Impfungen

Der Impfpass: Was steht drin und bei wem erhalte ich ihn?

Lesedauer unter 6 Minuten
Abbildung eines Impfpasses in dem eine Chargennummer eingeklebt wird

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Der Impfpass ist eines der ersten offiziellen Dokumente, die ein Mensch in Deutschland ausgestellt bekommt. Ein Leben lang gültig, gehört der gelbe Impfpass, auch Impfbuch oder Impfausweis genannt, zu den wichtigsten Papieren in unserem Leben und genießt angesichts der Impfkampagne gegen COVID-19 derzeit noch einmal besondere Aufmerksamkeit. Und das zurecht, sind im Impfpass doch alle Impfungen vermerkt, die uns gegen viele Erreger immun machen. Ein Blick in den Pass und die Ärztin oder der Arzt weiß, wogegen, wann und wie oft jemand geimpft wurde – und ob der Impfschutz vollständig ist. So smart kann Papier auch in digitalen Zeiten sein.

Im Idealfall ist Ihr Impfpass ein treuer Begleiter fürs Leben. Was wird in diesem besonderen gelben Heft konkret dokumentiert? Wo erhalten Sie Ersatz, wenn Ihr Impfausweis dann doch einmal verloren gegangen ist? Und wie können Sie erfolgte Impfungen auch nachtragen lassen? Erfahren Sie mehr über die Möglichkeit, Ihre Impfungen auch im Barmer Gesundheitsmanager zu planen und zu dokumentieren. Zudem spielt der Impfpass eine Rolle als Nachweis der Impfung gegen das Coronavirus und eine digitale Version ist ebenfalls in Planung.

Wie sieht ein Impfpass aus, was steht drin und was wird dokumentiert?

Die weltweit anerkannten Impfpässe nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind gelbe, mehrseitige Hefte. Manche Menschen besitzen ältere Exemplare, z.B. in Form eines weißen Faltblattes. Dieses entspricht den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und ist daher in Deutschland weiter anerkannt, jedoch nicht weltweit.

Tipp: Bitten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt bei passender Gelegenheit darum, die Eintragungen Ihres weißen Impfheftes in Ihren gelben Impfpass zu übertragen - dann haben Sie auch bei Fernreisen alles an einem Ort parat und können alle Impfungen im weltweit gültigen gelben Impfpass vorzeigen.

Der heute übliche gelbe Impfpass ist international anerkannt und sowohl in deutscher als auch englischer und französischer Sprache verfasst. Doch welche Informationen über das Impfen und Ihren Impfschutz werden dort eigentlich vermerkt?

Auf der ersten Seite kann eine Impfung gegen Tuberkulose sowie ein entsprechender Test auf Tuberkulose eingetragen werden. Seit den 1990er-Jahren wird eine allgemeine Tuberkuloseimpfung in Deutschland jedoch nicht mehr empfohlen.
Standardimpfungen: Auf den nächsten Seiten folgen die Eintragungen über die Standardimpfungen: jeweils mit Impfdatum, Handelsnamen und Chargen-Nummer des Impfstoffes. Hier kann die Ärztin oder der Arzt auch die Grippeimpfung vermerken.

Weitere Impfungen: Indikations- und Reiseschutzimpfungen

In Ihrem Impfbuch folgen die Indikations- und Reiseschutzimpfungen. Indikationsimpfungen werden nur vorgenommen, wenn bestimmte Krankheiten oder besondere Umstände vorliegen. Hier ist auch Platz für spezielle Impfungen wie gegen die Tollwut oder Zecken. In den Impfpass wird auch die Gelbfieberimpfung eingetragen. Der Eintrag entspricht einer internationalen Bescheinigung. Jede der Impfungen ist mit Stempel und Unterschrift des behandelnden Mediziners versehen, der sie durchgeführt hat. Die wichtigsten Abkürzungen sind aP für Keuchhusten, D für Diphterie, T für Tetanus, IPV für Kinderlähmung und MMR für Masern, Mumps sowie Röteln.
Der Impfpass informiert Patienten und Ärzte nicht nur über erledigte Impfungen, sondern er dient auch als Notfall- und Organspendeausweis. Neben der Blutgruppe können Erkrankungen und Medikamente für die Langzeitbehandlung eingetragen werden.

Wer stellt den Impfpass aus?

In den allermeisten Fällen erhalten bereits Neugeborene das Dokument im Rahmen ihrer ersten Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Erwachsene, die keinen Ausweis mehr haben oder diesen nicht finden können, erhalten von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin kostenfrei einen neuen Impfpass.

Welche Impfungen bezahlt die Barmer?

Die Barmer kommt für alle Impfungen auf, die in der sogenannten Schutzimpfungs-Richtlinie aufgeführt sind. Versicherte haben einen Anspruch auf diese Impfungen. Festgelegt wird die Richtlinie vom Gemeinsamen Bundesausschuss, der von der Ständigen Impfkommission, kurz STIKO, am Robert-Koch-Institut in Berlin, beraten wird. Die STIKO empfiehlt dabei wichtige Impfungen.

Die Barmer trägt die Kosten für Schutzimpfungen bereits dann, wenn sie von der Ständigen Impfkommission empfohlen sind. Barmer-Versicherte müssen daher nicht warten, bis die Leistung in der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgenommen wird.

Die Barmer übernimmt auch Ihre Reiseschutzimpfung

Um sich auf Auslandsreisen zu schützen, empfiehlt die Barmer Schutzimpfungen gegen landestypische Krankheitsrisiken, die ebenfalls in den Impfpass aufgenommen werden. Diese Reiseschutzimpfungen werden von den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Als Mitglied der Barmer profitieren Sie jedoch von der Kostenübernahme in Höhe von 100 Prozent für Ihre Reiseschutzimpfung.

Kann ich meine Impfdokumentation bei der Barmer auch digital speichern?

Organisieren Sie Ihre Impfungen und die Ihrer Familie einfach über den Barmer Gesundheitsmanager. Lassen Sie sich vom Impfplaner bequem an alle empfohlenen Impfungen erinnern, sowie daran, wann die nächste Impfung ansteht. So versäumen Sie keine Auffrischimpfung und sind zuverlässig geschützt.

Ich habe meinen Impfpass verloren: Wo bekomme ich einen neuen Impfausweis her?

Wer seinen Impfausweis verloren hat, erhält einen neuen kostenlosen Ausweis bei der Hausärztin oder dem Hausarzt. Sie können viele der erfolgten Impfungen in der Regel problemlos im neuen Impfausweis nachtragen lassen. Denn diese müssen in die Patientenakte eingetragen und dort mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden.
Doch was gilt bei unklarem Impfstatus, wenn sich also nicht mehr rekonstruieren lässt, welche bisherigen Impfungen man erhalten hat? Dann gilt: Nicht dokumentierte Impfungen werden als nicht durchgeführt erachtet. Und das heißt, alle von der STIKO empfohlenen Impfungen sollten nachgeholt werden. Gesundheitliche Risiken durch eine „Überimpfung“ bestehen in diesem Fall nicht.

Tipp: Damit Sie den Impfpass bei Bedarf nicht lange suchen müssen oder gar verlieren, bewahren Sie ihn mit anderen wichtigen Unterlagen wie etwa Geburtsurkunde, Versicherungspolicen oder Steuernummer auf. Am besten ist es jedoch, wenn Sie den Impfausweis - ähnlich dem Personalausweis - immer dabei haben, insbesondere dann, wenn Sie auch Einträge im Notfallausweis vorgenommen haben.

Wie funktioniert das mit dem Impfnachweis nach erfolgter Corona-Impfung?

Auch die COVID-19-Schutzimpfung wird in Ihrem Impfpass dokumentiert. Sollten Sie den Impfausweis nicht mehr finden können, so können Sie dennoch zur Impfung gehen. Dann wird in einem Ersatzdokument dokumentiert, wann die Impfung stattfand und welcher Impfstoff verabreicht wurde.

Für nachweislich gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten mit Blick auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum Teil andere Bestimmungen als für nicht Geimpfte. Die wichtigsten Antworten zur Impfung gegen das Coronavirus haben wir hier zusammengetragen.

Löst der digitale Impfnachweis das gelbe Papierheft ab?

Nein, der gelbe Impfpass auf Papier bleibt weiter gültig. Einen digitalen Impfpass, der alle Impfungen dokumentiert und international gültig ist, gibt es derzeit nicht. Die Bundesregierung plant, einen europaweit gültigen Impfnachweis einzuführen. In einem ersten Schritt hat sie hierzu einen digitalen Impfnachweis für die COVID-19-Schutzimpfung umgesetzt. Ein QR-Code dient hier als digitaler Impfnachweis. Diesen erhalten geimpfte Personen auf verschiedenen Wegen. Alle Informationen zum Impfnachweis und Stand des digitalen Impfpasses veröffentlicht die Bundesregierung auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Warum ich lieber kein Foto im Impfpass von meiner Corona-Impfung in Sozialen Medien oder Messenger-Diensten teilen sollte

Bei allen Impfeinträgen handelt es sich um Ihre persönlichen Gesundheitsdaten. So sehr die Freude über eine  COVID-19-Schutzimpfung verständlich ist, lautet unser Rat: Behandeln Sie Ihre Gesundheitsdaten immer vertraulich, um Missbrauch zu verhindern. Darüber hinaus können Daten wie die Chargennummer des Impfstoffes oder Stempel der Arztpraxis von Fälschern missbraucht werden.

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Webcode: a004965 Letzte Aktualisierung: 26.11.2019
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