch einmal große Umstellungen – nicht nur körperlich. Auch die Psyche wandelt sich mit den Lebensphasen, inneres Wachstum inklusive.

Überraschenderweise bringen uns die Umbrüche in den Lebensphasen auf längere Sicht vor allem: Glück und Zufriedenheit. Studien zeigen: Unsere Lebenszufriedenheit verläuft wie ein U – hoch mit 20, im Keller in den 30ern und ab Anfang 40 geht es wieder aufwärts. Mit 50 fühlen sich die meisten Menschen zufriedener und glücklicher als mit 30. Inga Bergen, Digitalexpertin für Frauengesundheit, bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: „Es ist an der Zeit, dass wir uns eine neue Story über die Wechseljahre erzählen. Wenn Frauen sich in dieser Lebensphase gut aufgeklärt sowie sozial und medizinisch unterstützt fühlen, sind die Wechseljahre eine großartige Phase der Selbstbestimmung und Neuorientierung.“

Blick in die Zukunft – Digital Health Care

Inga Bergen, Digitalexpertin für Frauengesundheit

Inga Bergen, Digitalexpertin für Frauengesundheit

„Gerade in der Gesundheitsprävention müssen wir Frauen befähigen, sich selbst gut zu informieren. Wissen ist die Basis, um gute Entscheidungen treffen zu können. Das gilt für die Wechseljahre ebenso wie für andere Gesundheitsthemen, die mit dem Älterwerden relevant werden, wie Herz- oder Knochengesundheit. Digitale Angebote können ein guter Weg sein, um die Eigenverantwortung zu stärken. Es gibt beispielsweise bereits viele Gesundheits-Apps – auch zum Zyklustracking oder für die Zeit der Wechseljahre. Doch für die Zukunft wünsche ich mir Apps, die stetig evaluiert und wissenschaftlich begleitet werden und deren Auswertungen oder Empfehlungen auf Ergebnissen kontrollierter Studien beruhen. Vielleicht könnten hier Krankenkassen unterstützend wirken.

Hilfreich wären auch Online-Sprechstunden bei Gynäkologinnen und Gynäkologen als Kassenleistung: Keine Wartezeiten, keine Wege – das würde vieles erleichtern. Ich vermute es wird in Zukunft mehr digitale Wechseljahreskliniken geben: ganzheitliche Online-Angebote mit Anamnese- und Beratungsgesprächen, E-Rezept- und Kurs- oder Coaching-Angeboten, die auf die Wechseljahre zugeschnitten sind. Und mein kühnster Wunsch: eine KI, die speziell für die Begleitung von Frauen durch die Wechseljahre trainiert ist und medizinisch korrekte Auskunft auf alle Fragen gibt.“

Gut zu wissen: Woher die Barmer-Daten kommen
Die Zahlen in diesem Webspecial stammen aus Abrechnungsdaten der Barmer. Sie zeigen, wie häufig die Diagnose in Arztpraxen gestellt wurde und welche Behandlungen verordnet wurden. Sie zeigen also die medizinische Therapie der Frauen, deren Beschwerden eindeutig auf die Wechseljahre zurückgeführt wurden, nicht das ganze Erleben der Wechseljahre. Viele Frauen suchen mit ihren Beschwerden keine Arztpraxis auf, und nicht jede Beschwerde wird als Wechseljahresbeschwerde erfasst. In diesem Webspecial wurden zudem nur Daten und Umfragen ausgewertet, die Cis-Frauen (Frauen, die sich mit ihrem angeborenen Geschlecht identifizieren) berücksichtigen. Für mehr Informationen braucht es somit ergänzende Befragungen und mehr Forschung, um alle Frauen in den Wechseljahren zu erfassen – auch die ohne oder mit nicht behandlungsbedürftigen Symptomen.

Weiterführende Literatur

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