Die Wirkung von Aromaölen

Ätherische Düfte beleben oder helfen beim Einschlafen. In einigen Kliniken wird die Aromatherapie sogar zur unterstützenden Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Doch Vorsicht: Es gibt auch Duftstoff-Allergien.

Wirkung von Aromaölen

Bereits vor über 1.000 Jahren wurden Blüten und Kräuter destilliert, um ätherische Öle zu gewinnen: Als duftende Parfüme, aber auch für medizinische Zwecke. So wurde Lavendelöl zur Heilung von Verbrennungen verwendet. Heute erforschen Chemiker und Zellphysiologen die therapeutische Wirkung pflanzlicher Duftstoffe auf bestimmte Krankheiten.

Ätherische Öle in der Natur

Die Aromatherapie nutzt ätherische Öle gezielt zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens – nicht nur als Raumduft, sondern auch zur Massage, Inhalation oder im Badewasser. Die Duftstoffe der Pflanzen sind eigentlich Kohlenwasserstoffverbindungen, die produziert werden, um Insekten zur Bestäubung anzulocken oder Tiere davon abzuhalten, ihre Blüten zu fressen. Es gibt also sowohl angenehme Lockdüfte als auch Bitterstoffe, die ungenießbar machen sollen. Durch die Duftmoleküle können Pflanzen sich aber nicht nur vor Tieren, sondern auch vor Hitze oder Kälte schützen. Eine intensive Schutzschicht aus ätherischen Ölen filtert beispielsweise Sonnenstrahlen und bewahrt die Blätter vor Austrocknung. Manche Pflanzen produzieren sogar ätherische Öle mit antibiotischer Wirkung. Besonders Öle aus Zimtrinde, Zitronengras und Thymian wirken offenbar antibakteriell – und werden daher in der Aromatherapie als Kapsel eingenommen oder inhaliert. Das Problem: Bei vielen Ölen sind noch längst nicht alle Inhaltsstoffe bekannt. Daher ist es schwierig, den positiven Effekt der Wirkweise einzelner Substanzen zuzuordnen. Denn Rosenöl enthält zum Beispiel 550 unterschiedliche, pflanzliche Inhaltsstoffe, von denen über 100 nicht identifiziert sind. 

Wirkung der Aromatherapie auf Krankheiten

Die Therapie mit pflanzlichen Ölen wird weltweit untersucht. Studien an der Ruhr-Universität Bochum fanden 2010 zum Beispiel heraus, dass der nach Jasmin riechende Duftstoff "Gardenia Acetal" schlaffördernd auf die Gehirnzellen wirkt – und zwar nach den gleichen molekularen Mechanismen wie Beruhigungsmittel. Auch bei psychischen Erkrankungen können natürliche Öle möglicherweise helfen: So zeigen Untersuchungen eine positive Wirkung von Lavendelöl bei Angststörungen. Zurzeit starten zudem Studien, um die toxische Wirkung von 50 ätherischen Ölen auf Krebszellen zu untersuchen. Es gibt einige Hinweise, dass Aromadüfte helfen könnten, Krankheiten teilweise zu lindern. Doch noch ist die Wirkung auf den Menschen bei bestimmten Krankheiten nicht eindeutig belegt. Aromatherapien sollten daher lediglich zur Unterstützung einer Behandlung eingesetzt werden.

Aromadüfte zur Entspannung

Zur allgemeinen Entspannung oder Stressreduktion werden häufig Düfte wie Lavendel, Rosmarin oder Vanille eingesetzt. Denn das Einatmen solcher Raumdüfte löst auch Emotionen aus, die das Wohlbefinden positiv beeinflussen. Rosmarinöl ist zudem als Massagemittel beliebt, da es wärmende und durchblutungsfördernde Eigenschaften besitzt. Da die Flüchtigkeit der ätherischen Öle bei steigender Temperatur zunimmt, sind Duftlampen hierfür gut geeignet. Die meisten Öle entwickeln ihren angenehmen Duft zwischen 40ºC und 50ºC.

Vorsicht bei Duftstoffallergien

Ätherische Öle können aber auch allergische Reaktionen auslösen. Duftstoffe sind sogar die zweithäufigsten Auslöser von Allergien. So können bei Asthmatikern oder empfindlichen Personen gesundheitliche Beschwerden durch luftgetragene Duftstoffe auftreten. Sollten bei der Anwendung von ätherischen Ölen also Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Atembeschwerden auftreten, sind diese besser zu meiden.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion der Barmer
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Ärztin

Quellen


 


 

Webcode dieser Seite: a001532 Autor: Barmer Erstellt am: 13.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 13.12.2016
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