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Coronavirus-FAQ: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu COVID-19

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Autor

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus ist sehr schnelllebig. Die BARMER kann als wichtige Institution des Gesundheitssystems Orientierung bieten.  Wir stellen fundierte Informationen bereit, die auf der aktuellen Lage von Forschung und Wissenschaft beruhen. Alle Inhalte werden regelmäßig und kritisch von Fachexperten qualitätsgesichert.

In unserem FAQ beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Coronavirus. Darüber hinaus erreichen Sie unsere Experten über die Barmer-Hotline bis auf Weiteres rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 8484111.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tierarten infizieren und wurden erstmals Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckt. Heutzutage sind hunderte Arten von Coronaviren bekannt, die je nach Virusvariante bei Menschen gewöhnliche Erkältungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen auslösen können. Zu den Virusvarianten, die seinerzeit Epidemien mit besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen auslösten, gehörten das SARS- und das MERS-Coronavirus.

Die aktuelle Lungenerkrankung COVID-19 wird durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, SARS-CoV-2, das genetisch eng mit dem SARS-Virus aus den frühen 2000er Jahren verwandt ist. Im Gegensatz zum ersten SARS-Virus, SARS-CoV, das sich in der Tiefe der Lunge vermehrt hat, erfolgt die Einnistung und Vermehrung des neuen SARS-CoV-2 im Rachen. Auf diese Weise wird es viel schneller in die Atem- und Sprechluft abgegeben und führt viel schneller zu einer Infektionsweitergabe als das letzte SARS-Virus. Was den Ursprung betrifft, geht man davon aus, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan mit SARS-CoV-2 angesteckt haben.

Kann das Virus mutieren?

Bei Grippe-Viren weiß man, dass sich die Erreger von Saison zu Saison verändern können. Entsprechend werden die Impfstoffe jährlich angepasst. Für das neuartige Corona-Virus gibt es bisher noch zu wenig gesicherte Erkenntnisse, ob dieses Virus mutiert oder nicht und ob eine mögliche Mutation die Ausprägung der ausgelösten Erkrankung verändern würde.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann ganz unterschiedliche Krankheitsformen verursachen. Die häufigsten Symptome sind Husten, Fieber und Schnupfen. So wurde bereits bekannt, dass der Krankheitsbeginn von COVID-19 vom Patienten mit einem Heuschnupfen verwechselt wurde. Bei einigen Betroffenen können schwere Verläufe mit Lungenentzündungen und Atemnot auftreten.

Mittlerweile wurden auch Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie neurologische Symptome beginnend mit Geruchs- und Geschmacksverlust, Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit beschrieben. Weniger häufig treten Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag und Lymphknotenschwellung auf.

Die Forscher gehen davon aus, dass das Virus die Innenwände der Blutgefäße befällt und schädigt, so dass es zu Verstopfungen der Gefäße und zu Durchblutungsstörungen der Organe kommt. Das wiederum führt zu den vielfältigen Symptomen – so vielfältig wie die betroffenen Organe.

Wie unterscheidet sich eine Infektion mit dem Coronavirus von einer Grippe und einer Erkältung?

Die drei Erkrankungen sind nicht so leicht zu unterscheiden. Die Grippe setzt sehr plötzlich ein. Typisch sind neben trockenem Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Für den Laien ist sie von COVID-19 aber schwer unterscheidbar. Ein wichtiges Indiz ist daher ein möglicher voriger Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person. Einen sicheren Befund kann hier aber nur der Test auf das Coronavirus liefern.

Die herkömmliche Erkältung wiederum kommt schleichend, mit Schnupfen, Halsschmerzen, schleimigem Husten, leicht erhöhter Temperatur, Abgeschlagenheit sowie leichten bis mäßigen Kopfschmerzen. Der Husten kommt in der Regel erst später dazu. Wer eine Erkältung hat, fühlt sich nicht so kraftlos wie bei einer Influenza.

Covid-19 kann sich durch zahlreiche unspezifische Symptome bemerkbar machen, die sich über mehrere Tage entwickeln. Die unteren Atemwege scheinen häufiger betroffen zu sein. Die Hauptsymptome sind Fieber und trockener Husten. In schweren Fällen kann es zur Lungenentzündung mit Atemnot kommen. Halsschmerzen und Niesen treten dagegen seltener auf. Weitere, seltenere Symptome sind auch Muskel- und Gelenkschmerzen oder Durchfall. Manche Krankheitsverläufe werden von den Betroffenen gar nicht bemerkt, andere sind noch Wochen nach der immunologischen Genesung geschwächt und stark beeinträchtigt. Das bedeutet, der Virusnachweis ist wieder negativ, aber das Krankheitsgefühl besteht weiter.

Für wen ist das neue Coronavirus besonders gefährlich?

Laut Robert Koch-Institut haben Menschen im Alter von über 50 bis 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen ein zunehmendes beziehungsweise das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Risikoreiche Grunderkrankungen sind zum Beispiel chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen. Gefährdet sind auch Menschen, die mit Medikamenten, behandelt werden, die die Immunabwehr schwächen. Die WHO berichtet, dass die Erkrankung bei Kindern vergleichsweise selten auftritt und dann meistens mild verläuft. Nur ein sehr kleiner Teil der infizierten Kinder und Jugendlichen ist bisher schwer oder kritisch erkrankt. Die Datengrundlage reicht allerdings noch nicht aus, um zu bestimmen, ob Kinder generell weniger anfällig für das Virus sind. Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben.

Lässt sich anhand von Blutwerten die Schwere des Krankheitsverlaufs vorhersagen?

Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Patienten, deren Blut eine bestimmte Sorte Abwehrzellen, die sogenannten CD8-T-Lymphozyten, in hoher Zahl aufweisen, einen vergleichsweise günstigen Verlauf von COVID haben. Überwiegen im Blutbild hingegen die sogenannten Neutrophilen Granulozyten, wird wahrscheinlich eine Versorgung auf der Intensivstation notwendig werden. Auch die Blutgruppe scheint einen Einfluss auf die Schwere der Krankheit zu haben. So beobachteten Forscher aus verschiedenen Ländern, dass Menschen mit der Blutgruppe A häufiger unter den an COVID Erkrankten zu finden waren als solche mit Blutgruppe 0.

Wie kann man chronisch kranke beziehungsweise ältere Familienangehörige schützen?

Chronisch Erkrankte und ältere Personen zählen zur Risikogruppe und müssen daher besonders geschützt werden. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen sind insbesondere im Umgang mit diesem Personenkreis zu beachten. Grundsätzlich gilt auch hier das Prinzip des „social distancing“ zu beachten. Daher sollte man beim Kontakt zu diesen Personen auf ausreichenden Abstand und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes achten. Besser ist es, einander im Freien zu treffen als in geschlossenen Räumen. Eltern, Großeltern oder Nachbarn sollte man lieber anrufen und zum Beispiel fragen, ob man Einkäufe sowie nötige Erledigungen übernehmen kann. Sollte man Einkäufe bei den Betroffenen abgeben, gilt es auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu beachten. Sollte man bei sich selbst Erkältungssymptome erkennen, muss natürlich jeglicher weiterer Kontakt vermieden werden.

Wie kann man sich mit dem Coronavirus anstecken?

Der wichtigste Übertragungsweg der Coronaviren ist der über die Atemluft. Dabei unterscheidet man zwei Transportmöglichkeiten für das Virus.

Tröpfchen, die beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen ausgestoßen werden, sind so groß, dass man sie oft schon mit bloßem Auge sehen kann. Sie sind die Ursache der so genannten Tröpfcheninfektion. Aufgrund ihrer Größe sinken sie relativ schnell zu Boden. Beim Niesen werden sie mehrere Meter weit in den Raum geschleudert, weswegen man unbedingt in die Armbeuge niesen sollte. Beim Sprechen oder Singen fliegen die Tröpfchen weniger weit, so dass ein Abstand zum Gegenüber von eineinhalb bis zwei Metern in der Regel ausreicht, um den feuchten Partikeln zu entgehen. Ein noch besserer Schutz ist eine Mund-Nase-Maske, die die Tröpfchen einfach abfängt.

Etwas anders verhält es sich mit den so genannten Aerosolen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Luft und winzigen Feuchtigkeitspartikeln, die noch kleinere Teilchen wie beispielsweise Viren über lange Strecken durch die Luft transportieren können. Diese Feuchtigkeitspartikel sind kleiner als ein rotes Blutkörperchen und fliegen schon allein mit der natürlichen Luftströmung kilometerweit. Diese Aerosole werden ebenfalls beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen, aber eben auch beim Atmen, insbesondere unter Anstrengung, ausgestoßen. Die Teilchen sind dabei so winzig, dass sie auch den Stoff einer einfachen Mund-Nase-Schutzmaske durchdringen können. Aus diesem Grund ist neben dem ausreichenden Abstand zusätzlich ein intensiver Austausch der Umgebungsluft notwendig. Geschlossene Räume sollten intensiv gelüftet werden. Bei der Verwendung von Lüftungs- oder Klimaanlagen ist darauf zu achten, dass die Luft nicht ungefiltert in den Raum zurückgeführt wird. Ventilatoren sollten in Räumen mit mehreren Personen verschiedener Haushalte, beispielsweise in Büroräumen, nicht verwendet werden. Aktivitäten sollten nach Möglichkeit ins Freie verlegt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Menge der Viren einen Einfluss auf die Schwere der Infektion. Daher ist eine gute Durchmischung mit frischer Außenluft hilfreich, um die Menge der im Aerosol vorhandenen Viren zu verringern und eine infektiöse Konzentration vor allem in geschlossenen Räumen zu verdünnen.

Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Da SARS-CoV-2 in geringerem Maß auch über die Hände oder Oberflächen verbreitet werden kann, ist eine gute Hand- und Oberflächen-Hygiene weiterhin wichtig.

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem Coronavirus anzustecken?

Coronaviren werden über Tröpfchen übertragen. Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nach neueren Untersuchungen nicht lange überleben. So ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt. Eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt ist in der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn sich Erkrankte im Haushalt befinden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.

Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema finden unter experimentellen Bedingungen statt und können nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln. Es gilt aber als möglich, dass die Menge der Viren, die über Oberflächenflächen übertragen wird, nicht für eine Neuinfektion ausreicht. Bei wiederholtem Kontakt mit virusbelasteten Gegenständen steigt die Gefährdung hingegen.

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich.

Wie schützt man sich effektiv vor einer Ansteckung?

Abstand:

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosol übertragen. Aerosol wird beim Atmen, Sprechen, Singen und Niesen freigesetzt und bewegt sich länger und weiter durch die Luft. Die Tröpfchen werden beim heftigen Atmen, beispielsweise unter Anstrengung, beim Sprechen, Husten oder Niesen vor allem aus dem Mund ausgestoßen. Die Flugweite beträgt zwischen einem halben Meter beim Sprechen und mehreren Metern beim Niesen. Aus diesem Grund ist auch das Abstandhalten zu anderen Personen eine zentrale Schutzmaßnahme, um das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 zu verringern. Dabei sollte man mindestens 1,5 Meter Distanz wahren und auch auf das Händeschütteln verzichten.

Mundschutz:

Vor den Tröpfchen und Aerosol der Mitmenschen kann man sich auch mit speziellen Mund-Nase-Schutzmasken, die mindestens FFP2-Standard entsprechen, schützen. Diese Masken sind vergleichsweise teuer und schützen nur wirkungsvoll, wenn sie ringsherum eng auf der Haut aufliegen und ausschließlich durch den Filterstoff oder das eingebaute Ventil geatmet wird. Wem das zu mühsam ist, der sollte auf die Verwendung dieser FFP-Masken verzichten und einen einfacheren Mundschutz, so genannte Alltags- oder Community-Masken, verwenden. Diese schützen aber nicht den Träger, sondern die Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung.

Händehygiene:

Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nach neueren Untersuchungen nicht lange überleben. So ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt. Eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt ist in der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn sich Erkrankte im Haushalt befinden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.
Eine sinnvolle Händehygiene für den Alltag besteht aus Händewaschen oder alternativ der Händedesinfektion. Eine gleichzeitige Anwendung ist in der Regel nicht notwendig.

Hände reinigen:

Gründliches Händewaschen über mindestens 20 Sekunden mit Einschäumen auch der Fingernägel und Handrücken beziehungsweise Fingerzwischenräume. Trocknen der Hände möglichst mit einem Einmalhandtuch. Nach dem Händewaschen sollten Wasserhahn und Türklinke nur noch mit dem Einmalhandtuch angefasst werden. Wenn häufiges Händewaschen wie während der aktuellen Corona-Pandemie notwendig ist, sollte die Haut unterstützt werden. Regelmäßiges Eincremen, am besten nach jedem Händewaschen, schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Hände desinfizieren:

Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist oder die Hände nicht merklich verschmutzt sind, kann auch ein Händedesinfektionsmittel hilfreich sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Desinfektionsmittelflasche vor dem Verreiben der Lösung wieder verschlossen und verstaut wird, um eine erneute Verschmutzung der Hände durch die Flasche zu vermeiden. Vorteil der Händedesinfektion ist, dass die Haut nicht so sehr ausgelaugt wird wie beim Händewaschen mit Seife.

Neben einer guten Händehygiene ist auch wichtig, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Insbesondere eine Berührung der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen sollte unterbleiben.

Wer außerdem andere schützen will, sollte darauf achten, in die Armbeuge zu niesen und zu husten. An diese Etikette sollten sich ohnehin alle Erkälteten halten. Das bedeutet auch, dass gebrauchte Papiertaschentücher nicht einfach in den offenen Mülleimer geworfen werden, sondern zum Beispiel in einer verschließbaren Plastiktüte gesammelt und dann entsorgt werden. Auch durch das Tragen eines Mundschutzes kann vermieden werden, dass virenbeladene Speicheltröpfchen aus der Atemluft weit fliegen.

Schützt Desinfektionsmittel vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Aufgrund der rasanten Verbreitung des Virus sind zwischenzeitlich in einigen Regionen Desinfektionsmittel nicht uneingeschränkt für Privatpersonen erhältlich. Es gibt zahlreiche Desinfektionsmittel, aber nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt auch gegen Viren. Es reicht nicht aus, wenn darauf steht, dass es 99 Prozent aller Bakterien tötet. Der Schutz gegen Viren muss explizit genannt werden.
Das Robert Koch-Institut stellt eine Übersicht über geprüfte Desinfektionsmittel und deren Anwendung zur Verfügung. Es gibt drei Kategorien. Die erste Kategorie ist „begrenzt viruzid“, die zweite „begrenzt viruzid PLUS“ und die dritte „einfach viruzid“. Gegen Coronaviren reicht die niedrigste Variante, also „begrenzt viruzid“.

Für die Hand-Desinfektion werden alkoholische Lösungen eingesetzt. Dafür sollte man mindestens drei Milliliter Desinfektionsmittel nehmen, dieses komplett auf den Handflächen verteilen und über 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocken lassen.

Mittel für die Flächendesinfektion gegen Coronaviren enthalten z.B. Formaldehyd oder sonstige Aldehyde und sollten nicht für die Desinfektion der Haut zweckentfremdet werden. Bei der Flächendesinfektion ist darauf zu achten, dass die Desinfektionslösung ausreichend konzentriert eingesetzt wird.

Was kann man als Einzelne(r) machen, um sich bestmöglich auf die Erkrankungswelle vorzubereiten bzw. ihr zu begegnen?

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind grundsätzlich die von der Bundesregierung erlassenen Leitlinien zur Kontaktbeschränkung einzuhalten und die Vorgaben der Behörden zu befolgen. Für den Fall einer Quarantäne hat die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) Handlungsempfehlungen zur häuslichen Isolierung herausgegeben. Darüber hinaus gelten folgende Empfehlungen, wie jeder einzelne der Erkrankungswelle bestmöglich begegnen kann:

  • Man sollte sich stets über die aktuelle Situation informieren. Hier bieten sich die Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums und sowie der Landesgesundheitsministerien, des Robert Koch-Instituts sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.
  • Sofern es erforderlich ist, informiert auch das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.
  • Man soll möglichst zu Hause bleiben und die Zimmer regelmäßig lüften. Bei Symptomen für eine Atemwegserkrankung sollte man generell zu Hause bleiben.
  • Risikogruppen wie alte Menschen oder chronisch Kranke sollten sich möglichst durch Familienmitglieder oder Nachbarn versorgen lassen, die zum Beispiel für sie einkaufen. Sollte man Einkäufe bei diesen Personen abgeben wollen, sollte man auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern beachten.
  • Auf der Arbeit sollte man möglichst per E-Mail oder Telefon kommunizieren, Händeschütteln vermeiden und den Mindestabstand einhalten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel sollten möglichst gemieden werden. Stattdessen sollte man lieber auf das Fahrrad oder Auto umsteigen oder zu Fuß gehen.
  • Generell gilt es, eine gute Händehygiene zu praktizieren, sich an die Husten- und Niesregeln halten, auf das Händeschütteln zu verzichten und sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. Dies verringert das Risiko, dass man Krankheitserreger über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufnimmt.
  • Man soll keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten.

Was bedeuten die von der Bundesregierung erlassenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte?

Bund und Länder haben weitere Öffnungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Die konkrete Ausgestaltung obliegt den Bundesländern.

Über die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens entscheiden die Bundesländer in eigener Verantwortung. Sie berücksichtigen dabei auch die regionale Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen.

Wenn die Infektionszahlen innerhalb einer Woche um mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner ansteigen, müssen die Behörden reagieren. Dabei kann es einen Unterschied bedeuten, ob die Neu-Infektionen klar auf beispielsweise eine Einrichtung oder ein Gebiet eingegrenzt werden kann oder ob die Neu-Infektionen über die Stadt oder den Kreis verteilt auftreten. Die Entscheidung über die Art der Maßnahmen liegt beim jeweiligen Bundesland.

Was ist beim Mundschutz zu beachten?

In Deutschland ist das Tragen von Mund-Nasenmasken, die dem Schutz der Mitmenschen dienen, in den meisten Bundesländern verpflichtend. Dies gilt in der Regel für den Öffentlichen Personenverkehr, das Einkaufen in Ladengeschäften, Post- und Bankfilialen und auf Wochenmärkten, an Tankstellen, bei der Abholung von Speisen und Getränken sowie bei Dienstleistern im Kundenkontakt oder in Arztpraxen. Aber auch in anderen Alltagssituationen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist ein entsprechender Fremdschutz sinnvoll. Hierzu gehört die Begegnung in engen Fluren, Büros oder Teeküchen genauso wie Haltestellen, Bahnhöfe oder der Besuch von Physiotherapiepraxen oder Friseurgeschäften.

Hilfreich ist ein waschbarer Mundschutz, der nach Durchfeuchtung, spätestens aber einmal am Tag gewechselt wird. Der Mundschutz verliert seine Funktion sofort, sobald er feucht wird. Im Zweifelsfall sollte der Mund-Nasenschutz mehrfach täglich gewechselt werden. Auf keinen Fall darf der Mundschutz von beiden Seiten benutzt oder die Textilflächen mit den Fingern berührt werden, um die Verschmutzung der Finger und damit eine Weitergabe von Viren über die Hände zu vermeiden. Hilfreich ist es, den Mundschutz nur an den Befestigungsbändern oder Befestigungsgummis anzufassen. Sofern im Nasenbereich ein biegsamer Streifen für eine bessere Passform angebracht ist, sollte dieser mit Daumen und Zeigefinger einer Hand angedrückt werden. Das Robert-Koch-Institut rät davon ab, die Alltagsmaske während des Tragens mit den Fingern zurecht zu zupfen oder – auch nicht vorübergehend – um den Hals zu tragen. Die Reinigung des waschbaren Mundschutzes kann beispielsweise durch eine Wäsche bei 60 bis 95 Grad Celsius in Kochtopf oder Waschmaschine sowie durch Bügeln auf heißester Stufe von beiden Seiten erfolgen. Die Erwärmung in Backofen oder Mikrowelle ist wegen möglicher Brandgefahr nicht zu empfehlen.
Bei Kindern stellt sich vielfach die Frage, ob sie schon in der Lage sind, einen Mundschutz zu tolerieren. Deshalb wird von einigen Politikern auch gefordert, die Mundschutzpflicht erst ab dem Grundschulalter einzuführen. Auf der anderen Seite können auch Kinder SARS-CoV-2 weitergeben. Daher sollte im Einzelfall und situationsabhängig von den Eltern entschieden werden, ob die Kinder reif genug für das Tragen eines Mundschutzes sind. Eine einheitliche Regelung gibt es bisher nicht.

Es ist sinnvoll, Mund-Nasenmasken zu verwenden, die keine Medizinprodukte sind (beispielsweise selbstgenähte Masken), damit die professionelle Ausrüstung dem medizinischen Fachpersonal und anderen vergleichbaren Berufsgruppen wie beispielsweise Rettungsdiensten und Polizei zur Verfügung steht. Ein effektiver Mundschutz muss bestimmten Anforderungen genügen. Dazu gehören der Grad der Durchlässigkeit der Partikel, Empfindlichkeit gegen Durchfeuchtung und vieles mehr. Wer seine Umgebung schützen möchte, vermeidet durch einen Mund-Nasenschutz, dass virenbeladene Speicheltröpfchen aus der Atemluft weit fliegen.

Das Tragen höherwertiger Schutzmasken, die den Träger vor dem Einatmen virusbeladenener Tröpfchen schützen, ist für die Allgemeinheit nicht sinnvoll. Diese Schutzmasken-Kategorie sollte den Menschen vorbehalten bleiben, die sich zwingend vor den Viren Erkrankter schützen müssen, wie beispielsweise medizinisches Fachpersonal im Patientenkontakt sowie Angehörige der bekannten Risikogruppen (mehr Informationen unter „Für wen ist das neue Coronavirus besonders gefährlich?“), wenn sich ein Kontakt mit haushaltsfremden Personen nicht vermeiden lässt.

Die Krankenkassen können die Kosten für den Mundschutz nicht übernehmen.

Wer bietet den PCR-Test auf das Coronavirus an?

Die Bestimmung des Coronavirus erfolgt in der Regel durch eine so genannte Polymerasekettenreaktion (PCR), bei der Bestandteile des Virus vermehrt werden, bis man sie messen kann. Die Methode existiert schon länger, für das SARS-CoV-2 wurde sie in der Berliner Charité federführend weiterentwickelt. Getestet wird in der Regel ein Rachenabstrich oder das Sekret, das die Patienten abhusten. Am besten werden beide Sekrete, also Rachenabstrich und Hustensekret, untersucht.

Je nach Krankheitsverlauf können auch Stuhlproben untersucht werden. Mittlerweile ist der Test nicht mehr nur an der Charité oder an Universitätskliniken und in Speziallaboren verfügbar, sondern es gibt einige kommerzielle Testsysteme, die dann auch in anderen Laboren benutzt werden können.

Welche Praxen und Anlaufstellen können den PCR-Test auf Corona durchführen?

Grundsätzlich können die Proben in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Zentren entnommen werden. In vielen Bundesländern läuft die Testung auch über den Kassenärztlichen Notdienst, der bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar ist. Ganz wichtig ist, dass die Betroffenen bei einem Corona-Verdacht nicht ohne Absprache in eine Arztpraxis, Coronatest-Praxis oder Klinik gehen. Sie sollen auf jeden Fall vorher den Arzt oder das Gesundheitsamt telefonisch kontaktieren, damit für die anderen Patienten kein unnötiges Risiko besteht und sichergestellt ist, dass der Test auch wirklich durchgeführt werden kann.

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll?

Eine Labordiagnose sollte nur bei Krankheitszeichen oder auf Anraten der regionalen Behörden durchgeführt werden. Denn wenn man noch keine Symptome von COVID-19 hat, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet, die bis zu 14 Tage betragen kann, sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man nicht doch noch krank wird. Deshalb rät das RKI von der Testung von Personen ohne Krankheitssymptome ab, auch wenn die Testkapazitäten sich zwischenzeitlich deutlich erhöht haben.

Wie funktioniert der PCR-Test auf das Coronavirus?

Der Arzt nimmt dazu eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten. Dabei handelt es sich um einen Abstrich aus dem Rachen und/oder ausgehusteten Schleim. Im Labor wird die Probe dann auf Erbgut von SARS-CoV-2 untersucht. Wenn Abschnitte des Viren-Erbguts vorhanden sind, lassen sich diese vervielfältigen und mit speziellen Geräten sichtbar machen. Dann handelt es sich um eine „positive Probe“. Der reine Testvorgang dauert im Labor im besten Fall drei bis fünf Stunden. Mit Probentransport und Ergebnisübermittlung ist das Testergebnis nach ein bis zwei Tagen beim Patienten.

Übernehmen die Krankenkassen den PCR-Test auf das Coronavirus?

Ärzte können den Test auf Infektion mit dem Coronavirus durchführen und über die Versichertenkarte abrechnen, wenn sie den Test für erforderlich halten. Hierbei sollen sie sich an den jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts orientieren. Ebenfalls müssen die behandelnden Ärzte über die Durchführung von Wiederholungstests entscheiden. Halten sie diese für medizinisch erforderlich, können auch diese über die Versichertenkarte abgerechnet werden.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme, auch im Falle einer Warnung durch die Corona-Warn-App, lesen Sie in unserem FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Welche Antikörper-Tests stehen derzeit zur Verfügung?

Aktuell stehen zwei Testsysteme zu Verfügung: so genannte Schnelltests, die eine Ablesung innerhalb weniger Minuten erlauben und Labortests, so genannte ELISA-Tests, die die Antikörper im Serum bestimmen und deren Ergebnis erst nach wenigen Tagen zur Verfügung steht. Die Tests prüfen, ob eine Person Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, auf das Coronavirus gebildet hat. Diese Antikörper entstehen, wenn das Immunsystem bereits einige Tage gegen das Virus kämpft, man also infiziert ist oder eine Infektion bereits überstanden hat. Der Körper braucht einige Tage, um Antikörper zu bilden. Laut Robert Koch-Institut beträgt diese Zeit mindestens sieben Tage, sicherer ist das Ergebnis 14 Tage nach Symptombeginn. Für akute Diagnosen ist dieser Test daher nicht geeignet. Der Schnelltest wird durchgeführt, indem über die Fingerspitze der Testperson ein Bluttropfen entnommen wird, zu dem anschließend auf einem speziellen Träger eine Pufferlösung hinzugegeben wird. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis – vergleichbar einem Schwangerschaftstest - abgelesen werden. Für den ELISA-( Enzyme-linked Immunosorbent Assay)-Test wird Blut entnommen und im Labor zum Test aufbereitet.

Bisherige Beobachtungen zeigen, dass die Antikörperbestimmung auf Basis des ELISA in der Regel zuverlässiger ist als die Ergebnisse der Schnelltests. Das Testen auf Antikörper kann jedoch für das Vorgehen zur Eindämmung der Pandemie sinnvoll sein. Wer eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden und nachweislich Antikörper gegen das Virus gebildet hat, ist vor einer erneuten Erkrankung nach aktuellem Verständnis eine Weile geschützt. Diese Personen könnten zeitnah wieder am öffentlichen Leben teilnehmen und Ausgeh- oder Kontaktbeschränkungen für die Personengruppe somit möglicherweise aufgehoben werden. Besonders wichtig ist dies auch für Ärzte und Pflegekräfte.

Was macht man, wenn man positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

In diesem Fall wenden sich die Betroffenen umgehend an ihr jeweilig zuständiges Gesundheitsamt, welches das weitere Vorgehen besprechen wird. Es muss individuell entschieden werden, ob eine betroffene Person zu Hause (ambulant) in Quarantäne geht oder ob es beispielsweise aufgrund einer vorliegenden chronischen Erkrankung notwendig ist, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt wird.

In welchen Fällen und wie funktioniert die Krankschreibung per Telefon?

Die telefonische Krankschreibung für bis zu sieben Kalendertagen ist derzeit in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf bis zum 14. Juli möglich. Die Regelung, eine Arbeitsunfähigkeit telefonisch festzustellen, ist begrenzt auf Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder die Kriterien des RKI für einen begründeten Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 erfüllen. In den übrigen Regionen Deutschlands ist seit Ende Mai für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wieder ein Arztbesuch erforderlich.

Wie wird man behandelt, wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert hat?

Eine gezielte Therapie gegen das Virus gibt es derzeit nicht. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs erfolgen stattdessen unterstützende Maßnahmen wie Sauerstoffgabe, der Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts und die Gabe von Kortikosteroiden (Dexamethason) oder Antibiotika, falls es bakterielle Begleitinfektionen gibt. Zudem verlaufen nicht alle Erkrankungen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer. Bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen standen bisher meist Erkältungssymptome im Vordergrund.

Gibt es bereits einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus?

Derzeit wird weltweit mit Hochdruck an mehreren Impfstoffen geforscht. Dabei unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Impfstoffen.
Bei der passiven Impfung wird aus Antikörpern, die von Menschen stammen, die COVID-19 bereits überstanden haben, ein Impfstoff hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Art Medikament, das im Blut eindringende Viren sofort abfangen und so im Falle einer Infektion den Krankheitsverlauf abmildern kann. Die Antikörper werden allerdings mit der Zeit wieder abgebaut, so dass die Wirksamkeit der passiven Impfung auf einige Wochen bis wenige Monate beschränkt ist. Üblicherweise bekommen bereits infizierte oder sicher mit Erkrankten in Kontakt gekommene Personen einen solchen Impfstoff, d.h. die passive Impfung erfolgt nicht vorbeugend.

Bei der aktiven Impfung wird das Immunsystem mit Bestandteilen oder abgeschwächten Coronaviren konfrontiert. So kann es genau passende Abwehrzellen und Antikörper entwickeln, die im Falle eines Kontaktes mit SARS-CoV-2 eine Infektion verhindern. In den USA etwa wurden bereits im März erste Freiwillige für Forschungszwecke geimpft. Sollte sich dieser Impfstoffkandidat als wirksam erweisen, rechnet der Hersteller aber mit zwölf bis 18 Monaten bis zur Massenproduktion. Darüber hinaus soll in China Medienberichten zufolge ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden. Das Mainzer Unternehmen BioNTech darf seinen Impfstoffkandidaten seit April 2020 klinisch testen, das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac hat die Genehmigung für klinische Tests im Juni 2020 bekommen. Das RKI rechnet aber erst im Frühjahr 2021 mit einem Impfstoff.

Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen bei älteren Menschen oder wenn Erkrankungen des Immunsystems, der Atemwege und des Herzens vorliegen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen. Dies erschwert die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung zusätzlich.

Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar, weshalb die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, nur Personen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben.

Das sind beispielsweise:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD)
  • Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens

Wenn möglich, sollte die Pneumokokken-Impfung auch jetzt noch durchgeführt werden, um vermeidbare Infektionen im gerade ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Gesunde Menschen, die kein zusätzliches medizinisches Risiko tragen, profitieren von einer Impfung nicht. Pneumokokken kommen häufig im Nasen-Rachenraum vor, sind aber bei gesunden Personen harmlos. Die Kosten für die Impfung werden daher nur übernommen, wenn die STIKO die Impfung empfiehlt.

Im Internet werden verschiedene Produkte gegen eine Corona-Infektion angeboten. Sind diese Mittel empfehlenswert?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist für die Zulassung von Arzneimitteln in Europa zuständig. Laut EMA werben aktuell diverse Internetseiten mit vermeintlichen Arzneimitteln, die Infizierten Heilung versprechen. Sie warnt davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen. Bei den angebotenen „Arzneimitteln“ handelt es sich um Produkte, die keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen gegen Covid-19 haben und schlimmstenfalls sogar schädlich sein können. Derzeit gibt es keine zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19, erste, darunter auch bereits bekannte Präparate befinden sich noch im Versuchsstadium. Bisher stehen nur Arzneimittel zur Behandlung von Symptomen wie Fieber und Husten zur Verfügung. Ebenso warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor Nahrungsergänzungsmitteln mit falschen Versprechungen. Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel die eine Infektion mit Covid-19 verhindern oder sogar heilen könnten. Laut Rechtsprechung dürfen Nahrungsergänzungsmittel ohnehin keine Angaben enthalten, die auf eine Vorbeugung, Behandlung oder Heilung hindeuten.

Wann muss man in Quarantäne?

Das RKI sieht eine Quarantäne vor, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat. Dieses besteht, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem nachweislich an COVID-19 Erkrankten hatte. Das RKI definiert einen engen Kontakt wie folgt: Man hat mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen oder ist angehustet oder angeniest worden, während dieser ansteckend gewesen ist.
Auch wer 72 Stunden und länger in einem Risikogebiet war, muss sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne begeben. Ausgenommen hiervon sind bestimmte Berufsgruppen wie beispielsweise Berufspendler und Berufstätige im Waren- oder Personentransport. Darüber hinaus muss man immer in Quarantäne, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Wann muss man nicht in Quarantäne?

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen engen Kontakt zu haben oder wenn man in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war. Hier sieht das RKI nur ein geringeres Risiko, sich angesteckt zu haben. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, sollte jedoch in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren.

Wer Kontakt zu einer Person hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat laut RKI kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung.

Welche Handlungsempfehlungen liegen für häusliche Quarantäne vor?

Folgende Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung besteht nach der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM):

  • Unterbringung des Patienten in einem separaten, gut durchgelüfteten Einzelzimmer. Gemeinschaftlich genutzte Räume sollten von den Betroffenen gemieden werden. Zudem wird empfohlen, dass der oder die Infizierte mit keinen weiteren Personen im Zimmer schlafen.
  • Falls die gemeinsame Nutzung von Räumen unvermeidlich ist, sollten diese gut durchlüftet werden und Betten mindestens einen Meter voneinander entfernt stehen.
  • Die Anzahl pflegender Kontaktpersonen sollte möglichst geringgehalten werden. Idealerweise übernimmt eine einzige Person die Pflege. Diese Person sollte in einem guten Gesundheitszustand, frei von chronischen Erkrankungen und nicht immungeschwächt sein.
  • Der Quarantäne-Patient sollte keine Besucher empfangen und möglichst dauerhaft eine Schutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Durchfeuchtete Masken sollten ausgetauscht werden. Nähanleitungen für Mundschutze aus Stoff sind im Internet veröffentlicht.
  • Es sollte penibel auf eine einwandfreie Hygiene geachtet werden, d.h. Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor und nach der Essenszubereitung, nach Mahlzeiten, nach dem Toilettengang. Nach dem Händewaschen sollten die Hände möglichst mit Papier- oder Einmalhandtüchern abgetrocknet werden.
  • Nach jedem Kontakt mit dem Patienten oder Verlassen des Zimmers sollten die Hände desinfiziert werden: mindestens drei Milliliter eines geeigneten Desinfektionsmittels (auf Alkoholbasis, begrenzt oder einfach viruzid bzw. begrenzt viruzid PLUS) in den Händen verteilen und 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocknen lassen. Nicht pusten, nicht fönen.
  • Türen möglichst mit dem Ellbogen öffnen.
  • Patienten sollten ein ausschließlich von ihnen genutztes Geschirr und Besteck benutzen, das regelmäßig gespült und nur von ihm oder ihr selbst wiederverwendet wird.
  • Sofern im Haushalt zwei Toiletten vorhanden sind, sollte eine davon ausschließlich dem Patienten zur Verfügung stehen.
  • Oberflächen im Patientenzimmer (z.B. Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig, Bad und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich reinigen und anschließend mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren. Handschuhe und Mundschutz tragen.
  • Kleidung, Bettwäsche und Handtücher des Patienten sollten mit normalen Waschmitteln bei 60 - 90 Grad gewaschen werden. Verunreinigte Wäsche sollte in einem separaten Wäschebeutel gesammelt und so wenig wie möglich berührt werden (am besten unter Verwendung von Einmalhandschuhen).
  • Hygieneabfälle sollten in einem verschließbaren Behälter im Patientenzimmer gesammelt und als infektiöser Abfall entsorgt werden.
  • Als Haushaltsmitglied eines Quarantäne-Betroffenen sollte man beim Einkaufen und bei Erledigungen Handschuhe tragen, die mindestens einmal täglich gewechselt werden.

Wird ein Verdienstausfall bezahlt, wenn man in Quarantäne muss?

Wenn ein Arbeitnehmer in Quarantäne muss, hat er nach dem Infektionsschutzgesetz einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Der Arbeitgeber bezahlt dessen Verdienstausfall für die ersten sechs Wochen. Ab der siebten Woche einer Quarantäne wird eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt. Diese muss der Betroffene aber selber bei der dafür zuständigen Landesbehörde beantragen.
Wenn hingegen ein Selbstständiger in Quarantäne muss, dann muss er sich wegen eines Verdienstausfalls direkt an die zuständige Landesbehörde wenden. Die Höhe des Verdienstausfalls wird anders berechnet: Hier wird ein Zwölftel des Arbeitseinkommens aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Bei einer Existenzgefährdung können entstehende Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Selbständige, deren Betrieb oder Praxis während der Quarantäne ruht, können zusätzlich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden Betriebsausgaben erhalten. 

Können Eltern Kinderkrankengeld bekommen, wenn sie zu Hause bleiben, weil die Kita oder Schule des Kindes geschlossen wird?

Wenn Kitas oder Schulen aufgrund des Coronavirus geschlossen bleiben um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, ist die Zahlung von Kinderkrankengeld für die Eltern nicht möglich. Voraussetzung für die Zahlung von Kinderkrankengeld ist die nachgewiesene Erkrankung des Kindes. Wir empfehlen den betroffenen Arbeitnehmern, sich mit dem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dies könnte beispielsweise die Möglichkeit zum Homeoffice, der Abbau von Überstunden oder die Abgeltung von Urlaub sein.

Sind Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter als andere Frauen?

Laut Fachgesellschaften gibt es derzeit keinen Hinweis, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Sie gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Schwangeren nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweist, die einer Erkältung oder Grippe ähneln.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf das Baby, wenn bei der Mutter eine Infektion festgestellt wird?

Derzeit gibt es weder Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten noch auf Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann. Es wird daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führt.

Kann eine Mutter ihr Baby stillen, obwohl sie am Coronavirus erkrankt ist?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ja. So haben die Fachgesellschaften bisher keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Wenn eine Mutter infiziert ist oder ein Coronaverdacht besteht, sollte sie beim Stillen Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehören gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und das Tragen eines Mundschutzes. Ist die erkrankte Mutter zu geschwächt zum Stillen, soll sie nach Möglichkeit die Muttermilch abpumpen.

Wohin kann man jetzt noch sicher reisen? Wie sieht es mit Reisewarnungen in andere Länder aus?

Wegen der Coronakrise bestehen mittlerweile ganz unterschiedliche Einschränkungen in europäischen und außereuropäischen Ländern bezüglich Einreise, Quarantäne nach Einreise oder Einstufung als Risikogebiert. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes ist der jeweils aktuellste Empfehlungsstand abrufbar.
Andererseits bestehen aber auch im Ausland zum Teil drastische Einreisebeschränkungen, so dass man nicht nur die deutsche Reisewarnung beachten sollte, sondern sich auch über sein Zielland informieren sollte.

Worauf sollte man achten, wenn man sich zuletzt in einer Corona-Region aufgehalten hat?

Wer sich zuletzt in einer Region mit bestätigten Fällen der neuen Lungenerkrankung durch Coronaviren aufhielt, sollte darauf achten, ob er Erkältungssymptome verspürt. Ist dies der Fall, sollte man sicherheitshalber einen Arzt telefonisch kontaktieren und darauf hinweisen, dass man in einer Coronavirus-Region war.

Zudem sollte man bedenken, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt. Der Ausbruch der Erkrankung kann also auch dann erfolgen, wenn man schon geraume Zeit wieder zuhause ist. Auch sollte man die körperliche Nähe zu anderen Personen für die Inkubationszeit möglichst vermeiden, da die Viren auch dann schon weitergegeben werden können, wenn noch keine Symptome aufgetreten sind.

Geht von Lebensmitteln und importierter Ware aus China ein Risiko aus?

Es ist denkbar, dass virenhaltiges Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände gelangt. Die Viren können allerdings nur einige Tage auf diesen Oberflächen überleben. Eine Ansteckung über Lebensmittel und Gegenstände, die sich nicht in der direkten Umgebung eines Patienten befinden, ist eher unwahrscheinlich. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Robert Koch-Institut sind aktuell keine Fälle bekannt, bei denen eine Ansteckung über kontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände erfolgte. Da die Viren durch Hitze zerstört werden, empfiehlt es sich aber dennoch vorsichtshalber entsprechende Speisen zu erhitzen.

Firmen und Arbeitgeber

Wie Firmen und Arbeitgeber Ihre Beschäftigten schützen können, können Sie in unserem Portal für Firmenkunden nachlesen. Auch Selbstständige finden hier hilfreiche Hinweise.

Versorgung, Leistungen und Co. 

Fragen zu Hilfsmitteln, Pflege, Vorsorgeuntersuchungen und vielem mehr finden Sie in unserem FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Coronavirus, Hygienemaßnahmen und Expertenmeinungen finden Sie in unserem Themen-Special.

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We also offer a FAQ list in English.

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