Coronavirus

Optimierung der Impfstrategie - BARMER Institut legt Modell vor

Lesedauer unter 2 Minuten
Phiolen mit Impfstoff

Autor

Barmer Internetredaktion
Inhaltsverzeichnis

Die Corona-Pandemie schränkt die Gesellschaft seit nun mehr als einem Jahr stark ein. Mittlerweile stehen in Deutschland bereits zugelassene Impfstoffe zur Verfügung, die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie geben. Angesichts der begrenzten Produktionskapazitäten zur Herstellung des Impfstoffs steht in den ersten Monaten jedoch deutlich weniger Impfstoff zur Verfügung, als von der Bevölkerung nachgefragt wird. Das führt zu der Frage: „Wie kann der vorhandene Impfstoff zu Beginn so auf die Bevölkerung verteilt werden, dass der Nutzen für die Gesellschaft möglichst hoch ist?“ Um eine Antwort zu finden, hat das Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung jetzt einen Vorschlag unterbreitet.

Priorisierung der Impfungen zielgerichteter gestalten

Mit der Coronavirus-Impfverordnung (ImpfVO) hat die Bundesregierung die Impfreihenfolge für die gesamte Bevölkerung grob festgelegt (Bundesministerium für Gesundheit 14.12.2020), indem sie vier Gruppen mit absteigender Priorität definiert hat. Jeder Einwohner wird einer Gruppe zugeordnet. Die definierten Gruppen umfassen aber zwischen knapp 10 Mio. und über 30 Mio. Personen und stellen daher nur den ersten Schritt einer Impfstrategie dar.

„Ende Januar sind erst zwei Prozent der Bevölkerung einmal geimpft. Wenn der Gesundheitsminister das Ziel, jedem Impfwilligen bis zum Sommer ein Impfangebot zu machen, erreichen will, muss das Tempo deutlich erhöht werden. Mit dem vorliegenden Modell kann jedoch die Impfreihenfolge so verbessert werden, dass durch das frühzeitigere Impfen der besonders Gefährdeten Todesfälle vermieden werden können“, so Institutsleiter Uwe Repschläger.

Das Paper des bifg stellt ein Modell vor, das in der Lage ist, das Hospitalisierungs-, Beatmungs- bzw. Versterberisiko aufgrund diverser Vorerkrankungen zu konkretisieren und so zielgenauer zu priorisieren. Es kann einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Impfstrategie und zur Erreichung der Impfziele leisten. Die Berücksichtigung individueller Risiken ermöglicht ein frühzeitigeres Impfangebot an besonders gefährdete Menschen. Damit können Todesfälle und Hospitalisierungen verringert werden. Mit dem gewählten Ansatz ließe sich ein präzisiertes bevölkerungsweites Vorgehen bei der Impfung umsetzen, zum Beispiel durch ein gezielteres Einladungssystem.

Schwere Krankheitsverläufe vermeiden

Der Nutzen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen ergibt sich dabei insbesondere aus der Vermeidung der unmittelbaren negativen Folgen, die häufig mit Corona-Infektionen verbunden sind – schweren Krankheitsverläufen mit der Folge von Krankenhausaufenthalten, Beatmungen und erhöhten Sterberaten. Diejenige Verteilung des knappen Gutes „Impfstoff“ auf die Bevölkerung wäre somit „optimal“, die am wahrscheinlichsten möglichst viele schwere Krankheitsverläufe vermeiden würde. 

Der Vorschlag der Barmer wurde in der Presse vielfältig aufgegriffen und diskutiert, zum Beispiel beim Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Uwe Repschläger, Leiter des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung

Uwe Repschläger, Leiter des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung

Uwe Repschläger, Leiter des bifg: "Es ist möglich, auf Basis von Kassendaten Risikoabschätzungen für Versicherte vorzunehmen, und so die durchaus richtige Impfstrategie weiter zu verfeinern. Mit diesem Modell wird man deutlich mehr Menschenleben retten können."


Das ePaper steht auf der bifg-Website zum Download bereit.


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Webcode: a006228 Letzte Aktualisierung: 31.03.2021
Nach oben