Ein Vater spielt mit seinem Sohn ein Computerspiel.
E-Sport und Gaming

Gaming für die Gesundheit? Diese Auswirkungen haben Videospiele

Lesedauer unter 13 Minuten

Redaktion

  • Michaela Hövermann

Qualitätssicherung

  • Tanja Peschel (Master of Science Molekulare Medizin, medproduction GmbH)
  • Dr. med. Martin Waitz (Arzt, medproduction GmbH)

Videospiele begeistern Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter – mit negativen wie positiven gesundheitlichen Folgen. Forschungen zeigen, dass Gaming bei bestimmten Krankheiten helfen kann. Wir beschreiben, wie Menschen von Videospielen profitieren können, die beispielsweise an Krebs erkrankt sind, unter Einsamkeit oder Gedächtnisverlust leiden, aber auch, wo Gefahren beim Gaming lauern.

Eine Studie des Digitalverbandes Bitkom zeigt: Jeder zweite Mensch in Deutschland zockte im Jahr 2021 zumindest gelegentlich Videospiele.

Gaming ist längst kein Nischenphänomen mehr:

  • In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen zockten 81 Prozent Videospiele.
  • Bei den 30- bis 49-Jährigen waren es 67 Prozent.
  • Bei Menschen zwischen 50 und 64 Jahren waren es 40 Prozent.
  • Das Schlusslicht bildeten Menschen ab 65 Jahren. Und doch: Immerhin 18 Prozent von ihnen tauchten zumindest gelegentlich in virtuelle Welten ein.

Die Zahlen steigen seit Jahren. Während der Corona-Pandemie hat sich die Spielzeit von durchschnittlich fünf Stunden pro Woche auf zehn Stunden verdoppelt. Auffällig ist, dass es bei der Auswahl der Games 2021 kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab. Frauen (63 Prozent) und Männer (64 Prozent) spielten zu gleichen Teilen Action-Spiele und Ego-Shooter. 59 Prozent widmeten sich Fitness- und Bewegungsspielen. Lernspiele standen bei 54 Prozent der Befragten auf dem Programm. Über ein Drittel, 37 Prozent, beschäftigte sich mit Simulationsspielen.

Zu den Vorteilen gehört die Erholungsfunktion bei Videospielen: Beinahe zwei Drittel nutzten sie, um vom Alltag abzuschalten.

Einfluss von Videospielen auf Kinder

Viele Eltern machen sich Sorgen über den Einfluss von Videospielen auf ihre Kinder. Sie befürchten, dass Zocken Aggressionen und soziale Isolation fördert. Manche sorgen sich, dass ihr Kind durch lange Spielzeiten am Rechner oder an der Konsole spielsüchtig werden könnte. Allerdings ist Gaming nicht gleichbedeutend mit Spielsucht – selbst wenn es wie beim E-Sport einen Großteil des Tages einnimmt.

Ab wann wird Gaming zur Sucht?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das exzessive Spielen von Videospielen (Gaming Disorder) 2018 als psychische Erkrankung anerkannt.
Nach dieser Definition liegt eine Computerspielsucht vor, wenn Gamerinnen und Gamer andere Interessen und tägliche Aktivitäten hinter dem Spielen zurückstellen, sie keine Kontrolle mehr über die Häufigkeit und Dauer des Spielens haben und wenn sie das exzessive Spielen fortsetzen, obwohl negative Konsequenzen drohen.
Erst wenn sich dieses Verhalten über mindestens zwölf Monate hinweg zeigt und Gaming das Familienleben, die Ausbildung oder die Arbeit gravierend beeinträchtigt, kann von einer Computerspielsucht ausgegangen werden.

Fakt ist: Menschen, die täglich mehrere Stunden mit Videospielen verbringen, haben weniger Zeit für Aktivitäten im realen Leben, beispielsweise um klassischen Sportarten nachzugehen oder sich mit Gleichgesinnten in der realen Welt zu treffen.

Weitere mögliche negative Folgen des Zockens:

  • Schlafschwierigkeiten: Das blaue Bildschirmlicht des Handys oder Monitors kann dazu führen, dass Gamerinnen und Gamer schlechter schlafen. Es blockiert die Freisetzung des schlaffördernden Hormons Melatonin.
  • Körperliche Beschwerden: Intensives Spielen oder E-Sport kann zu körperlichen Beschwerden wie einem Mausarm, einem Gamer-Daumen, Rückenschmerzen und Haltungsschäden führen. Durch ergonomisches Gaming-Equipment lässt sich diesen Beschwerden teils entgegenwirken.
  • Bewegungsmangel und Sportverletzungen: E-Sport findet überwiegend im Sitzen statt. Gefordert sind vor allem die Augen, der Rücken und die Hände. Profis bringen es auf bis zu 400 Tastenaktionen pro Minute. Die einseitige Belastung kann zu Verletzungen führen. Bewegung und Sport können dabei helfen, auch andere Muskeln zu trainieren und Rückenschmerzen vorzubeugen.

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Machen Videospiele aggressiv?

Das Zocken von gewaltverherrlichenden Videospielen wirkt sich laut einer Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf auf erwachsene Gamer nicht negativ aus. Eine Zunahme der Aggressivität kann demnach von wissenschaftlicher Seite nicht festgestellt werden.

Die Ökonomin Agne Suziedelyte von der City University London kommt zu dem Ergebnis, dass gewaltverherrlichende Spiele bei jungen, männlichen Gamern ebenfalls nicht zu mehr Gewalt gegen Menschen im realen Leben führen.

Auch eine Langzeitstudie von Sarah Coyne und Laura Stockdale, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 23 Jahren in den Blick nimmt, kann keinen Zusammenhang von Videospielen und gewalttätigem Verhalten erkennen.

Die gute Nachricht ist: Gaming macht nicht automatisch aggressiv. Ganz allgemein sind Videospiele mit Blick auf das Wohlbefinden weder als „gut“ noch als „schlecht“ einzustufen. Es kommt unter anderem auf die individuelle Motivation an, die hinter dem Gaming steckt. Weitere äußere Einflüsse, die eine Rolle spielen können, sind die körperliche Aktivität der Gamerinnen und Gamer, die soziale Interaktion und das Vorhandensein von Gewalt. Auch Vorerkrankungen wie Depressionen können eine Variable sein. Einflussfaktoren dieser Art entscheiden häufig darüber, ob vermehrte Aggression und Gaming miteinander einhergehen.

Gaming und Gesundheit: Computerspiele für den therapeutischen Einsatz

Viele Videospiele dienen in erster Linie der Unterhaltung. Aber es gibt auch sogenannte „Serious Games“, ernsthafte Spiele. Dabei steht etwas anderes als Unterhaltung, Freizeitbeschäftigung oder E-Sport im Mittelpunkt. Serious Games versuchen beispielsweise, Verhaltensänderungen anzustoßen, Wissen zu vermitteln oder die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu lenken.

Eine Untergruppe der Serious Games bilden die sogenannten „Games for Health“ oder „Health Games“, Spiele für die Gesundheit.

Für Health Games gibt es die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. Dazu zählen:

  • Digitale Spiele für Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, mit denen sie das richtige Verhalten in Notfällen – etwa bei der Beatmung von Neugeborenen oder Bluttransfusionen – trainieren können
  • Games, die etwa an Krebs oder Diabetes erkrankten Menschen Informationen vermitteln, Therapiemöglichkeiten erklären oder bei der Auseinandersetzung mit der Erkrankung helfen
  • Spiele, die zu einer gesunden Lebensweise und mehr Fitness anregen
  • Videogames, die Rehabilitationsmaßnahmen unterstützen
  • Games, die helfen, Depressionen besser zu verstehen
  • Spiele, mit denen Seniorinnen und Senioren geistig wie körperlich fit bleiben, wie die Angebote der memoreBox von RetroBrain

Krebs, ADHS, Schlaganfall oder Depressionen: Games for Health können bei einer Vielzahl von Erkrankungen wertvolle Unterstützung leisten.

Mit Serious Games erwerben Menschen Wissen und setzen sich mit anspruchsvollen Themen wie Krankheiten, Krieg oder Umweltschutz auseinander. Durch ihre Rolle im Game haben sie Erfolgserlebnisse. Das wiederum wirkt sich positiv auf ihr Selbstwertgefühl aus: Durch Erfolge im Videospiel erleben sich Menschen als kompetent und widerstandsfähig.

Im Bereich der Health Games stehen medizinische und gesundheitsfördernde Inhalte im Vordergrund. Das Zocken nützt einerseits medizinischen Fachkräften, die ihre Weiterbildung dadurch auflockern und vereinfachen können. Andererseits profitieren Patientinnen und Patienten davon, wenn Videospiele ergänzend zu ihren Therapien eingesetzt werden.

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Positive Auswirkungen von Videospielen

Der Spieltrieb ist den Menschen angeboren. Kinder erschließen sich die Welt auf spielerische Weise. Dabei spielt Spaß eine große Rolle. Wer positive Gefühle bei der Aufnahme neuer Informationen erlebt, lernt effektiver. Es kommt zu einer Ausschüttung des Glückshormons Dopamin, was einen Motivationsschub auslöst. Darum ist der positive Einfluss von Videospielen auf Kinder und Jugendliche – aber auch auf erwachsene Gamerinnen und Gamer – nicht zu unterschätzen.

Manche Vorteile des Zockens zeigen sich bei Computerspielen, die der Unterhaltung dienen. Computerspiele konfrontieren uns mit unterschiedlichen Herausforderungen. Diese sind nur mit bestimmten Kompetenzen und Fertigkeiten zu bewältigen, die durch das Spielen gestärkt werden können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Kognitive Kompetenzen wie logisches Denkvermögen und die Fähigkeit zur Problemlösung
  • Sensomotorische Fähigkeiten, etwa eine schnelle Reaktionsfähigkeit und eine gute Hand-Auge-Koordination
  • Soziale Kompetenzen wie Teamwork und Empathie, insbesondere bei Mehrspieler-Games
  • Technikkompetenz durch den Umgang mit technischen Geräten wie Laptop, Tablet und PC
  • Persönliche Kompetenzen wie Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz, wenn im Game nicht alles auf Anhieb gelingt

In der realen Welt stoßen virtuelle Spiele Gespräche an und verstärken das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Gaming und E-Sport verbinden Menschen über Geschlechter, Generationen und Kulturen hinweg und bieten im Freundeskreis, in der Familie und in der Schule zahlreiche Austausch- und Lernmöglichkeiten.

Die memoreBox trainiert das Gedächtnis und die Beweglichkeit in Seniorenheimen

Die memoreBox von RetroBrain ist eine Spielekonsole speziell für ältere Menschen. Sie kommt in (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen zum Einsatz: Pflegebedürftige Frauen und Männer trainieren damit ihr Gedächtnis und ihre körperliche Beweglichkeit.

Die Steuerung der Videospiele erfolgt über einfache Gesten und Bewegungen. Ein Controller ist nicht nötig. Auf diese Weise können auch Menschen mit Bewegungseinschränkungen virtuelle Games spielen und von den Vorteilen des Zockens profitieren. Zu den Spielangeboten gehören beispielsweise Sportarten wie virtuelles Fahrradfahren, Tanzen, Karaoke oder Kegeln.

Die Barmer hat die Pilotphase der memoreBox über vier Jahre hinweg exklusiv begleitet. Getestet wurden die präventiven und gesundheitsförderlichen Aspekte von therapeutischen Videospielen in Deutschlands größtem Seniorenzentrum, dem Hospital zum Heiligen Geist in Hamburg.

Die Einsatzgebiete der Spielekonsole in Pflegeeinrichtungen sind vielfältig:

  • Sturzprävention: Das gezielte Training der Muskulatur, der Koordination und des Gleichgewichts verbessert die Gangsicherheit und die Standfestigkeit. Das kann dazu beitragen, Stürze zu verhindern.
  • Muskeltraining: Das Spielen mit der Konsole macht Spaß und fördert die Freude an der Bewegung. Die Seniorinnen und Senioren setzen ihren Körper ein. Das kommt ihrer Beweglichkeit und ihrem Wohlbefinden zugute.
  • Soziale Kontakte: Das Spielen ist allein, aber auch zu zweit oder in der Gruppe möglich. Die Kommunikation mit anderen Menschen wirkt Vereinsamung und Isolation entgegen. Auch das gemeinsame Lachen gehört zu den positiven Auswirkungen der Videospiele.
  • Mentale Gesundheit: Manche Spiele trainieren das Gedächtnis, verbessern die Auffassungsgabe und die Reaktionsschnelligkeit. Das hilft Menschen im Seniorenalter dabei, mental fit zu bleiben.

Vorteile des Zockens: Die Selbstkontrolle wächst und der Alterungsprozess des Gehirns verlangsamt sich

Bei älteren Menschen nimmt die Fähigkeit zur Selbstkontrolle (Inhibition) häufig ab. In einem Experiment konzentrierte sich die Neurowissenschaftlerin Simone Kühn, die für das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung tätig ist, auf Frauen und Männer zwischen 62 und 78 Jahren. Diese sollten üben, Fehlhandlungen zu korrigieren.

Dazu spielten 20 Testpersonen zwei Monate lang jeden Tag für 15 Minuten ein Game, bei dem es darum ging, zwischen erlaubten und verbotenen Dingen zu unterscheiden: Die Gamerinnen und Gamer sollten dabei erlaubte Dinge vom virtuellen Büfett nehmen und auf ihrem Teller platzieren.

Eine aktive Kontrollgruppe nutzte in dieser Zeit ein anderes Computerprogramm zum Training der geistigen Leistungsfähigkeit. Eine zweite, passive Kontrollgruppe spielte gar nicht.

Die Beurteilung der Inhibitionsfähigkeit und die Untersuchung der Hirnstruktur mit struktureller Magnet-Resonanz-Tomografie (sMRT) zeigten erstaunliche Resultate: Die Mitglieder der Trainingsgruppe hatten ihre Fähigkeit zur Inhibition verbessert. Außerdem war der Anteil der Hirnrinde (Kortex), der die Inhibition steuert, gewachsen.

Je mehr Spielerfahrung die Versuchspersonen bekamen, desto stärker zeigte sich die Hirnstrukturveränderung. Durch das regelmäßige Spielen von Videospielen können Seniorinnen und Senioren diesen Aspekt der Alterung also messbar verlangsamen.

Positive Auswirkungen von Videospielen: Actionspiele verbessern das Sehvermögen

Ego-Shooter (Actionspiele, bei denen Spielende aus der Ich-Perspektive virtuelle Gegner mit unterschiedlichen Waffen abschießen) gelten als gewaltverherrlichend. Allerdings fanden Forscherinnen und Forscher heraus, dass sich verschiedene Aspekte des Sehvermögens der Gamerinnen und Gamer beim Zocken dieser Spiele verbesserten. Games dieser Art könnten sogar als Augentraining eingesetzt werden.

Weitere Auswirkungen von Videospielen: Gaming verbessert das räumliche Denken

Für eine Studie hat die Neurowissenschaftlerin Simone Kühn mit Jürgen Gallinat (Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus) 62 Männer zwischen 20 und 45 Jahren mit wenig oder komplett ohne Videospielerfahrung zwei Monate lang Videospiele spielen lassen.

Im MRT schaute sich das Forscherteam um Kühn die Gehirne der Probanden an. Das Ergebnis: Die graue Substanz des Gehirns im sogenannten entorhinalen Kortex, der für das räumliche Denken des Menschen eine wichtige Rolle spielt, vergrößerte sich. Je mehr Spielerfahrung die Männer hatten, desto ausgeprägter war die graue Masse.

Die eindrucksvollsten Veränderungen zeigten die Männer, die Logik- und Puzzle-Spiele wie „Tetris“, „Minesweeper“ und „Professor Layton“ oder Jump-and-Run-Spiele wie „Super Mario 64“, „Sonic“ beziehungsweise „Mega Man“ gezockt hatten. Bei actionorientierten Games war der Effekt weniger stark ausgeprägt.

Bei anschließenden Tests zeigten die Versuchsteilnehmer ein besseres räumliches Denken. Beispielsweise brauchten sie eine Landkarte nicht zu drehen, um sich zu orientieren.

Gaming stärkt die mentale Gesundheit: Videospiele können bei Depressionen und Gefühlen der Einsamkeit helfen

Erfolgserlebnisse bei Videospielen setzen Glückshormone frei: Der Dopamin-Ausstoß verbessert die eigene Stimmung. Viele Spiele finden gemeinsam mit anderen statt. Das bedeutet, dass die Gamerinnen und Gamer online miteinander sprechen und sich dadurch verbunden fühlen. Wer sich regelmäßig mit einer bestimmten Gruppe von Menschen trifft, erlebt sich als Team.

Die Spieler bewegen sich gemeinsam durch die virtuelle Welt, unterstützen sich und verzeichnen Erfolgserlebnisse. Das kann Gefühlen der Einsamkeit entgegenwirken, auch wenn die kooperativen Games in erster Linie der Unterhaltung dienen und keinen speziellen therapeutischen Ansatz verfolgen.

Für manche Menschen bedeutet das Zocken eine wichtige Stütze im Alltag. Das Videospiel „Sea of Solitude“ macht die Einsamkeit selbst zum Thema: Die Gamerinnen und Gamer bewegen sich durch eine einsame Welt voller Ungeheuer, in der sich ihre Figur behaupten muss.

Menschen, die unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen leiden, können davon profitieren, sich in Videospielen mit Versagensängsten und Einsamkeit zu beschäftigen. Das Spiel nimmt ein positives Ende und zeigt: Ängste lassen sich überwinden, genau wie die Einsamkeit.

Gleichzeitig macht „Sea of Solitude“ die Krankheit für andere ein Stück weit erlebbar. Dies kann das Verständnis für psychische Erkrankungen fördern.

Gaming wirkt schmerzlindernd: Wie E-Sport Gesundheit und Regeneration unterstützt

Ein spanisches Forscherteam zeigte in einer Studie mit 19 an Krebs erkrankten Kindern, dass sich das Spielen von Videospielen positiv auf die Schmerzwahrnehmung auswirkt. Die Mädchen und Jungen litten unter Mukositis, einer schmerzhaften Entzündung der Mundschleimhaut. Dabei handelte es sich um eine Nebenwirkung der Chemotherapie.

Das Ergebnis: Wenn die Kinder Videospiele spielen durften, brauchten sie ungefähr 20 Prozent weniger Schmerzmittel als an den Tagen, an denen sie keinen Zugang zu Computerspielen hatten. Außerdem zeigten sich Hinweise auf eine mögliche Verbesserung der körperlichen Erholung.

Die durchschnittliche Spielzeit lag bei 2,3 Stunden. An diesen Tagen sank der Morphinverbrauch und sie brauchten weniger zusätzliche Schmerzmittel. Den Kindern half es, in virtuelle Welten einzutauchen und sich zumindest vorübergehend von der Realität abzulenken.

Fazit: Videospiele und Gesundheit: Gaming kann einen positiven Beitrag leisten

Grundsätzlich gilt: Es gibt negative Auswirkungen von Videospielen, die keinesfalls vernachlässigt werden dürfen. Wer aktiv E-Sport betreibt oder exzessiv spielt, sollte auch an den körperlichen Ausgleich denken. Bewegung und Sport hilft dabei, die Muskeln zu kräftigen und Verletzungen beim Zocken zu vermeiden.

Zudem sollte dringend vermieden werden, in eine Gaming-Sucht abzugleiten. Für einen gesunden Umgang mit dem Hobby Gaming ist es wichtig, die Spielzeiten im Auge zu behalten. Ein gutes Zeitmanagement kann dabei helfen. Bei Kindern und Jugendlichen beispielsweise lohnt es sich, klare Regeln für die Zeit aufzustellen, die sie vor dem Bildschirm verbringen dürfen, um zu verhindern, dass sich eine Computerspielsucht entwickelt.

Eine einfache Faustregel für die maximale Bildschirmnutzungszeit eines Kindes liefert die Orientierung am Alter. Ist das Kind beispielsweise zehn Jahre alt, darf es in der Freizeit maximal zehn Stunden in der Woche mit digitalen Medien verbringen. Bei 15-Jährigen beträgt die maximal empfohlene Bildschirmzeit entsprechend 15 Stunden.

Eltern sollten gezielt eingreifen, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Kind nicht mehr vom Spielen loskommt. Woran Eltern das erkennen, wie sie sich dabei am besten verhalten und wie eine solche Sucht überhaupt entstehen kann, verrät der Psychologe Klaus Wölfling. Die gute Nachricht: Nicht jedes exzessive Spielen ist einer Gaming-Sucht gleichzusetzen.

Doch das Zocken kann auch zahlreiche Vorteile für die mentale und körperliche Gesundheit mit sich bringen – unabhängig davon, ob Gamerinnen und Gamer sich auf das Spielen von Videospielen zur Unterhaltung oder Health Games konzentrieren: Beim Spielen sorgen Erfolgserlebnisse für die Ausschüttung von Dopamin. Das Videospiel kann dem Tag eine Struktur geben und Halt im Alltag bieten. Das Gaming beziehungsweise der E-Sport mit anderen fördert die Kommunikation und wirkt der Einsamkeit entgegen.

Die wissenschaftliche Forschung gibt einen ersten Einblick, welche Erfolge mit Videospielen möglich sind:

  • Das Gedächtnis und das räumliche Denkvermögen verbessern sich.
  • Die körperliche Beweglichkeit bleibt bei Seniorinnen und Senioren länger erhalten und ihre Lebensqualität steigt.
  • Ego-Shooter erhöhen die Sehfähigkeit.
  • Das Gaming wirkt Einsamkeit und Depressionen entgegen.
  • An Krebs erkrankte Kinder brauchen dank Videospielen weniger Schmerzmittel.
  • Ältere Menschen trainieren beim Zocken ihre Fähigkeit zur Selbstkontrolle.

Eltern und Jugendliche für Studie gesucht

Res@t ist ein digitales Trainingsprogramm, das als App auf dem Smartphone oder Tablet genutzt werden kann. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren, die Computer- und Konsolenspiele, Soziale Medien und/oder Streaming-Dienste in einem übermäßigen oder unkontrollierten Ausmaß nutzen. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit einer Medienbezogenen Störung (MBS) und deren Familien eine bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Im Rahmen der Studie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf können Kinder, Jugendliche und ihre Eltern kostenlos am app-basierten Trainingsprogramm Res@t teilnehmen.

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