Geburt

Väter im Kreißsaal und bei der Geburt ihres Kindes

Lesedauer unter 5 Minuten
Ein junger Vater hält ein Neugeborenes in seinen Armen

Autor

babyclub.de

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer),
  • Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer  (Expertin für Väter & Geburt)
Inhaltsverzeichnis

Für Väter ist die Geburt des eigenen Kindes meist eine großartige Erfahrung. Wenn die Fahrt zum Geburtsort näher rückt, kommen bei vielen werdenden Vätern Zweifel und Sorgen auf. Welche Rolle habe ich im Kreißsaal? Wie verhalte ich mich am besten während der Geburt? Hier finden Sie einige wichtige Impulse zur optimalen Vorbereitung. 

Vor allem beim ersten Kind ist die Situation im Kreißsaal beziehungsweise am Geburtsort für den werdenden Vater etwas völlig Neues. Doch auch die zweite oder dritte Geburt ist keineswegs „Alltag“, denn jede Geburt kann ganz anders ablaufen, als die vorherige. Die Belastung, die damit einhergeht, dürfen Väter sich auch anmerken lassen.

Das Ereignis ist sehr persönlich, denn es geht schließlich um die Geburt des eigenen Kindes. Zugleich stehen aber in medizinischer Hinsicht die werdende Mutter und das Kind im Mittelpunkt. So fühlen sich Väter oftmals als bloße Nebenfiguren, die wenig Hilfreiches beitragen können oder sogar stören.

Die Aufgaben des werdenden Vaters bei der Geburt

Dennoch hat auch der werdende Vater im Kreißsaal beziehungsweise bei der Geburt eine wichtige Rolle. Es kommt weniger darauf an, viel zu tun, denn die medizinischen Fachleute sind Hebamme sowie Ärztin oder Arzt. Wichtig ist vielmehr, für die Partnerin da zu sein und ihr durch körperliche Nähe Halt und Sicherheit zu geben. Der Ort des Vaters ist während der Geburt daher je nach Gebärposition am Kopfende des Betts beziehungsweise an der Seite der Partnerin. Ein bereitgehaltenes Glas Wasser oder beispielsweise eine Rückenmassage können schon eine große Unterstützung sein. Viele Männer halten die Hand ihrer Partnerin oder unterstützen sie körperlich bei bestimmten Gebärpositionen. Bei Letzterem geben sicherlich auch Hebamme sowie Ärztin oder Arzt dem werdenden Vater hilfreiche Anleitung.

Der werdende Vater sollte unbedingt darauf achten, das Klinikpersonal nicht zu behindern, indem er etwa im Weg steht. Außerdem sollte der Geburtsvorgang, insbesondere mit Rücksicht auf die in Wehen liegende Partnerin, nicht auf Fotos und Videos festgehalten werden. Man sollte sich während dieser ganz privaten und persönlichen Zeit den Kopf lieber für den Augenblick freihalten und erst später Bilder von der neu entstandenen Familie machen. Hier ist Rücksichtnahme und Feingefühl des werdenden Vaters gefragt.

Da es sich bei der Geburt um eine Extremsituation handelt, kann es sein, dass ein werdender Vater seine Partnerin unter dem Geburtsschmerz auf eine Art erlebt, wie nie zuvor. Viele Väter berichten, dass ihre Bewunderung für die Partnerin und deren Kraft gestiegen ist.

Der Vater hat während der Geburt und auch oftmals während des Krankenhausaufenthalts die Rolle des Vermittlers zwischen Partnerin und Klinikpersonal. Er kann so sicherstellen, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Partnerin berücksichtigt werden – insbesondere, wenn die werdende Mutter selbst gerade nicht die (zusätzliche) Kraft hat, sich entsprechend zu äußern.

Fazit: Väter sind bei der Geburt also keine Nebensache, sondern wichtige Begleiter. Sie müssen aber nicht den Helden spielen und dürfen auch auf die eigenen Bedürfnisse achten. Wie gut werdende Väter in die Geburt mit einbezogen sind, hängt von ihrer eigenen Vorbereitung, aber auch vom Verhalten des Klinikpersonals ab.

Packtipps für werdende Väter
Werdende Väter sollten sich für die Geburt ein kleines "Handgepäck" vorbereiten - mit bequemer Kleidung, auch zum Wechseln, und Hygieneartikeln. Ebenfalls hilfreich: Musik, etwas zum Lesen, Snacks, Kleingeld sowie das Smartphone inklusive Ladekabel. Wenn Mutter und Vater jeweils eine eigene Tasche haben, vermeidet man lästiges Suchen und Kramen - und damit unnötigen Stress. 

Der Kreißsaal-Kodex für werdende Väter

Für einen verständnisvolleren Umgang mit werdenden Vätern im Kreißsaal spricht sich die Medizinjournalistin und Expertin für Väter & Geburt Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer aus: „In der Geburtsvorbereitung und auch während der Geburt brauchen Väter verständliche Informationen darüber, was passieren wird und wie sie die Frauen dabei begleiten sollen. Nur so können sie sich orientieren und sicher fühlen. Dazu gehört auch eine klare Ansage, welche Regeln im Kreißsaal gelten.“ Als Impuls hierzu hat sie den „Kreißsaal-Kodex“ entwickelt, der die wichtigsten Punkte klar umreißt:

Väter dürfen ...

  • sagen, wenn sie eine Pause brauchen.
  • rausgehen und um Hilfe bitten, wenn es ihnen schlecht geht.
  • essen und trinken, um bei Kräften zu bleiben. Manche Kliniken gestatten das Essen im Kreißsaal, andere nicht – informieren Sie sich hier am besten vorab.
  • berührt sein und weinen, wenn ihnen danach ist.

Väter müssen nicht ...

  • stark und zuversichtlich tun, wenn ihnen angst und bange ist.
  • alles über Geburt wissen.
  • allein die Verantwortung tragen.
  • viel tun, denn einfach da sein reicht oft schon aus.

Väter sollten ...

  • nett mit sich selbst sein und nicht zu viel von sich erwarten.
  • das Bauchgefühl ihrer Frau ernst nehmen – beispielsweise, dass „etwas nicht in Ordnung ist“.
  • ihre Frau durch Worte und liebevolle Gesten ab und zu loben.
  • Mut machen und der Frau helfen, durchzuhalten.

Das Plakat zum Kreißsaal-Kodex steht unter den weiterführenden Informationen zu diesem Artikel zum Download bereit.

Väter bei der Geburtsvorbereitung

Im besten Fall tauschen sich die werdenden Eltern schon im Vorfeld über die Geburt ihres Kindes aus – über gegenseitige Erwartungen, Präferenzen, Wünsche, Bedürfnisse und Befürchtungen. So entwickeln sie ein Gefühl füreinander, wie die Geburt gemeinsam gemeistert werden kann. Der werdende Vater sollte dabei auch schon mit der Partnerin besprechen, wie sie im Kreißsaal beziehungsweise bei der Geburt unterstützt werden möchte. So wird klar, was zu tun ist, damit sich die werdende Mutter ideal entspannen und auf die Geburt konzentrieren kann.

Auch der gemeinsame Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses ist zu empfehlen. Dort erfahren die werdenden Eltern, was sie im Kreißsaal beziehungsweise bei der Geburt erwarten kann.

Wichtig zu wissen ist allerdings: Bei einer Geburt ist nicht alles planbar und jede werdende Mutter, aber auch jeder werdende Vater, erlebt sie anders. Manche Geburten sind innerhalb von ein oder zwei Stunden vorbei, andere strecken sich über viele Stunden hin. Bei einem Stocken der Geburt können verschiedene medizinische Hilfsmittel notwendig werden. Die letzte Möglichkeit ist der Notfallkaiserschnitt, der jedoch nur in seltenen Fällen notwendig wird.

Für frisch gebackene und zukünftige Väter gibt es übrigens die sogenannten Erzählcafés für Väter: Hier können sich Väter austauschen, voneinander lernen und ihre Erlebnisse erzählend verarbeiten – neuerdings auch online

Werdende Väter beim Kaiserschnitt

Wenn der Kaiserschnitt im Vorfeld feststeht, können Sie als werdender Vater bei der Geburt dabei sein. Hier sieht die Rolle des Vaters ähnlich aus, wie bei einer natürlichen Geburt. Es kann sein, dass er zudem mit dem Halten der Sauerstoffmaske betraut wird. Mittlerweile versuchen viele Kliniken, die Entbindung per Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt so weit wie möglich anzunähern und die Eltern können das Kind gleich nach der Geburt sehen. Falls die Mutter nach der Operation nicht zu dem wichtigen Erstkontakt mit dem Kind in der Lage ist, kann dies der Vater übernehmen. Nach der Erstversorgung kann er sein Kind zum Beispiel auf den nackten Oberkörper legen.
 

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