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Coronavirus-FAQ: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu COVID-19

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Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Die Nachrichtenlage rund um das Coronavirus ist sehr schnelllebig. Die Barmer kann als wichtige Institution des Gesundheitssystems Orientierung bieten.  Wir stellen fundierte Informationen bereit, die auf der aktuellen Lage von Forschung und Wissenschaft beruhen. Alle Inhalte werden regelmäßig und kritisch von Fachexperten qualitätsgesichert.

In unserem FAQ beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Coronavirus. Darüber hinaus erreichen Sie unsere Experten über die Barmer-Hotline bis auf Weiteres rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 8484111.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tierarten infizieren und wurden erstmals Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckt. Heutzutage sind hunderte Arten von Coronaviren bekannt, die je nach Virusvariante bei Menschen gewöhnliche Erkältungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen auslösen können. Zu den Virusvarianten, die seinerzeit Epidemien mit besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen auslösten, gehörten das SARS- und das MERS-Coronavirus. SARS steht für „schweres akutes respiratorisches Syndrom“. MERS bedeutet „Middle East respiratory syndrome“, übersetzt „Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens“.

Die aktuelle Lungenerkrankung COVID-19 wird durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, SARS-CoV-2, das genetisch eng mit dem SARS-Virus aus den frühen 2000er Jahren verwandt ist. Im Gegensatz zum ersten SARS-Virus, SARS-CoV, das sich in der Tiefe der Lunge vermehrt hat, erfolgt die Einnistung und Vermehrung des neuen SARS-CoV-2 im Rachen. Auf diese Weise wird es viel schneller in die Atem- und Sprechluft abgegeben und führt viel schneller zu einer Infektionsweitergabe als das letzte SARS-Virus. Was den Ursprung betrifft, geht man davon aus, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan mit SARS-CoV-2 angesteckt haben.

Kann das Virus mutieren?

Bei Grippe-Viren weiß man, dass sich die Erreger von Saison zu Saison verändern können. Entsprechend werden die Impfstoffe jährlich angepasst. Auch das neuartige Corona-Virus ist mittlerweile mehrfach mutiert. So sind Patienten nach Abheilung einer ersten COVID-19-Erkrankung an einer weiteren SARS-CoV-2-Infektion mit einem anderen SARS-CoV-2-Virenstamm erkrankt. Dabei gab es bei der Zweitinfektion sowohl symptomärmere als auch schwerwiegendere Verläufe als bei der jeweiligen Erstinfektion.

In Südengland und Südafrika konnten im Dezember 2020 jeweils neue Virenstämme mit einer Veränderung im Erbgut des Virus nachgewiesen werden. Diese Veränderungen führen dazu, dass sich diese beiden neuen Virenstämme deutlich schneller ausbreiten als die bisher in Europa vorherrschende Variante. Auf diese Weise verdrängt besonders die neue Virusvariante aus Südengland den Virenstamm, der sich in Europa bisher hauptsächlich verbreitet. In welcher Art die neuen Mutationen des Virus SARS-CoV-2 die Ausprägung der Krankheit COVID-19 verändern, ist noch nicht eindeutig beschrieben. Durch die rasante Verbreitung führt es dort, wo es auftritt, allerdings zu einer deutlicheren Belastung des Gesundheitssystems als die bisherige Virusvariante. Dadurch kann es auch bei gleichbleibender Schwere der Symptomatik zu negativen Auswirkungen auf die COVID-Statistik kommen.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann ganz unterschiedliche Krankheitsformen verursachen. Die häufigsten Symptome sind Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. So wurde bereits bekannt, dass der Krankheitsbeginn von COVID-19 vom Patienten mit einem Heuschnupfen verwechselt wurde. Bei einigen Betroffenen können schwere Verläufe mit Lungenentzündungen und Atemnot auftreten. Auch Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie neurologische Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit werden beschrieben. Weniger häufig treten Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag und Lymphknotenschwellung auf.

Das Virus befällt und schädigt unter anderem die Innenwände der Blutgefäße, so dass es zu Verstopfungen der Gefäße und zu Durchblutungsstörungen der Organe kommt. Das wiederum führt zu den vielfältigen Symptomen – so vielfältig wie die betroffenen Organe. Die Immunantwort des Körpers gegen das Virus kann zudem sehr heftig ausfallen – man spricht dann von einem Zytokinsturm. Diese Abwehrreaktion kann unkontrolliert verlaufen und dadurch lebensgefährlich werden.

Wie unterscheidet sich eine Infektion mit dem Coronavirus von einer Grippe und einer Erkältung?

Die drei Erkrankungen sind nicht so leicht zu unterscheiden. Die Grippe setzt sehr plötzlich ein. Typisch sind neben trockenem Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Für den Laien ist sie von COVID-19 aber schwer unterscheidbar. Ein wichtiges Indiz ist daher ein möglicher voriger Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person. Einen sicheren Befund kann hier aber nur der Test auf das Coronavirus liefern.

Die herkömmliche Erkältung wiederum kommt schleichend, mit Schnupfen, Halsschmerzen, schleimigem Husten, leicht erhöhter Temperatur, Abgeschlagenheit sowie leichten bis mäßigen Kopfschmerzen. Der Husten kommt in der Regel erst später dazu. Wer eine Erkältung hat, fühlt sich nicht so kraftlos wie bei einer Influenza.

COVID-19 kann sich durch zahlreiche unspezifische Symptome bemerkbar machen, die sich über mehrere Tage entwickeln. Die unteren Atemwege scheinen häufiger betroffen zu sein. Die Hauptsymptome sind Fieber und trockener Husten. In schweren Fällen kann es zur Lungenentzündung mit Atemnot kommen. Halsschmerzen und Niesen treten dagegen seltener auf. Weitere, seltenere Symptome sind auch Muskel- und Gelenkschmerzen oder Durchfall. Manche Krankheitsverläufe werden von den Betroffenen gar nicht bemerkt, andere sind noch Wochen nach der immunologischen Genesung geschwächt und stark beeinträchtigt. Das bedeutet, der Virusnachweis ist wieder negativ, aber das Krankheitsgefühl besteht weiter.

Für wen ist das neue Coronavirus besonders gefährlich?

Laut Robert Koch-Institut haben Menschen im Alter von über 50 bis 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen ein zunehmendes beziehungsweise das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Risikoreiche Grunderkrankungen sind zum Beispiel chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen. Gefährdet sind auch Menschen, die mit Medikamenten, behandelt werden, die die Immunabwehr schwächen. Die WHO berichtet, dass die Erkrankung bei Kindern vergleichsweise selten auftritt und dann meistens mild verläuft. Nur ein sehr kleiner Teil der infizierten Kinder und Jugendlichen ist bisher schwer oder kritisch erkrankt. Die Datengrundlage reicht allerdings noch nicht aus, um zu bestimmen, ob Kinder generell weniger anfällig für das Virus sind. Viele dieser Daten sind während allgemeiner Kontaktbeschränkungen erhoben worden und damit weniger aussagekräftig. Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Auch gibt es unter Schwangeren, die an COVID-19 erkrankt sind, keine erhöhte Rate an spontanen Frühgeburten. Das sind Frühgeburten, die von allein beginnen, beispielsweise mit Blasensprung oder Wehen. Die Anzahl erforderlicher Frühgeburten, die eingeleitet werden, weil es Mutter oder Kind gesundheitlich schlecht geht, scheint etwas größer zu sein als bei Schwangeren ohne COVID-19.

Lässt sich anhand von Blutwerten die Schwere des Krankheitsverlaufs vorhersagen?

Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Patienten, deren Blut eine bestimmte Sorte Abwehrzellen, die sogenannten CD8-T-Lymphozyten, in hoher Zahl aufweisen, einen vergleichsweise günstigen Verlauf von COVID-19 haben. Überwiegen im Blutbild hingegen die sogenannten Neutrophilen Granulozyten, wird wahrscheinlich eine Versorgung auf der Intensivstation notwendig werden. Auch die Blutgruppe scheint einen Einfluss auf die Schwere der Krankheit zu haben. So beobachteten Forscher aus verschiedenen Ländern, dass Menschen mit der Blutgruppe A häufiger unter den an COVID-19 Erkrankten zu finden waren als solche mit Blutgruppe 0.

Heilt COVID-19 vollständig aus?

Mittlerweile liegen Erkenntnisse vor, dass auch drei Monate nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung über die Hälfte der Betroffenen noch Symptome haben. Dabei stehen Erschöpfung, Atembeschwerden und Geschmacks- bzw. Geruchsverlust im Vordergrund. Auch später auftretende Einschränkungen des zentralen Nervensystems wie „Nebel im Kopf“, Verwirrtheit oder Konzentrationsschwäche werden beschrieben. Dabei ist noch nicht klar, ob diese Veränderungen durch das Virus verursacht werden oder eine psychische Folge davon sind, dass man an COVID erkrankt war und das erst noch verarbeiten muss.

Auch bei Kindern wurden bereits Spätfolgen beschrieben, selbst wenn die Corona-Infektion selbst milde verlief oder gar nicht bemerkt wurde.
Insgesamt ist die Datenlage aber noch nicht ausreichend, um die Häufigkeit von Dauerschäden durch COVID zu bestimmen. Dazu müssen auch Patienten befragt und untersucht werden, deren Erkrankung sechs bis zwölf Monate zurückliegt.

Wie kann man chronisch kranke beziehungsweise ältere Familienangehörige schützen?

Chronisch Erkrankte und ältere Personen zählen zur Risikogruppe und müssen daher besonders geschützt werden. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen sind insbesondere im Umgang mit diesem Personenkreis zu beachten. Grundsätzlich gilt auch hier das Prinzip des „social distancing“. Daher sollte man beim Kontakt zu diesen Personen auf ausreichenden Abstand und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und auf das regelmäßige Lüften der benutzten Innenräume achten. Besser ist es, einander im Freien zu treffen als in geschlossenen Räumen. Eltern, Großeltern oder Nachbarn sollte man lieber anrufen und zum Beispiel fragen, ob man Einkäufe sowie nötige Erledigungen übernehmen kann. Sollte man Einkäufe bei den Betroffenen abgeben, gilt es auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu beachten. Sollte man bei sich selbst Erkältungssymptome erkennen, muss natürlich jeglicher weiterer Kontakt vermieden werden.

Wichtig ist, die betroffenen Personen aus der Risikogruppe selbst entscheiden zu lassen, in welchem Maße sie sich schützen möchten oder geschützt werden wollen. Für manchen Senior ist es wichtiger, seine oder ihre Familie in der Nähe zu haben als durch Isolation geschützt zu werden. Andere Ältere entscheiden sich bewusst für sozialen Abstand, um die Zeit bis zu einer möglichen Impfung coronafrei zu überstehen. Wichtig ist, diese Entscheidung auch bei besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Geburtstag zu berücksichtigen, denn das Virus kennt keine Feiertage.

Wie kann man sich mit dem Coronavirus anstecken?

Der wichtigste Übertragungsweg der Coronaviren ist der über die Atemluft. Dabei unterscheidet man zwei Transportmöglichkeiten für das Virus.

Tröpfchen, die beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen ausgestoßen werden, sind so groß, dass man sie oft schon mit bloßem Auge sehen kann. Sie sind die Ursache der so genannten Tröpfcheninfektion. Aufgrund ihrer Größe sinken sie relativ schnell zu Boden. Beim Niesen werden sie mehrere Meter weit in den Raum geschleudert, weswegen man unbedingt in die Armbeuge niesen sollte. Beim Sprechen oder Singen fliegen die Tröpfchen weniger weit, so dass ein Abstand zum Gegenüber von eineinhalb bis zwei Metern in der Regel ausreicht, um den feuchten Partikeln zu entgehen. Ein noch besserer Schutz ist eine Mund-Nase-Maske, die die Tröpfchen einfach abfängt.

Etwas anders verhält es sich mit den so genannten Aerosolen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Luft und winzigen Feuchtigkeitspartikeln, die noch kleinere Teilchen wie beispielsweise Viren über lange Strecken durch die Luft transportieren können. Diese Feuchtigkeitspartikel sind kleiner als ein rotes Blutkörperchen und fliegen schon allein mit der natürlichen Luftströmung kilometerweit. Diese Aerosole werden ebenfalls beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen, aber eben auch beim Atmen, insbesondere unter Anstrengung, ausgestoßen. Die Teilchen sind dabei so winzig, dass sie auch den Stoff einer einfachen Mund-Nase-Schutzmaske durchdringen können. Aus diesem Grund ist neben dem ausreichenden Abstand zusätzlich ein intensiver Austausch der Umgebungsluft notwendig. Geschlossene Räume sollten intensiv gelüftet werden. Bei der Verwendung von Lüftungs- oder Klimaanlagen ist darauf zu achten, dass die Luft nicht ungefiltert in den Raum zurückgeführt wird. Ventilatoren sollten in Räumen mit mehreren Personen verschiedener Haushalte, beispielsweise in Büroräumen, nicht verwendet werden. Aktivitäten sollten nach Möglichkeit ins Freie verlegt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Menge der Viren einen Einfluss auf die Schwere der Infektion. Daher ist eine gute Durchmischung mit frischer Außenluft hilfreich, um die Menge der im Aerosol vorhandenen Viren zu verringern und eine infektiöse Konzentration vor allem in geschlossenen Räumen zu verdünnen.

Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Untersuchungen zeigten zudem, dass die Toilettenspülung über die Verwirbelung der Luft bis zu einem Meter Höhe zu einer Verbreitung der Viren beitragen kann. Hier hilft es, den Toilettendeckel bereits vor dem Spülen geschlossen zu haben. Da SARS-CoV-2 in geringerem Maß auch über die Hände oder Oberflächen verbreitet werden kann, ist eine gute Hand- und Oberflächen-Hygiene weiterhin wichtig.

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem Coronavirus anzustecken?

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort mehrere Tage überleben. Zwar ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt und eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt in der Regel nicht notwendig. Wenn sich allerdings Erkrankte im Haushalt befinden, sollten alle Oberflächen und Kontaktgegenstände regelmäßig desinfiziert werden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.

Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema finden unter experimentellen Bedingungen statt und können nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln. Es gilt aber als möglich, dass die Menge der Viren, die über Oberflächenflächen übertragen wird, nicht für eine Neuinfektion ausreicht. Bei wiederholtem Kontakt mit virusbelasteten Gegenständen steigt die Gefährdung hingegen.

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich.

Wie schützt man sich effektiv vor einer Ansteckung?

Abstand:

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosol übertragen. Aerosol wird beim Atmen, Sprechen, Singen und Niesen freigesetzt und bewegt sich länger und weiter durch die Luft. Die Tröpfchen werden beim heftigen Atmen, beispielsweise unter Anstrengung, beim Sprechen, Husten oder Niesen vor allem aus dem Mund ausgestoßen. Die Flugweite beträgt zwischen einem halben Meter beim normalen Sprechen und mehreren Metern beim Niesen und lauten Sprechen. Aus diesem Grund ist auch das Abstandhalten zu anderen Personen eine zentrale Schutzmaßnahme, um das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 zu verringern. Dabei sollte man mindestens 1,5 Meter Distanz wahren und auch auf das Händeschütteln verzichten.

Mundschutz:

Vor den Tröpfchen und Aerosol der Mitmenschen kann man sich auch mit speziellen Mund-Nase-Schutzmasken, die mindestens FFP2-Standard entsprechen, schützen. Diese Masken sind vergleichsweise teuer und schützen nur wirkungsvoll, wenn sie ringsherum eng auf der Haut aufliegen und ausschließlich durch den Filterstoff oder das eingebaute Ventil geatmet wird. Wem das zu mühsam ist, der sollte auf die Verwendung dieser FFP-Masken verzichten und einen einfacheren Mundschutz, so genannte Alltags- oder Community-Masken, verwenden. Diese schützen aber nicht den Träger, sondern die Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung, weil sie Geschwindigkeit und Menge der ausgestoßenen Tröpfchen und Aerosole vermindern.

Händehygiene:

Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nach neueren Untersuchungen nicht lange überleben. So ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt. Eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt ist in der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn sich Erkrankte im Haushalt befinden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.

Eine sinnvolle Händehygiene für den Alltag besteht aus Händewaschen oder alternativ der Händedesinfektion. Eine gleichzeitige Anwendung ist in der Regel nicht notwendig.

Hände reinigen:

Gründliches Händewaschen über mindestens 20 Sekunden mit Einschäumen auch der Fingernägel und Handrücken beziehungsweise Fingerzwischenräume. Trocknen der Hände möglichst mit einem Einmalhandtuch. Nach dem Händewaschen sollten Wasserhahn und Türklinke nur noch mit dem Einmalhandtuch angefasst werden. Wenn häufiges Händewaschen wie während der aktuellen Corona-Pandemie notwendig ist, sollte die Haut unterstützt werden. Regelmäßiges Eincremen, am besten nach jedem Händewaschen, schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Hände desinfizieren:

Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist oder die Hände nicht merklich verschmutzt sind, kann auch ein Händedesinfektionsmittel hilfreich sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Desinfektionsmittelflasche vor dem Verreiben der Lösung wieder verschlossen und verstaut wird, um eine erneute Verschmutzung der Hände durch die Flasche zu vermeiden. Vorteil der Händedesinfektion ist, dass die Haut nicht so sehr ausgelaugt wird wie beim Händewaschen mit Seife.

Richtiges Lüften:

Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Ausweichen an die frische Luft nicht immer möglich. Umso wichtiger ist es, die frische Luft in die Innenräume zu holen. Das gelingt am besten mit einer so genannten Stoßlüftung. Dabei werden Fenster oder Türen je nach Außentemperatur für 3-10 Minuten weit geöffnet. Bei niedrigen Temperaturen reichen drei Minuten Lüftungszeit, im Sommer bei Wärme muss mindestens zehn Minuten gelüftet werden. Der Grund dafür ist die Physik: Die Luft tauscht sich nur aus, wenn auf beiden Seiten des Fensters unterschiedliche Temperaturen herrschen. Nur dann kann ein Luftstrom entstehen und die belastete Luft mitreißen. Je größer der Temperaturunterschied auf beiden Seiten ist, umso schneller erfolgt der Luftaustausch. Sind die Fenster hingegen dauerhaft – beispielsweise in Kippstellung - geöffnet, gleichen sich Außen- und Innentemperatur aneinander an und der Luftstrom kann zum Erliegen kommen.

Geschlossene Räume sollten alle 20 bis 60 Minuten gelüftet werden. Wenn in den Räumen viel gesprochen oder tief geatmet wird (Schulklassen, Besprechungsräume, Sporträume), muss häufiger gelüftet werden. In Räumen, in denen nicht oder wenig gesprochen wird (Büros, Bibliotheken) muss entsprechend seltener gelüftet werden.

Wer außerdem andere schützen will, sollte darauf achten, in die Armbeuge zu niesen und zu husten. An diese Etikette sollten sich ohnehin alle Erkälteten halten. Das bedeutet auch, dass gebrauchte Papiertaschentücher nicht einfach in den offenen Mülleimer geworfen werden, sondern zum Beispiel in einer verschließbaren Plastiktüte gesammelt und dann entsorgt werden. Auch durch das Tragen eines Mundschutzes kann vermieden werden, dass virenbeladene Speicheltröpfchen aus der Atemluft weit fliegen.

Schützt Desinfektionsmittel vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Es gibt zahlreiche Desinfektionsmittel, aber nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt auch gegen Viren. Es reicht nicht aus, wenn darauf steht, dass es 99 Prozent aller Bakterien tötet. Der Schutz gegen Viren muss explizit genannt werden.

Das Robert Koch-Institut stellt eine Übersicht über geprüfte Desinfektionsmittel und deren Anwendung zur Verfügung. Es gibt drei Kategorien. Die erste Kategorie ist „begrenzt viruzid“, die zweite „begrenzt viruzid PLUS“ und die dritte „einfach viruzid“. Gegen Coronaviren reicht die niedrigste Variante, also „begrenzt viruzid“.

Für die Hand-Desinfektion werden alkoholische Lösungen eingesetzt. Dafür sollte man mindestens drei Milliliter Desinfektionsmittel nehmen, dieses komplett auf den Handflächen verteilen und über 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocken lassen.

Mittel für die Flächendesinfektion gegen Coronaviren können Formaldehyd oder sonstige Aldehyde enthalten und sollten nicht für die Desinfektion der Haut zweckentfremdet werden. Bei der Flächendesinfektion ist darauf zu achten, dass die Desinfektionslösung ausreichend konzentriert eingesetzt wird.

Was kann man machen, um bestmöglich durch die zweite Erkrankungswelle zu kommen?

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind grundsätzlich die von der Bundesregierung und den Landesregierungen erlassenen Leitlinien zur Kontaktbeschränkung einzuhalten und die Vorgaben der Behörden zu befolgen. Für den Fall einer Quarantäne hat die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) Handlungsempfehlungen zur häuslichen Isolierung herausgegeben. Darüber hinaus gelten folgende Empfehlungen, wie jeder einzelne der Erkrankungswelle bestmöglich begegnen kann:

  • Man sollte sich stets über die aktuelle Situation informieren. Hier bieten sich die Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums und sowie der Landesgesundheitsministerien, des Robert Koch-Instituts sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.
  • Sofern es erforderlich ist, informiert auch das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.
  • Man soll möglichst zu Hause bleiben und die Zimmer regelmäßig lüften. Bei Symptomen für eine Atemwegserkrankung sollte man generell zu Hause bleiben.
  • Risikogruppen wie alte Menschen oder chronisch Kranke sollten sich möglichst durch Familienmitglieder oder Nachbarn versorgen lassen, die zum Beispiel für sie einkaufen. Sollte man Einkäufe bei diesen Personen abgeben wollen, sollte man auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern beachten.
  • Auf der Arbeit sollte man möglichst per E-Mail oder Telefon kommunizieren, Händeschütteln vermeiden und den Mindestabstand einhalten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel sollten möglichst gemieden werden. Stattdessen sollte man lieber auf das Fahrrad oder Auto umsteigen oder zu Fuß gehen.
  • Generell gilt es, eine gute Händehygiene zu praktizieren, sich an die Husten- und Niesregeln halten, auf das Händeschütteln zu verzichten und sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. Dies verringert das Risiko, dass man Krankheitserreger über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufnimmt.
  • Man soll keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten.

Was bedeuten die von der Bundesregierung erlassenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte?

Bund und Länder haben erneute Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis vom 16.12.2020 bis zunächst zum 10. Januar 2021 beschlossen. Die Grundzüge dieses neuerlichen Lockdowns sind in einem Beschlusspapier der Bundesregierung zusammengefasst. Die konkrete Ausgestaltung obliegt den Bundesländern.

Über die schrittweise Rücknahme zuvor beschlossener Einschränkungen des öffentlichen Lebens oder sogar weiterer Einschränkungen entscheiden die Bundesländer, in Teilen aber auch die Städte in eigener Verantwortung. Sie berücksichtigen dabei auch die regionale Entwicklung der COVID-19-Infektionszahlen.

Wenn die Infektionszahlen innerhalb einer Woche um mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner ansteigen, müssen die Behörden reagieren. Dabei kann es einen Unterschied bedeuten, ob die Neu-Infektionen klar auf beispielsweise eine Einrichtung oder ein Gebiet eingegrenzt werden kann oder ob die Neu-Infektionen über die Stadt oder den Kreis verteilt auftreten. Die Entscheidung über die Art der Maßnahmen liegt beim jeweiligen Bundesland oder bei der jeweiligen Stadtverwaltung.

Warum ist die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln so wichtig?

Infektionskrankheiten sind immer dann erfolgreich, wenn sie von einem zum anderen Lebewesen (Wirt) weitergegeben werden. Nur dann können sich die Krankheitserreger weiterverbreiten und in der Umwelt bleiben. Dafür steht ihnen aber nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung: wenige Tage vor den ersten Symptomen bis unterschiedlich viele Tage nach der Erkrankung. Bei SARS-CoV-2 endet die Phase der Ansteckungsfähigkeit schon während der Erkrankung. Oft wissen die Virenträger nicht einmal, dass sie ansteckend sind. Wenn während dieser wenigen Tage, in denen die Viren weitergegeben werden können, keine Kontakte zwischen Virenträgern und Gesunden stattfinden, wird das Virus regelrecht „ausgehungert“ - es wird nicht weitergegeben. Dadurch sinken die Infektionszahlen. Weil es aber immer irgendwo unvermeidbare Kontakte gibt, gelingt die Unterbrechung in der Regel nicht komplett.

Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst Viele an die Abstands- und Hygieneregeln halten und die Kontakte ohne Mundschutz in geschlossenen Räumen auf ein Minimum beschränken. Diese Kontakte sind in der Regel privater Natur, dennoch können gerade auf diese Weise die Viren besonders gut übertragen werden. Um die Infektionsketten zu unterbrechen, sollte nicht zwischen „privat“ und „dienstlich“, sondern nur zwischen „Abstand und Maske möglich“ oder „keine Abstandsregeln möglich“ unterschieden werden. 

Warum ist COVID-19 ein Problem, wenn es noch genügend Intensivbetten gibt?

Die Anzahl der Corona-Erkrankungen, von denen einige schwer verlaufen und eine intensivmedizinische Behandlung erfordern, spiegeln immer die Infektionszahlen von 14 Tagen zuvor wieder. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen, werden zwei Wochen später entsprechend viele Intensivbetten für COVID-19-Patienten benötigt. Es gelingt also nicht, alle Patienten ausreichend medizinisch zu versorgen, wenn Maßnahmen erst ergriffen werden, wenn alle Krankenhausbetten belegt sind.

Bereits jetzt melden erste Kliniken einen Engpass, der sie zwingt zu entscheiden, welcher Patient die erforderliche Beatmung bekommt und welcher darauf verzichten muss. Dieses Vorgehen nennt man Triage und es wird immer dann angewendet, wenn zu viele Erkrankte oder Verletzte zum selben Zeitpunkt versorgt werden müssen. Bisher kannte man diesen Notstand vor allem von Unglücken, Terroranschlägen, Naturkatastrophen oder Seuchen wie der Spanischen Grippe oder Ebola. Aber auch die Überlastung der Gesundheitsversorgung durch zu viele Corona-Infizierte wird die Technik der Triage erforderlich machen, wenn die vorhandenen Klinikbetten belegt sind oder das medizinische Personal zu viele Infizierte versorgen muss.

Was ist beim Mundschutz zu beachten?

In Deutschland ist das Tragen von Mund-Nasenmasken, die dem Schutz der Mitmenschen dienen, verpflichtend. Dies gilt in der Regel für den Öffentlichen Personenverkehr, das Einkaufen in Ladengeschäften, Post- und Bankfilialen und auf Wochenmärkten, an Tankstellen, bei der Abholung von Speisen und Getränken sowie bei Dienstleistern im Kundenkontakt oder in Arztpraxen. Aber auch in anderen Alltagssituationen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist ein entsprechender Fremdschutz sinnvoll. Hierzu gehört die Begegnung in engen Fluren, Büros oder Teeküchen genauso wie Haltestellen, Bahnhöfe oder der Besuch von Physiotherapiepraxen oder Friseurgeschäften. In einigen Städten gilt mittlerweile in unterschiedlich großen Bereichen (Stadtgebiet, Innenstadtbereich) auch im Freien eine Maskenpflicht.

Hilfreich ist ein waschbarer Mundschutz, der nach Durchfeuchtung, spätestens aber einmal am Tag gewechselt wird. Der Mundschutz verliert seine Funktion sofort, sobald er feucht wird. Im Zweifelsfall sollte der Mund-Nasenschutz mehrfach täglich gewechselt werden. Auf keinen Fall darf der Mundschutz von beiden Seiten benutzt oder die Textilflächen mit den Fingern berührt werden, um die Verschmutzung der Finger und damit eine Weitergabe von Viren über die Hände zu vermeiden. Hilfreich ist es, den Mundschutz nur an den Befestigungsbändern oder Befestigungsgummis anzufassen. Sofern im Nasenbereich ein biegsamer Streifen für eine bessere Passform angebracht ist, sollte dieser mit Daumen und Zeigefinger einer Hand angedrückt werden. Das Robert-Koch-Institut rät davon ab, die Alltagsmaske während des Tragens mit den Fingern zurecht zu zupfen oder – auch nicht vorübergehend – um den Hals zu tragen. Die Reinigung des waschbaren Mundschutzes kann beispielsweise durch eine Wäsche bei 60 bis 95 Grad Celsius in Kochtopf oder Waschmaschine erfolgen. Die Erwärmung in Backofen oder Mikrowelle oder Dampfbügeln ist wegen nicht zu empfehlen, weil es hierzu keine ausreichenden Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Methoden gibt.

Bei Kindern stellt sich vielfach die Frage, ab welchem Alter sie in der Lage sind, einen Mundschutz zu tolerieren. Auf der anderen Seite können auch Kinder SARS-CoV-2 weitergeben. Daher sollte im Einzelfall und situationsabhängig von den Eltern entschieden werden, ob die Kinder reif genug für das Tragen eines Mundschutzes sind. Für Schulen entscheiden jeweils die Länder, ab welcher Klasse und wo genau der Mund-Nase-Schutz getragen werden muss. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, kann von der Schule gewiesen werden.

Ein effektiver Mundschutz muss bestimmten Anforderungen genügen. Dazu gehören der Grad der Durchlässigkeit für Partikel, Empfindlichkeit gegen Durchfeuchtung und vieles mehr. Wer seine Umgebung schützen möchte, vermeidet durch einen Mund-Nasenschutz, dass virenbeladene Speicheltröpfchen und Aerosole aus der Atemluft weit fliegen.

Höherwertige Schutzmasken, die den Träger vor dem Einatmen virusbeladenener Tröpfchen schützen, werden als FFP1-, FFP2- oder FFP3-Masken bezeichnet. Ein FFP2-vergleichbarer Standard aus Asien heißt KN95. Diese Schutzmasken-Kategorie ist vor allem für Menschen sinnvoll, die sich zwingend vor den Viren Erkrankter schützen müssen, wie beispielsweise medizinisches Fachpersonal im Patientenkontakt sowie Angehörige der bekannten Risikogruppen (mehr Informationen unter „Für wen ist das neue Coronavirus besonders gefährlich?“), wenn sich ein Kontakt mit haushaltsfremden Personen nicht vermeiden lässt. Wichtig bei dieser Maskenkategorie ist, dass jede Maske einen Aufdruck trägt, auf dem

  • Angabe des Herstellers
  • Schutz-Kategorie (FFP1-3)
  • CE-Zeichen mit vierstelliger Zulassungsnummer
  • DIN-Norm EN149:2001

verzeichnet sind.

Seit dem 15. Dezember 2020 bis zum 06. Januar 2021 können Personen von 60 Jahren und älter in jeder Apotheke gegen Vorlage des Personalausweises kostenfrei drei FFP2-Masken abholen. Gleiches gilt für Angehörige einer Risikogruppe, die eine entsprechende Bescheinigung vorlegen müssen. Da es keine weitere Kontrolle geben wird, wird an alle Bürger appelliert, wirklich nur in einer Apotheke die drei zugewiesenen Masken abzuholen und nicht mehrere Apotheken „abzugrasen“. Auf diese Weise würde anderen Personen, die ebenfalls dringend FFP2-Masken benötigen, dieser Service verwehrt.

Im Januar werden erneut FFP2-Masken an die oben genannten Risikogruppen ausgegeben, dann allerdings gegen Coupons, die von den Krankenkassen ausgegeben werden. Geplant ist dann eine geringe Eigenbeteiligung von je zwei Euro für ein Paket mit sechs Masken. Geplant sind zwei Pakete mit je sechs Masken pro Risikoperson.

Welcher Test wird zur Bestimmung des Coronavirus durchgeführt?

Die Bestimmung des Coronavirus erfolgt über zwei verschiedene Testverfahren:

Polymerasekettenreaktion (PCR): bei der PCR werden Bestandteile des Virus vermehrt, bis man sie messen kann. Getestet wird in der Regel ein Rachenabstrich oder das Sekret, das die Patienten abhusten. Am besten werden beide Sekrete, also Rachenabstrich und Hustensekret, untersucht. Das Ergebnis erfährt man frühestens nach einigen Stunden.

Bestimmung des Virus mit einem Antigen-Schnelltest: Auch hier wird das Sekret der Rachenhinterwand benötigt, dass durch einen Abstrich gewonnen wird. Der Watteträger wird in einer speziellen Lösung ausgewaschen, die anschließend auf einen Testträger, wie man ihn vom Schwangerschaftstest kennt, aufgebracht wird. Je nach Streifen, die auf dem Träger sichtbar werden, kann eine Coronainfektion bestätigt oder ausgeschlossen werden. Aktuell werden die Tests nur in medizinischen Einrichtungen von Fachpersonal durchgeführt. Da das Ergebnis aber innerhalb von 20 Minuten vorliegt, werden alle Beteiligten dadurch entlastet.

Welche Praxen und Anlaufstellen können den Corona-Test durchführen?

Grundsätzlich können die Proben in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Zentren entnommen werden. Jeweils aktuelle Informationen erhält man auch über den Kassenärztlichen Notdienst, der bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar ist. Ganz wichtig ist, dass die Betroffenen bei einem Corona-Verdacht nicht ohne Absprache in eine Arztpraxis, Corona-Testzentrum oder Klinik gehen. Sie sollen auf jeden Fall vorher den Arzt oder das Gesundheitsamt telefonisch kontaktieren, damit für die anderen Patienten kein unnötiges Risiko besteht und sichergestellt ist, dass der Test in der jeweiligen Anlaufstelle auch wirklich durchgeführt werden kann.

Wer soll getestet werden?

Durch die steigenden Infektionszahlen werden auch zunehmend mehr SARS-CoV-2-Tests durchgeführt. Die Labore stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die Empfehlungen, wann ein Test auf Corona-Viren durchgeführt werden soll, angepasst.

Ab November werden folgende Menschen getestet:

  • Patienten mit einer schweren Bronchitis oder Lungenentzündung mit Atemnot oder Fieber
  • Patienten mit einer neu aufgetretenen Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns
  • Patienten mit ungeklärten Krankheitssymptomen, die Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • Menschen mit Erkältungssymptomen, die zusätzlich einer Risikogruppe angehören,
  • in der Pflege, in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus arbeiten,
  • in engem Kontakt zu vielen Menschen arbeiten,
  • sich in schlecht gelüfteter Umgebung mit vielen Menschen aufgehalten haben, wo die AHA-L-Regeln nicht eingehalten wurden oder werden konnten

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll?

Eine Labordiagnose sollte nur bei Krankheitszeichen oder auf Anraten der regionalen Behörden durchgeführt werden. Denn wenn man noch keine Symptome von COVID-19 hat, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet, die bis zu 14 Tage betragen kann, sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man nicht doch noch krank wird. Deshalb rät das Robert-Koch-Institut (RKI) von der Testung von Personen ohne Krankheitssymptome und ohne behördliche Empfehlung ab.

Übernehmen die Krankenkassen den Test auf das Coronavirus?

Ärzte können den Test auf Infektion mit dem Coronavirus durchführen und über die Versichertenkarte abrechnen, wenn sie den Test für erforderlich halten. Hierbei sollen sie sich an den jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts orientieren. Ebenfalls müssen die behandelnden Ärzte über die Durchführung von Wiederholungstests entscheiden. Halten sie diese für medizinisch erforderlich, können auch diese über die Versichertenkarte abgerechnet werden.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme, auch im Falle einer Warnung durch die Corona-Warn-App, lesen Sie in unserem FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Welche Antikörper-Tests stehen derzeit zur Verfügung?

Aktuell stehen zwei Testsysteme zu Verfügung: so genannte Schnelltests, die eine Ablesung innerhalb weniger Minuten erlauben und Labortests, so genannte ELISA-Tests, die die Antikörper im Serum bestimmen und deren Ergebnis erst nach wenigen Tagen zur Verfügung steht. Die Tests prüfen, ob eine Person Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, auf das Coronavirus gebildet hat. Diese Antikörper entstehen, wenn das Immunsystem bereits einige Tage gegen das Virus kämpft, man also infiziert ist oder eine Infektion bereits überstanden hat. Der Körper braucht einige Tage, um Antikörper zu bilden. Laut Robert Koch-Institut beträgt diese Zeit mindestens sieben Tage, sicherer ist das Ergebnis 14 Tage nach Symptombeginn. Für akute Diagnosen ist dieser Test daher nicht geeignet. Der Schnelltest wird durchgeführt, indem über die Fingerspitze der Testperson ein Bluttropfen entnommen wird, zu dem anschließend auf einem speziellen Träger eine Pufferlösung hinzugegeben wird. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis – vergleichbar einem Schwangerschaftstest - abgelesen werden. Für den ELISA-Test wird Blut entnommen und im Labor zum Test aufbereitet. Bisherige Beobachtungen zeigen, dass die Antikörperbestimmung auf Basis des ELISA in der Regel zuverlässiger ist als die Ergebnisse der Schnelltests.

Warum sollte man Corona-Antikörper bestimmen?

Das Testen auf Antikörper kann für das Vorgehen zur Eindämmung der Pandemie sinnvoll sein. Wer eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden hat, ohne dass dies durch einen Corona-Antigen-Test geprüft oder bestätigt worden ist, und nachweislich Antikörper gegen das Virus gebildet hat, kann entsprechend in der COVID-19-Statistik mitgeführt werden. Eine Antikörpertestung ist also eher aus Sicht der Forscher (epidemiologisches Interesse) interessant. Bei Einzelpersonen kann ein Antikörpertest im Rahmen der Verlaufskontrolle wichtig sein.

Was macht man, wenn man positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

In diesem Fall wenden sich die Betroffenen umgehend an ihr jeweilig zuständiges Gesundheitsamt, welches das weitere Vorgehen besprechen wird. Es muss individuell entschieden werden, ob eine betroffene Person zu Hause (ambulant) in Quarantäne geht oder ob es beispielsweise aufgrund einer vorliegenden chronischen Erkrankung notwendig ist, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt wird.

Wie wird man behandelt, wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert hat?

Eine einheitliche Therapie gegen das Virus gibt es derzeit nicht. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs erfolgen stattdessen unterstützende Maßnahmen wie der Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts oder Sauerstoffgabe und die Gabe von Kortikosteroiden (Dexamethason) im Falle einer Beatmung sowie Gabe von Antibiotika, falls es bakterielle Begleitinfektionen gibt. Auch die Gabe von Mitteln zur Blutverdünnung oder von Medikamenten, die das Eindringen der Viren in die Zellen unterdrücken, kommt infrage. Nicht alle Erkrankungen verlaufen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer. Bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen standen bisher meist Erkältungssymptome im Vordergrund.

Gibt es bereits einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus?

Mittlerweile sind weltweit mehrere Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zugelassen. Zwei dieser Impfstoffe dürfen auch in Europa angewendet werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Impfstoffen.

Bei der passiven Impfung wird aus Antikörpern, die von Menschen stammen, die COVID-19 bereits überstanden haben, ein Impfstoff hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Art Medikament, das im Blut eindringende Viren sofort abfangen und so im Falle einer Infektion den Krankheitsverlauf abmildern kann. Die Antikörper werden allerdings mit der Zeit wieder abgebaut, so dass die Wirksamkeit der passiven Impfung auf einige Wochen bis wenige Monate beschränkt ist. Üblicherweise bekommen bereits infizierte oder sicher mit Erkrankten in Kontakt gekommene Personen einen solchen Impfstoff, d.h. die passive Impfung erfolgt nicht vorbeugend.

Bei der aktiven Impfung wird das Immunsystem mit Bestandteilen oder abgeschwächten Coronaviren konfrontiert. So kann es genau passende Abwehrzellen und Antikörper entwickeln, die im Falle eines Kontaktes mit SARS-CoV-2 eine Infektion verhindern.

Einen neuen Weg verfolgen die Impfstoffe, die in Europa zugelassen sind. Dabei werden die menschlichen Zellen selbst angeleitet, ausschließlich ein bestimmtes Oberflächenprotein des Virus herzustellen, also nur einen Bruchteil des vollständigen Virus. Dafür wird der Bauplan dieses Virus in die Zellen eingeschleust. Die Abwehrzellen erkennen dieses neue Oberflächenprotein und stellen sich darauf ein. Wenn später das echte Corona-Virus mit diesem Oberflächenprotein in den Körper eindringt, erkennt die Immunabwehr diese Struktur und macht das Virus unschädlich.  Nähere Informationen zum Impfstoff finden Sie in unserem FAQ zu Impfung, Versorgung und Leistungen rund um das Coronavirus.


Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen bei älteren Menschen oder wenn Erkrankungen des Immunsystems, der Atemwege und des Herzens vorliegen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen. Dies erschwert die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung zusätzlich.

Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar, weshalb die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, nur Personen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben.
Das sind beispielsweise:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD)
  • Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens

Wenn möglich, sollte die Pneumokokken-Impfung auch jetzt noch durchgeführt werden, um vermeidbare Infektionen im gerade ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Gesunde Menschen, die kein zusätzliches medizinisches Risiko tragen, profitieren von einer Impfung nicht. Pneumokokken kommen häufig im Nasen-Rachenraum vor, sind aber bei gesunden Personen harmlos. Die Kosten für die Impfung werden daher nur übernommen, wenn die STIKO die Impfung empfiehlt. Sollte eine Auffrischungsimpfung geplant werden, ist diese bei Erwachsenen frühestens nach sechs Jahren sinnvoll.

Was bringt die Grippe-Impfung in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie?

Hauptsaison für die Grippe ist die Herbst- und Winterzeit. Die Gefahr, sich mit einer Grippe anzustecken ist in den Monaten Januar bis März besonders hoch, wobei sich nicht vorhersagen lässt, ob die Grippewelle schlimm oder gemäßigt ausfallen wird. Während der Coronapandemie ist es besonders wichtig, sich so gut wie möglich gegen alle Krankheiten zu schützen, die die oberen Atemwege betreffen und somit Doppelinfektionen zu vermeiden. Gegen eine Infektion mit Grippeviren gibt es im Gegensatz zu einer Infektion mit Coronaviren eine Impfung. Die Impfung gegen Grippe kann besonders für Menschen wichtig sein, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Weil dann das Immunsystem oft nicht so leistungsstark ist, ist die Ansteckungsgefahr erhöht. Die Grippeimpfung unterstützt den Körper, die Viren abzuwehren. Das Immunsystem hat dadurch noch Ressourcen frei, um mögliche Coronaviren in Schach zu halten.

Die Grippeimpfung ist aber nicht nur für Menschen mit einem medizinischen Risiko wichtig. Ähnlich wie beim Tragen eines Mundschutzes schützt die Grippeimpfung auch andere vor einer Ansteckung, da Geimpfte die Viren nicht über Tröpfchen beim Sprechen und Husten übertragen.

Im Internet werden verschiedene Produkte gegen eine Corona-Infektion angeboten. Sind diese Mittel empfehlenswert?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist für die Zulassung von Arzneimitteln in Europa zuständig. Laut EMA werben aktuell diverse Internetseiten mit vermeintlichen Arzneimitteln, die Infizierten Heilung versprechen. Sie warnt davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen. Bei den angebotenen „Arzneimitteln“ handelt es sich um Produkte, die keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen gegen COVID-19 haben und schlimmstenfalls sogar schädlich sein können. Derzeit gibt es keine zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19, erste, darunter auch bereits bekannte Präparate befinden sich noch im Versuchsstadium. Bisher stehen nur Arzneimittel zur Behandlung von Symptomen wie Fieber und Husten zur Verfügung. Ebenso warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor Nahrungsergänzungsmitteln mit falschen Versprechungen. Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel die eine Infektion mit COVID-19 verhindern oder sogar heilen könnten. Laut Rechtsprechung dürfen Nahrungsergänzungsmittel ohnehin keine Angaben enthalten, die auf eine Vorbeugung, Behandlung oder Heilung hindeuten.

Wann muss man in Quarantäne?

Das Robert Koch-Institut sieht eine 14-tägige Quarantäne vor, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat. Dieses besteht, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem nachweislich an COVID-19 Erkrankten hatte. Das Robert Koch-Institut definiert einen engen Kontakt wie folgt: Man hat mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen oder ist angehustet oder angeniest worden, während dieser ansteckend gewesen ist.

Diejenigen, bei denen Corona-Viren nachgewiesen worden sind, müssen sich in eine 10-tägige Isolierung begeben. In einer Isolierung geht es darum, die Betroffenen wirklich von anderen Personen – auch im gleichen Haushalt - räumlich zu trennen. In der Quarantäne geht es zunächst um das Beobachten und frühzeitige Erkennen einer COVID-19-Erkrankung, während sich die betroffenen Personen aber noch – unter Einhaltung der AHA-L-Regeln - in der häuslichen Gemeinschaft bewegen. Allerdings dürfen die Räumlichkeiten für die Dauer der Quarantäne nicht verlassen werden.

Darüber hinaus muss man immer in Quarantäne, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.

Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, besteht eine Pflicht zur unverzüglichen Absonderung gemäß den Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer. Der aktuelle Stand zu den jeweiligen Risikogebieten kann auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und des Auswärtigen Amtes eingesehen werden. Sofern bei der Rückreise ein Coronatest gemacht wurden, muss man dessen Ergebnis in Quarantäne abwarten.

Wann muss man nicht in Quarantäne?

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen langen zeitlichen oder engen Kontakt zu haben oder wenn man in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war. Hier sieht das RKI nur ein geringeres Risiko, sich angesteckt zu haben. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, sollte jedoch in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren.
Wer Kontakt zu einer Person hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat laut RKI kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung. Wenn man aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist und einen negativen Coronatest vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist, muss man ebenfalls nicht in Quarantäne.

Welche Handlungsempfehlungen liegen für häusliche Quarantäne vor?

Folgende Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung besteht nach der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM):

  • Unterbringung des Patienten in einem separaten, gut durchgelüfteten Einzelzimmer. Gemeinschaftlich genutzte Räume sollten von den Betroffenen gemieden werden. Zudem wird empfohlen, dass der oder die Infizierte mit keinen weiteren Personen im Zimmer schlafen.
  • Falls die gemeinsame Nutzung von Räumen unvermeidlich ist, sollten diese gut durchlüftet werden und Betten mindestens einen Meter voneinander entfernt stehen.
  • Die Anzahl pflegender Kontaktpersonen sollte möglichst geringgehalten werden. Idealerweise übernimmt eine einzige Person die Pflege. Diese Person sollte in einem guten Gesundheitszustand, frei von chronischen Erkrankungen und nicht immungeschwächt sein.
  • Der Quarantäne-Patient sollte keine Besucher empfangen und möglichst dauerhaft eine Schutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Durchfeuchtete Masken sollten ausgetauscht werden. Nähanleitungen für Mundschutze aus Stoff sind im Internet veröffentlicht.
  • Es sollte penibel auf eine einwandfreie Hygiene geachtet werden, d.h. Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor und nach der Essenszubereitung, nach Mahlzeiten, nach dem Toilettengang. Nach dem Händewaschen sollten die Hände möglichst mit Papier- oder Einmalhandtüchern abgetrocknet werden.
  • Nach jedem Kontakt mit dem Patienten oder Verlassen des Zimmers sollten die Hände desinfiziert werden: mindestens drei Milliliter eines geeigneten Desinfektionsmittels (auf Alkoholbasis, begrenzt oder einfach viruzid bzw. begrenzt viruzid PLUS) in den Händen verteilen und 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocknen lassen. Nicht pusten, nicht fönen.
  • Türen möglichst mit dem Ellbogen öffnen.
  • Patienten sollten ein ausschließlich von ihnen genutztes Geschirr und Besteck benutzen, das regelmäßig gespült und nur von ihm oder ihr selbst wiederverwendet wird.
  • Sofern im Haushalt zwei Toiletten vorhanden sind, sollte eine davon ausschließlich dem Patienten zur Verfügung stehen.
  • Oberflächen im Patientenzimmer (zum Beispiel Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig, Bad und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich reinigen und anschließend mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren. Handschuhe und Mundschutz tragen.
  • Kleidung, Bettwäsche und Handtücher des Patienten sollten mit normalen Waschmitteln bei 60 - 90 Grad gewaschen werden. Verunreinigte Wäsche sollte in einem separaten Wäschebeutel gesammelt und so wenig wie möglich berührt werden (am besten unter Verwendung von Einmalhandschuhen).
  • Hygieneabfälle sollten in einem verschließbaren Behälter im Patientenzimmer gesammelt und als infektiöser Abfall entsorgt werden.
  • Als Haushaltsmitglied eines Quarantäne-Betroffenen sollte man beim Einkaufen und bei Erledigungen Handschuhe tragen, die mindestens einmal täglich gewechselt werden.

Wird ein Verdienstausfall bezahlt, wenn man in Quarantäne muss?

Wenn ein Arbeitnehmer in Quarantäne muss, hat er nach dem Infektionsschutzgesetz grundsätzlich einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Der Arbeitgeber bezahlt dessen Verdienstausfall für die ersten sechs Wochen. Ab der siebten Woche einer Quarantäne wird eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt. Diese muss der Betroffene aber selber bei der dafür zuständigen Landesbehörde beantragen. Eine Entschädigung ist allerdings ausgeschlossen, wenn ein sog. Verschulden gegen sich selbst vorliegt. Dies wird beispielsweise dann angenommen, wenn eine Auslandsreise angetreten wird und das Reisegebiet bereits vor Fahrtantritt vom RKI als Risikogebiet ausgewiesen wurde.

Wenn hingegen ein Selbstständiger in Quarantäne muss, dann muss er sich wegen eines Verdienstausfalls direkt an die zuständige Landesbehörde wenden. Die Höhe des Verdienstausfalls wird anders berechnet: Hier wird ein Zwölftel des Arbeitseinkommens aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Bei einer Existenzgefährdung können entstehende Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Selbständige, deren Betrieb oder Praxis während der Quarantäne ruht, können zusätzlich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden Betriebsausgaben erhalten.

Können Eltern Kinderkrankengeld bekommen, wenn sie zu Hause bleiben, weil die Kita oder Schule des Kindes geschlossen wird?

Wenn Kitas oder Schulen aufgrund des Coronavirus geschlossen bleiben um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, ist die Zahlung von Kinderkrankengeld für die Eltern nicht möglich. Voraussetzung für die Zahlung von Kinderkrankengeld ist die nachgewiesene Erkrankung des Kindes.
Es besteht jedoch gegebenenfalls ein Entschädigungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz. Die Entschädigungsregelung gilt für alle erwerbstätigen Eltern oder Pflegeeltern, die einen Verdienstausfall erleiden, weil sie ihre Kinder beziehungsweise Pflegekinder (unter zwölf Jahre beziehungsweise ältere Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind) aufgrund der behördlich angeordneten Schließung von Kitas und Schulen selbst betreuen müssen, da eine zumutbare anderweitige Betreuungsmöglichkeit nicht sichergestellt werden kann. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoverdienstausfalls; für einen vollen Monat wird maximal jedoch ein Betrag von 2.016 Euro gezahlt, selbst wenn dieser Betrag unterhalb der 67 Prozent-Grenze liegen sollte. Die Entschädigungsleistung wird für jedes erwerbstätige Elternteil für längstens zehn Wochen gewährt; für Alleinerziehende längstens für 20 Wochen. Sie ist für die ersten sechs Wochen gegenüber dem Arbeitgeber zu beantragen. Ab der 7. Woche ist der Antrag gegenüber der zuständigen Landesbehörde zu stellen. Ein Anspruch besteht allerdings nicht, soweit eine Schließung der Kita oder Schule ohnehin wegen der Schul- oder Betriebsferien erfolgen würde.

Sind Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter als andere Frauen?

Laut Fachgesellschaften gibt es derzeit keine sicheren Hinweise, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Sie gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Schwangeren nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweist, die einer Erkältung oder Grippe ähneln.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf das Baby, wenn bei der Mutter eine Infektion festgestellt wird?

Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. In Einzelfällen wurde berichtet, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann. Dennoch wird es als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führt.

Kann eine Mutter ihr Baby stillen, obwohl sie am Coronavirus erkrankt ist?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ja. Zwar gibt es mittlerweile Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Unklar ist aber, ob auf diesem Weg auch eine Ansteckung erfolgen kann. Wenn eine Mutter infiziert ist oder ein Coronaverdacht besteht, sollte sie beim Stillen Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehören gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und das Tragen eines Mundschutzes. Ist die erkrankte Mutter zu geschwächt zum Stillen, soll sie nach Möglichkeit die Muttermilch abpumpen.

Wohin kann man jetzt noch sicher reisen? Wie sieht es mit Reisewarnungen in andere Länder aus?

Wegen der Coronakrise bestehen mittlerweile ganz unterschiedliche Einschränkungen in europäischen und außereuropäischen Ländern bezüglich Einreise, Quarantäne nach Einreise oder Einstufung als Risikogebiet. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes und auf der Seite des Robert-Koch-Instituts ist der jeweils aktuellste Empfehlungsstand abrufbar.
Andererseits bestehen aber auch im Ausland zum Teil drastische Einreisebeschränkungen, so dass man nicht nur die deutsche Reisewarnung beachten sollte, sondern sich auch über sein Zielland informieren sollte.

Worauf sollte man achten, wenn man sich zuletzt in einer Corona-Region aufgehalten hat?

Wer sich zuletzt in einer Region mit bestätigten Fällen der neuen Lungenerkrankung durch Coronaviren aufhielt, sollte darauf achten, ob er Erkältungssymptome oder einen Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns verspürt. Ist dies der Fall, sollte man sicherheitshalber einen Arzt telefonisch kontaktieren und darauf hinweisen, dass man in einer Coronavirus-Region war.

Zudem sollte man bedenken, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt. Der Ausbruch der Erkrankung kann also auch dann erfolgen, wenn man schon geraume Zeit wieder zuhause ist. Auch sollte man die körperliche Nähe zu anderen Personen für die Inkubationszeit möglichst vermeiden, da die Viren auch dann schon weitergegeben werden können, wenn noch keine Symptome aufgetreten sind.

Firmen und Arbeitgeber

Wie Firmen und Arbeitgeber Ihre Beschäftigten schützen können, können Sie in unserem Portal für Firmenkunden nachlesen. Auch Selbstständige finden hier hilfreiche Hinweise.

Versorgung und Leistungen 

Fragen zu Hilfsmitteln, Pflege, Vorsorgeuntersuchungen und vielem mehr finden Sie in unserem FAQ zu Versorgung und Leistungen.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Coronavirus, Hygienemaßnahmen und Expertenmeinungen finden Sie in unserem Themen-Special.

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