Weizenallergie und neue Allergieformen

Bei Kindern zählt die Weizenallergie zu den häufigen Lebensmittelallergien. Neue Nahrungsmittel bescheren uns zudem bisher unbekannte Allergieauslöser. Wir reagieren jedoch auch empfindlicher, wenn belastende Faktoren hinzukommen – wie bei der besonderen Weizenallergie WDEIA.

Fröhliche Männer beim Essen

Symptome für Allergien

Immer mehr Menschen leiden an Lebensmittelallergien: Laut dem Deutschen Allergiebund sind bereits sechs Prozent aller Kinder und drei Prozent der Erwachsenen betroffen – Tendenz steigend! Inzwischen sind mehr als 1.000 verschiedene Allergieauslöser bekannt. Bei Säuglingen sind es oft Kuhmilch und Hühnerei. Im Kindesalter kommen dann Weizen, Nüsse und Fisch hinzu. Und Erwachsene reagieren häufig auf rohe Obst- und Gemüsesorten. Die allergischen Reaktionen auf diese Nahrungsmittel sind ebenfalls vielfältig. Sie rufen nicht nur Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall hervor. Auch Juckreiz, Hautrötungen, Nesselsucht, Niesanfälle, Atemnot, Husten oder Schwindel sind möglich – bis hin zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch, dem anaphylaktischen Schock.

Die Weizenallergie

Über die Nahrung aufgenommen sorgt Weizen öfter für allergische Reaktionen als seine Pollen – besonders bei Kindern. Hier zählt die Weizenallergie zu den häufigen Nahrungsmittelallergien. Im Erwachsenenalter tritt die Allergie seltener auf. Meist handelt es sich dann um sogenannte Kreuzreaktionen mit einer Allergie auf Getreide- oder Gräserpollen (Heuschnupfen). Typische Anzeichen eine Weizenallergie sind Verdauungsbeschwerden, Neurodermitis, Nesselsucht oder Atembeschwerden. Aber auch Müdigkeit, Erbrechen und Konzentrationsschwäche sind möglich. Ein bekannter Auslöser für die Weizenallergie ist übrigens ein spezielles Protein (Alpha Purothionin Tri a 37), das auch in Roggen und Gerste enthalten ist.

Bei der Diagnose Weizenallergie sollten Betroffene auf jeden Fall ihre Ernährung umstellen. Leider muss oft nicht nur der Weizen, sondern auch verwandtes Getreide wie Dinkel oder Grünkern vom Speiseplan gestrichen werden.

Die neue Weizenallergie WDEIA

Seit wenigen Jahren tritt besonders bei jungen Menschen eine Sonderform der Weizenallergie auf: Die "Wheat Dependent Exercise Induced Anaphylaxis", kurz WDEIA. Allergische Reaktionen sind jedoch nur in Kombination mit körperlicher Anstrengung oder auch Alkohol zu beobachten. Essen Betroffene bis zu zwei Stunden vorm Sport zum Beispiel ein Weizenbrötchen, kann dies Herzrasen, Schwindel oder schlimmstenfalls einen allergischen Schock auslösen. Selbst kleinste Mengen Weizen reichen dafür aus. Da Bewegung den ph-Wert im Magen senkt, werden die Proteine schneller aufgenommen und lösen Allergien aus. So steigert der Faktor Aktivität eine vorliegende Empfindlichkeit gegen den Weizen.

Allergien gegen Soja und tropische Früchte

Dass immer mehr Menschen an Lebensmittelallergien leiden, liegt zum einen daran, dass sich die Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahren durch eine größere Vielfalt an Lebensmitteln verändert haben. So treten hierzulande auf einmal Allergien beim Verzehr von tropischen Früchten (Litschi, Drachenfrucht, Acerolakirsche), Soja, Lupinenmehl oder bisher wenig bekannten Fischsorten auf. Dadurch gibt es auch immer mehr Kreuzallergien mit bestimmten Baum- und Gräserpollen. Kaum jemand weiß zum Beispiel, dass viele Birkenpollen-Allergiker auch auf Sojaeiweiße reagieren, da sich die Strukturen der Moleküle sehr ähneln. Und somit kann ein gesundes Lebensmittel wie Soja für empfindliche Menschen zur Gesundheitsgefahr werden.

Aber auch Umweltverschmutzungen und Innenraumschadstoffe wie vermehrte Schimmelpilze haben die Bereitschaft unseres Immunsystems für allergische Reaktionen deutlich erhöht. Stress kann ebenfalls bestimmte Immunprozesse verstärken, zum Beispiel Neurodermitis.

Hilfe bei Lebensmittelallergien

Betroffene sollten immer versuchen, mögliche Allergieauslöser in ihrer Ernährung zu bestimmen und diese dann meiden. Hilfe kann auch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) gegen Pollenallergien bieten, da diese eventuelle Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln ebenfalls positiv beeinflusst.

Die Barmer übernimmt für Ihre Mitglieder nach ärztlicher Verordnung die Kosten einer Hyposensibilisierung.

 

Qualitätssicherung:

  • Micaela Schmidt, Diplom-Oecotrophologin

Quellen:

Webcode dieser Seite: a001191 Autor: Barmer Erstellt am: 10.06.2016 Letzte Aktualisierung am: 07.12.2016
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