Broken-Heart-Syndrom? Geht es hier um Liebeskummer? Tatsächlich ist das auch Takotsubo-Syndrom genannte Phänomen eine akute Funktionsstörung des Herzens. Sie wird meistens ausgelöst durch starken körperlichen oder emotionalen Stress. Daher ist hier die Bezeichnung „gebrochenes Herz“ (auf Englisch „broken heart“) nicht ganz unpassend. Warum sehr häufig Frauen nach den Wechseljahren betroffen sind und wie die Behandlung der Herzerkrankung aussieht.
Auf einen Blick
Definition: Das Broken-Heart-Syndrom ist eine besondere Form der akuten Herzschwäche, die durch eine vorübergehende stressbedingte Funktionsstörung des Herzmuskels entsteht.
Symptome: Auch als Gebrochenes-Herz-Syndrom und Stress-Kardiomyopathie bezeichnet, äußert es sich wie ein Herzinfarkt – insbesondere mit Brustenge, Kurzatmigkeit und Atemnot.
Ursachen: Wie genau es zu einem Broken-Heart-Syndrom kommt, ist bislang nicht geklärt, aber als häufiger Auslöser gilt psychischer oder körperlicher Stress in unterschiedlichster Form.
Verlauf: Häufig normalisiert sich die Herzfunktion innerhalb weniger Wochen von allein wieder, jedoch kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.
Diagnose: Das Broken-Heart-Syndrom wird über ein Ausschlussverfahren diagnostiziert: Ärztinnen und Ärzte schließen über Untersuchungen andere mögliche Herzerkrankungen aus.
Therapie: Die Säulen der Behandlung sind eine engmaschige Verlaufskontrolle, die Überwachung möglicher Komplikationen und bei Bedarf deren (intensivmedizinische) Therapie.
Definition: Was ist ein Broken-Heart-Syndrom?
Broken-Heart-Syndrom – das ist ein sehr bildhafter Begriff, den man sofort mit starken Gefühlen wie Liebeskummer oder Trauer verbindet. Aber was steckt aus wissenschaftlicher Sicht hinter dem „Gebrochenes-Herz-Syndrom“? Medizinisch betrachtet handelt es sich beim Broken-Heart-Syndrom um eine sogenannte stressinduzierte Kardiomyopathie. Das ist eine akute Funktionsstörung des Herzmuskels, für die häufig psychischer und/oder körperlicher Stress verantwortlich gemacht wird. Und dazu können natürlich auch Liebeskummer und Trauer gehören.
Starker emotionaler Stress ist einer der möglichen Auslöser für das Broken-Heart-Syndrom.
Die Symptome des Broken-Heart-Syndroms sind denen eines Herzinfarkts sehr ähnlich. Jedoch sind die Herzkranzgefäße hier – anders als beim Herzinfarkt – nicht verengt oder durch ein Blutgerinnsel verstopft.
Beim Broken-Heart-Syndrom ist die Funktion der linken Herzkammer, die sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf pumpt, eingeschränkt. Dabei kommt es zu einer charakteristischen Verformung der linken Herzkammer. Die Spitze der Herzkammer ist wie ein Ballon aufgebläht und steht still, während sich die Basis der Herzkammer bewegt.
Symptome: Wie äußert sich das Broken-Heart-Syndrom?
Bei einem Broken-Heart-Syndrom können nahezu dieselben Anzeichen wie bei einem Herzinfarkt auftreten:
Charakteristische Brustschmerzen, die plötzlich auftreten und in der Medizin als Angina pectoris bezeichnet werden
Kurzatmigkeit und Atemnot, die sich ebenfalls plötzlich einstellen
Eine ausgeprägte Schwäche, die bei manchen Betroffenen sogar in eine Bewusstlosigkeit übergehen kann
Weitere mögliche Symptome sind Übelkeit, Schweißausbruch und Schwindel
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Wichtig zu wissen: Wie beim Herzinfarkt ist auch beim Broken-Heart-Syndrom schnelle ärztliche Hilfe erforderlich. Ein Broken-Heart-Syndrom ist immer ein medizinischer Notfall, weil sich lebensbedrohliche Komplikationen entwickeln können. Daher sollten Sie nicht zögern, den Notruf 112 zu wählen, wenn Sie bei sich oder einem Menschen in Ihrer Nähe Warnzeichen wie Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und Atemnot feststellen.
Häufigkeit: Wer ist vom Broken-Heart-Syndrom besonders oft betroffen?
Schätzungen zufolge verbirgt sich hinter 1 bis 4 von 100 Verdachtsfällen auf einen Herzinfarkt in Wirklichkeit ein Broken-Heart-Syndrom. Auffällig dabei: Zu etwa 90 Prozent tritt das Broken-Heart-Syndrom bei postmenopausalen Frauen auf – also bei Frauen nach den Wechseljahren. Es können aber auch jüngere Menschen betroffen sein.
Ursachen: Wie entsteht ein Broken-Heart-Syndrom?
Seit der Entdeckung des Broken-Heart-Syndroms Anfang der 1990er-Jahre sind Forschende dabei, die Ursachen für dessen Entstehung zu ergründen. Bekannt ist mittlerweile, dass sowohl psychische als auch körperliche Stresssituationen eine Broken-Heart-Attacke auslösen können.
Umgekehrt auch besonders freudige Extremsituationen wie die Geburt eines Kindes oder ein Lottogewinn
Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass bei Menschen mit Broken-Heart-Syndrom häufig begleitend psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen auftreten. Forschende vermuten, dass diese Erkrankungen die Anfälligkeit für das Auftreten eines Broken-Heart-Syndroms erhöhen können.
Bestimmte medikamentöse Behandlungen wie die Gabe von Stresshormon-Medikamenten im Rahmen einer Narkose oder eine Chemotherapie im Rahmen einer Krebsbehandlung
Die Gründe für die Funktionsstörung des Herzens sind noch nicht ausreichend geklärt. Expertinnen und Experten vermuten, dass Hormone eine wichtige Rolle spielen und dass weitere Faktoren manche Menschen empfindlicher für die Erkrankung machen können.
Bekannt ist, dass bei Menschen mit Broken-Heart-Syndrom die Spiegel der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin im Blut stark erhöht sind. Dadurch kann es unter anderem zu Schäden der Herzmuskelzellen und zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels aufgrund verkrampfter Herzkranzgefäße kommen.
Bei Frauen nach den Wechseljahren scheinen die Wirkungen der Stresshormone auf Herz und Gefäße verstärkt zu sein. Vermutlich spielen dabei unter anderem die hormonellen Umstellungen im Rahmen der Wechseljahre eine Rolle. Es gibt Hinweise darauf, dass das weibliche Hormon Östrogen die Wirkung der Stresshormone beeinflussen kann. Die genauen Zusammenhänge müssen jedoch noch geklärt werden.
Da Stress das Broken-Heart-Syndrom auslösen kann, hilft es, Stressfaktoren zu erkennen und ihnen zum Beispiel mit Sport entgegenzuwirken.
Verlauf: Wie verläuft ein Broken-Heart-Syndrom?
Bei vielen Patientinnen und Patienten mit Broken-Heart-Syndrom normalisiert sich die Herzfunktion innerhalb weniger Wochen wieder von allein.
Es kann aber auch zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer schweren Herzschwäche, einem Kreislaufschock oder Herzrhythmusstörungen kommen. In manchen Fällen kann sich ein Blutgerinnsel im Herzen bilden, was zum Beispiel zu einem Schlaganfall führen kann.
Die Tragweite des Broken-Heart-Syndroms wurde lange Zeit unterschätzt. Es gibt aber inzwischen Daten, die zeigen, dass das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben, auch noch Jahre nach dem akuten Ereignis erhöht bleiben kann.
Männer sind zwar deutlich seltener vom Syndrom des gebrochenen Herzens betroffen, sie haben aber ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf mit schlechterer Prognose.
Diagnose: Wie wird ein Broken-Heart-Syndrom festgestellt?
Diagnostiziert wird das Broken-Heart-Syndrom in der Regel von Ärztinnen und Ärzten in der Kardiologie. Diese gehen in der Diagnostik nach dem Ausschlussverfahren vor. Dabei geht es darum, einen Herzinfarkt und andere infrage kommende Erkrankungen auszuschließen.
Da die Symptome des Broken-Heart-Syndroms denen eines Herzinfarkts sehr ähnlich sind und sich auch im EKG (Elektrokardiogramm) Anzeichen wie bei einem Herzinfarkt finden können, setzen Ärztinnen und Ärzte bildgebende Verfahren ein, um das Broken-Heart-Syndrom sicher zu diagnostizieren und andere Erkrankungen auszuschließen.
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Besonders wichtig ist die Koronarangiografie. Das ist ein Röntgenverfahren, das die Durchblutung der Herzkranzgefäße (Koronargefäße) sichtbar machen kann. Beim Broken-Heart-Syndrom sind die Herzkranzgefäße weder verengt noch durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Dadurch kann es vom Herzinfarkt abgegrenzt werden. Diagnostiziert wird das Broken-Heart-Syndrom in der Regel von Ärztinnen und Ärzten in der Kardiologie.
Um sich ein möglichst genaues Bild zu verschaffen, können Ärztinnen und Ärzte weitere Untersuchungen anordnen oder selbst durchführen. Dazu zählen unter anderem die Echokardiografie (Ultraschall des Herzens), die MRT (Magnetresonanztomografie), die Bestimmung spezieller Blutwerte und, falls möglich, das ausführliche Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten. Dabei fragt die Ärztin oder der Arzt insbesondere ab, ob und welche Stressbelastungen in jüngster Zeit auf die Person eingeprasselt sind.
Behandlung: Welche Therapieverfahren kommen beim Broken-Heart-Syndrom zum Einsatz?
Bei einem akuten Broken-Heart-Syndrom konzentrieren sich Ärztinnen und Ärzte darauf, den Zustand der betroffenen Person für eine Zeit lang auf der Intensivstation zu beobachten und ihre Herzfunktion und weitere Vitalparameter wie Blutdruck und Sauerstoffsättigung des Blutes engmaschig zu überwachen. Das Ziel ist es, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bei der Herangehensweise orientiert sich die ärztliche Behandlung eines akuten Broken-Heart-Syndroms an der Behandlung einer Herzschwäche, bei der Medikamente wie Betarezeptorenblocker eingesetzt werden.
Da Stress ein auslösender Faktor beim Broken-Heart-Syndrom sein kann, ist es außerdem wichtig, die persönlichen Stressfaktoren zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zur Stressbewältigung zu ergreifen. Gerade in Bezug auf die psychische Gesundheit wird zunehmend klarer: Je nach Zustand kann sie entweder zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen oder das Risiko dafür senken und die Herz-Kreislauf-Gesundheit positiv beeinflussen. Dazu können auch therapeutische Maßnahmen gehören: So kann bei begleitend auftretenden Depressionen und Angststörungen eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll sein.
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Häufige Fragen und Antworten zum Broken-Heart-Syndrom
Das Broken-Heart-Syndrom ist eine stressbedingte Funktionsstörung des Herzmuskels, die durch psychische oder körperliche Belastungen ausgelöst werden kann. Dabei verformt sich die linke Herzkammer charakteristisch: Die Herzspitze bläht sich ballonartig auf und steht still, während sich die Basis der Herzkammer noch bewegt. Diese typische Verformung erinnert an eine Takotsubo, eine traditionelle japanische Tintenfischfalle. Deshalb wird die Erkrankung auch Takotsubo-Syndrom genannt. Anders als beim Herzinfarkt sind die Herzkranzgefäße beim Broken-Heart-Syndrom nicht verstopft oder verengt. Besonders betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren.
Die Anzeichen ähneln stark denen eines Herzinfarkts. Insbesondere treten plötzliche Brustschmerzen auf, die medizinisch als Angina pectoris bezeichnet werden. Weitere typische Beschwerden sind plötzlich auftretende Kurzatmigkeit und Atemnot sowie ausgeprägte Schwäche, die bis zur Bewusstlosigkeit führen kann. Zusätzlich kann es zu Übelkeit, Schweißausbrüchen und Schwindel kommen. Da es sich um einen medizinischen Notfall handelt, sollte bei diesen Symptomen umgehend der Notruf 112 gewählt werden.
Sowohl psychische als auch körperliche Stresssituationen können das Syndrom auslösen. Zu den möglichen psychischen Auslösern zählen Extremsituationen wie der Tod eines nahestehenden Menschen, schmerzhafte Trennungen oder schwere berufliche Belastungen, aber auch sehr freudige Ereignisse wie Geburten oder Lottogewinne. Mögliche körperliche Auslöser können akute Anfälle bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, Drogenkonsum oder -entzug sowie bestimmte medikamentöse Behandlungen sein. Bei Betroffenen sind die Spiegel der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin im Blut stark erhöht, was zu Durchblutungsstörungen führen kann.
Obwohl die Symptome nahezu identisch sind und auch im EKG ähnliche Anzeichen auftreten können, gibt es einen entscheidenden Unterschied: Bei einem Herzinfarkt sind die Herzkranzgefäße verengt oder durch Blutgerinnsel verstopft, beim Broken-Heart-Syndrom zeigen sich diese Veränderungen nicht. Dies lässt sich durch eine Koronarangiografie feststellen. Das ist ein Bildgebungsverfahren, das die Durchblutung der Herzkranzgefäße sichtbar macht. Zudem zeigt sich beim Broken-Heart-Syndrom die charakteristische ballonförmige Verformung der linken Herzkammer.
Die Diagnose erfolgt nach dem Ausschlussverfahren, bei dem zunächst ein Herzinfarkt und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen. Besonders wichtig ist die Koronarangiografie, die die Herzkranzgefäße und mögliche Veränderungen daran darstellt. Weitere eingesetzte Verfahren sind Ultraschall des Herzens, Magnetresonanztomografie, spezielle Blutuntersuchungen und das ausführliche Arztgespräch (Anamnese) zur Erfassung von Stressbelastungen.
Bei vielen Betroffenen normalisiert sich die Herzfunktion innerhalb weniger Wochen von allein wieder. Dennoch können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, weshalb besonders in der akuten Phase eine engmaschige ärztliche Überwachung notwendig ist. Mögliche Komplikationen sind Herz- und Kreislaufversagen, Herzrhythmusstörungen sowie Blutgerinnsel, die zu einem Schlaganfall führen können. Inzwischen zeigen Untersuchungen, dass die Langzeitprognose nicht so gut ist wie früher angenommen. Männer sind zwar seltener betroffen, haben aber ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf mit schlechterer Prognose.
In der akuten Phase konzentriert sich die Behandlung darauf, die Betroffenen auf der Intensivstation zu beobachten und die Herzfunktion sowie weitere Vitalwerte wie Blutdruck und Sauerstoffsättigung im Blut engmaschig zu überwachen. Die ärztliche Behandlung orientiert sich an der Therapie einer Herzschwäche, wobei Medikamente wie Betarezeptorenblocker zum Einsatz kommen. Da Stress eine zentrale Rolle spielt, ist es wichtig, persönliche Stressfaktoren zu erfassen und geeignete Bewältigungsmaßnahmen zu ergreifen. Bei begleitenden Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen kann eine kognitive Verhaltenstherapie Teil der Behandlung sein.
Etwa 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen nach den Wechseljahren, meist im Alter zwischen 65 und 75 Jahren. Forschende vermuten, dass die hormonelle Umstellung eine entscheidende Rolle spielen könnte, da die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen nach den Wechseljahren abnimmt. Allerdings können auch jüngere Menschen betroffen sein. Schätzungen zufolge verbirgt sich hinter 1 bis 4 von 100 Verdachtsfällen auf einen Herzinfarkt tatsächlich ein Broken-Heart-Syndrom.
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